Archiv für die Kategorie ‘UEFA’

Römischer Trick

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 3. November 2004


Bayer Leverkusen tritt heute Abend in der Champions League bei der AS Roma an. Weil es im Heimspiel der Römer gegen Kiew zu Ausschreitungen gekommen war, findet das Spiel im Olypiastadion unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Sportpsychologe Bernd Strauss vermutet nun, das das leere Stadtion ein Vorteil für die Roma sei. «Es gibt verschiedene Untersuchungen, die zeigen, dass die Heimmannschaft eher davon profitiert, wenn gar keine Zuschauer da sind», erklärt er im Spiegel. Mit dem Geistermatch spielen die Römer, die mit 0 Punkten letzte ihrer Gruppe sind, ihre letzte Trumpfkarte, um sich doch noch für die Zwischenrunde zu qualifizieren. Ganz schön schlau!

Play soccer!

Frans am Dienstag den 26. Oktober 2004

In einer Woche spielen Arsenal gegen Panthinaikos, Eindhoven gegen Rosenborg, Barcelona gegen Milan, Celtic gegen Shakhtar, Bremen gegen Anderlecht, Inter gegen Valencia, CSKA Moskau gegen Chelsea und Porto gegen PSG. In den USA gibt es ferner die Partie Bush gegen Kerry. Ginge es nur um die balltechnischen Fertigkeiten, so würde der Herausforderer getreckten Beins ins Weisse Haus einziehen:


J.F.K.

Mailand – Spanien 2:0

Dr. Eichenberger am Donnerstag den 21. Oktober 2004


In Mailand bereitet man sich auf das grosse Fest vor. Die AC Milan schlug gestern Barcelona 1:0, Inter fertigte auswärts Valencia 5:1 ab. Am Sonntag kommt es somit im San Siro zum Endspiel Milan – Inter. Barcelona und Valencia spielen am 19. Dezember um Platz 3.


Valencia-Torhüter Canizares, vom Spiel gezeichnet.

Daum und die Türken

Rrr am Dienstag den 19. Oktober 2004

Als koksender Bayer-Trainer hat Christoph Daum einst die Bundesliga aufgewühlt. Doch das ist Schnee von gestern. Jetzt ist Daum Übungsleiter beim türkischen Top-Klub Fenerbahce.

Unser aktuelles Funkbild aus Istanbul: Daums Türken trainieren für das Champions-League-Spiele heute abend gegen Olympique Lyon.

Unmenschlich!

Dr. Eichenberger am Samstag den 9. Oktober 2004


Für den Erfolg machen gewisse Trainer alles. Besonders unzimperlich gegenüber seinen Spielern ist der Valencia Trainer Claudio Ranieri. Er hat sie kurzerhand in einem Gefängnishof kaserniert und drillt sie seit Tagen, abgeschieden von Menschen und Medien. «Unmenschlich», protestiert Amnesty International. Vergeblich! Denn der Italiener Ranieri kennt nur ein Ziel: er will mit seinen Landsleuten Corradi, Di Vaio, Fiore und Carboni am 20. Oktober das Champions League-Spiel gegen Inter Mailand gewinnen. Mehr Italiener dürften bei Inter auch nicht auflaufen.

Der zwölfte Mann

Rrr am Donnerstag den 7. Oktober 2004

Wen entdecken wir denn da auf dem aktuellen Kader der Franzosen? Den Mannschaftskoch! Er durfte auch aufs Bild, nachdem er das Team mit seinen vorzüglichen Froschschenkeln und selber gestopften Gänselebern verwöhnt hat.

Frankreich spielt übrigens am Samstag abend daheim gegen Irland (live auf TF1).

Inter steht Kopf

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 29. September 2004


Mit unkonventionellen Methoden will Inter Mailand heute bei Anderlecht den Gegner verblüffen. Im Trainung wurden zwei Varianten geübt. Welche wird heute zur Umsetzung kommen?

Warum Ronaldo nicht traf

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 15. September 2004

Von Milan-Präsident Silvio Berlusconi wissen wir, dass er gelegentlich in der Halbzeitpause seinem Trainer Carlo Angelotti per Natel Order erteilt, welche Spieler er neu einzuwechseln hat. Vielen unbekannt ist, dass der persönliche Berater von Real-Spieler Ronaldo diese Einflussnahme schon längst praktiziert. Nicht immer mit Erfolg, wie unsere Enthüllung zeigt:

Ronaldo-Berater Cristiano Zinc (hinten) bespricht in Leverkusen nach dem 0:1 Pausenstand mit seiner Assistentin die taktischen Anweisungen an Ronaldo und will seine Ratschläge eben per Handy an seinen Spieler in die Kabine weitergeben …


… da taucht überraschend der Uefa-Delegierte Don Landolf (rechts) zu einem Kontrollgang auf der Pressetribüne auf. Vorsicht ist geboten! Der Ronaldo-Berater muss sein Unterfangen sofort unterbrechen und das Handy verschwinden lassen …


… Don Landolf verwickelt Zingg so lange in ein Fachgespräch, bis der Schiri zur zweiten Halbzeit anpfeifft. Die Folge: Ronaldo trabte orientierungslos auf dem Feld herum, fand den freien Mitspieler nicht und wurde ausgewechselt. Sie wissen oft nicht, was sie tun, die Uefa-Delegierten!

Der schwenkbare schwedische Ellbogen

Dr. Eichenberger am Dienstag den 14. September 2004

Im Mittelpunkt des Interesses vor dem Mittwochspiel Ajax contra Juventus steht – jedenfalls bislang – nicht ein Schweizer namens Meier, sondern ein Schwede namens Ibrahimovic. Ajax-Stürmer Zlatan I. zügelte bekanntlich vor zwei Wochen samt privater Fahrzeugflotte (Mercedes Sl 55, Ferrari 360 Modena, Porsche Carrera GT) über die Alpen nach Turin. Seinen ersten Champions League-Einsatz hat Zlatan pikanterweise in der Amsterdam ArenA, wo er Ende August noch mit einem unglaublichen Slalom-Tor brilliert hatte. Sonst hatten die Aktionen des Stürmers aus dem IKEA-Land zwar nicht immer Hand und Fuss. Unauffällig blieb Zlatan aber nie. Dies lag nicht zuletzt an seinem schwenkbaren Ellbogen, der sich in Nähe niederländischer Verteidiger in die kynetische Windmühlenposition zu verschieben pflegte, splitternde Nasenbeine und erschütterte Hirnwindungen hinterlassend. Nicht immer. Aber immer öfter.

Beispiel 1:

Vitesse-Ajax. Zlatan contra slachtoffer (=Opferhilfeempfänger) Bert Konterman (1 gebrochene Nase).

Beispiel 2:

19 Augsut 2004, Freundschaftsspiel Schweden-Niederland (slachtoffer Giovanni Van Bronckhorst

Für Freunde der Statistik der Vollständigkeit halber noch ein Auszug aus Ibrahimovics einschlägigem Vorschwenkregister der Vorjahre: 30.9.2001, FC Groningen-Ajax: Slachtoffer: Melchior Schoenmakers. 2.10. 2002, Ajax-Rosenborg BK: Slachtoffer: Erik Hoftun. 16.4.2003, Feyenoord-Ajax: Slachtoffer: Gérard de Nooijer.


Zlatans schwenkbarer Ellbogen hat sich mithin als handliches schwedisches Qualitätsprodukt etabliert, welches sich begreiflicherweise weltweiter Nachfrage erfreut: Da das Modell für einen schönen Preis (16’000’000 Euro) nach Italien verkauft werden konnte, ist es in der Amsterdamer IKEA-Filiale nicht mehr im ständigen Sortiment zu finden. Dass Ikeahimovics Schwenkarm mit dem patentierten Ellenbogensystem auch am Mittwoch in die Windmühlenstellung gehen und die ehemaligen Clubkollegen ummähen wird, ist eher unwahrscheinlich. Das zu erwartende Einklappen des Zlatan-Schwenkarms hat nicht unbedingt mit der abschreckenden Wirkung des unbestechlichen Auges des helvetischen Ordnungshüters Urs Meier zu tun – und schon gar nicht mit irgend welcher Rücksicht auf die Gesundheit der langjährigen Ex-Clubkollegen. Anlassung für Entwarnung in Amsterdam bieten nicht Zlatans allfällige Skrupel, sondern viel eher die erstaunlichen Einflüsse seines neuen Arbeitsortes. Wie sich am Sonntag beim ersten Einsatz im Juve-Dress zeigte, sind der rechte wie der linke Ellbogen des Ikeahimovic im Land seiner neuen Bestimmung wohlbehalten angekommen, haben sich innert wenigen Tagen perfekt assimiliert und bereits die landesübliche autogene Unschulds-Grundstellung eingenommen. (Frans van der Vaart)

Van Basten und der Schuh des Baros

Dr. Eichenberger am Dienstag den 14. September 2004

Hollands neuer Nationalcoach Marco van Basten (in seiner Heimat regelmässig als Zauberlehrling bezeichnet) zeigt sich auch in Sachen Public Relations als rascher Lehrling. War sein Vorgänger Advocaat (nomen est omen?) rechthaberisch, regentenhaft, humorlos und hölzern, so präsentiert sich Marco der Öffentlichkeit eloquent, geistreich und grosszügig. Anscheinend hat sich Marco nach dem Länderspiel schriftlich für den tschechichen Stürmerpfeil Milan Baros eingesetzt, der vergangenen Mittwoch (nach einer der unzähligen unbeabsichtigen Körperkontakte mit der niederländischen Verteidigung) eines Schuhs verlustig ging, einige Sekunden besockt weiter getschuttet hatte und für diese gemeingefährliche Attacke von Schiedsrichter Markus Merk verwarnt wurde. Für sein gönnerhaftes Engagement gegen die Gelbe Karte von Baros kann sich Marco des internationalen Beifalls sicher sein. Clever. Aber eigentlich hätte Zauberlehrling Marco ja schon beim gemeinsamen Schlusstraining vor dem Mittwochmatch Gelegenheit gehabt, den Doktor Merk rechtzeitig deutsch und deutlich zu instruieren. (Frans van der Vaart, Amsterdam)


Zu gut deutsch: «Wenn jeder seine Aufgaben ausführt, dann werden wir das Spiel gewinnen.»

Thuisfluiter

Dr. Eichenberger am Samstag den 11. September 2004

Ein «fluiter» ist in der deutschen Übersetzung kein Flötler, sondern ein Pfeifer – ein «thuisfluiter» ergo ein Heimschiedsrichter. Dies wird in der fluitenden Zunft nicht unbedingt als Kompliment aufgefasst, und deshalb kassierte Ruud van Nistelrooy zwei Spielsperren, weil er im Anschluss an das EM Spiel Portugal – NL den schwedischen Schiedsrichter Frisk scheints als Selbigen (und möglicherweise auch noch als anderes) bezeichnet hatte. Ähnliche Sanktionen wären nun gegenüber dem Journalisten des Volkskrant angebracht, der heute nicht in der Lage ist, die freundnachbarschaftlichen Beiträge von Doktor Merk zustimmend zu würdigen: «Een smet op de zege was het schandalige optreden (= schändliche Auftreten) van de Duitse (= Bewohner von Hollands östlichem Nachbarland) scheidsrechter Merk, die een pure thuisfluiter (= reiner Heimflötler) was en Tsjechië vlak voor de 2-0 een strafschop onthield. Ook wuifde hij een overtreding van Heitinga op de doorbrekende Baros weg. Het leek of Merk opdracht had gekregen Nederland een handje te helpen op weg naar het WK in buurland Duitsland (= scheinbar Auftrag gekriegt, NL auf dem Weg an die WM im Nachbarland behilflich zu sein).»
Typisch Niederländer, typisch Journalistenpack: Zuerst von der nachbarschaftlichen Behilflichkeit profitieren, und dann noch reklamieren. Auch sperren, diesen Volkskrant-Polemiker – und eine Saison lang Strafversetzen von der Journalistentribüne der Amsterdam ArenA in den Hardturm. Da weiss man noch, was Dankbarkeit ist und prügelt nicht auf flötende Zahnärzte ein, sondern bloss auf Umweltverbände. (Ein Bericht unseres Holland-Korrespondenten Frans van der Vaart)

Verirrt auf den Färöer

Rrr am Freitag den 10. September 2004

Unglaublich aber wahr: 40 Stunden nach dem WM-Ausscheidungsspiel gegen die Färöer sitzen die französischen Fussballer noch immer auf der Schafsinsel fest.

Grund: Am Mitwoch wars zu spät für den Abflug. Und am Donnerstag musste der Rückflug nach Paris wegen starken Nebels ersatzlos gestrichen werden, wie die deutsche Nachrichtenagentur sid meldet. Stattdessen gab’s ein “ausführliches Sightseeing”. Ein weiterer Flug-Versuch ist am Freitag geplant. Wir sagen: Toi toi toi!

Unser Funkbild zeigt Henry, Giuly und Pires beim ausführlichen Sightseeing.