Archiv für die Kategorie ‘Unsere Helden’

Basler des Freitags: Frei

Frans am Freitag den 14. Januar 2005

Er kickte er bei den Inter-C1-Junioren des FC Aesch (zusammen mit Marco Streller) und in der Saison 1997/98 beim FC Basel. Bleibende fussballerische Spuren hinterliess er allerdings in Basel keine. Er schoss ein einziges Tor in elf Spielen.

Auch heute ist Alex Frei noch ähnlich weit von seinem fussballerischen Vorbild entfernt wie der FCB vom Gewinn des Uefa Cup. Aber Karriere hat er gemacht: Er hat einen geschätzten Marktwert von 10 Mio. Euro (d.h. etwa zwei Dutzend Cubillas oder elf Aziawonou) und ist einer der Topskorer der französischen Ligue 1 – mit temporären Ladehemmungen allerdings. Rund zweieinhalb Monate traf er nicht – bis am Mittwochabend im Heimspiel gegen Auxerre. In der 61. Minute schoss Frei nach einem Freistoss ins Getümmel und Verteidiger Kalon lenkte unglücklich ab. Tor Frei oder Eigentor Kalon?

Dem Publikum war diese Frage egal.

Frei erntete bei seiner Auswechslung gemäss französischem Live-Ticker tosenden Applaus: “Frei est sorti sous un tonnerre d’applaudissements. Ca lui fait du bien!”

Was gut tut, macht nicht zwingend glücklich. Das wahre Glück liegt weder in Frankreich noch in Deutschland. Lesen wir doch Alexanders Gedanken vom 2. August 2004: “In Rennes habe ich gestern gemerkt: Etwas fehlt mir. Ich bin ein Schweizer und wäre an unserem Nationalfeiertag gerne zu Hause gewesen.”

Zu Hause, im Joggeli also? Wohl kaum: “Am allerbesten hat es mir in Luzern gefallen, wo ich vom Sommer 1999 bis Ende 2000 spielte. Hier konnte ich in der Nationalliga A Fuss fassen, und in dieser Zeit schaffte ich auch den Durchbruch in der U21-Nationalmannschaft. Vor allem aber hatten wir eine junge, aufeinander eingeschworene Truppe mit Spielern, mit denen ich mich ausgezeichnet verstand und immer noch bestens verstehe. Namentlich erwähnen möchte ich hier Christoph Spycher, der jetzt bei den Grasshoppers spielt, sowie Remo Meyer von 1860 München. Von seinem Sohn Leni bin ich sogar Götti.”

Für pädagogisch sinnvolle Geschenktipps, Herr Frei, wenden Sie sich bitte diskret an unseren Herrn Zingg. Und für (weitere) fussballerische Fortschritte kontaktieren Sie ihr Vorbild.

Hakan bald in Baulmes

Rrr am Mittwoch den 12. Januar 2005

Der Transfer des Jahres steht kurz bevor, wenn man dem deutschen Fachorgan “Kicker” Glauben schenken darf.

Der VfB Stuttgart und Sion sind sich demnach einig, dass Hakan ins Wallis wechselt. Es fehlt nur noch die Unterschrift des Spielers. “In den nächsten zwei Tagen muss das geklärt sein”, sagte VfB-Manager Jochen Schneider.

Wenn alles klappt, kann Hakan schon am 20. Februar in Baulmes sein Debut in der sensationellen Challenge League geben. Für Mama Ermine und alle anderen Familienmitglieder hier schon mal einige eindrückliche Impressionen aus Baulmes (v.l.n.r.: Das Stadion an und für sich / die Ersatzbank / die heissblütigen Fans).

Basler des Mittwochs: Ottmar, der Jubilar

Frans am Mittwoch den 12. Januar 2005


Der Jubilar und sein Biograph

Heute wird Ottmar Hitzfeld 56 Jahre alt. Wir gratulieren dem um seine Gesundheit besorgten Jubilar, der noch regelmässig Zeitungsinterviews gibt und sich dort Gedanken über die Verrohung der Sitten macht.

Zweimal hat unser Jubilar als Trainer die Champions League gewonnen, für Stuttgart durfte er in der Bundesliga stürmen und sogar regelmässig im Gruppentraining mittun. Die innigsten Glücksgefühle aber empfand Ottmar – natürlich in Basel:

“Was habe ich doch als Bub sehnsüchtig davon geträumt, einst im St. Jakobsstadion spielen zu dürfen, mein geliebtes Hobby zum Beruf zu machen. Erstmals lernte ich dort das Gefühl kennen, vor einer Kulisse von 50’000 Zuschauern zu spielen, ihre Gunst zu geniessen, jung, gesund und unverbraucht dem Ball nachjagen zu können.“

Hitzfeld war so beseelt, dass er für den FC Basel 1974 im Europacup-Viertelfinal gegen Celtic Glasgow zweimal traf, obwohl ihn die perfide Schotte Clique mit nervtötendem Dudelsack-Gedröhne abzulenken versuchte.

Ob als Spieler oder Trainer, stets hat Mathematiker Ottmar die tiefere, spirituelle Dimension des Fussballspiels erfasst, wie wir im Kirchenboten nachlesen dürfen:
Die Pokale würden wie Kelche während des Abendmahls hochgehalten und zelebriert; «wenn der Pokal von Hand zu Hand oder gar von Mund zu Mund wandert und jeder Spieler daraus trinkt, hat dieses Ritual etwas Religiöses an sich».

Ein beseelter Mensch ist unser Jubilar nicht nur in Momenten tief empfunder Freude, sondern auch im Augenblick der Trauer. Wir zitieren den damaligen Dortmunder Trainer mit einem Ausspruch aus dem Jahr 1996: “Hoeneß hat Stephane Chapuisat als scheinheiligsten Spieler diffamiert und als Hofschauspieler beleidigt. Chappi ist sechs- bis siebenmal vom Schiedsrichter zurückgepfiffen worden. Das stimmt mich traurig.” Diese fussballerische Trauer erfasst heute gelegentlich auch die Anhänger des BSC Young Boys.

Wird Ottmar dem Ruf der Basler Fans folgen und je an die Stätte seines grössten Glücks zurückkehren? Der Jubilar gegenüber dem Migros-Magazin: “Basel ist meine Heimatstadt, und ich freue mich, dass der FCB wieder Schweizer Meister geworden ist. Beim FCB wäre der Druck für mich als Trainer allerdings immens.” Da hatte er es in Bayern, Dortmund und Zürich halt doch einfacher.

Von einem, der seine grössten Glücksmomente bestimmt nicht in Basel erlebte, berichten wir am Donnerstag. Der morgige Basler des Tages ist der wohl beste Fussballer, der je das Trikot eines schweizerischen Vereins trug, nämlich…

Jorge in Kamerun

Rrr am Dienstag den 11. Januar 2005

Artur Jorge hat einen neuen Job: Der frühere Trainer der Schweizer Nati unterschrieb einen Vertrag bei Kamerun.

Das nährt unsere Hoffnungen, dass Jorge endlich an einer WM teilnehmen darf. Aus Freude über diese Entwicklung rezitieren wir hier aus dem Gedichtband “Artur Jorge: Vértica da água” (Lissabon, 1983), der uns der Fussball-Fanbedarf Vuichard-Allenbach zur Verfügung gestellt hat.

  • Como se subitamente dos amantes
    fere-se nos lábios
    a manhã

    se folhas cortam o poema
    sobre os pássaros
    despenhados

    (Não é de alegria o seu silêncio)

Das deutsche Liedgut in Bayernhand

Frans am Montag den 10. Januar 2005

Bayern-Torhüter Sepp Maier ist nach den Worten von Spiegel Online ein “Spassvogel: Als Torwart machte Maier eine gute Figur – doch manchmal musste der Keeper auch ausserhalb des Platzes auffallen. Er spielte in Serien wie ‘SK Kölsch’ mit oder sang als Tina Turner verkleidet mit Toni Schumacher (als Rod Stewart) ‘It takes two’.”

Dafür gebührt Sepp der in diesem Weblog zu Recht so begehrte Titel des Bayer des Tages.

Andere musikalische Beiträge von Maiers ehemaligen Mitspielern zeigten, dass es für tolle Musik gar nicht zwei braucht. Ganz allein erreichte Kaiser Franz Beckenbauer 1966 (dem Jahr der deutschen Vize-Weltmeisterschaft) mit seiner Single “Gute Freunde kann niemand trennen” zwar nur Platz 31 in der Hitparade. Die Nachwelt aber gab ihm recht: Die Scheibe wird im Internet zu einem astronomischen Wert von 30 Euro gehandelt.
Mittlerweile hat den Kaiser bezüglich seiner gesanglichen Qualitäten leider die Altersweisheit erfasst. Im grossen BZ-Interview erklärte er unlängst zum Thema Singen an Weihnachten: “Es soll doch ein schöner Abend werden. Dann lassen wir das Singen lieber weg.”


Das Schlusswort gebührt aber Gerd Müller mit dem Refrain seines tollen autobiografischen Songs: “Dann macht es bumm, ja dann kracht’s, und alles schreit, der Müller macht’s, dann macht es bumm, dann gibt’s ein Tor, und alles schreit dann Müller vor”.

Amen.

Bayer des Tages: Basler

Frans am Sonntag den 9. Januar 2005

Er ist ein einmaliger Glücksfall für unsere Rubrik “Bayern und Basler”, weil er gleich beide Merkmale erfüllt: Mario heisst Basler und wurde in den 90er Jahren mit Bayern mehrmals deutscher Meister. Die Motivation des trainingsfaulen Basler ergibt sich aus folgendem Zitat:

“Ich habe mich mit dem Chef von Erdinger Weissbier getroffen und ihm gesagt, daß er mit einem Tanklastzug vorbei kommen soll, wenn wir Meister werden.”
(Womit auch die in diesem Weblog aufgetauchte Streitfrage geklärt wäre, welchen Saft denn die Bayern in der Regel trinken).

Basler war Freistoss- und Eckballspezialist. Nicht selten traf er auch ins Tor. Was Basler (heute Trainer bei SSV Jahn Regensburg) manchmal gleich ein spontanes doppeltes Glücksgefühl bescherte:

“Im ersten Moment war ich nicht nur glücklich, ein Tor geschossen zu haben, sondern auch, dass der Ball reinging.”

Ivan unter der Haube

Rrr am Sonntag den 9. Januar 2005

I

“Ivan der Schreckliche” kommt unter die Haube: Ivan Zamorano hat in Santiago de Chile seine Heiratspläne bekannt gemacht.

Die Auserwählte des früheren Real- und St. Gallen-Stars ist María Alberó (auf unserem Bild rechts). (Es ist die Frau, die Zamorano gerade küsst.) Der Termin der Hochzeit steht noch nicht fest, aber nach Ronaldos Vermählung am 20. Februar in Paris ist dies zweifelsohne ein zweiter Höhepunkt des Fussballjahrs.

Der Bayer des Tages: Sexsymbol Jancker

Frans am Samstag den 8. Januar 2005

Heute in unserer originellen Bayern-Rubrik: Carsten Jancker (geboren am 28.August 1974 in Mecklenburg). Der torgefährliche Stürmer traf unzählige Male für die Bayern (1997-2002) und für die deutsche Nationalmannschaft.

Carstens Markenzeichen ist der Kuss des Rings bei Spielbeginn und nach Torerfolgen. Diese sympathische Geste gilt seiner österreichischen Gattin Natascha, die er damit jeweils ganz herzlich grüsst.

Wie auf der Carsten Jancker-Bewunderungsseite zu Recht festgestellt wird, “fand seine Geste schnell Nachahmer, wie z.B. Raul Gonzales Blanco von Real Madrid, der unbestritten zu den besten Stürmern der Welt zählt.” Das tut natürlich auch der geschmeidige Carsten, dessen Kampf gegen Gegner und Ball jeweils eine Augenweide ist.

Trotz kleinlicher Anfeindungen von Bayern-Gegnern hat der attraktive Carsten neben seiner Gattin weltweit unzählige Anhängerinnen.

Besonders beliebt ist Jancker im Land der aufgehenden Sonne. Dort gilt er seit der WM 2002 als Sexsymbol. Die Japanerinnen können sich begreiflicherweise am Anblick von Janckers muskulösem Körper kaum satt sehen.

Der entblösste Oberkörper Janckers war für den Gemüts- und Gesundheitszustand der Asiatinnen derart bedrohlich, dass die FIFA das Ausziehen des Trikots beim Torjubel weltweit verbieten musste.

Schade. Sehr schade.

Hakans Halle

Rrr am Samstag den 8. Januar 2005

Aus Basel erreicht uns folgende Zuschrift:

“Liebes Weblog, bitte haben Sie Verständnis, wenn ich Ihre Hakan-Aktion nicht unterstützen kann. Ich habe mich bereits früher intensiv für Hakan eingesetzt (z.B. Transparent im Hintergrund). Es lohnt sich nur bedingt.

Ich würde gerne mal eine Wand mit allen Trikots von Mannschaften schmücken, mit denen HY in Verbindung gebracht wurde oder war. Wüssten Sie eine Wand in dieser Grösse (am liebsten weiss)? F.B., B.”

Lieber Frank, vermutlich brauchen Sie eine Turnhalle. Gerne richten wir diese Frage an unsere Publikum weiter, das ja zu 80 Prozent aus Lehrerinnen und Hauswarten besteht. Also: Wer kann diesem Mann weiterhelfen? Sachdienliche Hinweise unten oder diskret per Mail an die Redaktion.

Der Bayer des Tages: Bulle Roth

Frans am Freitag den 7. Januar 2005

In unserer beliebten Rubrik “Der Bayer des Tages” widmen hier uns heute dem unvergesslichen Franz “Bulle” Roth (geboren am 27. April 1946 in Memmingen, heute Eigentümer eines Sportgeschäfts in Bad Wörishofen).

Roth spielte von 1966 bis 1978 in der Bundesliga für Bayern München. Technisch war er vielleicht etwas weniger versiert als der Ballkünstler Schwarzenbeck. Franz Roth war aber weltweit beliebt wegen seiner körperbetonten Spielweise und seines harten Schusses. Noch heute finden beispielsweise in der Schweiz mehrmals täglich Bulle-Roth-Wallfahrten statt.

Nicht erstaunlich, denn Roth erzielte mehrere spielentscheidende Tore in Europacup-Finals. So traf er 1976 gegen St. Etienne mit einem brachialen Fernschuss, nachdem sein Mannschaftskollege Sepp Maier dem ungarischen Schiedsrichter in gepflegtem deutsch zur Pause mitgeteilt hatte: “Hey, Mister. Ball zu weich. Müssen pumpen, härter machen.”

Auch auf dem Trainingsplatz hinterliess Roth bleibende Erinnerungen: “Ich habe mir früher im Training Schienbeinschützer angezogen, weil ich wußte: Wenn der Franz ‘Bulle’ Roth sauer auf mich ist, dann fegt der mich auf die Aschenbahn. Das Training war für mich Überlebenskampf – und ich habe mich dabei wunderbar entwickelt.” Dieser treffenden Selbsteinschätzung des wunderbaren Uli Hoeness gibt es nichts beizufügen.

Der Bayer des Tages: Schwarzenbeck

Frans am Donnerstag den 6. Januar 2005

Unsere geschätzte Weblog-Leserin B schreibt uns:

“Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie nicht jeden Tag jemanden vom FC Bayern hier abbilden würden. Danke.”

Liebe Frau B,

Ihr Wunsch ist uns Befehl: Spätestens kommenden Dienstag werden wir auf Ihren Wunsch in der Tat einen Bayern-losen Tag einschalten.

Heute aber widmen wir uns Georg “Katsche” Schwarzenbeck (3. April 1948). In der Fußball-Bundesliga war er als Vorstopper für den FC Bayern München aktiv. Mit Bayern München gewann er 6 Mal die Deutsche Meisterschaft, dreimal den DFB-Pokal, einmal den Europäischen Pokal der Pokalsieger, dreimal den Europapokal der Landesmeister (unvergesslich sein Weitschusstor gegen Atletico Madrid) und einmal den Weltpokal.

Schwarzenbeck spielte zwischen 1971 und 1978 44 Mal für Deutschland.
Sein größten Erfolge mit der Nationalmannschaft waren die Fußballeuropameisterschaft 1972 und der Gewinn des Weltmeistertitels 1974. Auch die im Final chancenlosen Niederländer mussten die balltechnische Überlegenheit des filigranen Schwarzenbeck neidlos anerkennen.

Schwarzenbeck betreibt heute einen Schreibwarenladen in der Münchner Ohlmüllerstrasse und lässt sich anlässlich von Juliäumsfeierlichkeiten durch die “Welt am Sonntag” porträtieren:

“An einem schlechten Tag oder wenn er schlecht träumt, geht ‘Katsche’ noch heute als Verlierer vom Platz. Im Herzen ist er ein Gewinner geblieben.”

Ein Winner eben. Wie alle Spieler von wahrhaft grossen Clubs wie Bayern München. Oder AC Mailand. Oder Real Madrid.

Weissbier statt Rotwein

Frans am Mittwoch den 5. Januar 2005

Und ewig lockt das Weissbier: Bixente Lizarazu kehrt bis Saisonende ablösefrei von Olympique Marseille zurück zum FC Bayern München, für den er bereits von 1997-2004 gespielt hatte. Lizarazu soll gemäss deutschen Medien das Verteidigerproblem auf der linken Seite lösen (Tobias Rau verletzt und Hasan Salihamidzic als Rechtsfuss auf dieser Position nicht ideal).

Auch Lizarazus Trinkpartner Giovane Elber zieht es übrigens nach Deutschland, denn er hat keinen Spass mehr in Lyon. Er soll bei Borussia Mönchengladbach im Gespräch sein. Statt einen Wechsel zum Club des starrköpfigen Advokaten empfehlen wir Elber aber eher einen Transfer zu Schalke. Die spielen nicht nur besser, sondern bieten zum Bier auch noch Zigarren und tolle Musik.