Archiv für die Kategorie ‘Südamerika’

Lange Liste

Rrr am Sonntag den 21. August 2016

Boliviens neuer Nationaltrainer lässt nichts anbrennen.

hoyosGuillermo Angel Hoyos (der einst Barcelona B trainierte und sich als Messi-Entdecker feiern liess) berief 93 Spieler ins provisorische Aufgebot für die WM-Qualispiele übernächste Woche gegen Peru und Chile: Sieben Torhüter, 27 Verteidiger, 34 Mittelfeldspieler und 25 Stürmer.

All diese Spieler seien in Boliviens Kader an der WM 2018 denkbar, sagte Hoyos gegenüber bolivianischen Medien. Auf der Liste finden sich auch die Namen von Zurückgetretenen und Langzeitverletzten, wie Sie unschwer erkennen können:

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Hoyos’ erstes Problem als Nationaltrainer ist, dass er der FIFA für die ersten Qualispiele vom 1. und 6. September nur die Namen von 23 Spielern nennen darf. Da brauchts also noch einen kleinen Kaderlass.

Das nächste Problem besteht darin, dass in der WM-Quali schon sechs Spiele absolviert wurden und fünf davon verloren gingen. Hoyos tritt also ein schweres Erbe an.

Überraschung bei Umzug (I)

Herr Maldini am Freitag den 15. Juli 2016

Wer umzieht, stösst immer wieder auf Überraschungen. Herr Maldini zieht um – und entdeckte prompt etwas Unerwartetes.

2016-07-14 16.34.47Herr Maldini öffnete eine Kiste, da kam ein kleines, grünes Etui mit der Aufschrift “Argentinia 78” zum Vorschein. 1978? Genau, da war doch Fussball! Weil das lange vor Maldinis Zeit war, fuhr er auf die Redaktion mit dem Ziel, einige Experten zum Thema zu befragen.

Der junge Herr Briger, der den Redaktionskühlschrank nachfüllte, zuckte einzig mit den Schultern. “Argentinien? 1978? Warum fragen sie mich?”, schnauzte er lediglich. “Sie sind mir noch ein Experte”, antwortete der verdutzte Maldini.

Er ging weiter und traf auf dem Flur Herrn Harvest. “1978? Vor meiner Zeit.” “Meine Güte”, dachte sich Maldini, “das ist doch die Redaktion eines Fussballfachforums.”

2016-07-14 16.36.21Leicht desillusioniert klopfte er an die Tür von Herrn der Amas Büro. Maldini war sich nicht sicher, aber es klang, als wäre der Chef gerade bei der Ama und würde ihn zusammenstauchen. Er ging trotzdem rein und streckte den Streithähnen sein grünes Etui entgegen. “Córdoba, Diktatur, Argentinien, Beschiss, Schwarz-Weiss-Fernseher”, sagte der Ama etwas einsilbig, aber wie aus der Pistole geschossen. Herr Rrr hingegen bekam glänzende Augen und geriet umgehend ins Schwärmen. “Der Finalrasen war von Papierschnitzeln übersät. Mario Kempes, der Weltmeister und Torschützenkönig. Der Junta-General hatte einen Schnauz, das weiss ich auch noch. Argentinien erkaufte sich ein 6:0 gegen Peru, das finden Sie übrigens im RL-Archiv! Leider durfte ich die Abendspiele nicht gucken, sie begannen erst um 23 Uhr. Ja, so war das, Herr Maldini.” Der Chef wollte nicht mehr aufhören, aber Herr Maldini war froh, dass immerhin einer etwas zu Argentinien 78 sagen konnte.

Danach zog er sich in sein kleines Büro zurück, begutachtete freudig seine Münz-Set und recherchierte heimlich. “Eine WM mit nur 16 Mannschaften? Sechs Stadien genügten zur Austragung? Keine Gurkenspiele (ok, eine kleine Ausnahme, aber die gibt es immer)? Alles in Schwarz-Weiss? Ein Turnier ohne Probleme in einem Land, in dem Ordnung herrscht? Wow, das müssen Zeiten gewesen sein damals.”

Messi und tschüss

Rrr am Montag den 27. Juni 2016

2014, 2015, 2016.

22Lionel Messi verliert mit Argentinien zum dritten Mal hintereinander einen Final. Nach der Niederlage gegen Deutschland an der WM 2014 und gegen Chile an der Copa America 2015 unterlag Argentinien letzte Nacht Chile im Endspiel um die Jubiläums-Copa 2016.

Nach torlosen 120 Minuten musste ein Penaltyschiessen entscheiden. Und dort gehörte Messi zu den Versagern (wie übrigens auch Bayern Münchens Arturo Vidal für Chile). Anschliessend trat er aus dem Nationalteam zurück.

Geniessen Sie nun die entscheidenden Penaltyschüsse und den grossen Jubel der Chilenen.

Hallo Mama

Rrr am Montag den 20. Juni 2016

Das Dringendste zuerst.

Und das ist auch für einen Fussballprofi nach dem Abpfiff: Handy checken.

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Unser Bild (aufgenommen von Ezequiel Lavezzi) zeigt argentinische Nationalspieler unmittelbar nach dem 4:1 gegen Venezuela. Die Mannschaft steht damit im Halbfinale der Copa America Centenario. Dort trifft sie in der Nacht auf Mittwoch auf Gastgeber USA (live auf KabelEins um 03.00 Uhr). Den zweiten Finalisten machen Kolumbien und Chile am Donnerstag ab 02.00 Uhr unter sich aus.

Moderner Fussball (IV)

Rrr am Sonntag den 8. Mai 2016

BREAKING NEWS: Free Red Bull für alle! RB Leipzig steigt in die Bundesliga auf 

Schreien Sie Ihren Klub reich!
Wir kennen das: 90 Minuten lang ist die Fankurve am Singen und am Anfeuern der eigenen Mannschaft. Das mag gut für die Stimmung im Stadion und das Audiosignal für die Live-Übertragung sein, doch aus monetärer Sicht bringt das Engagement der Fans eigentlich nichts.

Abhilfe schafft eine brasilianische Werbeagentur. Die hat die Fans der Corinthians aus São Paulo dazu gebracht, während der Spiele die Namen von Schuhmarken, Getränken, Taxifirmen undsoweiter zu skandieren. (Genau, in Bern lautet der Schlachtruf dann “Carlsberg, Carlsberg!” statt “Hopp YB”.)

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Auf der Anzeigetafel ist zu sehen, wie laut die Fans singen. Beispiele ab 00.28:

Je lauter die Fans sind, desto mehr Geld lässt der Sponsor springen. Die Corinthians setzen den Erlös für den Bau eines neuen Trainingszentrums ein.

Der zweifache Klubweltmeister hat allein in Brasilien über 30 Millionen Fans. Zu den Klublegenden gehören gehören Gilmar, Sócrates, Cris und Paulinho. Auch Rivaldo, Roberto Carlos, Dida und Ronaldo Lima haben für die Schwarz-Weissen gespielt, deren Fans “O bando de loucos” (Bande der Verrückten) heissen.

Totes Rennen

Herr Pelocorto am Samstag den 5. Dezember 2015

Der argentinische Fussballverband AFA wählt einen neuen Präsidenten. Irgendwie.

Die Kandidaten Marcelo Tinelli und Luis Segura bei der Pressekonferenz nach der Wahl.

Am Donnerstagabend wurde der Nachfolger für den 2014 verstorbenen Juan Grondona gesucht. Marcelo Tinelli, bekannt aus dem argentinischen Funk und Fernsehen und Luis Segura, Grondonas ehemaliger Vize traten an. Anwesend waren 75 wahlberechtigte Personen, in der Urne fanden sich 76 Stimmzettel, Tinelli und Segura erhielten je 38 Stimmen. Dann folgten gegenseitige Beschimpfungen und Verdächtigungen. Marcelo Tinelli, der auch noch Vizepräsident beim Papstclub San Lorenzo ist, meinte:

Im argentinischen Fussball ist alles möglich.

Was jetzt genau geschieht, ist noch unklar, die beiden Kandidaten wollen über ihren Schatten springen und zusammenarbeiten. Wenn das nicht klappe, sollen nochmals Wahlen stattfinden. Trainerlegende Carlos Bilardo zeigte sich erschüttert über die Vorkommnisse:

Wäre Grondona noch da, er würde noch einmal sterben.

Der Wochenend-Kracher

Herr Pelocorto am Freitag den 20. November 2015

Nein, es geht nicht um Real Madrid gegen den FC Barcelona.

Wir blicken nach Brasilien, wo Vasco-Spieler Rodrigo Baldasso für sein hohes Bein gegen Malcolm die zweite Gelbe sah. Das Spiel endete 1:1, Corinthians São Paulo wurde gestern Nacht brasilianischer Meister. Wir gratulieren herzlich und wünschen Malcolm gute Genesung.

Regen im Buenos Aires

Rrr am Freitag den 13. November 2015

Viel Regen. Richtig viel Regen!

(null)

Das WM-Qualifikationsspiel Argentinien – Brasilien musste deshalb letzte Nacht angesagt werden.

Nachgeholt wird es heute, so Petrus (oder wer immer zuständig ist) will.

Perfekter Pass

Rrr am Mittwoch den 28. Oktober 2015

Der Schiedsrichter ist Luft.

Der Assist war trotzdem schön.

Das war das Siegestor für Sporting Cristal in der höchsten peruanischen Liga. Mit dem 3:2 über Juan Aurich verteidigte Sporting Platz 2.

Der Hexer

Herr Pelocorto am Dienstag den 27. Oktober 2015

Zu Ihrer Information: Trotz des Titels folgt KEIN Torhüterbeitrag!

Wir werfen einen Blick in die venezolanische Liga. Dort besiegt am Sonntag der Zamora FC das Gästeteam Estudiantes de Caracas mit 2:0. César Martínez, der Torschütze zum 1:0, verfügt über äusserst ungewöhnliche Fähigkeiten, was die Ballbehandlung beim Torjubel angeht:

El cóndor pasa 2.0

Rrr am Mittwoch den 21. Oktober 2015

Memphis Depay hat schon wieder Ärger.

depay-peruvian-pan-flute-playerNach der verpassten EM-Qualifikation hagelt es Kritik an den Versagern in der niederländischen Elf. Ex-Twente-Trainer Co Adriaanse nahm im holländischen TV den ManUtd-Star Depay ins Visier.

“Der soll sich erst einmal anständig anziehen. Beim letzten Zusammenzug der Elftal sah er aus wie ein peruanischer Panflötenspieler. Wenn Du jung bist und noch nichts geleistet hast, musst Du Dich nicht extravagant kleiden. Cristiano Ronaldo macht das, aber der hat wenigstens auch schon etwas geleistet. Depay muss zuerst noch herausfinden, dass er Mitglied einer Mannschaft ist und nicht ein Einzelsportler wie Usain Bolt. Und als Mitglied einer Mannschaft ziehst Du Dich nicht so an.”

Wir wissen nicht, wie es Ihnen geht, aber wir haben jetzt gerade unbändige Lust auf eine paar peruanische Panflötenspieler. Film ab!

Die Akademikerin

Herr Pelocorto am Samstag den 17. Oktober 2015

Pablo Delpiero arbeitet bei Racing Club de Avellaneda. Das hat Folgen.

Racing ist einer der traditionsreichen argentinischen Fussballclubs. Weil er zwischen 1913 und 1925 tollen Fussball zeigte und neunmal Meister wurde, erhielt der Club den Übernamen «Akademie des argentinischen Fussballs». La Academia oder kurz lacade wird der Club auch heute noch genannt.

Aber wir waren bei Pablo und seiner Gattin Cynthia stecken geblieben. Ihre Tochter kam am 4. Oktober zur Welt und für die Eltern war klar, beim Namen muss der Bezug zu Racing klar sein. So, jetzt aber zum Bildmaterial!

Die Tochter – so süss!

Die Tochter – so süss!

Vater Pablo und Tochter

Vater Pablo und Tochter

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