Archiv für die Kategorie ‘La Liga’

Erhebliche Emotionen II

Briger am Montag den 5. April 2021

Am Wochenende fand das baskische spanische Cupfinale 2020 in Sevilla statt.

Für das Finale der Copa del Rey qualifizierten sich mit Athletic Bilbao und der Real Sociedad aus Donostia-San Sebastián zwei Vereine aus dem Baskenland. Gerne hätte man diesen Final vor Zuschauern ausgetragen. Nun fand er aber,zwei Wochen vor der Ausgabe 2021, doch noch statt und die Real Sociedad gewann dank eines Treffers von Mikel Oyarzabal mit 1:0. Der 23-jährige aus dem eigenen Nachwuchs sorgte damit für erhebliche Emotionen und den dritten Cupsieg in der Vereinsgeschichte. Für den spanischen Meister von 1982 war es der erste Titelgewinn nach 34 Jahren Durststrecke, klar, dass auch Trainer Imano Alguacil, zwischen 1988 und 1998 Spieler, seit 2011 Nachwuchs-, Interims- und Cheftrainer der Herrenmannschaft (seit 2018), bei der Pressekonferenz kurz aus sich rauskam. Aber sehen Sie selbst.

Für Athletic Bilbao bietet sich in knapp zwei Wochen übrigens erneut die Möglichkeit, den ersten Pokaltriumph nach 37 Jahren Warten zu holen. Die Rot-Weissen treffen dabei erneut in Sevilla auf den FC Barcelona, gegen den die Basken erst im Januar die Supercopa 2020 gewannen.

Fantastische Flaschen

Herr Shearer am Samstag den 26. Dezember 2020

Leo Messi trifft und trifft und trifft – darauf ein Bier!

Sie haben es sicher mitbekommen: Lionel Messi erzielte neulich beim 3:0 Sieg Barcelonas gegen Real Valladolid sein 644. Tor in für den katalanischen mehr-als-ein-Klub. Damit ist er alleiniger Rekordtorschütze des Vereins, dem er bekanntlich kurz nach dessen Gründung beigetreten ist.

Das ist ein Grund zum Anstossen, hat man sich auch beim nicht minder sympathischen amerikanischen “Bier”-Brauer Budweiser gesagt und sämtlichen 160 Goalies, die gegen Messi bei diesen 644 Treffern den kürzeren gezogen haben, eine nummerierte Flasche Bier zum Trost gespendet. Auf dem Bild sehen Sie gerade Herrn Buffon, er hat die Flaschen Nummern 514 und 515 gekriegt. Ganz besonders freuen darf sich aber Iker Casillas, ehemals hinterster Mann bei Real Madrid: er kriegt 17 Flaschen. Prost!

Namhafte Neuverpflichtung

Briger am Montag den 30. November 2020

Joeleon Lescott wechselt in die 4. spanische Liga. Sagt zumindest der Club.

Lescott bei der Präsentation bei einem früheren Arbeitgeber. Bild via premierleague.com

Lescott selbst gab zu Protokoll, nichts von einer Unterschrift beim Viertligisten Racing Murcia zu wissen. Der Verteidiger, der in seiner Karriere unter anderem für die Wolves, Everton und Manchester City spielte, hängte seine Schuhe 2017 an den Nagel. Nun vermeldete der Club, dass er am 16. Dezember beim Cupspiel gegen den Erstligisten Levante eingesetzt werde.

Lescott sagte gegenüber BBC 5: “Ich erhielt ein Angebot, an einem Spiel in Spanien teilzunehmen. Bis nächste Woche sollte ich wissen, ob es was ernstes ist. Ich wusste nicht, dass ich unterschrieben hatte – ich hatte ein Gespräch geführt. Es sieht so aus, als käme ich aus dem Ruhestand, aber ich würde nur an einem Spiel teilnehmen – das wäre alles.”

Der Club selbst vermeldete auf seiner Homepage: “Diese erste und historische Unterzeichnung ermöglicht es, das Projekt Racing Murcia auf internationaler Ebene bekannt zu machen und einem Team, das praktisch aus Spielern aus der Stadt Murcia und den Städten der Region besteht, Relevanz zu verleihen.
Joleon Lescott wird in den kommenden Wochen im Rahmen einer Veranstaltung, an der das Management und die Spieler der Mannschaft teilnehmen werden, offiziell vorgestellt.
In den nächsten Tagen wird der Club weitere Starspieler und Profis bekannt geben, die der Mannschaft helfen werden, ihre Ziele zu erreichen, sowohl in der Liga als auch in der Copa del Rey.”

In den letzten Wochen gab es Gerüchte, dass Samuel Eto’o beim Club unterschreiben würde. Bekanntester aktueller Spieler ist ebenfalls keiner aus der Region Murcia: Der Guineer Mathias Pogba, Bruder des französischen Weltmeisters Paul.

Mathias Pogba bei der Präsentation. Foto via as.com

ZWISCHENSTAND RL-TOTO – “Der Bot bringt sich in Lauerstellung”
1. Dr_Wu, 59; 2. Allestipper, 56; 3. Herr24, Pidrea, TheTraveller, 54; 7. SwissFootyBot, 52; 37. Herr Maldini, 42; 44. Rrr, 39; 45. Herr der Ama, 39; 73. Herr Shearer, 33; 76. Herr Briger, 32; 86. Herr Winfried, 24; Die Tipps der Runde: TheTraveller, SwissFootyBot, Mayuka, HerrWankdorfB8.

Intime Übungen

Herr Shearer am Donnerstag den 12. November 2020

Es ist still geworden auf dem Trainingsplatz des Granada CF.

Fast alle sind weg. Nehuén Pérez ist mit Argentinien im Einsatz, Machis und Herrera mit Venezuela, Rui Silva und Duarte halten ihre Knochen die kommenden Tage für Portugal hin und Luis Suàrez für Kolumbien. Roberto Kenedy, Jorge Molina und Roberto Soldado sind nach dem Spiel gegen Real Sociedad immer noch angeschlagen, könnten aber demnächst wieder ins Training einsteigen. Ramon Azeez, Victor Diaz, Jaoqin Marin und Neyder Lozano werden schon länger von Verletzungen geplagt und kurieren ihre Wehwehchen daheim aus.

Und dann ist da noch dieser doofe Virus, der ist wirklich überall. Bei Granada heisst dass, das gleich zehn Spieler in Quarantäne sind, darunter Jesus Vallejo und Antonio Puertas, die beide positiv getestet wurden. Die andern acht müssen nach der Rückkehr vom Europa League-Match in Nikosia darum auch in ihren eigenen vier Wänden bleiben und dürfen unter Vorlage eines negativen Covid-Tests erst nächsten Montag wieder mittrainieren.

Wenn Sie richtig mitgezählt haben, dann sind Sie sicher von selbst drauf gekommen: Maxime Gonalons und Yan Eteki sind die einzigen, die noch trainieren können. Was tun die jetzt, den lieben langen Tag? Nun, sie müssen sich wohl selbst etwas einfallen lassen, denn der ganze Trainerstaff ist – richtig! – ebenfalls in Quarantäne. Der einzige, der davon nicht betroffen ist, ist natürlich der Goalietrainer.

Zustände fast schon wie in Sitten, wenn Sie uns fragen.

Foto: Marca.com / Miguel A. Molina

Trottliger Torwart

Briger am Montag den 2. November 2020

Vom Himmel in die Hölle mit Carlos Aguayo, Torwart in der sechsten spanischen Liga.

Aguyao spielt als Torwart beim Club aus der 160 Kilometer nördlich von Valencia gelegenen Stadt Vinaròs. Die Gäste aus Peñiscola gingen durch Marcos Cano – mit 103 Treffern übrigens der Rekordtorschütze des CD Benicarló – am dritten Spieltag der Primera Regional de la Comunidad Valenciana gestern Sonntag in Führung. Ein 0:1 gegen den Aufsteiger? Viel zu wenig dachte sich auch der Torwart der seit der 66. Minute in Unterzahl spielenden Mannschaft, erst recht als nach 86 Minuten auch ein Spieler von Peñiscola vom Platz gestellt wurde und in der Nachspielzeit sogar ein zweiter. Aguayo schaltete sich also in den Angriff ein und schoss ein herrliches Tor zum 1:1. Was danach passierte, das sehen Sie im Video nach dem Klick.

Foto via mdz online


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Punktlos in Pink

Rrr am Sonntag den 18. Oktober 2020

BREAKING NEWS: Kanton Bern erlaubt nur noch Spiele mit 1000 Zuschauern

Sie trugen seltsame Gewänder und irrten planlos umher.

Real Madrid und Barcelona traten gestern beide in Pink an – und verloren beide (Real daheim 0:1 gegen Cadiz, Barca 0:1 bei Getafe).

Pink scheint nicht unbedingt eine Siegerfarbe zu sein, wobei vertiefte wissenschaftliche Untersuchungen ausstehen. Die Durham University untersuchte in ihrer berühmten Studie von 2008 nur die klassischen Trikot-Farben – und kam zum Schluss dass Rot die Farbe der Sieger ist. Rot, nicht Pink.

Blau ist demnach ok, um Zweiter zu werden. Weiss ist gar nicht gut, das signalisiert laut den Wissenschaftern Passivität, Zurückhaltung und Ängstlichkeit. Deutsche Psychologen vertieften das Thema, und bevor Sie fragen: Gelb steht für Optimismus und Egoismus, aber auch für Naivität und Unsicherheit.

Dass Real und Barca am selben Tag verlieren, ist übrigens äusserst selten. Nächsten Samstag wirds sicher nicht der Fall sein – da spielen die beiden gegeneinander im Camp NOu (16.00 Uhr, DAZN). Barca in blaurot, Real in weiss.

Erfolgloser Ermittler

Val der Ama am Donnerstag den 27. August 2020

Den Spieler, den sie riefen, werden sie nicht mehr los.

Zugegeben, es gibt bessere Bilder von Pedro Tanausú Domínguez Placeres oder auch Tana, aber item. Tana ist von Beruf Mittelfeldspieler beim spanischen Zweitligisten UD Las Palmas mit Vertrag bis 20123.

Wollen tut es aber irgendwie nicht zwischen Spieler und Verein und weil sich der Spieler weigerte, einen neuen Arbeitgeber zu suchen, hatten die Verantwortlichen von Las Palmas eine doch ziemlich interessante Idee. Sie engagierten einen Privatdetektiv, der sich einen Monat lang an die Fersen des 29-Jährigen heftete, um eventuell vertragswidriges Verhalten zu beobachten und damit Gründe zu liefern, den Kontrakt aufzulösen. Früher drum, da zeigte sich Tana ab und zu verhaltensauffällig und wer weiss.

Ob sich der Schnüffler erwischen liess, wissen wir nicht. Wissen tun wir aber, dass der Beobachtete von der luschen Sache Wind bekam und die spanische Spielergewerkschaft einschaltete. Diese ist empört und fordert den Klub auf, Tanas noch ausstehendes Gehalt aus der letzten Saison zu zahlen.

(Bild: UD Las Palmas)

Torerzielende Trophäenjäger

Herr Maldini am Dienstag den 14. Juli 2020

Was haben Alphonse Areola, Brahim Díaz, Thibaut Courtois, Éder Militão und Álvaro Odriozola gemeinsam?

Sie alle kamen in dieser Saison für Real Madrid in der spanischen Liga zum Einsatz, erzielten aber kein Tor. Allen anderen 21 von Trainer Zinédine Zidane eingesetzten Spielern gelang mindestens ein Treffer. Das bedeutet ein Rekord in der Geschichte des spanischen Championats.

Auch unser Freund Sergio Ramos schiesst regelmässig Tore (aktuell in der Liga schon 10 Stück). Bild: Instagram/Internet.

Gestern gewannen die Madrilenen 2:1 gegen Granada, mit Ferland Mendy sicherte sich ein weiterer Verteidiger einen Platz auf der gar nicht mehr so exklusiven Liste der Madrider Torjäger. Überhaupt kann sich Real auf seine treffsichere Hintermannschaft verlassen: Sechs verschiedene Verteidiger erzielten schon 16 Tore.

Und auch Courtois läufts: Er überholte gestern Marc-André Ter Stegen und Jan Oblak in der Liste der am längsten in dieser Saison unbezwungenen Goalies (506 Minuten). Aber eben, ein Tor hat er noch nicht geschossen, die Pfeife.

Epische Pause

Val der Ama am Donnerstag den 11. Juni 2020

Jetzt haben die Rayo Vallecano-Albacete doch tatsächlich noch zu Ende gespielt.

Vor nur gerade 180 Tagen wurde die Begegnung der beiden Teams in der Halbzeit beim Stand von 0:0 abgebrochen, weil die Vallecano-Fans den Albacete-Stürmer Roman Zozulya als Nazi bezeichnet hatten. Sozulya, der Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen stets bestritten hat, schloss sich 2017 leihweise Rayo an, doch der Deal wurde Stunden später abgesagt, nachdem die Fans mit einem Transparent zum Training erschienen waren, auf dem stand, dass die Stadt “kein Ort für Nazis” sei. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gestern konnte die zweite Halbzeit stattfinden, als erste Profipartie in Spanien nach Cornona überhaupt. Die Gastgeber gewannen 1:0, der Peruaner Luis Advincula erzielte in der 61. Minute ein spektakuläres Tor und die Fans in den Wohnungen rund um Rayos Stadion feierten auf den Balkonen.

Mehr Fussi aus Spanien gibts heute: Das Lokalderby in Sevilla (21 Uhr).

Interessante Isolation

Herr Shearer am Donnerstag den 21. Mai 2020

Mai 2020. Alle europäischen Stadien sind verlassen.

Alle? Nein! Während weltweit die Fans seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie aus ihren geliebten Quasi-Zweitwohnsitzen ausgesperrt sind, sind zwei einfach dort geblieben. An der schönen Costa del Sol haben Andrès Perales und sein Sohn Andy ihren Wohnsitz im Stadion La Rosaleda, der Heimstätte des Màlaga CF. Der Zugang zu ihrem Häuschen erfolgt über den Eingang Nummer 18. Und dort verbringen Sie auch diese besonderen Wochen.

Foto: El Pais

Andrès Perales, der inzwischen 85-jährig ist, arbeitete lange als Fahrer des Mannschaftsbusses und später auch als Gärtner und Nachtwächter. Sein Sohn hat inzwischen eine Stelle als Materialwart, seit der Trennung von seiner Frau ist er zu seinem Vater gezogen. Vater Perales hat seine Wohnung seit dem Ausrufen des Lockdowns in Spanien nicht mehr verlassen. Die Einkäufe besorgt seine Tochter für ihn. Die Wohnung wurde 1982 zur WM in Spanien ursprünglich als Lagerraum errichtet und später entsprechend umgebaut. Damals hiess der Klub noch Deportivo Màlaga, doch der ging 1992 in Konkurs und wurde als Màlaga CF neu gegründet. Andrès Perales hat alles mitgemacht, vom Zwangsabstieg in die vierthöchste Spielklasse über den Aufstieg in die Priméra Division bis zur Teilnahme an der Champions League. Aktuell steht Màlaga in der Segunda Division nur auf Platz 15.

In Spanien dürfte der Ball bis Mitte Juni weiter ruhen. Für Andrès Perales dürfte sich aber bei einer Wiederaufnahme nicht viel ändern – da er schlecht zu Fuss ist, schaut er sich die Spiele schon seit einiger Zeit nicht mehr von der Tribüne aus an, sondern in seinem Wohnzimmer am Fernsehen.

Bizarre Premiere

Rrr am Samstag den 22. Februar 2020

Traurige Dinge aus aller Welt. Heute: Martin Braithwaite.

Der 28-jährige Däne kämpfte bislang mit Leganés gegen den Abstieg aus La Liga – mit mässigem Erfolg. Trotzdem zahlte Barcelona jetzt 18 Millionen Euro für ihn. Die Katalanen brauchten nach den Langzeitverletzungen von Dembele und Suarez eine neue Offensivkraft, da ist man nicht wählerisch.

Die Präsentation gestern im leerem Camp Nou zeigte, was man heutzutage für 18 Millionen bekommt.


Braithwaite wurde übrigens ausserhalb des Transferfensters nach Barcelona gelotst. Der spanische Verband erlaubt dies, wenn ein Verein plötzlich einen Langzeit-Verletzten hat.

Barca zog die Klausel – Pech für Leganés, die sich verarscht fühlen. Der Klub aus der Nähe von Madrid hat jetzt viel Geld, aber seine Sturmspitze verloren. Klar, da könnte auch Roger Assalé eingesetzt werden, die Leihkraft aus Bern. Aber allein ganz vorne macht der Ivorer wohl wenig Sinn. Sollte Leganés absteigen, ist der Klub übrigens nicht verpflichtet, Assalé von YB fix zu übernehmen.

Wo waren wir stehen geblieben? Ah genau: In der Hitparade der schlechtesten Spielerpräsentationen bringt es Braithwaite immerhin auf Platz 6.

Bezeichnende Bezichtigung

Herr Maldini am Dienstag den 18. Februar 2020

Ungeheuerliche Vorwürfe erschüttern die heile Welt des Fussballs.

Der FC Barcelona habe ein Unternehmen beauftragt, mit falschen Profilen in den Sozialen Medien das Image der eigenen Clubführung aufbrezeln zu lassen. Das wirft Cadena SER, der grösste und  älteste Radiosender Spaniens, Barça in einem exklusiven Bericht vor. Die Firma erstelle seit 2017 sogenannte Fake Accounts und mache mit ihnen Akteure anderer Clubs, aber auch solche des FC Barcelona, schlecht.

Photo: tribuna.com

Barça sah sich gestern zu einer Stellungnahme gezwungen und stritt sämtliche Vorwürfe ab: “FC Barcelona roundly deny any relationship, and furthermore, the contracting of services linked to social media accounts that have broadcast negative or disparaging messages.”

Na dann ist ja alles gut. Der Club behält sich rechtliche Schritte vor.