Archiv für die Kategorie ‘Unsere Helden’

Plattentellerduelle (2)

Herr Noz am Dienstag den 15. Juni 2021

Willkommen zur bereits zweiten Folge der beliebten Serie «Plattentellerduelle». Heute trifft Ungarn auf Portugal.

Die ungarische Delegation schickt das gewöhnungsbedürftige, aber durchaus gefällige Stück «Hajrá» aus dem Jahr 1982 ins Rennen. Das von den beiden ehemaligen Nationalspielern András Töröcsik und Tibor Nyilasi recht freihändig interpretierte Lied klingt wie das uneheliche Kind von My Sharona und Prins Póló. Aber überzeugen Sie sich selbst.

 

Aus Portugal erreichen uns derweil ungewohnt fröhliche Töne. Nichts mit tristeza und melancholischem Fado, nein, in dem eingängigen Stück «Selecção de todos nós» (Tozé Brito, 1984) wird ein gerüttelt Mass an Zuversicht verströmt. Wir können es alle spüren: Dieses Team will das Turnier erneut gewinnen.

 

Nun denn. Möge das Duell ein Ergebnis zeitigen.

(Songmaterial via 45football.com)

Rambazamba trallala

Rrr am Donnerstag den 10. Juni 2021

Hey hallo zäme!!! Ich bin’s wieder, Euer Heinz!

“Gebt’s zu, Ihr seid auch hammermässig nervös vor dem ersten Match unserer Nati!!! Es ist zwar nur Wales, aber hey, die muss man auch zuerst schlagen. Es gibt nämlich keine Kleinen mehr, sagt der Röfe, wo ich mit ihm immer die Nati schaue, und der hat ja bei sich im Schopf wieder eine EM-Bar eingerichtet. Röfe hat ja auch noch Geburtstag am Samstag, das gibt mir ein Rambazamba auf engstem Raum, sooo cool! Gut, ich habe schon ein bisschen Angst, dass ich die Schweizer Tore verpasse, aber wenn schon. Hauptsache Siegen und gewinnen!!

Aber was ich Euch eigentlich erzählen wollte: Nächsten Mittwoch fliege ich nach Rom! Das Ursi hat vier Tickets gewonnen für den Match gegen die Italiener, dr Fredu und seine Ludmilla kommen auch mit. Jetzt müssen wir nur noch den Corona-Test machen. Ich habe leider nur noch einen Gratis-Selbsttest von der Apotheke, aber wir stecken uns einfach alle dasselbe Stäbchen in die Nase, dem sagt man Pooling-Test. Wenns negativ ist, ist das positiv, und dann gibts zur Feier des Tages Corona für alle! Also das Bier, versteht Ihr den Witz? Ha ha HAMMER!!!

Jetzt weiss ich gar nicht mehr, was ich noch sagen wollte. Ah genau, die neuen Zweifel Chips mit Poulet-im-Chörbli-Geschmack sind im Fall der Hammer!!! Müsst Ihr unbedingt probieren. Ich weiss aber nicht, warum ich jetzt drauf komme. Hopp Schwyz!!! Prösterchen und Tschüüüüüüü-üs, Euer Heinz”

Tipptoppes Tippen

Herr Noz am Mittwoch den 9. Juni 2021

Mal was Anderes: Welches ist eigentlich das beste EM-Tippspiel?

Seit Wochen eruiert im Auftrag des «Runden Leders» ein internes Spezialteam von speziellen Spezialist*innen anhand spezieller Kriterien das beste Tippspiel für die alsbald anlaufende Fussball-Europameisterschaft. Nun liegt das Ergebnis der Testreihe vor: Es handelt sich um das lokale Produkt Tippicletta 2021.

Warum? Weil es liebevoll gestaltet ist, weil es attraktive Preise hat, und natürlich weil die gut aussehenden Redaktoren des beliebten Weblogs «Zum Runden Leder» mit dabei sind: Zum Beispiel der höchst kompetente Herr Maldini, der rundum versierte Herr der Ama, der stets lächelnde Herr Shearer, der stets bemühte Herr Briger, und aber auch der geschwätzige, aber insgesamt ahnungslose Herr Noz.

Wenn Sie also selber einsteigen möchten, melden Sie sich an.

Vielfältige Figuren

Rrr am Dienstag den 1. Juni 2021

Nur noch zehnmal schlafen, dann ist endlich EM!

Das Fachforum Ihres Herzens stimmt Sie in den nächsten Tagen auf das freudige Ereignis ein.

Maskottchen 2021 ist, wie Sie sicher wissen, Skillzy (unser Funkbild). Wir haben extra nochmals die UEFA-Pressemitteilung durchgelesen: Skillzy ist ein megacooler Typ, der ein abgefahrener Freestyler ist und in den elf Stadien das begeisterte Publikum mit hippen Skills zum Jubeln bringen wird. Deshalb auch der Name.

Aber was wurde eigentlich aus den früheren EM-Maskottchen? Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie! (Fr. 0.50/Klick)

  • Pinocchio, EM 1980. Träumte von einer Karriere als UEFA-Funktionär, wirkte aber stets etwas hölzern. Ein paar Jahre später geriet er nochmals in die Schlagzeilen, als er in der Nähe eines Nachtklubs bei Florenz einen roten Kadett zu Schrott fuhr.

  • EM 1984: Der Gockel Peno. Wurde kurz nach dem Final geschlachtet und zu Tiermehl bzw Chicken Nuggets verarbeitet.

  • EURO 1988: Franz Beckenbauer. Auch er geriet kurz nach dem Turnier in Vergessenheit. Karriere machte hingegen Kaninchen Berni, das mit Geld aus dubiosen Quellen die WM 2006 nach Deutschland holte (Stichwort "Sommermärchen").

  • EURO 1992: Nochmals Kaninchen Berni! Alter Schwede, war das ein cooles Maskottchen. Heiratete noch während des Turniers Matthias Sammer; die beiden sind bis heute ein glückliches Paar.

  • EURO 1996: Der Löwe Goliath. Plante eine Weltkarriere als Maskottchen, erlitt aber schon bald einen Knorpelschaden und fiel der Trunksucht anheim. Ertrank 2001 in einer Bierschwemme bei Pattaya.

  • EURO 2000: Benelucky. Sein Teufelsschwanz sorgte damals für Aufsehen. Schloss sich später einer Freikirche an und zieht bis heute als evangelikaler Wanderprediger durch Flandern.

  • EURO 2004, Kinas: Noch vor EM-Start küsste ihn eine Fröschin, worauf er sich in einen wunderschönen Prinzen namens Cristiano Ronaldo verwandelte und seither fünfmal Weltfussballer wurde.

  • EURO 2008: Alpi, das Maskottchen, das seine Auftritte nur dank starken Psychopharmaka meistern konnte. Wurde von der UEFA schäbig ausgetrickst und Opfer eines Plagiats übelster Sorte ("Trix und Flix").

  • EM 2012, Slavek und Slavko. Siamesische Zwillinge, die sich von klein auf intensiv hassten. SInd bis heute zusammen.

  • EM 2016: Super Victor. Die UEFA behauptete, er habe Superkräfte. In Wahrheit war er Bettnässer. Arbeitet heute als Drogendealer in einem Pariser Banlieue.

Local Heroes

Herr Shearer am Donnerstag den 20. Mai 2021

Das historische Bild zum Donnerstag.

Foto: Newcastle Chronicle

Es wurde am 17. Mai 1984 geschossen und ist von der Bildqualität jetzt eher nur so mittelmässig. Den Spieler in der Mitte werden Sie unschwer an seiner Haarpracht identifizieren – richtig, es ist Kevin Keegan, aufgenommen nach seinem Abschiedsspiel für Newcastle United im St James’ Park. Erkennen Sie sonst noch jemanden? Genau, der Bub da rechts von ihm im blauen Trainer, das ist der damals 14-jährige Alan Shearer aus dem nahen Gosforth, Junior beim Wallsend Boys Club. Der war an diesem Abend als Balljunge eingeteilt. Alan Shearer wiederum wurde gute zwölf Jahre später von Kevin Keegan, der nicht nur als Spieler, sondern auch als Trainer die Fans begeisterte,  für 15 Millionen Pfund von den Blackburn Rovers zu Newcastle transferiert. Das war zu diesem Zeitpunkt die höchste Summe, die je für einen Fussballspieler bezahlt wurde.

Wir dachten, das könnte Sie eventuell interessieren.

 

Minder auf Mattscheibe

Herr Maldini am Dienstag den 18. Mai 2021

Haben Sie etwas Zeit? Heute Morgen schauen wir gemeinsam fern.

Ältere und neuerdings auch jüngere Leserinnen und Leser erinnern sich: Die grösste YB-Legende heisst Hene Minder, unlängst wurde ihm gar ein schmuckes Buch gewidmet. Selbstverständlich kann ein solches Denkmal auch das Staatsfernsehen nicht kalt lassen: Die Sendung Schweiz aktuell (ältere Leserinnen und Leser erinnern sich) widmete Minder gestern Abend einen Beitrag. Film ab!

Falls Ihnen das noch nicht genug ist, sei Ihnen der Beitrag des meisterlichen YB TV zum Meistertag empfohlen. Benutzen die Spieler im Hotel den Lift? Was machen sie eigentlich im Car? Und welche Haarfarbe hatte Jordan Lefort damals? Die Young Boys beantworten mit dem Film Ihre drängendsten Fragen.

Erregbarer Erzähler

Herr Maldini am Dienstag den 27. April 2021

Eric Cantona hat einen neuen Streifen.

“The United Way” erzählt die Geschichte von Manchester United, blickt zurück auf die Ursprünge des Vereins und konzentriert sich auf eine Reihe von entscheidenden Momenten in der Geschichte des Clubs. Cantona fungiert dabei als Erzähler und gibt seine eigenen, einzigartigen Einblicke. Wer würde da besser passen als er, der “geboren wurde, um für diesen Verein zu spielen”? Niemand, richtig. Auch weitere Mitglieder des Casts lassen sich sehen: So dürften Ihnen etwa David Beckham, Ryan Giggs und Ole Gunnar Solskjær bekannt vorkommen.

Teil des Films ist ebenfalls der Vorfall, als Cantona einen Crystal-Palace-Fan niederkickte. Wie blickt Cantona eigentlich 26 Jahre später auf das Rencontre zurück? “Ich hätte ihn noch viel härter treten sollen”, sagte er jüngst der Fachzeitschrift Daily Mail.

Den Film gibts ab dem 10. Mai im Bezahlfernsehen bei Sky, den Trailer bereits jetzt hier.

Schadlos gegen Sitten

Herr Noz am Sonntag den 25. April 2021

Der von Abstiegssorgen geplagte FC Sion gastierte heute im Wankdorf vor hundert auserwählten Heim-Fans. Am Schluss zittert sich YB zu einem 2:1.

(Bild: Keystone)

Die Voraussetzungen für dringend notwendige Punkte wären für Sion heute gar nicht mal so schlecht gewesen, denn wie gewiefte Kenner*innen des Spielbetriebs wissen: YB muss ausser Rekorde jagen gar nichts mehr, geht entsprechend nicht mehr immer hundert Prozent, und der Trainer kann auf junge Spieler wie den Debütanten Nico Maier (unser Funkbild) setzen.

Sion schafft es dann aber doch irgendwie nicht, auch wenn Hoarau noch immer eine beeindruckende Präsenz auf den Platz bringt (und geile Socken). Nach der Pause haben die Walliser zunächst etwas mehr Ballbesitz, aber dann tätigt Seoane zack ein paar hochkarätige Einwechslungen (Nsame, Sulejmani, Hefti, Fassnacht, Gaudino) et puis voilà. Siebatcheu macht zu Beginn der YB-Viertelstunde mit dem 2:1 den Sack zu. Das Heimteam lässt sich in der Folge den Anken nicht mehr vom Mürggel nehmen, auch wenn es zuweilen doch auch noch brenzlig wird.

Nico Maier olé, das können wir schon mal verraten. Zu Mambimbis 1:0 in der 8. Minute liefert er den Assist, und auch sonst braucht sich der 20-Jährige nicht zu verstecken. Das könnte noch sehr gut kommen, wie wir Talentscouts zungenschnalzen.

Luzide Lektüre

Herr Noz am Dienstag den 20. April 2021

Zur Abwechslung mal was Lesenswertes aus Basel.

Auch farblich gelungen

Der unlängst zu Unrecht verstorbene Grüne Politiker und Rechtsanwalt Daniel Vischer (1950–2017) hat Memoiren hinterlassen, die nun bei der löblichen Edition 8 als Buch erscheinen.

Das umfangreiche Werk versammelt präzis analysierte Episoden der jüngeren Schweizer Politik, persönliche Erinnerungen an den Basler ‘Daig’ und allerhand anderweitig gesellschaftlich Relevantes (stets nach dem einschlägigen Motto ‘parteiisch, aber fair’). Einige Promis werden dabei durchaus in den wohl verdienten Senkel gestellt, aber es handelt sich nicht eigentlich um fiese Tacklings oder Blutgrätschen.

Fussball? Richtig, um den geht es regelmässig auch, denn Vischer war nicht nur ein animal politique, sondern verstand auch was vom Runden Leder. Was für linke Politiker ja nun nicht gerade selbstverständlich ist. (Aber Sie wissen: Ein anderer grüner Daniel hatte sich kürzlich auch schon bereits als Fussballchecker geoutet.) Ja, der Vischer wäre womöglich gar einer fürs Radio Gelbschwarz gewesen, denn eigentlich habe er Fussballreporter werden wollen, sich dann aber leider nie getraut.

Das Buch ist rhetorisches Tiki-Taka – filigrane Technik, präzise Querpässe, solide Defensive –, wobei Vischer zuweilen etwas anachronistisch den Libero gibt. Dafür wird endlich mal Luhmann rehabilitiert. Und die 80er-Bewegung. Und sogar der Fall DD wird kurz angeschnitten (allerdings derjenige von 1968).

Daniel Vischer: Eckdaten. Linke Politik und rechter Fussball. Zürich 2021. 328 Seiten. 24 Franken

Unklare Umverteilung

Herr Maldini am Montag den 29. März 2021

Der FCB hat einen neuen Besitzer, sagt der neue Besitzer.

Foto: Thomas Hodel.

Das ist David Degen (unser Funkbild), der selbsterklärte neue Besitzer der FC Basel Holding AG. Er brachte laut eigenen Angaben genug Cresqo zusammen, um die 901’600 Aktien von Bernhard Burgener zu erstehen.

Er sei bereit, Verantwortung zu übernehmen, liess Degen heute verlauten.”Ich habe eine klare Strategie mit kompetenten und sehr erfahrenen Leuten an meiner Seite, mit denen ich alles unternehmen werde, den FC Basel erfolgreich weiterzuentwickeln.” Sollte das stimmen, unterscheidet sich Degen durchaus von seinem Vorgänger Burgener.

Dem Vorhaben des selbsterklärten neuen Besitzers David Degen eher zuwider läuft momentan der Umstand, dass der laut ihm alte Besitzer Bernhard Burgener sagt, er sei doch eigentlich noch immer der aktuelle Besitzer.

Schottische Sensation

Briger am Montag den 29. März 2021

Oder Spielpraxis wird überbewertet.

The Herald Titelseite vom Mittwoch, via @brorarangers
The Herald Titelseite vom Mittwoch, via @brorarangers

Die Brora Rangers aus der schottischen Highland League (5. Liga), starteten brillant in die verspätete Saison 2020/21: Am 28. November ein 5:0 bei Deveronvale, am 5. Dezember ein 5:1 gegen Wick Academy und am 19. Dezember ein 10:0 bei Fort Wiliam, im 15. Ernstkampf im Jahr 2020. Danach war in der Meisterschaft leider schon wieder Pause und so gab’s 2021 dann 10 Wochen Trainingspause und ein Cup-Spiel am 11. Januar bei den Camelon Juniors. Das Team aus dem 2000-Seelen-Kaff setzte sich beim 6. Ligisten mit 2:1 durch.

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Zizou zigfach

Herr Shearer am Donnerstag den 25. März 2021

Social Media – ein Quell der Zerstreuung!

Mit Twitter, Instagram und Co. ist es so eine Sache, gerade in so Zeiten wie diesen: da werden allerhand Botschaften und Theorien verbreitet, gescheitere und weniger gescheite. Es geht aber auch deutlich einfacher, unaufgeregter. Warum nicht einfach jeden Tag das gleiche Bild posten?

Ein anonymer Anhänger von Zinédine Zidane tut genau das seit dem 15. März 2016: auf seiner Facebook Seite “La même photo de Zinédine Zidane” passiert täglich das, was der Titel verspricht. 40’000 Userinnen und User kriegen seitdem Tag für Tag das Porträt von Zizou in blauer Ballonseide in ihre Timeline gespült. Der Administrator der Seite möchte derweil lieber anonym bleiben. 29-jährig sei er, offenbar Anhänger der Girondins Bordeaux und beruflich mache er etwas im Bereich Informatik. Als Vorbild für die Schnapsidee diente übrigens eine gleich gelagerte Seite, welche jeden Tag das gleiche Foto des Schauspielers Jim Carey zeigt.

Wenn Ihnen das zu eintönig ist: auf Twitter gibt es das auch, da scheint es gerinfügig abwechslungsreicher zu sein.

Foto: Wikipedia / Walterlan Papetti