Archiv für die Kategorie ‘YB for ever’

Mocambo im Matchprogramm

Herr Winfried am Mittwoch den 12. Oktober 2022

Heute gibt es erneut ein Stück Zeitgeschichte.

Vor fast genau 62 Jahren waren die berühmten Young Boys als amtierender Schweizer Meister unterwegs in Richtung Meistercup. In der 2. Qualifikationsrunde spielten sie am 5.10.1960 gegen Limerick aus Irland.

YB (mit Willy Schneider, links) spielte gegen Limerick (Gerrie Mc Carthy). Bild: Keystone/Jules Vogt

Fussball anno 1960 war ein ziemliches Gaudi. Es gab sogar ein Vorspiel, nämlich den Junioren-Final um den Bärner Cup. Dazu konzertierte die Berner Stadtmusik, auf Einladung der Firma Villiger-Stumpen.

Auch sonst war es eine andere Zeit. Das Matchprogramm war noch kostenpflichtig, die Telefonnummern hatten fünf Ziffern (ausser natürlich die wichtige Nummer 164), und in der Pause gab es Toblerone.

Weitere Inserenten im Matchprogramm waren etwa das Restaurant Militärgarten mit vollautomatischer Kegelbahn, das Dancing Cabaret Mocambo (Dienstag, Freitag und Samstag Freinacht; Scotch-Bar geöffnet ab 8:00 Uhr) oder ER AG für Herrenbekleidung.

YB spielte in einem 3-2-5 mit: Eich; Zahnd, Schneiter, Flückiger; Schnyder, Fuhrer; Dürr, Meier (C), Schneider, Rey, Allemann. Sie trugen noch die Rückennummern 1 bis 11. Auswechslungen waren nicht erlaubt.

Das Team von Trainer Albert Sing gewann gegen Limerick dank Toren von Allemann, Schneider (2) und Dürr 4:2, und kam mit dem Gesamtskore von 9:2 in die nächste Runde.

Erlösendes Eigentor

Herr Maldini am Samstag den 8. Oktober 2022

2-1: Die Young Boys gewinnen im Wankdorf gegen den FCSG.

YB begann gut, führte früh (siehe unten), brachte St. Gallen kurz vor der Pause aber leider nach einem Fehler von Rieder und einem hübschen Tor von Akolo (38.) zurück ins Spiel.

Bis zu diesem Zeitpunkt hätte der Leader auch höher führen können, die Schlussphase der ersten Hälfte hingegen gehörte dann den Gästen. Nach der Pause sahen die zahlreich erschienenen Zusehenden Fehler und Chancen hüben und drüben und überhaupt ein vogelwildes Spiel. In der 84. traf nicht Latte Laht die Latte, sondern Elia.

Der Berner Erlöser war dann ein St. Galler: Stergiou düpierte Zigi (87.). Danach war die aus Berner Sicht insgesamt “interessante” Partie zu Ende.

Foto: Keystone.

Tor des Tages: Blum-Ugrinic-Itten-Fassnacht-Nsame. Eine sehenswerte Kombination führt zum 1-0 in der 13. Minute.

Botschaft des Tages: Playoff im Fussball sind stuhl!

Schnüggel des Tages: Quintilla hilft Nsame beim Schuhe binden ❤️ (20.).

Was sonst noch lief: Feuerwerk und Pyro vor dem Spiel, während der ersten Halbzeit, am Ende der Pause, in Hälfte zwei – da bleibt nur zu hoffen, dass die Fankurven bei Knallfred eingekauft haben.

Fakt des Tages: St. Gallen hat im neuen Wankdorf noch immer nie obsiegen können.

Weiter geht es für den BSC Young Boys am Sonntag, 16.10. im Stadion Letzigrund gegen den amtierenden Meister FC Zürich. Dort hat es gemäss dem RL-Recherchedesk übrigens einen neuen Rasen drin.

Rundes Leder Tippspiel (23/2022)

Rrr am Samstag den 8. Oktober 2022

Die Espen bei den Wespen.

Der FC St. Gallen will auf die Erfolgsspur zurückkehren und in Bern gewinnen. Das gelang ihm noch nie im neuen Wankdorf. Aber Obacht: Der FCSG ist die einzige Schweizer Mannschaft, die YB in dieser Saison schlagen konnte.

Die Young Boys wollen sich für die Niederlage im Kybunpark revanchieren und die Tabellenführung verteidigen. Weitere sachdienliche Angaben zu diesem Spiel finden Sie drüben bei der alten Tante. Und nun sind Sie dran:

Wie endet das Spiel, wer trifft vor wievielen Fans?

Ihre Antwort erwarten wir bis 20.29 Uhr. Wer gewinnt, kriegt eine Olmabratwurst als NFT-Wallett mit integriertem Aluchip. Toi toi toi!

NACHTRAG: Herr imi und Herr Bregyschorsch teilen sich den Tippspielsieg mit Ihren 2:1-Volltreffern!

Dreifaches Déjà-vu

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 4. Oktober 2022

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Doktor Rüdisühli, am Sonntag hatte ich ein seltsames Erlebnis. Elia brachte YB in Luzern 0:1 in Führung, Schürpf glich zum 1:1 aus, und dann siegten die Young Boys in der Nachspielzeit dank eines Kopftors. All das habe ich genau so schon einmal erlebt. Hatte ich ein Déja-vu, und wenn ja, ist das gesund? UAwdg, S. W., B.

Lieber Stefan, also genau genommen hatten sie ein Triple-Déjà-vu. Herzliche Gratulation, das ist extrem selten! Wenn Sie romantisch veranlagt sind, dürfen Sie sich jetzt etwas wünschen. Sie dürfen es aber niemandem sagen, denn sonst geht der Wunsch nicht in Erfüllung, und dann gibt es auch keine Meisterfeier. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Schämpu schampar spät

Rrr am Sonntag den 2. Oktober 2022

YB liegt jetzt allein an der Tabellenspitze.

Die Young Boys siegten in Luzern 2:1, weil Nsame spät in der Nachspielzeit traf (Bild Keystone). Die Beule lässt sich Schämpu am besten von unserem Klubarzt behandeln. Servette verlor gleichzeitig in Lugano. Die Young Boys beenden das erste Viertel der Saison drei Punkte vor dem ersten Verfolger.

14.870 Fans sahen, wie YB dank Meschack Elia früh in Führung ging, danach aber kurzzeitig den Faden verlor und den Ausgleich kassierte. Luzern wird damit hadern, dass die Schiedsrichterin zwei Szenen im Berner Strafraum nicht als handspenaltywürdig interpretierte.

Comeback des Tages: Christian Fassnacht ist zurück. Erster Einsatz seit dem 31. Juli, als er sich im Heimspiel gegen GC verletzte.

Zahl des Tages: 57 Prozent Ballanteil für die Berner dank einer dominanten zweite. Halbzeit.

Transparent des Tages: “Meyer, Wolf & Co: Mer stöhnd hender üüch.” Die FCL-Fankurve grüsst Investor Alpstaeg.

Weiter geht es für YB am kommenden Samstag mit dem Heimspiel gegen St. Gallen.

Patentes Papabilikarussell

Dr. Rüdisühli am Samstag den 1. Oktober 2022

Ueli Maurer hat fertig. Wie weiter?

Unser Bundeshaus-ExpeRrrte beantwortet die dringendsten Fragen.

Herr Rrr, was war Ihre spontane Reaktion, als Sie von Ueli Maurers Rücktritt hörten?

Als Experte hat mich das nicht überrascht. Unter uns Insidern ging schon seit geraumer Zeit das Gerücht um, dass Herr Maurer plötzlich zurücktreten könnte. Nichtsdestotrotz ist die Bestürzung jetzt gross. Sie müssen wissen, Ueli Maurer war der letzte YB-Fan im Bundesrat! Zu den besten Zeiten hatten wir zwei Sitze, mit Johnny (Schneider-Ammann, die Red.) und Üelu (Maurer). Wenn wir jetzt nicht aufpassen, ist der BSC Young Boys im Bundeshaus bald aussen vor. Und das vielleicht auf Jahre hinaus. (wischt verstohlen eine Träne weg) Das darf einfach nicht sein.

Wie siehts mit den Favoriten für die Maurer-Nachfolge aus? Rösti, Rickli, Rutz?

Ich sehe da niemanden mit gelbschwarzem Herzen. Wobei, das sind jetzt bloss die SVP-Kandidaten.

Moment, das neue Bundesratsmitglied muss ja wohl aus den Reihen der SVP kommen.

Also bitte! Wir sollten dieses kleingeistige Parteiendenken endlich überwinden. Es geht hier um etwas Grösseres, Wichtigeres. Es geht um den YB-Sitz!

Wer schwebt Ihnen vor?

Ich will der Vereinigten Bundesversammlung nicht dreinreden. Grundsätzlich kommen für mich alle Mitglieder der eidgenössischen Räte in Frage, die sich in der Vergangenheit klar zu YB bekannt haben.

Also zum Beispiel Christian Wasserfallen?

Ja gut, der ist aber in der FDP.

Sie sagten doch, die Partei spiele eine untergeordnete Rolle?

Ja ja. Aber Wasserfallen ist zu alt. Ich finde, der Landesregierung würde eine Vertreterin der U40 gut anstehen.

Vertreterin?

Sicher. Es muss eine Frau sein, keine Frage.

Sie haben da jemanden im Hinterkopf.

Ich? Nein. Ich bin ja gar nicht wahlberechtigt. Das geht mich alles nichts an.

Nun rücken Sie schon mit der Sprache raus.

Die perfekte Kandidatin wäre natürlich SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen. Sie liebt das runde Leder, sie steht seit vielen Jahren treu zu YB, sie ist mit ihren Kindern Dauergast im Wankdorf – Flavia ist unsere Frau im Bundesrat, keine Frage. Sie ist die ideale Ueli-Maurer-Nachfolgerin.

Weiss Sie das?

Ich werde es ihr mitteilen.

Und die SVP?

Hier braucht es natürlich noch eine gewisse Überzeugungsarbeit, aber das ist ganz normal in der Politik. Es ist noch genug Zeit bis zum 7. Dezember. Und wenn die Bürgerlichen Angst vor der roten Flavia haben sollten, dann wählen sie eben einen anderen vertrauenswürdigen Rundenleder-Leser aus dem Bundeshaus. Hopp YB!

“Wir wollen den Sitz verteidigen, hopp YB”: Herr Rrr (rechts) mit Ueli Maurer (links).

Pflichtsieg auf der Pontaise

Rrr am Samstag den 17. September 2022

YB leidet sich in den Cup-Achtelfinal.

Die Young Boys bezwangen den aufsässigen und gut organisierten Underdog Stade Lausanne Ouchy aus der Challenge League mit 1:0. Das Siegestor schoss Cedric Itten nach 67 Minuten nach einem Corner von Ugrinic.

Die Berner taten sich übers ganze Spiel sehr schwer. Und mussten die Führung am Schluss zu zehnt über die Zeit bringen.

Joker des Tages: Meschack Elia. Wird nach 64 Minuten eingewechselt und holt mit einer seiner ersten Aktionen den Corner heraus, der zum 1:0 durch Itten führt. (Info powered by Frau Rrr)

Farbe des Tages: Rot. Und wieder fliegt ein Berner vom Platz. Nach Garcia und Zesiger in St. Gallen und Wicky gegen Lugano trifft es Verteidiger Kevin Rüegg (mit Gelbrot).

Young Boy des Tages: Cedric Itten. Ein Knipser!

Weiter geht es für die Young Boys am 2.Oktober mit dem Gastspiel in Luzern.

Nullzunull in den Neunzigern

Herr Winfried am Mittwoch den 14. September 2022

Heute vor genau 29 Jahren war YB im Europacup noch dabei.

Wir blenden zurück zum 14. September 1993, da war im Berner Wankdorf Celtic Glasgow zu Gast, im Hinspiel der 1. Runde des Uefa-Cups. Dieser Wettbewerb hiess damals relativ neu so, und YB war nicht gerade jedes Jahr europäisch mit dabei (zuvor letztmals 1987/88, damals noch im Cup der Cupsieger). Die Schotten spielten dagegen regelmässiger international.

Die Berner schauten damals gut zum leiblichen Wohl der Spieler, und hatten gleich zwei offizielle Verpfleger. Einerseits die Metzgerei Grunder, «Berns Pferdemetzgerei», und die Brasserie Anker in der Zeughausgasse – sie wartete mit diesem Werbespruch auf:

Es Stückli Fleisch, u das no zart,
im «Anker»-Sääli – ganz separat

chöi d YB-Giele sich la verpflege
u mitenand es Wörtli rede
d Moral isch höch – si chöme gärn
i ds schöne «Anker»-Sääli z Bärn

Alles war also angerichtet für das Spiel gegen Celtic. Was gab es zum Gegner zu sagen? Die Redaktion des Matchprogramms hatte recherchiert. Bis dahin war Celtic in der Meisterschaft nur 8., die grossen Namen fehlten im Kader. Dafür gab es über die Leute in Glasgow viel zu erzählen:

«(…) Es ist eine Stadt der Arbeiter. Essen, Schlafen, Arbeiten – so sieht der Tag der meisten seiner (sic!) Bewohner aus. Die Menschen flüchten nach Hause vor den Fernseher. Die Entspannung, d.h. Pubs, Kinos und das Stadion, ist reserviert für den Samstag. (…)»

YB spielte mit: Kobel; Reich, Weber, Rotzetter; Ippoliti (90. Porfido), Moser, Bregy, Baumann, Sutter (66. Agostino); Kunz, Nowak. Trainer: Trümpler

Das Spiel vor rund 7’300 Zuschauenden endete 0:0. Im Rückspiel in Glasgow unterlagen die Young Boys 0:1 nach Verlängerung, und mussten danach wieder zehn Jahre warten bis zum nächsten Europacup-Auftritt (gegen MyPa aus Finnland).

Neulich in der Coaching Zone

Rrr am Montag den 12. September 2022

Herzlich willkommen zur aktuellen Montagsgrafik.

Heutiges Thema: Die Laufwege von Mattia Croci-Torti (links) und Raphael Wicky beim Spiel YB-Lugano.

(Grafik made by Tschipress feat Twitter/@staernkiwi)

Perfekte Party

Herr Shearer am Sonntag den 11. September 2022

Das Wankdorf in Feierlaune: YB holt sich mit einem 3:0 gegen Lugano die Tabellenführung zurück.

Bild: KEYSTONE / Anthony Anex)

Das Vorspiel zur grossen Wölfli-Party war eine klare Sache: schon nach 75 Sekunden traf Nsame zum 1.0, per Penalty erhöhte Itten kurz vor der Pause auf 2:0 und einen Abpraller nach einem Itten-Schuss verwertete wiederum Nsame in der 64. Minute zum 3.0.

  • Karte des Tages: Raphael Wicky, gelb-rot wegen Zeidlerns.
  • Statistik des Tages: YB schoss sieben mal aufs gegnerische Tor, die Tessiner nie. Das wiederspiegelt sich dann auch etwas im Resultat.
  • Mysterium des Tages: Luganos Nummer 22. Sieht dem ex-YB-Spieler Renato Steffen wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich! Am Temperament erkennt man aber die Fälschung.

Für YB geht es nächsten Sonntag auf der Lausanner Pontaise im Cup gegen Stade Lausanne-Ouchy weiter, und im Wankdorf steigt jetzt gleich das Abschiedsspiel für Marco Wölfli mit ganz viel CervelatProminenz. Prost und weiterhin alles Frohe!

 

Rundes Leder Tippspiel (22/2022)

Rrr am Sonntag den 11. September 2022

Der FC Lugano ist zu Gast im vollen Wankdorf.

Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg: So gingen die letzten 5 Meisterschaftsspiele aus Sicht der Tessiner aus. Heute wollen sie in Bern erstmals seit Dezember 2020 punkten oder sogar erstmals seit April 2017 gewinnen.

Die Young Boys können mit einem Sieg die Tabellenführung zurückerobern. Das letzte Heimspiel gegen Lugano gewannen sie im Januar mit 1:0, aus der damaligen Startformation dürften heute höchstens drei Spieler auflaufen. Und nun sind Sie an der Reihe:

Wer trifft zu welchem Schlussresultat?

Ihre Antwort erwarten wir bis 16.29 Uhr. Die Siegerin laden wir auf die Redaktion ein, sobald es in unserer Kantine das nächste Mal Polenta mit Luganighe gibt.

Und nicht vergessen: Nach dem Spiel YB-Lugano gibt es das grosse Wölfli-Byebye. Am Plausch auf Plastic beteiligen sich zahlreiche ehemalige Fussballspieler mit Knorpelschaden unvergessene YB-Helden und Menschen, deren Namen Sie nie zuvor gehö beliebte Berner Prominente. Die Bier- und Wurstausgabestellen bleiben bis nach Abpfiff der 2×32 Minuten langen Plauschpartie geöffnet.

Untergang in Unterzahl

Rrr am Sonntag den 4. September 2022

YB verliert zu neunt das Spiel und die Tabellenführung.

Garcia flog früh vom Platz, Zesiger nach der Pause ebenfalls – in doppelter Unterzahl kassierten die Young Boys die erste Saison-Niederlage in der Meisterschaft. 19.200 Zuschauer sahen im Kybunpark ein hochemotionales Spiel, in dem YB zu zehnt noch ausglich, aber postwendend das zweite Gegentor kassierte.

Im 4-3-1 konnten sich die Berner keine Chancen mehr erspielen. 2:1 siegten die St. Galler und sind neuer Leader.

Szene des Tages: Camara-Fail, Abseitstor, Beinbruch von Schubert und rote Karte – alles innert weniger Sekunden in der 19. Minute.

Zahl des Tages: 124. So viele Sekunden lang konnten sich die Young Boys über den Ausgleich von Zesiger freuen – dann fiel das zweite Gegentor.

Statistik des Tages: YB kassiert erstmals seit dem 19. Mai mehr als ein Gegentor in einem Spiel (zuletzt beim 2:2 in Luzern).

Roter Kopf des Tages: Erstmals seit Mai 2014 muss YB zu neunt zu Ende spielen. Damals flogen Zarate und Rochat vom Platz.

Weiter geht es für die Young Boys am kommenden Sonntag mit dem Heimspiel gegen Lugano (16.30 Uhr).

(Foto: Keystone)