Archiv für die Kategorie ‘Volltreffer’

Fantastisch, superbe, magnifique!

Frans am Donnerstag den 17. Februar 2005

Wir unterbrechen unser Blogramm für eine offizielle Mitteilung auf der heutigen Uefa-Website:

“Durch ein fantastisches Tor von Maxwell zehn Minuten vor der Pause geht der AFC Ajax mit einem 1:0-Vorsprung ins Rückspiel des UEFA-Pokal-Duells bei AJ Auxerre. Nach einem tollen Hackentrick von Rafael Van der Vaart drang er in Auxerres Strafraum ein und vollendete herrlich zum 1:0.”

Hier der Treffer des fliegenden Brasilianers Maxwell, der einst mit Juve und Chelsea in Verbindung gebracht wurde, aber seit letztem Herbst mässig bis schlecht gekickt hat:

Auch das französische Fachblatt “L’ Équipe” anerkennt neidlos: “magnifique action”, “superbe talonnade”.

Und der niederländische Volkskrant? Der bezeichnet dieses Zaubertor – in Anspielung auf den Rest des eher lahmen Matches – als “eine Blume in der Wüste“.

Im Bewegtbild und mit passendem Kommentar zu bewundern ist die Blume (und ein Teil der Wüste) hier.

Affentänze gegen Rassisten

Frans am Montag den 14. Februar 2005

Mit einem Affentanz feierte Samuel Eto’o gemäss BBC sein Tor beim Auswärtssieg in Saragossa.

“Ich tanzte wie ein Affe, weil sie mich behandelten wie einen Affen”,

kommentierte Barcelonas Topskorer seinen Torjubel in Saragossa (obiges BBC-Bild stammt übrigens von einem anderen Spiel).
Bei Ballkontakten des Kameruners ertönte angeblich Affengebrüll, und nach seinem Tor schmissen rassistische Fans Erdnüsse aufs Spielfeld.

Schiedsrichter Fernando Carmona Mendez bezeichnete die Vorgänge auf den Rängen in seinem Rapport als “normal”. Zyniker mögen das so sehen, da Afrikas momentan bester Fussballer bereits bei Getafe und Albacete ähnlich behandelt worden war.

Fussballerisch geht es Eto’o wie dem einst in Den Haag aufs Übelste beschimpften Blaise N’Kufo, der am Samstag für Twente Enschede ein Tor mit dem Kopf vorbereitete und ein weiteres mit einem herrlichen Hocheckschuss erzielte: Blendend.

Die aktuelle Liste der Topskorer in europäischen Ligen belegt es.

1 Vincenzo Montella AS Roma (ITA) 18 Tore (Multiplikator 2: 36)
2 Samuel Eto’o FC Barcelona (ESP) 17 Tore (2 34)
Thierry Henry Arsenal FC (ENG) 17 Tore (2 34)
4 Andrew Johnson Crystal Palace FC (ENG) 15 Tore (2 30)
Marek Mintál 1. FC Nürnberg (GER) 15 Tore (2 30)
Ricardo Oliveira Real Betis (ESP) 15 Tore (2 30)
7 Tomasz Frankowski Wisla Krakau (POL) 19 (1.5 28.5)
Dirk Kuijt Feyenoord (NED) 19 Tore 1.5 (28.5)
Frode Johnsen Rosenborg BK (NOR) 19 Tore (1.5 28.5)
10 Adriano Inter Milano (ITA) 14 Tore (2 28)
Diego Forlán Villarreal CF (ESP) 14 Tore (2 28)
Andriy Shevchenko AC Milan (ITA) 14 Tore (2 28)
Vjateslav Zahovaiko FC Flora (EST) 28 Tore (1 28)

Die Leiden des Fussballfans

Frau B am Donnerstag den 10. Februar 2005

Als Fussball-Fan muss man ja einiges erdulden, wenn die eigene Mannschaft verliert. Nicht nur ist man verstimmt und wütend auf seine Spieler, nein, darüber hinaus wird man noch zum Gespött der lieben Mitmenschen. Der Gang zum Arbeitsplatz fällt schwer. Manchmal aber … ja, manchmal meint es das Schicksal gut mit einem und man fühlt sich dem Sieger weit überlegen!


(Auto eines Arsenal-Fans nach der 2:4-Niederlage gegen Manchester United.)

Wer sucht was?

Rrr am Freitag den 28. Januar 2005

Aus unserer Leserschaft erreicht uns folgende Zuschrift:

“Liebes Weblog, vielleicht könntet Ihr mich darüber aufklären, was der Herr mit dem blauen Shirt bei seinem Berufskollegen zu suchen pflegt. R.H., S.”

Lieber Richard, vielen Dank für Deine interessante Anfrage. Wir haben die Szene in der Redaktion sofort nachgestellt. Dabei übernahm Dr. Eichenberger den Part des HSV-Spielers, und ich persönlich kümmerte mich um den anspruchsvollen Teil der Recherche. Um ehrlich zu sein: Ich sah gar nichts und weiss deshalb auch nicht, was der Schalker genau gesucht hat.

Weitere interessante Feldversuche zu brennenden Fragen der Gegenwart gibts übrigens hier, wie mir meine Lieblingsredaktorin Frau B unlängst verraten hat.

Lupo war nicht da

Rrr am Sonntag den 23. Januar 2005

“Ich war nicht da, ganz einfach, ich war nicht da”: Nürnberg-Superstar Lupo Cantaluppi erklärt im ARD-Interview seine Patzer gegen Lautern.

Richtig. In Wirklichkeit war Lupo nämlich gestern bei den Dreharbeiten für ein Rock’n’Roll-Musical in Obergösgen.

Peinliche Niederlage für Liverpool

Frau B am Mittwoch den 19. Januar 2005

Ich habe die traurige Mitteilung zu machen, dass sich der FC Liverpool gestern Abend aus dem FA Cup verabschiedet hat.

Komiker Djimi Traore

Rafa Benítez wagte sich mit einer unerfahrenen Mannschaft in das Spiel gegen Burnley, ein Team aus der sogenannten Coca-Cola-League (ehemals First Division, eine Stufe unterhalb der Premier League). „Liverpool hat nicht genügend Spieler, um in vier Wettbewerben gleichzeitig auf Topniveau zu spielen“, glaubt Benítez. (Jetzt sind es ja nur noch drei Wettbewerbe. Die gewinnt Liverpool locker.)

Sein Team tat sich schwer gegen das unterklassige Burnley und versetzte sich den Todesstoss gleich selbst mit einem lustigen Eigentor von Djimi Traore in der 51. Minute. Selbst die späte Einwechslung von Milan Baros und Neil Mellor half nichts mehr, und zu allem Elend wurde auch noch Antonio Nuñez wegen eines Ellbogen-Checks vom Platz gestellt.

Nun wünsche ich viel Spass mit dem Video-Clip des Eigentors sowie der Tätlichkeit. Achtung Telefonsurfer: 6.9 MB!

Peinliche Niederlage für Liverpool

Frau B am Mittwoch den 19. Januar 2005

Ich habe die traurige Mitteilung zu machen, dass sich der FC Liverpool gestern Abend aus dem FA Cup verabschiedet hat.

Komiker Djimi Traore

Rafa Benítez wagte sich mit einer unerfahrenen Mannschaft in das Spiel gegen Burnley, ein Team aus der sogenannten Coca-Cola-League (ehemals First Division, eine Stufe unterhalb der Premier League). „Liverpool hat nicht genügend Spieler, um in vier Wettbewerben gleichzeitig auf Topniveau zu spielen“, glaubt Benítez. (Jetzt sind es ja nur noch drei Wettbewerbe. Die gewinnt Liverpool locker.)

Sein Team tat sich schwer gegen das unterklassige Burnley und versetzte sich den Todesstoss gleich selbst mit einem lustigen Eigentor von Djimi Traore in der 51. Minute. Selbst die späte Einwechslung von Milan Baros und Neil Mellor half nichts mehr, und zu allem Elend wurde auch noch Antonio Nuñez wegen eines Ellbogen-Checks vom Platz gestellt.

Nun wünsche ich viel Spass mit dem Video-Clip des Eigentors sowie der Tätlichkeit. Achtung Telefonsurfer: 6.9 MB!

Böses Blut

Frau B am Mittwoch den 19. Januar 2005

Arsenals Arsène WengerNoch am Samstag versprach Arsène Wenger, „nie wieder irgendwelche Fragen betreffend Alex Ferguson zu beantworten“.

Lange hielt sein Schweigen nicht an. Schon am Montag verlangte er vom englischen Fussball-Verband eine Busse für Fergusons „rufschädigende Aussagen“, die er in einem Interview am Wochenende getätigt hätte, und beschuldigte ihn, im Hinblick auf das Spiel Arsenals gegen Manchester United vom 1. Februar Unruhe zu stiften.

In der Tat wärmte Ferguson in einem Interview mit dem ‚Independent’ alte Geschichten auf und behauptete, Wenger habe sich im letzten Oktober nach dem Spiel in Manchester ihm „in bedrohlicher Haltung“ genähert und seine Spieler als „cheats“ (Betrüger) beschimpft.

ManUs Sir Alex FergusonWenger sagte nun gegenüber dem französischen Fernsehsender TPS: „Ferguson hat jeglichen Sinn für die Realität sowie seine Glaubwürdigkeit verloren. Er provoziert andere und verlangt dann eine Entschuldigung.“

Fergusons Replik wird wohl nicht lange auf sich warten lassen.

Der Kampf zwischen den beiden Streithähnen dauert so lange, wie Wenger für Arsenal tätig ist: seit dem 30. September 1996.

Hier zur Erheiterung ein paar Zitate:

Wenger 1997: „Es ist falsch die Saison zu verlängern, damit die Spieler Manchester Uniteds sich erholen und alles gewinnen können.“
Fergusons Antwort: „Wenger ist ein Neuling und sollte sich nur über japanischen Fussball äussern.“

Ferguson 2002, nachdem Arsenal das Double gewonnen hat: „Arsenal spielt hart und aggressiv – wir sind das bessere Team.“
Wengers Antwort: „Jeder denkt, er habe die schönere Frau.“

Ferguson 2003: „Das Verhalten der Arsenal-Spieler ist das Schlimmste, was ich je im Sport erlebt habe.”
Wengers Antwort: „Es wäre besser gewesen, man hätte uns alle an die Wand gestellt und erschossen.“

Ferguson 2004: „Arsenal ist der schlechteste Verlierer aller Zeiten.“
Wenger 2004: „Ich werde nie wieder irgendwelche Fragen betreffend Ferguson beantworten.“

Fortsetzung folgt.

Böses Blut

Frau B am Mittwoch den 19. Januar 2005

Arsenals Arsène WengerNoch am Samstag versprach Arsène Wenger, „nie wieder irgendwelche Fragen betreffend Alex Ferguson zu beantworten“.

Lange hielt sein Schweigen nicht an. Schon am Montag verlangte er vom englischen Fussball-Verband eine Busse für Fergusons „rufschädigende Aussagen“, die er in einem Interview am Wochenende getätigt hätte, und beschuldigte ihn, im Hinblick auf das Spiel Arsenals gegen Manchester United vom 1. Februar Unruhe zu stiften.

In der Tat wärmte Ferguson in einem Interview mit dem ‚Independent’ alte Geschichten auf und behauptete, Wenger habe sich im letzten Oktober nach dem Spiel in Manchester ihm „in bedrohlicher Haltung“ genähert und seine Spieler als „cheats“ (Betrüger) beschimpft.

ManUs Sir Alex FergusonWenger sagte nun gegenüber dem französischen Fernsehsender TPS: „Ferguson hat jeglichen Sinn für die Realität sowie seine Glaubwürdigkeit verloren. Er provoziert andere und verlangt dann eine Entschuldigung.“

Fergusons Replik wird wohl nicht lange auf sich warten lassen.

Der Kampf zwischen den beiden Streithähnen dauert so lange, wie Wenger für Arsenal tätig ist: seit dem 30. September 1996.

Hier zur Erheiterung ein paar Zitate:

Wenger 1997: „Es ist falsch die Saison zu verlängern, damit die Spieler Manchester Uniteds sich erholen und alles gewinnen können.“
Fergusons Antwort: „Wenger ist ein Neuling und sollte sich nur über japanischen Fussball äussern.“

Ferguson 2002, nachdem Arsenal das Double gewonnen hat: „Arsenal spielt hart und aggressiv – wir sind das bessere Team.“
Wengers Antwort: „Jeder denkt, er habe die schönere Frau.“

Ferguson 2003: „Das Verhalten der Arsenal-Spieler ist das Schlimmste, was ich je im Sport erlebt habe.”
Wengers Antwort: „Es wäre besser gewesen, man hätte uns alle an die Wand gestellt und erschossen.“

Ferguson 2004: „Arsenal ist der schlechteste Verlierer aller Zeiten.“
Wenger 2004: „Ich werde nie wieder irgendwelche Fragen betreffend Ferguson beantworten.“

Fortsetzung folgt.

Das andere Trainingslager

Dr. Eichenberger am Dienstag den 18. Januar 2005

Dem FC St. Pauli gebührt die Krone für die originellste Saisonvorbereitung: Die Kicker vom Kiez reisten zur Vorbereitung standesgemäss nach Kuba.

Während die Einen krampfhaft versuchen, in eisigen Steilwänden nach der Form zu suchen, machten sich die Fussballer des Hamburger Kultvereins auf zur Karibikinsel Kuba. «Und schnell wurde klar, dass dieser 14-tägige Trip mehr ist als eine Folkloretour, auf der mitgereiste Fotografen schöne Kubanerinnen in St.-Pauli-Shirts stecken und ablichten», schreibt Jörg Marwedel in der Süddeutschen Zeitung. «Die drittklassigen Hamburger sind in Kuba zum Politikum aufgestiegen, sogar zu einer Art Mittler zwischen kapitalistischer und sozialistischer Welt.» Auf dem Programm standen eine Audienz bei Sportminister Humberto Rodriguez Gonzales und ein Trainingsspiel gegen Kubas Nationalelf. Dokumentiert wird die Reise auf der St.Pauli-Website mit einem Tagebuch. Und selbst ein Comic erinnert an die ungewöhnliche Saisonvorbereitung auf der Zuckerinsel. Echt cool, die Jungs!


Auf den Arm genommen: Kubas Hochsprungweltrekordler Sotomayor und St.Pauli-Spieler.

Katzen in der Garderobe

Rrr am Donnerstag den 13. Januar 2005

“Einmal haben die Spieler eine weisse Katze in die Garderobe geschickt. Als das Spiel verloren wurde, haben sie dem armen Tier den Hals umgedreht. Die glauben ganz stark an diesen Voodoo-Kult.”

(Der Deutsche Dietmar Demuth erzählt im “Spiegel” über seine Erfahrungen als Trainer der ghanaischen Mannschaft AshantiGold)

Hoeness ein Kommunist!

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 12. Januar 2005

Der Recherchejournalismus in Deutschland ist unerbittlich. Neuste Erfolgsmeldung: Uli Hoeness wurde als Kommunist entlarvt.
In einem Interview mit der Welt am Sonntag forderte der Bayern-Manager Uli Hoeness eine Gebührenerhöhung der öffentlich-rechtlichen Sender, die dem deutschen Profifussball in die Kasse fliessen soll.
Michael Hanfeld vom Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schüttelt den Kopf: «Hat Hoeness das Grundgesetz des modernen Fussballs vergessen, dem zufolge in diesem vollständig kommerzialisierten Sport allein Angebot und Nachfrage die Preise bestimmen?» Und der Premiere-Chef Georg Kofler murrt: «Ich bin strikt gegen diesen Fussball-Kommunismus des Herrn Hoeness.»
Wir auch. Darum unser Vorschlag: Machen Sie leckerere Würste, Herr Hoeness, die verkaufen sich dann besser.


An der Sitzung des Politbüros: Ueli Hoeness.