Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Billiges Bier für alle

Rrr am Freitag den 30. Juli 2021

Es gibt gute Nachrichten von der Insel.

Der FC Gillingham aus der League One hat ziemlich viel Bier an Lager, das wegen der Corona-Pause leider das Verfalldatum überschritten hat.

Im Heimspiel gegen Millwall bot der Verein den abgelaufenen Gerstensaft deshalb zu einem sehr attraktiven Vorzugspreis an, was gemischte Reaktionen auslöste.

Manche Fans fanden, es sei abwegig, für so etwas noch Geld zu verlangen. Die Mehrheit war indessen der Meinung, dass Bier eigentlich gar nie ablaufe und dass es sich ganz klar um ein super Angebot handle, weshalb man freudig zugriff. Prost.

Körpernaher Kunstdarm

Herr Shearer am Donnerstag den 22. Juli 2021

Der gläserne Fussballer ist endlich da!

Den Bedale AFC haben wir Ihnen ja schon vor Jahren vorgestellt – den Verein mit den besonderen Trikots. Sein Sponsor, ein Hersteller von allerlei Fleisch- und Charcuteriewaren, weiss sich auf den Leibchen immer wieder gekonnt in Szenze zu setzen. Soviel Fleisch wie in der neuen Saison gab es aber noch nie, und dafür musste noch nicht einmal ein Tier sterben!

Der Bedale AFC läuft drum neu in durchsichtigen Trikots auf, wenn auch weiterhin in den Untiefen des englischen Liga-Systems. Die Auffälligkeit soll aber auch der guten Sache dienen, denn Andrew Keeble, dem Gründer von Würstchenhersteller HECK, liegt die Prävention von Prostatakrebs sehr am Herzen, nachdem sein Vater daran gestorben ist. Auch seinem Sohn wurde die Diagnose in jungen Jahren gestellt, dank früher Erkennung und Behandlung zum Glück ohne Folgen. Deswegen auch wurde der Schriftzug von HECK auf CHECK geändert.

Das tolle Triko können Sie jetzt gleich beim Bedale AFC bestellen und erst noch etwas Gutes tun, denn 25% des Kaufpreises fliessen an eine wohltätige Organisation, die sich für die Bekämpfung von Prostatakrebs einsetzt.

Heimliche Hommage

Herr Shearer am Donnerstag den 15. Juli 2021

Versteckte Botschaften – nicht nur auf rückwärts abgespielten Schallplatten!

93:20 ist für Anhänger des katarischen Premier League-Klubs Manchester City das, was dem YB-Fan 88:27 ist. Sie erinnern sich: am 13. Mai 2012 spielten die Skyblues daheim gegen die Queens Park Rangers. Ein Sieg war nötig, um die Meisterschaft klar zu machen. Nach 90 Minuten stand es immer noch 2:2, die Konkurrenten um den Titel – ausgerechnet die Stadtrivalen von United – hatten bereits fertig und pflichtgemäss auswärts in Sunderland mit 1:0 gewonnen. In Minute 93:20 dann das erlösende Goal, City war nach langen, langen Jahren endlich wieder einmal Meister in der obersten englischen Spielklasse. Jetzt wurde diese historische Zeitmarke als Muster im Stil einer digitalen Zeitanzeige in das neue Trikot eingewoben oder wie man dem textiltechnisch auch immer korrekt sagt.

Den Kunstfaserfetzen kriegen Sie bei Bedarf gegen viel Geld auf den üblichen Kanälen im Fachhandel und Internet. Sie können auch direkt bei City bestellen, wo Ihnen im Promotext zu diesem Produkt allerdings verschwiegen wird, wer denn damals den Ball zum titelbringenden Tor ins Netz beförderte. Aber dafür sind wir ja da: Es war Sergio Agüero. Ja, genau der Agüero, dessen Vertrag nach Ablauf der vergangenen Saison nicht verlängert wurde. Die Fussballwelt und ihre Helden – es ist kompliziert.

Gefeiert und gefeuert

Rrr am Samstag den 10. Juli 2021

Vorsicht: Der Besuch eines Fussballspiels kann Sie den Job kosten.

Die Dame in der Bildmitte heisst Nina Farooqi. Sie arbeitet für eine auf Terrassengestaltung spezialisierte Firma namens Composite Prime und hätte am Mittwoch eigentlich arbeiten müssen. Doch ihr Freund gewann in einer Verlosung zwei Tickets fürs Halbfinale der Engländer gegen Dänemark.

Faroqi meldete sich beim Arbeitgeber krank, bestieg den Zug nach London und machte es sich im Wembley gemütlich. Die Freude war gross, besonders beim Ausgleichstreffer der Engländer. Dummerweise schwenkte da die Kamera genau auf Frau Faroqi (in der Bildmitte), was die halbe Welt sah – auch ihr Chef.

“Er rief mich am nächsten Morgen an und sagte mir, ich sei fristlos gefeuert”, erzählte Faroqi dem Daily Telegraph (Paywall). “Jetzt weiss ich gar nicht, ob ich glücklich oder traurig sein soll. Einerseits steht England im Final, anderseits habe ich meinen Job verloren.”

Das letzte Wort hat der Chef, Charles Taylor: “Hätte sie um einen freien Tag gebeten, wäre das in Ordnung gewesen. Aber sie hat mich angelogen.” Herr Taylor ist übrigens selber auch ein grosser Fussballfan. “Am Montagmorgen haben alle Mitarbeitenden frei, damit sie sich vom Final erholen können.”

Der Tenor und der Labrador

Rrr am Montag den 5. Juli 2021

England geht vor die Hunde.

Genauer: Vor Hugo. Kennen Sie Hugo? Der Labrador, der in Whitley Bay an der Nordostküste Englands lebt, ist ein grosser Fan von Luciano Pavarotti und kann “Nessun dorma” quasi ebenso gut vortragen wie der Startenor. Das hat er schon öfter bewiesen.

Entsprechend gross war Hugos Freude, als die BBC am Samstag den 4:0-Sieg der englischen Elf gegen die Ukraine in Rom mit “Nessun dorma” vertonte. Geniessen Sie nun ein Duett, das seinesgleichen sucht!

Nur für den Fall, dass Sie ohne Hundebegleitung mitsingen möchten: Hier ist der Original-Clip der BBC.

Rinks und lechts

Rrr am Sonntag den 13. Juni 2021

Einer kam übers Trainingscamp geflogen.

Und er hat eine Botschaft dabei für das englische Team, das gerade das Abschlusstraining im St George’s Park absolvierte.

Wenn wir etwas näher zoomen, können wir den Text erkennen: “Die meisten kroatischen Tore fallen über die linke Seite.”

Ein wertvoller taktischer Hinweis fürs heutige Spiel! Wobei, im WM-Halbfinale 2018 schossen die Kroaten das Tor zum 1:1 nach einem Angriff über die rechts Seite. Andererseits: Das kroatische 2:1-Siegestor fiel über die linke Seite.

Auch die niederländische Elf empfing eine fliegende Botschaft. Sie lautete “Frank, spiel einfach 4-3-3”, wie die Kollegen von ESPN berichteten. Die Niederlande treffen im Abendspiel auf die Ukraine.

Möglicherweise steckt eine Werbekampagne hinter den mysteriösen Taktik-Flugzeugen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Lästige Ladehemmungen

Rrr am Dienstag den 1. Juni 2021

Traurige Geschichten aus aller Welt. Heute mit Rhian Brewster.

Der englische U21-Spieler ist der teuerste Spieler, den Sheffield United je kaufte. Für ihn überwies der Verein Anfang Saison 23,5 Millionen Pfund an Liverpool.

Die Bilanz nach der ersten Saison: 0 Tore, 0 Assists. Keine guten Werte für einen Mittelstürmer, der 30 Pflichtspiele bestritt und dabei immerhin 14-mal in der Startelf stand.

Brewster knackte einen Uralt-Rekord von Peter Crouch, der 2005 nach dem Wechsel von Southampton zu Liverpool auch ewig nicht traf. Erst nach 1233 Minuten traf Crouch ins Tor. Brewster wartet nach 1295 Minuten noch immer auf ein solches Erfolgsrlebnis.

Vielleicht läuft es ihm nächste Saison besser, denn Sheffield ist aus der Premier League abgestiegen und versucht sein Glück nun eine Liga tiefer.

Kongeniale Konfusion

Herr Winfried am Mittwoch den 12. Mai 2021

Die bernische Gesundheitsdirektion warnt vor Missverständnissen.

Nicht F5 drücken, sonst klappt die behördliche Software zusammen. Sie kennen das Spiel – sofern Sie im Kanton Bern wohnen und letzte Woche wie ein Lanpartynerd vor dem Rechner sassen.

Bekanntlich gibt es Termine im Wankdorf, um sich die Spritze aller Spritzen setzen zu lassen. Jetzt teilt der Kanton Bern mit: Das Impfzentrum ist übrigens NICHT beim grossen Stadion, wo die berühmten Berner Young Boys zuhause sind. “Es könnte zu unangenehmen Überraschungen kommen”, schreibt die Gesundheitsdirektion. Impfwillige, die in der wankdörflichen Warteschlange sehnlichst auf ihren Termin warten, könnten enttäuscht sein, wenn Sie statt des Termins nur ein YB-Saisonabi erhalten. In England sei dies bereits geschehen – aber sehen Sie selbst.

Bild: zvg

Also vor dem Stadion des Plymouth Argyle FC gab es mehrere Schlangen, sogenannte “Queues”. Die einen warteten tatsächlich für eine Covid-Impfdosis. Andere wiederum für ein Jahresabo des örtlichen Fussballclubs. Wer falsch einspurte, hatte Pech gehabt. Ein Mann sagte zur Lokalzeitung: “Ich brauchte einige Minuten, um zu realisieren, dass ich eigentlich für Jahreskarten anstand, und nicht für die Impfung.”

In Bern impfen sie zum Glück drüben beim BEA Expo Bernexpo-Gelände. Oder dann auf der anderen Seite im M-Parc.

Demonstrativer Digital Detox

Herr Shearer am Donnerstag den 29. April 2021

Funkstille auf der Insel.

Folgen Sie Teams aus englischen und walisischen Ligen auf sozialen Medien wie Twitter und Facebook? Falls Sie dort am nächsten Wochenende nichts empfangen, müssen Sie sich keine Sorgen machen: Ihr Internet ist nicht kaputt. Sorgen machen sollten Sie sich allerdings darüber, warum Sie nichts zu sehen und lesen bekommen. Um gegen die sich häufenden diskriminierenden Kommentare auf allen Kanälen ein Zeichen zu setzen, schalten sämtliche englischen und walisischen Fussballvereine im Profi- und Amateurbetrieb von morgen Freitag um 15:00 Uhr bis nächsten Montag um Mitternacht ihre sozialen Medien einfach mal ab.

Liegt es daran, dass die Stadien für die Fans seit einem Jahr mehrheitlich Sperrgebiet sind, dass die Beleidigungen gegen Spieler und Offizielle sich in den anonymen virtuellen Raum verlagern? Die Klubs haben davon jedenfalls genug und setzen jetzt ein Zeichen, auch gegenüber dem Parlament. Dort wird mit der “Online Safety Bill” eine Verschärfung der Gesetze diskutiert, um die Betreiber der Kanäle stärker in die Verantwortung dafür zu nehmen, welche Botschaften die Nutzer ihrer Plattformen in die Welt setzen. Wie es der CEO der Premier League, Richard Masters, sagt: “Rassistisches Verhalten ist in all seinen Formen inakzeptabel und die schrecklichen Beleidigungen, welche Spieler auf sozialen Medien erhalten, dürfen nicht weitergehen”.

Für News von der Insel werden Sie an diesem Wochenende also möglicherweise auf andere Kanäle zugreifen müssen. Wir raten Ihnen, Ihre wertvolle Lebenszeit weiterhin hier zu verschwenden, und wenn Sie ohne dieses neumodische Zeugs nicht auskommen können: das Runde Leder hat Insta für die Kinder, Facebook fürs Grosi und Twitter für die Intellos unter Ihnen. Und wir senden unentwegt! Also, bleiben Sie anständig.

Bild: wired.com

Erregbarer Erzähler

Herr Maldini am Dienstag den 27. April 2021

Eric Cantona hat einen neuen Streifen.

“The United Way” erzählt die Geschichte von Manchester United, blickt zurück auf die Ursprünge des Vereins und konzentriert sich auf eine Reihe von entscheidenden Momenten in der Geschichte des Clubs. Cantona fungiert dabei als Erzähler und gibt seine eigenen, einzigartigen Einblicke. Wer würde da besser passen als er, der “geboren wurde, um für diesen Verein zu spielen”? Niemand, richtig. Auch weitere Mitglieder des Casts lassen sich sehen: So dürften Ihnen etwa David Beckham, Ryan Giggs und Ole Gunnar Solskjær bekannt vorkommen.

Teil des Films ist ebenfalls der Vorfall, als Cantona einen Crystal-Palace-Fan niederkickte. Wie blickt Cantona eigentlich 26 Jahre später auf das Rencontre zurück? “Ich hätte ihn noch viel härter treten sollen”, sagte er jüngst der Fachzeitschrift Daily Mail.

Den Film gibts ab dem 10. Mai im Bezahlfernsehen bei Sky, den Trailer bereits jetzt hier.

Clevere Kurzmiete

Herr Shearer am Donnerstag den 22. April 2021

Auswärts ist’s am schönsten!

Richtige Fans unterstützen ihr Team überall. Richtigen Fans ist die Distanz egal, wenn ihr Team auf fremdem Terrain antreten muss. Und richtige Fans lassen sich die Auswärtsfahrt auch nicht von so Kleinigkeiten wie Pandemie und Geisterspiel verderben. Denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

Foto: Screenshot Google Maps

Eine Handvoll Fans des englischen Zweitligisten Cambridge United konnten neulich wieder einmal ihr Team unterstützen und dabei erst noch einen 4:2-Auwärtssieg bejubeln, und das ohne irgendwelche Gesetze zu brechen. Die Brisbane Road, das Stadion des Londoner Viertligisten Leyton Orient hat in allen Ecken der vier Tribünen Appartmenthäuser, in denen einige Wohnungen über den beliebten Unterbringungsdienst Airbnb buchbar sind. Et puis voilà quoi! Einfach zwei Wohnungen mit Blick aufs Spielfeld gebucht und schon konnte der Spass losgehen! Freude an der Aktion hatte auf alle Fälle Cambrigdes Trainer Mark Bonner. Der ging nach Abpfiff zu den Fangruppen, um ihnen für ihre Unterstützung zu danken.

Falls Sie übrigens nicht zu den glücklichen hundert gehören, welche am Sonntag im Wankdorf dabei sein dürfen – In Basel könnten Sie möglicherweise als Langzeitmieter ein Schlupfloch finden. Hörmruff!

Problematischer Payne

Herr Shearer am Donnerstag den 15. April 2021

Ja, in Englands Norden sind die Sitten durchaus etwas rauer. Gerade auch im Abstiegskampf!

Bild: Lee Blease / Prime Media Images

Heute lernen Sie Stefan Payne kennen, falls Sie ihn nicht sowieso schon kannten. Der Mann ist Fussballprofi – Stürmer, so sagt man – tief in seinem Herz aber auch leidenschaftlicher Groundhopper. Anders können wir uns die Liste der Verein nicht erklären, die ihm in den letzten zwölf Jahren Lohn und Brot sicherten: Sutton United, Fulham, Gillingham, Braintree Town, Aldershot Town, Sutton United, Macclesfield Town, Ebbsfleet United, AFC Hornchurch, Dover Athletic, Barnsley, Shrewsbury Town, Bristol Rovers, Tranmere Rovers und aktuell Grimsby Town.

Da wird er aber kaum bleiben, denn der gute Stefan Payne hat neulich etwas die Nerven verloren. Klar, wer in der Meisterschaft ganz unten in der Tabelle steht und das Messer am Hals hat, der packt nicht die feine Klinge aus. Bei der 20. Niederlage in dieser Spielzeit brannten bei der 29-jährigen Tormaschine (bereits ein Tor in 17 Meisterschaftsspielen dieser Saison!) die Sicherungen durch und in bester Zidane-Manier rammte er zur Halbzeit beim Gang in die Kabine seinen Kopf in Filipe Morais.

Der Schiedsrichter hat das mitbekommen und Payne die rote Karte hingestreckt, bevor der in die Garderobe entschwinden konnte. In die gleiche wie sein Opfer Morais, denn dummerweise spielen beide für Grimsby Town, dass sich angesichts der Tabellenlage wohl kaum vor dem Abstieg aus der League 2 und auch aus dem Profifussball wird retten können. Immerhin blieben die “Mariners” die vorherigen acht Spiele ungeschlagen, aber gegen Bradford City war die Niederlage die logische Konsequenz. Sein Trainer will Payne nun auch nach dem Absitzen seiner drei Sperren nicht mehr aufstellen. Also, falls Sie noch einen erfahrenen, stets engagierten und robusten Stürmer für Ihren Vereins suchen und Herrn Payne die Möglichkeit geben möchten, einen weiteren Flecken Erde kennenzulernen, dann kontaktieren Sie doch einfach die Elite Management Agency. Die unterbreiten Ihnen sicher gerne ein passendes Angebot.