Archiv für die Kategorie ‘Unsere Helden’

Was macht eigentlich…

Herr Noz am Dienstag den 23. Februar 2021

Genau. Was macht eigentlich Kevin Doyle?

Kevin Doyle und ein Pferd

Quelle: Twitter @KevinDoyle1983

Eben noch war der quirlige Ex-Corker ein einigermassen solider Torschütze (unter anderem für Reading, die Wolves und das Irische Nationalteam), jetzt hat er eine neue Bestimmung gefunden.

Zuhause in seiner Heimat Wexford betreibt er eine Zucht für Rennpferde. Unlängst hat er sogar dem grossen Alan Shearer (ältere Leute erinnern sich) ein Pferd abgekauft, wie der örtliche Ableger der schändlichen Boulevardpostille zu berichten weiss.

Nach seinem Karriereende 2017 hatte Doyle für kurze Zeit das irische U-17-Team und die Jugendauswahl des lokalen Wexford FC betreut, dann aber eingesehen, dass er lieber mit Pferden als mit Fussballern arbeitet. Besser spät als nie, Doyler!

 

Instinktiv instabil investiert

Herr Winfried am Mittwoch den 17. Februar 2021

Yannick Bolasies Pläne für den Valentinstag gingen, nun ja, etwas schief.

Neulich war, wie Sie vielleicht mitbekommen haben, der 14. Februar. Was auch immer Ihnen dieser von Konsumlogik gesteuerten Mächten Tag der Liebe so bedeutet, dem Fussballer Yannick Bolasie bedeutet er offenbar viel. Bolasie, 31 Jahre alt, Stürmer des FC Middlesbrough, hatte sich für eine bestimmte, nicht öffentlich genannte Person, etwas ganz Spezielles ausgedacht. Lesen Sie selbst.

Oh, das ist schon neun Jahre her?

Nun gut, auch eine Nachbesprechung lohnt sich. Mehrere Fragen bleiben nämlich bis heute ungeklärt:

  • Warum hat Herr Bolasie nicht wenigstens beim Essen alles versucht? 75 Pfund klingen nicht, als hätte er alles auf diese Karte gesetzt. Zumal das Date ja bestimmt in London stattfand.
  • Drinks für 50 Pfund: eindeutig ausbaufähig. Aber er ist ja Fussballprofi, es sei ihm verziehen.
  • Hat die Frau etwa
  • Und vor allem: Warum war der Spuk bereits um viertel nach sechs abends vorüber?

 

Ausserordentlicher Auswurf

Rrr am Sonntag den 14. Februar 2021

Ibrahim Alma bringt das Torhüterwesen aufs das nächste Level.

Es gibt etliche Goalies, die den Ball in die gegnerische Platzhälfte werfen können – doch der syrische Nationalgoalie ist unseres Wissens der Einzige, der das mit einer dem Volleyball Faustball entliehenen Technik zustande bringt. Film ab!

Unsere Aufnahmen stammen, wie sie unschwer erkennen können, aus der Zeit vor Corona (ZvC). Alma ist nach wie vor aktiv, er spielt in der syrischen Profiliga bei Al Horgelah und wird bald sein 63. Länderspiel bestreiten (am 30. März ab 13 Uhr auf den Malediven).

Dies zu Ihrer Kenntnis.

Wiederholungstäter

Briger am Montag den 8. Februar 2021

Tierischer Besuch beim Freundschaftsspiel zwischen den serbischen Zweitligisten Kolubara und Radnički.

Foto: Z. Lazarević, via Спортски журнал

Insgesamt vier Mal betrat ein Hund unerlaubterweise das Spielfeld zwischen dem Tabellenführer aus Kragujevac und den Gastgebern aus Lazarevac.

Bei der vierten Erstürmung des Platzes hatte Schiedsrichter Marko Ivković genug gesehen und zeigte dem Vierbeiner den roten Karton. Weil der Hund sich zunächst unbeeindruckt zeigte, musste das Spiel für fünf Minuten unterbrochen werden. Das Spiel gewann Kolubara mit 3:0.

Schimmel und Hölle

Rrr am Mittwoch den 3. Februar 2021

Kennen Sie den Mann auf dem Foto?

Richtig, es ist Thorsten Schick – der Österreicher, der mit YB zweimal Meister wurde. Nun spielt er beim Traditionsverein Rapid Wien, der zuletzt fünf Siege aneinander reihte.

Unser Bild zeigt Schick in der Gästekabine des Linzer ASK. Dort hat es Schimmel an den Wänden, was bekanntlich gesundheitsgefährdend sein kann. “Danke für die TOP Kabine. Zum Glück gibt es die Maskenpflicht”, schrieb Schick auf Instagram. Die Linzer versprachen umgehend Besserung. “Es ist klar, dass das so nicht bleiben darf.”

Schick rächte sich derweil auf seine Weise. Er bereitete beide Tore zum 2:1-Auswärtssieg von Rapid vor. Das Team liegt auf Platz 2, nur noch ein Punkt hinter Salzburg. Schick versucht den Ball flach zu halten: “Wir sind demütig, hatten auch das nötige Spielglück”, sagte Schick der “Kronen Zeitung”. Aber er weiss, wie man Meister wird: “Das grosse Ganze ist die Mannschaft, und Du darfst nicht beleidigt sein, wenn Du nicht immer spielst. Das habe ich in der Schweiz gelernt.”

Fisch aufgestiegen

Rrr am Dienstag den 2. Februar 2021

Calamares ganz oben!

Diese frohe Botschaft erreicht uns aus Argentinien. Der CA Platense aus dem Norden von Buenos Aires ist in der Nacht zum Montag in die Primera Division aufgestiegen. Das macht viele Menschen glücklich, so auch unser Premium-Plus-Leser Herr Claude – ja genau, der Fussballplattengott.

Er ist dem Verein verbunden, weil dieser einen schönen Spitznamen und entsprechend ein tolles Wappentier hat. Der Spitzname geht auf den Journalisten Palacio Zino zurück, der einst schrieb, die Mannschaft habe sich auf dem Platz bewegt wie ein Tintenfisch in seiner Tinte.

Doch zurück zur Gegenwart! “Das entscheidende Spiel fand vorgestern nacht in Rosario im Stadion der Newell’s Old Boys statt”, berichtete uns Herr Claude gestern am Telefon mit heiserer Stimme. Geniessen Sie nun die Ekstase der Kommentatoren ab 02:12.

Aber Sie können natürlich auch das ganze Spiel schauen, wenn Ihnen im Home Office langweilig ist. Herzliche Gratulation, Herr Claude!

Prima Pässe

Briger am Montag den 1. Februar 2021

Uns erreichen Kunstwerke aus Spanien und England.

Zunächst sehen Sie das Ende einer Ballstaffette aus dem Spiel Sevilla vs. Valencia aus der Copa del Rey der letzten Woche. Insgesamt spielte Sevilla 37-Pässe, ohne dass ein Valencianer etwas dagegen tun konnte. Jeder einzelne Spieler der Andalusier war letztlich am Ball, Luuk de Jong schoss zum 2:0 ein, am Ende gewann Sevilla mit 3:0.

via @FootyAccums

“Könnte ich eine Zeichnung davon haben?” Bitte, gern:

via @OptaJose. Sie sehen die Szene in Bewegtbildern ab dem Moment, in dem die Nummer 13 auf die 19 passt. [/caption

Die 37 Pässe sind spanischer Rekord über alle Wettbewerbe gesehen.

Als Fussballexpert*in, der Sie sind, besuchen Sie doch das kompetenteste Fussballblog westlich des Urals und nördlich der Strasse von Gibraltar, erinnern Sie sich sicher noch an Bastien Tomas Pass gegen Xamax vor einigen Jahren. Wenn nicht: hier.

Nun, dieser Pass erhält Konkurrenz aus der dritten englischen Liga, zwar führte er nicht zum Erfolg, dennoch ist es wunderbar, was der Waliser Matt Smith, von Manchester City an die Doncaster Rovers in die League One ausgeliehen, beim 2:0-Sieg gegen Wimbeldon auf den Rasen zaubert.

Film ab:

via @JimmyDRFC

ZWISCHENSTAND RL-TOTO
1. herr_pavel, 108; 2. Seitenlinie, Herr Maldini, 107; 19. SwissFootyBot, 96; 57. Herr der Ama, 81; 80. Herr Winfried, 66; 82. Herr Shearer, 65; 83. Herr Briger, 64; 86. Herr Rrr, 63.

Britische Beinahe-Bestmarke

Rrr am Sonntag den 24. Januar 2021

Toooor! Goalie Tom King trifft aus 96 Metern.

Und das in der vierthöchsten englischen Liga, wo sein Verein Newport County angesiedelt ist. Kings Abstoss im eigenen Fünf-Meter-Raum landete mit Hilfe günstiger Windströmungen direkt im gegnerischen Tor. Das Spiel gegen Cheltenham endete 1:1.

Tom King schaffte damit einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde: Nie zuvor sei ein Tor aus grösserer Distanz erzielt worden. Das ist natürlich Unsinn.

Die älteren Leser werden sich erinnern: Am 27. April 1985 traf der deutsche Schlussmann Wilhelm Huxhorn vom Zweitligisten Darmstadt 98 im Spiel bei Fortuna Köln sogar aus 102 Metern. Leider sind von jenem Tor keine Bewegtbilder überliefert, denn die ARD verzichtete darauf, ein Fernsehteam zum bedeutungslosen Spiel zu entsenden. Trotzdem schaffte es das Tor seinerzeit ins Guinness-Buch der Rekorde. Eventuell wurde der Eintrag später wegen unsicherer Beweislage wieder gelöscht.

Bevor Sie fragen, wer den Rekord in der Schweiz hält: Wohl Raphael Spiegel vom FC Winterthur am 2. Februar 2020 gegen Chiasso, aber sicher sind wir nicht. Unser Hausstatistiker Herr briger schaut zurzeit sicherheitshalber nochmals alle Abstösse im Schweizer Profifussball nach. Er befindet sich zurzeit im Jahr 1997 und meldet sich, sollte ihm ein früherer Rekord ins Auge stechen.

Fantastische Vierzig

Herr Shearer am Donnerstag den 21. Januar 2021

Alles Gute zum Geburtstag, Ivan Ergić!

Der serbisch-australische Doppelbürger ist Ihnen sicher noch aus seiner erfolgreichen Zeit beim damaligen Schweizer Serienmeister FC Basel in Erinnerung; in seiner Zeit  am Rhein gewann er vier Meistertitel und vier mal den Cup. 2009 war er in Basel nicht mehr erwünscht und so zog er weiter zu Bursaspor in die  Türkei, wo er ebenfalls Landesmeister wurde und 2011 auch seine Karriere beendete.

Heute feiert Ivan Ergić also seinen vierzigsten Geburtstag und das marxistisch-leninistische Redaktionskollektiv vom Runden Leder gratuliert ihm dazu herzlichstmöglich! Wie Sie sich sicher erinnern können, fiel Ergić nicht nur durch seine Übersicht auf dem Rasen auf, auch daneben verkörperte er das pure Gegenteil der gängigen Fussballerklischees. Ein Versuch, ihn zum BSC Young Boys zu locken, misslang damals – Volkes Stimme verhallte leider ungehört.

Lesen Sie hier noch einmal das ausführliche Interview, welches die Wochenzeitung 2007 mit ihm führte.

Foto: Nils Fisch / Tageswoche

Weiss gibt heiss

Rrr am Montag den 11. Januar 2021

Fitnesstraining der unfreiwilligen Art für Getafes Spieler.

Spanien versinkt derzeit im Schnee. Ein Mannschaftsbus ist da rasch mal überfordert. Deshalb schickte die Liga Uber-Taxis zum FC Getafe, um das Team zum Flughafen zu bringen.

Dummerweise handelte es sich um Fahrzeuge ohne Winterreifen. Auf unserem Bild sehen Sie Verteidiger Cabaco und Flügelstürmer Portillo beim Anschieben eines nur bedingt wintertauglichen Uber-Gefährts. Hoffentlich reicht die Kondition noch, um heute abend beim Spiel in Elche zu bestehen.

Auch andere Teams hatten ihre Schwierigkeiten mit der weissen Pracht. Real Madrid zum Beispiel, das am Samstag im Schneetreiben bloss 0:0 bei Osasuna spielte. Schlimmer noch: Die Königlichen sassen tagelang in Pamplona fest, weil der Flugverkehr im Baskenland eingestellt war. Erst heute konnten sie abreisen – direkt nach Malaga zum Supercup. In Andalusien ist es tagsüber gemütliche 13 Grad warm.

Das (im Umbau befindliche) Bernabeu in Madrid ist derweil ganz in Weiss getaucht.

Provokation für Panathinaikos

Briger am Montag den 11. Januar 2021

Didier Lamkel Zé schreibt die nächste Episode im Kapitel “Fussballer, die unbedingt und gerade jetzt den Verein wechseln möchten.”

Der Kameruner ist nicht der erste (und wohl auch nicht der letzte), der unbedingt seinen Abgang provozieren möchte. Es gibt die Geschichten von streikenden Fussballspielern, die nicht mehr zum Training erscheinen (z.B. Dembélé, Neymar, Nsame) oder natürlich der legendäre Auftritt von Peter Odemwingie, der 2013 am Deadline-Day kurzerhand von Birmingham nach London fuhr, um sich gleich selbst bei den Queens Park Rangers anzubieten. Der Transfer scheiterte dasmals zwar, immerhin entstand daraus ein toller Fan-Song:

Hey, my name is Peter
Odemwingie
i’m in your car park
so sign me maybe.

Nun aber zurück zu Didier Lamkel Zé, der 24-jährige Kameruner, ausgebildet bei Lille und seit 2018 bei Royal Antwerp unter Vertrag möchte gerne zu Panathinaikos wechseln. Dort ist mit László Bölöni seit zwei Monaten der Mann trainer, der Lamkel Zé nach Belgien holte. Um der ganzen Forderung Nachdruck zu verleihen, erschien er am letzten Montag im Shirt von Rivale RSC Anderlecht auf dem Gelände des Clubs, ihm wurde aber der Zutritt verweigert.

Bilder via @Copa90

Auf Instagram drohte er daraufhin, am Dienstag im Shirt von Stadtrivale K Beerschot VA aufzutauchen. Doch dazu kam es nicht. Auf den Social-Media-Kanälen des Clubs entschuldigte sich Lamkel Zé: “Ich möchte mich beim Club und den Fans von Antwerpen entschuldigen. Sie sind grossartig und wunderbar. Ich habe mich so verhalten, weil mein Kopf an einem anderen Ort war. Es war nicht einfach für mich. Ich möchte mich wirklich, wirklich entschuldigen für diese Geste.”

Bei der 0:3-Niederlage in Mechelen stand Lamkel Zé wie immer seit Oktober nicht im Kader von Royal Antwerp. Auch bei Panathinaikos hat er Stand Sonntagabend nicht unterschrieben.

Attraktive Aussicht

Rrr am Sonntag den 10. Januar 2021

Das Geisterspiel vor Ort geniessen? Kein Problem.

Zwei Fans des englischen Sechstligisten Chorley besorgten sich einen Lastwagen mit Teleskop-Hebebühne und konnten so einen historischen Triumph miterleben – den 2:0-Heimsieg ihrer Amateurtruppe im FA-Cup gegen das (coronageschwächte) Derby County aus der zweithöchsten Liga.

Damit ist Chorley erstmals in der 138-jährigen Klubgeschichte in der Runde der letzten 32.

Chorley hat in dieser Saison bereits so viele Cupspiele gewonnen wie zuvor in der ganzen Vereinsgeschichte: Drei. Und jedes Mal singen die Spieler danach in der Garderobe das eigentlich sehr traurige Someone Like You von Adele in einer absolut hinreissenden Version.

Wenn auch Sie wieder mal YB live geniessen möchten: Hier finden Sie sicher etwas Passendes, natürlich auch in den korrekten Farben.