Archiv für die Kategorie ‘Wohin man geht’

Torwart am Traualtar

Rrr am Dienstag den 24. November 2020

Hochzeit und Playoff-Spiel am gleichen Tag? Kein Problem.

Jedenfalls für Luke Borean, den Goalie des australischen Regionalligisten Lions FC. Seine Hochzeitstermin stand seit langem fest – der 21. November. Dummerweise wirbelte Corona den Spielplan der National Premier League durcheinander. Der Aufstiegs-Halbfinal bei Peninsula Power wurde kurzfristig neu angesetzt – ebenfalls auf den 21. November.

“Mach Dir keine Sorgen”, sagte Borean seinem Coach Darren Sime. In der Tat: Am Vormittag gaben sich Luke und Ellen Hepburn das Ja-Wort, dann fuhren sie gemeinsam im Ferrari zum A. J. Kelly Park, wo sich Borean vorübergehend seines Anzugs entledigte und das Tor hütete. Mit Erfolg: Sein Team siegte 4:1 und posierte nach dem Match mit dem Brautpaar, wie das australische Fernsehen berichtete.

Wohin die Hochzeitsreise geht, fragen Sie? Nun, im Playoff-Final treffen die Lions auf Brisbane Olympic. Das Spiel findet am kommenden Wochenende statt.

Mrs Borean hat dafür sicher Verständnis. Sie ist selber Torhüterin – bei Souths United in der Women’s NPL Queensland.

Beeindruckende Bekleidung

Rrr am Mittwoch den 18. November 2020

Sicher reisen in Corona-Zeiten? Es ist ganz einfach!

Zur Asian Champions League in Doha reiste der Beijing Guoan FC gestern in diesen Anzügen, die einerseits einen ganzheitlichen Schutz vor dem Coronavirus sicherstellen und andererseits aber auch das Emblem des Vereins tragen.

Genauer noch: Die Spieler zogen sich im Flugzeug um, wie das offizielle Vereinsvideo dokumentiert. Denn in China ist die Luft ja rein, in Doha hingegen – man weiss es nicht.

Was macht eigentlich …

Rrr am Samstag den 14. November 2020

… Alexandre Letellier?

Er teilt die Garderobe jetzt mit Neymar, Di Maria und Mbappé. Denn der frühere YB-Ersatzgoalie spielt neuerdings bei PSG.

Letellier war anfangs Saison vertraglos, als das Telefon klingelte. “Ich fiel aus allen Wolken, es war PSG”, berichtet Letelier im Klub-Podcast. “Die brauchten einen Goalie Nummer 3 hinter Keylor Navas und Sergio Rico. Wenn Du so ein Angebot kriegst, überlegst Du nicht lange. Ich sagte sofort zu.”

Für Letellier schliesst sich ein Kreis: Er wurde bei Paris St-Germain ausgebildet, brachte es aber nicht über die zweite Mannschaft hinaus. 2010 wechselte er zu Angers, wo er zeitweilig mit Jean-Pierre Nsame spielte. Angers schaffte 2015 den Aufstieg in die Ligue Un; Letellier brachte es auf 13 Einsätze in Frankreichs Top-Liga.

Im Winter 2018 wechselte er leihweise für ein halbes Jahr zu den Young Boys nach Bern, als Wölfli-Backup nach der Verletzung von David von Ballmoos. Nur einmal stand Letellier für YB zwischen den Pfosten, beim letzten Meisterschaftsspiel der Saison (2:1-Sieg bei GC). Er hat aber beste Erinnerungen an Bern und an den “verrückten” 28. April 2018, wie er neulich wieder auf Instagram versicherte.

In Paris trainiert er nun – nachdem er von einer Covid-Erkrankung genesen ist – mit etlichen Weltstars. Zwar geht der 29-Jährige nicht davon aus, dass er viele Einsatzminuten erhalten wird. Zudem ist sein Vertrag auf ein Jahr befristet. “Aber es ist grossartig, mit Navas und Rico zusammenzuarbeiten. Da kann ich sportlich und menschlich viel lernen.”

Steigende Spannung

Rrr am Donnerstag den 29. Oktober 2020

LIVE: Klus-YB 1:1

Die Young Boys spielen heute in Klus. Unser Reporter ist schon dort.

“Klus an einem trüben Oktober-Nachmittag. Nichts deutet darauf hin, dass sich in wenigen Stunden Historisches abspielen wird. Wahnsinn!

Ich blicke auf die Uhr. Noch Stunden bis zum Kick-off. Genug Zeit also für einen Streifzug durch den Ort, der kleiner ist als gedacht.

Hinter der Metzgerei liegt der Fussballplatz. Unkraut spriesst auf den Stehplätzen. Ein streunender Hund irrt durch den Strafraum, jault ,Blowin’ in the wind’. Ich sitze auf der verwitterten Gästebank, sauge die Atmosphäre auf. Ein Holzsplitter bohrt sich in meinen Hintern. Emotionen pur!

Das kann man sich gar nicht vorstellen, dass hier gleich ein eminent wichtiges Europacup-Spiel stattfindet. Sicher werden bald die UEFA-Helfer kommen und die Banderolen der Europa League aufziehen. Und dann werden sich Ngamaleu, Siebatcheu & Cö aufwärmen. Gerry wird auf der Gästebank Platz nehmen. Geschichten, wie sie nur der Fussball schreiben kann!

Schade nur, dass es sich um ein Geisterspiel handelt. Das heisst, ich werde das Spiel in der Dorfbeiz mit den Eingeborenen schauen. Hoffentlich gibts keine Verlängerung, weil um 23 Uhr ist ja Sperrstunde. Ah nein, es ist ein Gruppenspiel. Ich bin ganz verwirrt! So, ich suche mal die orthodoxe Kirche, schaue dann bei der Bäckerin vorbei und sende derweil herzliche Grüsse in die Heimat.”

Grosse Bildstrecke: So ist die Stimmung in Klus!

  • In die Jahre gekommen: Der Fussweg hinauf zum Stadion.

  • Fast wie im San Siro! Vermutlich einer der Stadiotürme.

  • Die Ruhe vor dem Sturm: Der Platz in Klus.

  • Viel Grün in der Umgebung! Leider kann man es nicht rauchen.

  • Das Bild gehört nicht hierhin, da ist mir der Finger an der Kamera ausgerutscht.

  • Die Dorfbeiz! Heute offen, gottseidank. Hoffentlich zeigen sie das Spiel.

Mysterium auf der Maladière

Rrr am Mittwoch den 14. Oktober 2020

BREAKING NEWS:Garcia und Camara haben Corona

Schrecklicher Verdacht: Bilderfälschung in Neuchâtel?

Das Coop Restaurant im Centre Maladière wurde diesen Sommer bekanntlich umfassend renoviert. Herr Rrr radelte gestern mit dem Velo hin, um einen Augenschein vor Ort zu erhaschen.

Begeistert stellte er fest, dass Coop sein Stadion-Restaurant nach Wankdorf-Vorbild mit einem riesigen Fussballbild dekoriert hat. Sehr schön! Aber was ist denn das für ein Spiel? Herr Rrr schaute genauer hin.

Xamax gegen Basel, 3:2. Ist das Spiel schon fertig? Zoomen wir näher hin. Nein, es ist erst Halbzeit. Was für ein Spektakel!

Vermutlich handelt es sich um einen Super-League-Match, schliesslich hat es Axpo-Bandenwerbung. Also muss das Spiel zwischen der Eröffnung der neuen Maladière im Februar 2007 und dem Ende des Axpo-Sponsorings im Juni 2012 stattgefunden haben. In dieser Zeit lauteten die Pausenresultate von Xamax-Basel 0:1, 1:0, 1:0, 0:2, 0:0, 0:0, 1:0, 1:1 und 0:0, wie Sie dem Internet entnehmen können. Es gab auch keinen Match, der 3:2 geendet hätte.

Wars etwa doch ein Cupspiel? Fehlanzeige, diese Affiche gabs im neuen Stadion laut Wikipedia noch nie. Ein Testspiel? Auch nicht möglich, wie Herr Rrr nach Durchsicht aller FCB-Testspiele seit 2007 konstatieren musste (Quelle).

“Leider muss ich davon ausgehen, dass es sich um ein manipuliertes Bild handelt”, sagte Herr im Coop-Restaurant vor niemandem, der ihm zugehört hätte. Vermutlich sei das Foto zwar grundsätzlich echt, denn es habe mehrere Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften gegeben, die um 16 Uhr angepfiffen worden seien (siehe Stadionuhr), doch sei das Resultat plump gefälscht worden.

Enttäuscht radelte Herr Rrr wieder nach Hause.

Kleine Kulturreise

Dr. Rüdisühli am Samstag den 10. Oktober 2020

Herzlich willkommen zur heutigen Kunstmatinee. Wir fahren ans Rheinknie.

Von unserem Sonderkorrespondenten Herr zuffi

Wenn es eine Stadt gebe in der Schweiz, in der Kultur und Fussball so richtig dicke zusammengehören, dann sei das Basel. Wie oft habe ich das gehört… Ständig wird einem das um die Ohren gehauen, bei sporadischen Blockflöteneinsätzen in der Stadt am Rhein, in Podcasts, in Aufarbeitungen der aktuellen Situation des dortigen FCs … Kurz: ich musste einfach verifizieren, ob da etwas dran ist. Und so reiste ich in eine durchaus fussballaffine Stadt voller Kultur.

Bereits bei der Ankunft fielen mir die zahlreichen Werbesticker für einen mutigen Independent-Film auf. Es scheint eine Art kritisches Remake eines Hollywood-Klassikers zu sein, aber diverser und mit mehr Lokalbezug. Scheinbar wurde der lahmen Schiffsgeschichte eine Prise Fussball hinzugefügt, was sicher nicht schaden kann.

Leider hatte das von mir aufgefundene Kleinstkino den Film (noch?) nicht im Programm. Aber trotzdem ein eindrücklicher Start!

Dann die Überraschung: Bei der Rheinquerung wurde mir bewusst, dass irgendetwas mit dem Selbstverständnis dieser Stadt nicht in Ordnung sein kann. Oder können Sie sich blau-rote Pontonierboote auf der Aare vorstellen? Eben.

Dann aber zägg: Museum Tinguely. Und Fussball im Überfluss. Geniessen Sie hier einige Bilder aus der Ausstellung von Taro Izumi. Izumi hat sich enorm viel Arbeit aufgehalst, weil er es lustig findet, Fussball-Fotos mit Hilfe von unglaublichen Konstruktionen nachzuempfinden. Der flüchtige Moment wird eingefangen, konserviert und reproduzierbar gemacht. Es bleibt einem der Mund offen vor Staunen und Lachen.

Interessant auch, dass sogar japanische Künstler anscheinend den Drang verspüren, das grosse Thema FCB-BSCYB verarbeiten müssen.

Nach einer weiteren Fährfahrt, einem äusserst leckeren spanischen Mittagessen in der schmucken Altstadt und dem obligaten Plunder am Hauptbahnhof (zuff’scher Tip: der beste aller Bahnhofsverpflegungsstände der Schweiz) musste ich die Stadt bereits wieder verlassen.

Zuhause wartete die obligate RL-Nachlesestunde, man will ja sein Abonnement nicht fahrlässig aufs Spiel setzen. Und da traute ich meinen Augen kaum: Irgendwie hat sich diese Stadt sprichwörtlich in mein System geschlichen und versucht nun anscheinend, zumindest meinen kleinen Rechner in Beschlag zu nehmen.

Toller Transfer

Rrr am Donnerstag den 24. September 2020

Marítimo engagiert den reichsten Fussballer der Welt.

Der portugiesische Erstligist sicherte sich die Dienste von Faiq Bolkiah, der zuletzt bei Leicester unter Vertrag stand. Die Familie Bolkiah kontrolliert in Brunei den Grossteil der Erdölvorkommen, das Familienvermögen wird auf 30 Milliarden Dollar geschätzt. Faiq soll den grössten Teil des Geldes erben, wenn der Papa und der Onkel dereinst das Zeitliche segnen.

Faiq träumte schon als Kind davon, Fussballprofi zu werden. Ausgebildet wurde er in England, unter anderem bei Arsenal und Chelsea. 2016 schloss er sich Leicester an, wo er sich aber nicht durchsetzen konnte. In der Premier League schaffte er es zu keiner einzigen Einsatzminute.

Bei Maritimo soll sich das ändern. Und sonst kann er ja einfach den Verein kaufen.

Die Familie Bolkiah gibt das Geld ja gerne mit vollen Händen aus. Faiqs Papa, Prinz Hefri, soll pro Monat 35 Millionen Dollar für Autos, Uhren, Kugelschreiber und andere Luxusgüter ausgeben. Unter anderem soll er 2300 Autos besitzen. Und Onkel Hassan feierte 1996 seinen 50. Geburtstag, indem er Michael Jackson für ein Konzert einfliegen liess. Die Gage betrug 12,5 Millionen Dollar. Damit es ein stimmungsvolles Konzert wurde, liess der Sultan rasch ein Stadion mit Platz für 60’000 Menschen bauen.

Bewanderter Bräutigam

Rrr am Montag den 21. September 2020

Es hat geklappt: Herr Briger ist unter der Haube!

Der klügste und zweitschönste Redaktor des Runden Leders heiratete am Samstag Frau Briger. Unser Funkbild stammt vermutlich aus dem Warteraum der katholischen Kirche Brig, aber ganz sicher sind wir nicht.

Egal, auf jeden Fall wohnten der stilvollen Zeremonie und dem anschliessenden hervorragenden Apero auch mehrere Redakteure und LeserInnen des Runden Leders bei.

Zu den fussballerischen Höhepunkten des Anlasses gehörte zweifellos das knifflige Quiz, das unser Temporärquizmaster Herr Power am Abend dem Neuvermählten angedeihen liess.

Und Herr Briger enttäuschte das Publikum nicht: Er konnte 5 der 6 Fragen mühelos richtig beantworten. Möchten Sie sich mit ihm messen? Bittesehr! Die Antworten verraten wir Ihnen um 16 Uhr.

Grosser Test: Sind Sie so klug wie Herr Briger?

Spicken verboten!

• Wer ist Rekordsieger im ältesten Fussball-Wettbewerb?
• Welche zwei Hertha-Spieler versagten 2015 beim Penaltyschiessen nach dem Testspiel gegen YB?
• Wie viele Spieler wechselten in den letzten 20 Jahren direkt von YB zu Sion?
• Welche Teams haben im FA-Cup am öftesten (25mal) eine Oberklassigen besiegt?
• Welches Bundesliga-Team hatte letzte Saison die geringste Stadionauslastung?
• Wie viele Beiträge hat Herr Briger bislang fürs Runde Leder geschrieben?

(Richtige Antworten: 1. Arsenal. 2. Valentin Stocker und Fabian Lustenberger. 3. Keiner ausser Hoarau. 4. Southampton und Millwall. 5. Hertha. 6. 499)

Seltsames Sixpack

Rrr am Mittwoch den 9. September 2020

Endlich zurück: Rundes Leder Meditationsstunde!

Lassen Sie die Vereinswappen in Ruhe auf Sie einwirken. Arbeiten Sie sich von links nach rechts, oder umgekehrt, je nach ihrer individuellen biorhythmischen Situation. Wieviele Vereinswappen kennen Sie, und warum haben wir gerade diese Klubs ausgesucht? Um was geht es im grösseren Ganzen?

Wenn Sie fertig sind, trinken Sie etwas oder essen Sie eine Kleinigkeit, strecken Sie sich und klopfen Sie sich sanft ab. All diese körperlichen Reize helfen Ihnen, sich wieder voll in der Wirklichkeit zu verankern.

Wir setzen unser Programm um 14 Uhr fort.

Wichtige Worte

Rrr am Dienstag den 8. September 2020

Endlich: Der neue GC-Besitzer spricht zu den Fans.

Leider nur per Video – die Covid-Bestimmungen hindern den Chinesen Sky Sun an der Einreise in die Schweiz. Die Botschaft ist gut vier Minuten lang, das Original können Sie auf GC TV betrachten, aber vermutlich haben Sie gar nicht so viel Zeit.

Wir haben das Referat deshalb für Sie auf 19 Sekunden zusammengekürzt.

Gekommen, um zu gehen

Val der Ama am Donnerstag den 3. September 2020

Piotr Parzyszek kann nicht besonders lange.

Willkommen zum zweiten Teil des Tages der Kurzarbeit. Wobei mein Mandant einiges mehr tut, als dieser Tommaso Berni, den Ihnen Herr Shearer heute morgen vorgestellt hat.

Parzyszek ist Mittelstürmer beim polnischen Erstligavereins Piast Gliwice und hier grad kurz kurz vor seiner Auswechslung. Gut, das mit der Auswechslung, das war geraten. Aber die Chance, dass diese Aussage stimmt, liegt bei knapp hundert Prozent. Mit vierunddreissig Aus- und zwei Einwechslungen bei insgesamt siebenunddreissig Meisterschaftsspielen soll er die weltweite Nummer eins aller unkonstanten Fussballspieler der Saison 2019/20 sein. Herzl. Gratul.

Bevor Sie weiterdenken: Nein, so schlecht ist der Parzyszek nicht, schliesslich hat er 12 Saisontore geschossen. Bei den Berner Young Boys ging der Titel in der vergangenen Saison übrigens an Nicolas Moumi Ngamaleu (17 Auswechslungen bei 33 Spielen), vor Christian Fassnacht (13/30) und Jean-Pierre Nsame (12/32).

Der Meister im McDonalds

Rrr am Samstag den 1. August 2020

Sie wollten McDo. Sie bekamen McDo.

Eine rauschende Meisterparty gabs für das YB-Team gestern nacht zwar nicht – die Saison ist ja noch nicht beendet. Aber ein bisschen Feiern werde schon drinliegen, sagte Saidy Janko kurz nach Spielschluss: “Chly McDonalds oder so.”

Und es klappte, wie David von Ballmoos am Samstag dem Runden Leder verriet: “Wir haben noch ein McDonalds gefunden, die öffneten sogar extra für uns und gaben uns etwas zu essen.”

Die “Mission McDo” lief übrigens unter dem Oberkommando des ortskundigen Vincent Sierro, der den Busfahrer zur Filiale in Conthey lotste. Ausgewogen war die Ernährung leider nicht, wie Goalie Von Ballmoos auf unsere besorgte Nachfrage einräumte. Der Meistergoalie versprach aber, dass man sich ab morgen wieder voll auf den Fussball fokussieren werde.