Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Dyche greift durch

Briger am Montag den 6. Februar 2023

Sean Dyche ist seit letzter Woche Trainer bei Everton – und ergreift im Abstiegskampf Massnahmen.

In Zukunft nicht mehr erwünscht im Everton-Training: Spieler mit Mütze und Schal (DALL-E)

Die Toffees liegen zurzeit auf Rang 18 der Premier League, es droht der erste Abstieg nach 69 Jahren Erstklassigkeit. Der Club hat reagiert und Trainer Frank Lampard freigestellt und dafür Sean Dyche geholt, der bis im Frühling 2022 Trainer von Burnley war. Dort erhielt er den Ruf unnachgibig und traditionell zu sein. Beim Liverpooler-Verein brachte er nun die Spieler bei Fitness-Übungen an den Rand der Erschöpfung. Und es wurde klar, worauf Dyche sonst noch Wert legt. Er verbannte nämlich Mützen und Schlauchschals aus dem Training und verpflichtete alle Spieler, mit Schienbeinschoner zu trainieren, denn, so Dyche, wenn man am Wochenende ein Spiel habe, dürfe man auch nicht mit Mütze oder Schal antreten und müsse Schienbeinschoner tragen, dies sei nichts anderes als gesunder Menschenverstand und überhaupt mache ihn das tragen von Mützen und Schals im Training schon seit Jahren wahnsinnig.

Nun, ein erster Schritt in die richtige Richtung ist getan, am Wochenende bezwangen die Toffees Arsenal. Die Gunners, souveräner Leader der Premier League, verloren damit erstmals seit dem 1:3 bei Manchester United am 4. September 2022 wieder ein Spiel.

Leiden in Leith

Frau Tifosa am Dienstag den 24. Januar 2023

Einige Redakteure haben Zweitklubs, ich habe neuerdings sogar einen Drittclub. 

Da ich unglaublich gerne wegen meines Vereines im Stadion leide mit meinem Verein im Stadion mitfiebere, war dieser Schritt nach dem Umzug unumgehbar. Und weil ich neben der Easter Road wohne, war für mich schnell klar: Die Hibernians werden zu meinem Drittclub.

Ich hätte ja vorgewarnt sein müssen, dass man als Fan der Hibs oft leidet. Denn die Vereinshymne, der Song Sunshine on Leith von den Proclaimers, beginnt mit den Worten: My heart is broken, my heart is broken, sorrow, sorrow“. Und so war es auch in den ersten paar Spielen, die ich im Stadion sah. Das Herz wurde oft gebrochen und der Kummer war gross. Gut gespielt, irgendwie dann doch nicht gewonnen. Es war wie früher bei YB.

  • Anstehen beim Ticketschalter...

  • ...denn online gabs keine Tickets, weil der Computer meinte, ich sei ein Modefan.

  • Die Polizei ist auch schon bereit

  • Das vegetarische Angebot ist scheint nicht so gut zu laufen...

  • ...im Gegensatz zum normalen Essensstand (wie immer in Schottland ohne Bier).

  • Schal montiert - Wie es sich für eine Tifosa gehört.

  • Die Spannung vor dem Anpfiff ist bei allen Zuschauenden spürbar...

  • ...denn bald gehts los!

  • Sonnenuntergang über Leith

Am letzten Sonntag machte ich mich wieder auf in Richtung Stadion, denn es war Derby im Cup. Hibernian startete wie so oft gut ins Spiel. Spielte frech nach vorne, erarbeitete sich Chancen. Plötzlich kam Hoffnung auf. Diese wurde aber schon nach 10 Minuten wieder zerstört, als entgegen dem Spielverlauf die Hearts mit ihrem ersten Abschluss in Führung gingen. Dieses Muster wiederholte sich dann im ganzen Spiel: die Hibs versuchten wie verzweifelt, trafen aber bei ihren Abschlüssen nie das Tor sondern nur Gegenspieler, Mitspieler oder Aluminium. Die Hearts waren hingegen klinisch in der Chancenverwertung und gewannen das Spiel schliesslich mit 3:0. Glauben Sie mir, es war zum verzweifeln.

Während die Tribüne gegenüber ausgelassen feierte, spazierte ich etwas frustriert der über Leith untergehenden Sonne entgegen nach Hause. Dabei gingen mir die weiteren Songzeilen aus Sunshine on Leith durch den Kopf.

While I’m worthMy room on this EarthI will be with youWhile the ChiefPuts sunshine on Leith
I’ll thank Him

Plötzlich machte irgendwie alles Sinn. Ich werde nächstes Wochenende zurückgehen und dann wird’s schon gut gehen. Gleichzeitig war ich aber auch dankbar, läufts bei meinem Erstclub heutzutage deutlich besser. Denn: Irgendeinisch fingt ds Glück eim.

Krasser Klima-Clinch

Herr Winfried am Mittwoch den 18. Januar 2023

Klimakrise? Mobilitätskrise!

Fans in England befinden sich offensichtlich im Clinch. Die Preise für Fussballspiele sind bekanntlich recht hoch, auch Zugfahren ist für das Portmonnaie einigermassen schmerzhaft. Gleichzeitig ist ja die Billigfluggesellschaft Easyjet auf der Insel daheim und da ergeben sich auch mal ganz neue Optionen – für weniger Geld.

Beachtliche Bilder, v.a. das unten links. Quelle: “Social Media”

Eines der besuchten Spiele war gar das Lissaboner Derby, Sporting gegen Benfica. Eine genauere Recherche hat ergeben, dass der User ein erfahrener Fussballreisender ist, nahe des Londoner Flughafens Stansted wohnt, und statt Easyjet Ryanair benutzt.

Sein Motto: “Travel cheap, travel often.” Ob das jetzt eine hehre Sicht der Dinge ist, müssen Sie selbst für sich entscheiden.

Findiges Feedback

Herr Maldini am Dienstag den 17. Januar 2023

LIVE ab 13.00 Uhr: Pressekonferenz YB vor der zweiten Saisonhälfte

Zeuseln lohnt sich nicht.

Aber der Reihe nach: Am Samstag gastierte der FC Southampton in Liverpool beim FC Everton. Die Anreise war bereits am Vortag erfolgt, man nächtigte anschliessend in einer vermutlich edlen Absteige. Evertoner Fans versüssten den Gästen die Nacht mit Feuerwerk, Böllern und allem, was dazu gehört.

Der Nutzen dieser Willkommens-Geste zeigte sich begrenzt, Southampton gewann dann 2:1 im Goodison Park, der Kapitän James Ward-Prowse traf gleich doppelt.

Wie es sich im Jahr 2022 gehört, hinterliess Southampton danach eine Bewertung des Hotels im weltweiten Netz. Lesen Sie selbst (ein Click auf das Bild vergrössert das Erlebnis):

Sonntagsniederlage der Spartanerinnen

Frau Tifosa am Dienstag den 10. Januar 2023

Nicht nur in England und in Frankreich war dieses Wochenende Cup. 

Die schottischen Frauen spielten nämlich dieses Wochenende die vierte Runde ihres Pokalwettbewerbes. Dies alleine wäre ja schon ein guter Grund für einen Matchbesuch. Wenn dann noch Derby ist, gibt es keine Ausreden mehr. Das Sonntagsprogramm war also klar: Hibernian gegen den Spartans WFC.

Zu Fuss gings zum Meadowbankstadion. Wobei dieses den Namen Fussballstadion nicht wirklich verdient. Denn zwischen der kleinen Tribüne und des Feldes sieht man vor allem eine Tartanbahn. Insgesamt ist es eine Angelegenheit für Fussballpuritaner: keine Bandenwerbung, keine Anzeigetafel und kein Stadionspeaker. Würde man an das Spiel heranlaufen, hätte man keine Ahnung, dass hier zwei Profiteams aus der höchsten Liga des Landes spielen.

  • Das Tribünchen ist einigermassen gut gefüllt.

  • Der Foodtruck verkauft kein Bier aber Pommes und Irn-Bru. Dafür war es mir aber bei einem 12 Uhr Spiel definitiv zu früh.

  • Für Saucen ist gesorgt.

  • Los gehts!

  • Vorteil einer Leichtathletikbahn beim Fussball: Ideale Bedingungen für ein Wettrennen in der Pause.

  • Für die 8 Pfund Eintritt erhält man sogar Zugang in die Katakomben des Stadions.

  • Was mich während des ganzen Spiels beschäftigte: Was ist mit dem weissen Bandenteil passiert?

Die Zuschauer:innenzahl bleibt unbekannt, denn es gab ja keinen Speaker auf dem Platz, der eine Mitteilung an die Presse machen konnte. Mit Sicherheit kann ich aber mitteilen, dass während des ganzen Spiels zwei Möwen anwesend waren, die fleissig ihre Runden über dem Platz drehten.

Die Anwesenden sahen zwei Teams, die vorsichtig in das Spiel starteten. Die Damen von Hibernian gingen nach 36 Minuten in Führung und gaben das Spiel danach nicht mehr aus der Hand. Dank des 3:0 Heimsieges ziehen sie in die nächste Runde ein.

Bei den Hibs stand übrigens Haaland auf dem Feld. Sie hat zwar die gleiche Frisur wie ihr berühmter Namensvetter, ihre Aufgabe ist aber das Verhindern von Toren. Sie hatte am Sonntag nicht besonders viel zu tun, dies zeigt die Tatsache, dass sie in der ersten Halbzeit im Kurzarmshirt spielte, dann wohl kalt bekam und in der Pause auf Langarm wechselte.

Vom Ruhm zum Huhn

Rrr am Dienstag den 10. Januar 2023

Liverpool Rekordbrecher jetzt ohne Club mit 26 Jahren und besitzt gebratenes Huhn zum Mitnehmen.

Google Translate fasst das schön zusammen, aber wir können es natürlich noch ausdeutschen.

Jerome Sinclair durfte schon mit 16 Jahren erstmals für Liverpool spielen, 2012 unter Brendan Rodgers war das. Nur sechs Tage nach dem 5:3-Sieg der Reds im Wankdorf gegen YB debütierte Sinclair für die erste Mannschaft, am 26. September 2012 im League Cup gegen West Bromwich Albion. Bis heute ist Sinclair der jüngste Spieler, der jemals für die Reds im Einsatz stand.

Später kam er noch einige Male in der ersten Mannschaft zum Einsatz. Unter Jürgen Klopp schoss der Mittelstürmer 2015 sogar ein Tor, im FA Cup gegen Exter. Es sollte sein einziges bleiben. Den Durchbruch schaffte er nie, weder an der Anfield Road noch bei Wigan, Watford, Birmingham, Sunderland, Oxford oder zuletzt im Ausland bei Venlo und ZSKA Sofia. Seit Juli 2021 ist er vereinslos.

Jetzt hat er sich neu orientiert und bei der Poulet-Fastfood-Kette Morley’s eine Franchise für die Filiale in Birmingham erworben. Ob er sich noch mit dem runden Leder befasst, entzieht sich unserer Kenntnis.

(Foto: Screenshot Internet)

Wer wünscht was

Herr Winfried am Donnerstag den 22. Dezember 2022

Es gab mal eine Zeit, als sich Fussballer noch nicht alles einfach so kaufen konnten…

… dann wünschten sie sich das eben zu Weihnachten. So wie 1992 Fraser Digby von Manchester United. Er gab folgenden Wunsch bekannt: “Ein Mobiltelefon, so dass ich mit meiner Frau in Kontakt bleiben kann, wenn ich an einen anderen Ort ausgeliehen bin.” Etwas weniger dick trug Digbys Teamkollege Paul Ince auf: “Einen Big Mac, ein Chicken Sandwich, grosse Portion Pommes und Ketchup”.

Nicht alle wollten sich aber vom Weihnachtsmann materiell beschenken lassen. Mark Hughes etwa zeigte sich eitel (“ein Wundermittel gegen graues Haar”), Peter Schmeichel ganz pragmatisch (“10 Tage frei”) und Bryan Robson dachte solidarisch an alle (“das Ende der Rezession”).

Aber niemand war so warmherzig wie der grosse Eric Cantona: “Ich hoffe, dass alle das Geschenk bekommen, das sie sich wünschen”.

Bild im Internet gefunden (Reddit)

Fussi mit Bussi

Frau Tifosa am Dienstag den 6. Dezember 2022

BREAKING NEWS: Schweiz boykottiert Achtelfinal – Portugal-Schweiz 6:1

Dies ist die Geschichte der Dick, Kerr Ladies. 

Die Dick, Kerr Ladies sind eines der erfolgreichsten Fussballteams der Geschichte. Benannt wurde die Frauschaft nach der Munitionsfabrik Dick, Kerr in Preston. Als sich während des ersten Weltkrieges die Männer an der Front bekämpften, begannen Frauen vielerorts an der Stelle von Männern in Fabriken zu arbeiten und zu kicken. Und die Damen aus Preston waren dabei besonders erfolgreich: Zehntausende Zuschauer:innen besuchten regelmässig deren Spiele. Dabei wurden jeweils tausende Pfund zugunsten von im Krieg verwundeten Soldaten gesammelt.

Im Frühling 1920 kam es dann sogar zum ersten internationalen Frauenclubfussballspiel der Geschichte, als eine französische Frauschaft aus der Region Paris die Ladies in Grossbritannien besuchte. Weshalb ich dies alles erzähle? Ganz einfach: Weil ich dieses Bild zeigen wollte.

Fotograf:in unbekannt, 1920

Darauf zu sehen ist der Begrüssungskuss zwischen der Kapitänin der Dick, Kerr Ladies (rechts) und ihres französischen Gegenübers. 

Die Damen wurden danach übrigens Opfer ihres eigenen Erfolges: Denn im Dezember 1921 verbot die britische FA in einer einstimmigen Entscheidung den von Frauen gespielten Fussball. Der Sport sei nicht für deren Körper geeignet. Gemäss Informationsstand der Redakteurin verschwand mit dem Verbot leider auch der Begrüssungskuss aus dem Fussballalltag. 

Gemütliches Glasgower Gekicke

Frau Tifosa am Dienstag den 22. November 2022

Am Sonntag war Derby in Glasgow. Sie denken jetzt bestimmt gerade ans Old Firm. 

Um dieses geht es in diesem Artikel aber nicht, denn Old Firms sind ja bekannterweise selten gemütlich. Das Spitzenspiel der höchsten schottischen Frauenliga stand auf dem Programm: Glasgow City F.C. gegen die Rangers.

Die Anreise verlief nicht ganz komplikationslos. Vom Bahnhof hätte mich eigentlich ein Bus zum Petershill Park bringen sollen. Da dieser Bus (wie in Glasgow nicht unüblich) nie auftauchte, musste ich kurzerhand aufs Taxi ausweichen.

Das Stadion ist eher ein Stadiönchen und bietet Platz für 1000 Zuschauer:innen. Eine frühzeitige Anreise wird empfohlen, denn die Plätze auf der Tribüne werden nach dem first come first serve Prinzip vergeben. In ebendieser Tribüne befindet sich übrigens auch die Kaffeebar, an der man sich zu sehr fairen Preisen gut verpflegen kann. 

  • Hier gehts zum Eingang

  • Formidabler Fanshop

  • Heute ist die BBC zu Besuch, denn das Spiel wird als WM-Eröffnungsspiel-Boykott-Programm live im TV übertragen.

  • 540 Zuschauer:innen sorgen für eine tolle Stimmung

  • Frau Tifosas Tenue bei gefühlten 5°C: Wollmantel, Wollmütze, Wollschal. Tenue des Ballmädchens: Kurze Hosen (Material unbekannt)

  • Die Social Media Abteilungen beider Vereine leisteten tolle Arbeit auf der (Presse)tribüne

  • Ton in Ton: Die Trikotwahl der Torhüterinnen

  • Der Pausentee ruft

  • Die Coffee Cabin hat leider kein Bier im Angebot

  • Die Steak Pie - Gut und günstig

  • Gibt es an diesem Männerturnier in der Wüste auch Hunde an der Bar?

Die Ausgangslage vor dem Spiel war vielversprechend. Der aktuelle Meister (Rangers) gegen den vorherigen Serienmeister (mit 14 Meisterschaftstriumphen in Folge). Beide Teams sind äusserst erfolgreich in die Meisterschaft gestartet und hatten nach neun Runden noch keinen einzigen Punkt abgegeben. Die Rangers grüssten dank des besseren Torverhältnis (47:0!) von der Tabellenspitze. 

Das Spiel war unterhaltsam und endete dank zwei Penaltytoren 1:1 unentschieden. Dies entsprach aber nicht unbedingt dem Spielverlauf: Die Rangers dominierten die Partie und verzeichneten kurz vor Schluss sogar einen Lattentreffer. Der lachende Dritte ist übrigens Celtic Glasgow, das dank seines 3:0 Sieges gegen die Hearts nur noch einen Punkt Rückstand auf die Tabellenspitze hat. 

Meine Spielerin des Tages ist Kinga Kozak. Die kleine polnische Offensivspielerin von City hat nicht nur eine löbliche Alliteration im Namen, sie spielte insbesondere in der ersten Halbzeit auch eine sehr gute Partie.

Und bevor sie fragen: Der Modus in der schottischen Frauenliga ist auch kompliziert. Ob es sich dabei um den schottischen Modus handelt, konnte wollte der RL Recherchedesk nicht herausfinden.

 

Knusprige Karottenkicker

Frau Tifosa am Dienstag den 15. November 2022

Diese Woche nehme ich Sie mit ans Spitzenspiel der schottischen dritten Liga. 

Am Samstag spielte nämlich FC Falkirk (vor dem Spiel auf der 3. Position) gegen den FC Edinburgh (2.). 

Das Stadion in Falkirk hat nur drei Tribünen. Eine vierte soll dann vielleicht in Zukunft noch gebaut werden, aber dafür ist Falkirk zurzeit einfach zu schlecht. Vorerst hat man deshalb von der Haupttribüne aus eine schöne Aussicht auf das Trainingsfeld nebenan. An diesem wunderschönen Nachmittag im schottischen Spätherbst verirrten sich übrigens 3705 Zuschauer:innen ins Falkirk Stadium.
Der Trikotsponsor des Tages ist crunchycarrots auf der Brust des FC Falkirk. Zu meiner grossen Enttäuschung hat dieser Sponsor aber leider nichts mit Karotten, sondern nur etwas mit Marketing zu tun. Die Tatsache, dass ich das jetzt weiss, spricht aber für dessen Marketingkompetenzen.

  • Um zum Stadion zu gelangen, folgen Sie am besten dem inoffiziellen Falkirk Kids Club.

  • Trotz Energiekrise scheint die Stromversorgung beim Falkirk FC gesichert zu sein.

  • Toller Fanshop…

  • … mit noch tolleren Trikots.

  • In Falkirk wird übrigens erst nach dem Spiel gesoffen,…

  • …deshalb gibt es im Stadion auch kein Bier…

  • … aber dafür Capri-Sonne und schlechten Kaffee.

  • Die Steak Pie war übrigens erstaunlich lecker.

  • Zwei der drei Tribünen.

  • Aus der Kategorie: Politische Werbung im Stadion bekennt sich zu YB.

  • Wettbewerbsverzerrung! Falkirk wechselt kurz vor Schluss ein ganzes Land ein.

Das Spiel war übrigens äusserst unterhaltsam. Das Heimteam dominierte und gewann verdient mit 2:0. Bester Mann auf dem Platz war der zwanzigjährige Ire Ola Lawal, der überall auf dem Platz anzufinden war. Er rettete als Verteidiger in extremis, verteilte Bälle als Mittelfeldspieler und schoss das erste Tor als Stürmer. Ich habe deshalb auch keine Ahnung, auf welcher Position er eigentlich spielt. Was ich aber sicher weiss: Er war zwei Klassen besser als alle anderen.

Und bevor Sie fragen: Nein, in der schottischen dritten Liga spielt man nicht im schottischen Modus, sondern im aktuellen Schweizermodus. 

Looking for Erling

Frau Tifosa am Dienstag den 8. November 2022

Nicht nur Mamma und Papa Tifosa mögen Fussball, sondern auch Bruder Tifosa. 

Bei diesem ist in der Erziehung aber irgendetwas schief gegangen. Dieser ist halt sehr jung und sein Zweitclub ist deshalb Manchester City. Letztes Wochenende ging für ihn ein grosser Traum in Erfüllung, denn er durfte mit seiner grossen Schwester ein Spiel im City of Manchester Stadion besuchen. 

Besonders freuten wir beide uns natürlich auch darauf, Erling Haaland für einmal in echt zu sehen. Als dann im Verlauf der Woche Gerüchte aufkamen, dass er aus gesundheitlichen Gründen vielleicht gar nicht spielen würde, machten wir uns in der ganzen Stadt auf die Suche nach Erling. 

  • Goat. Goater. Haaland? Vielleicht in ein paar Jahren.

  • Im National Football Museum ist Haaland noch nicht. Zibung aus irgendwelchen Gründen schon.

  • Nicht Haaland. Aber der Grund für Bruder Tifosas Zweitclubwahl.

  • Im Fanshop kommen wir Haaland langsam auf die Spur.

  • Am Bierstand herrscht reger Betrieb. Haaland ist aber wenig überraschend nicht da.

  • Ist er das? Ah nein, die Frisur stimmt nicht.

  • Zweitlautester Jubel des Tages. Haaland ist da und wird eingewechselt.

  • Lautester Jubel des Tages. Haaland versenkt den Penalty und Bruder Tifosa ist glücklich.

Zum Spiel: City startete das Spiel gegen Fulham so dominant, dass der Schiedsrichter nach 26‘ ein Handicap einführte und Cancelo vom Platz stellte. Danach wurde das Spiel etwas ausgeglichener.

Zur Stimmung: Erstaunlich gut, war wohl auch dem Spielverlauf geschuldet. Die Heimfans peitschten ihre Mannschaft richtiggehend zum Last-Minute-Sieg. Im Ticketpreis inklusive war übrigens der Manchester City Klubschulkurs mit dem Titel „Fusssballspezifisches Fluchen im englischen Sprachraum“ (oder auf Englisch: telling ****** at the football that they are ******* *****)

Kevin des Tages: Bruder Tifosa versteht tatsächlich etwas von Fussball und meint de Bruyne. Ich verstehe nur etwas von YB und werde deshalb natürlich immer Mbabu sagen.

Toilettenartikel des Tages: In der Damentoilette liegen gratis Binden und Tampons auf. Menstruieren auf Kosten des Scheichs. Das finde ich gut. 

Schampar schnittiger Schuhschriftzug

Herr Winfried am Mittwoch den 26. Oktober 2022

Heute starten wir mit aktueller Politik.

Vielleicht haben Sie es mitbekommen, in Grossbritannien läuft gerade zum zirka 37. Mal in den vergangenen fünf Jahren ein Polittheaterstück. Das lässt dort drüben kaum jemanden kalt, auch die Fussballer nicht. Fragen Sie zum Beispiel Paul Mullin vom Fünftligisten Wrexham AFC.

Herr Mullin liess sich in Zusammenarbeit mit dem Singer/Songwriter Jamie Webster ganz originelle Schuhe anfertigen, auf denen eine Meinungsäusserung betreffend die regierende Konservative Partei (auch “Tories” genannt) zu lesen ist. Die Botschaft ist, nun ja, unmissverständlich. Mullin wird nun vielerorts gefeiert, damit die Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung wiederzugeben.

Bild: von Paul Mullin via Instagram

Mullins Verein wurde das dann doch etwas too much. Der Wrexham AFC teilte gestern vor dem Heimspiel gegen Halifax Town mit, dass Herr Mullins die Schuhe nicht tragen werde. Weder in diesem noch in irgendeinem anderen Spiel. Und: Die Fotos seien ohne Kenntnis oder Genehmigung des Clubs entstanden.

Soll noch jemand sagen, Politik und Fussball hätten nichts miteinander zu tun!