Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Melodrama im Managergame

Herr Winfried am Mittwoch den 24. Februar 2021

Andere geben den Spielern Ausgangs- oder Alkoholverbot. Aston Villas Spieler dürfen nicht mehr “Fantasy Football” spielen.

Und es geht nicht mal um Sucht.

Die Gerüchteküche war am brodeln: Was ist nur mit Jack Grealish los? Der Fitnesszustand des Aston-Villa-Captains gab neulich auf Social Media und im englischen Blätterwald zu reden – der Club schwieg zunächst.

Bild via Twitter von Herrn Grealish

Dann sickerte offenbar doch etwas durch – durch ein internes Datenleck gewissermassen. Spieler und Staffmitglieder der 1. Mannschaft spielen offensichtlich leidenschaftlich gern das Managerspiel “Fantasy Football”. Einer nach dem andern transferierte den Captain von seinem Kader weg; ein klares Indiz dafür, dass Herr Grealish tatsächlich verletzt war. Weil sämtliche Spieleraccounts öffentlich einsehbar sind, kam ein findiger Sportjournalist der Geschichte auf die Schliche.

Und draussen war die Katze. Villa-Trainer Dean Smith hat nun verfügt, dass seine Spieler das Managergame nicht mehr betreiben dürfen.

Farbliches Fiasko

Herr Winfried am Mittwoch den 10. Februar 2021

Die Premier League trägt ihren Fussball in die ganze Welt hinaus – vergisst dabei aber die Bedürfnisse bedeutender Minderheiten.

In Grossbritannien ist jede 12. Person farbenblind. Je nach Farbkombination hat der oder die farbenblinde Fernsehzuschauerin folglich Probleme, die Spieler auf dem Green auseinanderzuhalten. So wie neulich bei Sheffield United gegen Chelsea:

Bemitleidenswerte 100’000 Menschen hatten also Mühe, diese Partie zu verfolgen, schätzen die Kolleg*innen von “Daily Mail”. Diverse User beschwerten sich und fragten, warum Chelsea nicht sein traditionelles Blau montierte, und stattdessen diesen Textilfetzen wählte.

Bild: Getty Images

Normalerweise prüft die Premier League vor jedem Spiel mithilfe einer Software, ob auch wirklich alle Menschen den Unterschied zwischen den beiden Mannschaften erkennen. Henusode, hier ist es offensichtlich schiefgegangen.

Munterer Medientermin

Herr Shearer am Donnerstag den 4. Februar 2021

Doppelgängersuche mit Dyche!

Pressekonferenzen im Fussball sind bekanntermassen so aufregend wie eine Routinekontrolle beim Zahnarzt. Trainer geben bei diesen Terminen immergleiche Antworten auf  immergleiche Fragen. Aber es muss halt sein!

Etwas anders war das vorgestern in Burnley. Clarets-Trainer Sean Dyche stand vor dem Match gegen Manchester City Red und Antwort und wurde dabei von einem Journalisten auf sein angebliche Ähnlichkeit mit Mick Hucknall angesprochen. Der Vergleich scheint weit hergeholt zu sein, aber in der Folge kam Sean Dyche nicht mehr aus dem Plaudern heraus und er gestand nicht nur, dass er diese Medienkonferenzen ebenfalls nicht besonders mag, sondern eben auch, dass er überall nach allerlei Doppelgängern Ausschau halte:

“Kennen Sie den Kinderfilm Up? Mit diesem Mann mit der Brille? Wir spielten in Sunderland und ich schwöre, da stand einer an der Bar, der sah haargenau so aus! Ich stupste die Leute aus meinem Staff an – schaut dort drüben, das ist der Mann aus “Up”! Wir haben Tränen gelacht, das war der beste Doppelgänger, den ich je gesehen hatte”.

“Wenn man dereinst wieder ins Pub gehen darf – wohl nur mit drei Kumpels – dann müsst ihr das auch machen! Überall hat es Doppelgänger, es ist ein Riesenspass. Oder auch in den Ferien, mit der Familie!”

Sie sehen, auch in der glamourösen Welt der Premier League sind die einfachen Vergnügen die besten!

Foto: 90min.com

Flanken für die Füchse

Briger am Montag den 25. Januar 2021

Richtig, Sie sahen vorhin Trent Alexander-Arnolds-Flankenversuche gegen Burnley.

Bild via @Squawka

Ganze 18-mal probierte es der Liverpool-Spieler gegen Burnely aus dem Spiel heraus. Nicht eine Flanke fand einen Mitspieler. Immerhin fand eine von drei Ecken einen Abnehmer. Genützt hat’s nichts, Liverpool verlor erstmals nach 68-Heimspielen wieder ein Spiel.

Alexander-Arnold ist der einzige Spieler in den letzten fünf Premier-League-Spielzeiten, der bei mehr als 12 Versuchen keine Hereingabe zum eigenen Mann brachte.

Immerhin schaffte er es einen Rekord, den er erst zwei Wochen zuvor gegen Southampton aufstellte zu verbessern. 39 mal verlor der Verteidiger den Ball, einmal mehr als noch im Spiel gegen die Südengländer.

Montags-Meditation

Briger am Montag den 25. Januar 2021

Eine weitere Runde Meditation.

Bild via @squawka

Schauen Sie die Abbildung an und beachten Sie diese Tipps, präsentiert von geklaut bei der Helsana.

Wählen Sie einen ruhigen Ort zum Meditieren
Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht gestört werden. Weder von Personen oder Umgebungslärm noch von digitalen Geräten. (ok, das wird hier etwas schwierig)

Regelmässig meditieren, am besten zu einem fixen Zeitpunkt
Machen Sie Meditieren zu einem täglichen Ritual. Anfangs reichen zehn Minuten – beliebig ausbaubar. Warme und bequeme Kleidung Wer still sitzt, kühlt schnell aus. Achten Sie auf lockere und warme Kleider, eventuell ein Schal um die Schultern und dicke Socken.

Bequeme Sitzposition finden
Ob Lotussitz aus dem Yoga, Schneidersitz oder Fersensitz – es muss Ihnen wohl sein. Ein Kissen, Tuch oder Stuhl können helfen, stabil und trotzdem entspannt zu verweilen. Gerade Körperhaltung einnehmen. Die Wirbelsäule aufrichten, das Kinn neigt leicht zur Brust, die Schultern lockern und nach hinten fallen lassen. Die Hände liegen unverkrampft auf den Knien oder auf dem Schoss. Nun können Sie frei atmen.

Gedanken ziehen lassen
Akzeptieren Sie alle aufkommenden Gedanken, aber bleiben Sie nicht an ihnen hängen. Sie sind nur Beobachter, das heisst: Gedanken wahrnehmen und vorbeiziehen lassen. Atem wahrnehmen. Die Atmung dient in der Meditation als Hilfsmittel, um den unruhigen Geist zu stabilisieren und sich zu beruhigen. Unser Geist wühlt unablässig in der Vergangenheit und in der Zukunft. Wer auf die Atmung achtet, bleibt in der Gegenwart.

Objekt betrachten
So bändigen Sie Ihren Gedankenstrom: Platzieren Sie ein neutrales Objekt ein, zwei Meter vor sich auf dem Boden und betrachten Sie es, während Sie bewusst auf Ihren Atem achten und die Atemzüge zählen. Anfangs schweifen Sie vielleicht bereits bei sieben ab. Ihre Konzentration wird sich verbessern.

Um 15 Uhr dann die Auflösung.

Boxbedingter Boykott

Herr Winfried am Mittwoch den 13. Januar 2021

Bei Jim Gannon ist “nachtragend” nur ein Hilfsausdruck.

Jim (mit bürgerlichem Namen James Paul) Gannon hatte 2008 ein Problem: Seine Sky-TV-Box war defekt. Und keiner erbarmte sich seiner – erst recht nicht Mitarbeiter des britischen Bezahlfernsehsenders. Ein harter Schlag für einen fussballverrückten Iren.

Bild via Danehouse/Getty

Sky Sports kam das Malheur in Gannons Fall aber teuer zu stehen. Der damals 40-Jährige war Trainer der Profifussballmannschaft von Stockport County. Von Zeit zu Zeit baten ihn auch Fernsehstationen zum Interview – die Leute von Sky ignorierte der enttäuschte Coach aber konsequent.

Der Boykott dauerte neun Monate, dann hatte Gannon keine andere Wahl mehr, als hinzustehen. Stockport kämpfte um den Aufstieg in die League One, Sky Sports übertrug die Playoff-Spiele live. Interviewpflicht für die Trainer war vertraglich festgehalten. Und so musste sich Jim Gannon versöhnen.

Das alles erzählte Gannons damaliger Schützling Liam Dickinson neulich in einem Podcast:

Dem Vernehmen nach hat dann auch das mit der TV-Box geklappt.

Und heute ist Herr Gannon wieder in Stockport – bereits zum dritten Mal. Nach einem Umweg über Motherwell (Schottland), Peterborough und Port Vale, einer Zwischenstation in Stockport, und schliesslich einem Ausflug nach Northwich, landete er vor ziemlich genau fünf Jahren erneut im Vorort der Grossstadt Manchester. Diesmal lediglich in der fünfthöchsten Liga.

Der Heiland ist da!

Herr Shearer am Mittwoch den 16. Dezember 2020

16. Januar 2008. Der Schreibende war gerade in Newcastle eingetroffen.

Eigentlich war der Plan und auch grosses Ziel der Reise, am Samstag Newcastle gegen die Bolton Wanderers zu schauen; zwischenzeitlich ergab sich aber noch ein FA Cup-Nachtragsspiel gegen Stoke City an diesem Mittwoch, deshalb wurde die Anreise vorgezogen. Ziemlich früh an diesem Nachmittag packten mich Hunger und Durst und so begab ich mich ins Strawberry Pub, das direkt vor dem St James’ Park liegt und aus dem man praktischerweise in etwa einer Minute ins Stadion rübertorkelnlaufen kann.

Wie ich also so da sass, fiel mir auf, dass auf den TV-Bildschirmen Sky TV Szenen einer Menschenansammlung vor dem Stadion und dem Pub zeigte. Nun war es damals noch nicht Usus, mit so einem hochmodernen Telefon ständig im Internet rumzusurfen, und darum ist mir wohl die grosse lokale Schlagzeile des Nachmittags entgangen: Kevin Keegan war zurück – der verlorene Sohn, die Spieler- und Trainerlegende, den die Menschen immer noch lieben. Die Nachricht sorgte für einen Sturm auf Tickets für das vorher nur mässig nachgefragte Spiel und ergo für eine ewig lange Schlange um den halben, nicht gerade kleinen St James’ Park! Beim Heraustreten aus dem Pub dann Szenen, als wäre der Messias persönlich am River Tyne erschienen. Menschen hielten Schilder mit Liebesbekundungen auf, es erklangen Lobgesänge auf “King Kev” – und wieder einmal sah man, dass Fussball hier mehr ist als nur ein schöner Zeitvertreib.

Foto: Newcastle Chronicle

Das Spiel? Sehr durchwachsen aus meiner Sicht. Unter Einfluss der ausgezeichneten Getränkeauswahl im “Strawberry” und der glückseligen Stimmung investierte ich einen ungewöhnlich hohen Betrag auf ein 4:0 für die Magpies. Es ging auch gut los – nach acht Minuten erzielte ein gewisser Michael Owen bereits das 1:o für das Heimteam. Einige Bedenken auf einen Wetterfolg kamen natürlich nach der direkten roten Karte für unseren Herrn Emre, der in der 29. Minute wieder mal nicht ganz bei sich selber war, auf. Doch der damals nur zweitklassig spielende Stoke City FC erwies sich als zu leichtgewichtig. Eine Viertelstunde vor Schluss stand es 4:0, mit dem Wettgewinn wäre ein schöner Teil der Reisespesen gedeckt und der Abend übermässig perfekt.

Dass Liam Lawrence kurz darauf dann noch das Ehrentor für die Potters erzielte, trübte diesen schönen Abend aus finanzieller Sicht leider ein bisschen. Keegans zweite Amtszeit als Trainer in Newcastle endete im September des gleichen Jahres, nachdem er sich erfrecht hatte, den äusserst unbeliebten Besitzer Mike Ashley für sein fehlendes finanzielles Engagement zu kritisieren. Das führte übrigens wiederum zu einem Menschenauflauf vor dem Stadion, allerdings war die Stimmung da plötzlich ziemlich aufgeladen.

Arsenals Anfänge

Herr Shearer am Freitag den 11. Dezember 2020

Wissen Sie noch, heute vor  134 Jahren?

Genau, damals spielte der Dial Square F.C. seinen allerersten Match. Der von Arbeitern aus den Royal Arsenals gegründete Verein benannte sich nach einer Sonnenuhr, welche über dem Eingang von einem der Werke angebracht war, erzählen die Klubhistoriker des Arsenal FC. So heisst der Klub aus dem Nordlondoner Quartier Islington nämlich seit 1887.

Sportfotografie war damals noch nicht so eine einfache Sache und 22 Arbeiter, die sich auf einer Brache um einen Lederball zankten, waren noch kein mediales Ereignis. Darum haben wir auf die Schnelle auch kein Bild von diesem Spiel am 11. Dezember 1886 parat, als sich Dial Square zur Premiere auswärts mit den Eastern Wanderers duellierte. Das Resultat ist dagegen übermittelt: gleich 6:0 siegten die Büetzerbuebe aus den königlichen Rüstungsbetrieben. Ein gewisser Herr Thompson gab später an, das allererste Goal geschossen zu haben. Die überlieferte Aufstellung muss allerdings angezweifelt werden. So soll auch ein Herr Beardsley dabeigewesen sein, allerdings ist in anderen Chroniken vermerkt, dass der gleiche Spieler am gleichen Tag für Nottingham Forest im Finale des FA-Cup im Einsatz stand…

Bildquelle: isleofdogslife.wordpress.com

Mit Nottingham gab es insofern eine Verbindung, dass die Londoner dort um gebrauchte Trikots bettelten. Forest zeigte sich grosszügig und so kam es, dass Arsenal in rot spielt.

Der Rest ist Geschichte: kurz nach der Umbenennung wurde Arsène Wenger Trainer, der holte Thierry Henry, es folgten ein paar gute Jahre und jetzt läuft es nur noch sosolala. Aktuell steht der Arsenal FC nur gerade auf dem 15. Platz der Premier League und hat am Sonntag sogar das Derby gegen die Tottenham Hotspurs verloren. Das Foto in diesem Beitrag stammt übrigens  aus dem Jahr 1888 und die Mannschaft firmierte da bereits unter dem Namen Royal Arsenal. Für eine rasche Übersicht über die ganze Klubgeschichte empfehlen wir Ihnen praktischerweise Wikipedia.

Ausserordentliche Auferstehung

Herr Winfried am Mittwoch den 11. November 2020

Es ist geradezu biblisch: Der totgesagte Gunnersaurus ist zurück im Leben.

Die seltene Spezies der Fussballclub-Maskottchen verlor Anfang Oktober ein prominentes Mitglied. “Gunnersaurus”, Liebling aller Arsenal-Fans, schied nach 27 Lebensjahren aus dem Leben. So vermeldeten es neben dem Runden Leder diverse Medien rund um den Globus.

Schon bald darauf keimte Hoffnung auf: Arsenals Spielmacher Mesut Özil war so grosszügig, einen Teil seines Gehalts aufzuwenden, um den Gunnersaurus zu retten. Das Echo war erneut laut zu hören: Auch seriöse Blätter wie die Süddeutsche Zeitung gaben der Geschichte Platz.

Der Effekt drohte zu verpuffen, tat es aber nicht! Der Saurus ist zurück und posiert im leeren Emirates. Sehen Sie, klicken Sie, und freuen Sie sich mit. Dazu hören Sie am besten den passenden Soundtrack.

  • Daumen hoch: Saurus is back!

  • Sofort Programm: Merch für die kleinsten Fans.

  • Saurus und die schicksten Hosen Londons.

  • ... zwischendurch auf dem Handy rumtippen.

  • und hier Gunnersaurus mit seinem Idol: Pierre-Emerick Aubameyang.

Gemischte Gefühle

Rrr am Dienstag den 10. November 2020

Ollie Watkins ist hin- und hergerissen.

Der 24-jährige Shooting Star von Aston Villa schoss am Sonntag zwei Tore zum sensationellen 3:0-Auswärtssieg bei Arsenal. Grund für unbändigen Jubel? Nun gut.

“Mein Grossvater wird nicht allzu glücklich sein”, sagte Watkins nach dem Spiel. “Er ist nämlich Arsenal-Fan. Onkel Baz auch. Und ich selber ehrlich gesagt auch.”

Watkins’ Idol war Arsenal-Sturmlegende Thierry Henry. Selber schaffte er es nie zu den Gunners. Über Exeter und Brentford landete er bei Aston Villa.

Der Sky-Reporter war ob der Antwort einigermassen verduzt. Nach einer Kunstpause sagte Watkins: “Ach Quatsch, ich freue mich riesig! Und ich bin sicher, dass sich auch Grosspapa und Onkel Baz freuen werden. Trotz allem.”

Verbreitete Forderung

Rrr am Samstag den 7. November 2020

Donald Trump inspiriert die Fussballwelt.

Zum Beispiel den FC Southampton.

Der Klub, der vor fast genau einem Jahr 0:9 gegen Leicester verlor, steht nach dem gestrigen Heimsieg gegen Newcastle erstmals überhaupt auf Platz 1 der Premier League (wenn auch nur vorübergehend). Wie der Social Media Officer von Southampton auf die Idee kam, Trump und Fussi zu verbinden, wissen wir nicht – vielleicht konsultiert er in der Freizeit irgendwelche obskure Plattformen.

Die US-Wahlen verfolgt hat auch Ally de Aap, das Maskottchen des holländischen Zweitligisten Almere City. Sein Team führte gestern abend gegen Alkmaar 1:0, als sich Ally zu dieser Forderung hinreissen liess.

Schlussstand 2:0, übrigens. Jetzt fragen Sie sich natürlich: Warum wurde Ally in einem Müllcontainer aus dem Stadion gerollt? Weil sich der Affe illegal Zugang zum Geisterspiel verschafft hatte, indem er sich als blinder Passagier im Container ins Stadion schmuggeln liess (hier der Videobeweis). Der Skandal flog kurz vor Schluss auf, worauf der Stward den Affen aus dem Stadion spedierte. So erzählts jedenfalls Ally. Aber vielleicht sind das auch nur Fake News.

Kalamitäten mit Kevin

Herr Shearer am Donnerstag den 22. Oktober 2020

Jetzt wird die Demokratie schon wieder mit Füssen getreten!

Mitreden ist gut. Mitreden ist wichtig! Hierzulande stimmen und wählen wir ja gerne regelmässig, und so global gesehen ist die Demokratie eigentlich eine ziemlich gute Grundlage fürs Zusammenleben. Im Fussball hingegen geht es zumeist noch nach dem Prinzip “wer zahlt, befiehlt” zu und her, und Mitsprache ist eher die Ausnahme.

Gute News aber bei den Forest Green Rovers, die in der vierthöchsten englischen Liga kicken und die Ihnen als erster veganer Klub bekannt sein dürften. Deren Hauptsponsor Innocent, Herstellerin von so hippen Frucht-Smoothies, hat die Namensrechte am Stadion erworben und liess die Fans über den neuen Namen abstimmen. Aus den eingegangenen Vorschlägen wurden vier zur Abstimmung freigegeben. Machen wir es kurz: Sustadium, Innocent New Lawn, Innocent Fruit Bowl hatten keine Chance. Das Volk beschloss, dass die Forest Green Rovers künftig im Kevin spielen sollen. Ja, richtig, Kevin kriegte nämlich satte 65 Prozent der Stimmen.

Da kriegten Sponsor und Klub kalte Füsse. Also heisst der Fussballplatz in Nailsworth jetzt nicht Kevin und nicht mehr einfach nur New Lawn, sondern eben Innocent New Lawn. Die Rovers kommunizierten das kurz und bündig über Twitter.

England und Abstimmungen – es ist komplizert.

Foto: Twitter / @FGRFC_Official