Archiv für die Kategorie ‘Südamerika’

Tückisches Terrain

Rrr am Sonntag den 9. Juli 2017

Sonne, Samba, Strand. Das ist Brasilien!

Wir schalten um nach Queimados im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Das Heimteam trifft auf den Serra Macaense Futebol Clube.

Serra Macaense gewann 4:2. Die Gastgeber bleiben damit sieglos seit dem 12. Juni. Also am 12. Juni 2016, um genau zu sein.

Kicker mit Körperkontakten

Rrr am Mittwoch den 5. Juli 2017

Wir gehen dorthin wo’s weh tut.

Richtig, in die argentinische Primera División. Die Meisterschaft ging letzte Woche zu Ende. Das nahm ein TV-Sender zum Anlass, um die hässlichsten Fouls der Saison zusammenzuschneiden.

Meister wurden übrigens zum 32. Mal die Boca Juniors. Und das, obwohl sich ein Fan beim Stadtderby neulich gegen CA Huracán vom Referee geprellt sah. In der Nachspielzeit nutzte Huracán einen vermeintlich geschenkten Penalty zum 1:1-Endstand.

Der Boca-Fan rief darauf den Polizei-Notruf 911 an, um einen Diebstahl zu melden: Seinem Team seien zwei Punkte gestohlen worden. Auf die Frage der Telefonistin nach dem Tatort nannte der Anrufer die Adresse des Stadions. Wie viele Täter es gewesen seien? 50.000. Die Polizistin wiederholte “verständnislos” zweimal die Frage und bekam stets dieselbe Antwort zu hören. Der Mitschnitt des Telefonats war in Argentiniens sozialen Medien ein grosser Erfolg. Dem Boca-Fan droht wegen des Scherz-Anrufes nun ein juristisches Nachspiel.

Stoffsammlung

Harvest am Mittwoch den 10. Mai 2017

Wieso Sie Fussballer werden sollten? Deswegen!

Haben Sie nicht auch schon davon geträumt? Ihr Lieblingsspieler läuft nach dem Spiel direkt in Ihre Richtung und wirft sein getragenes, schweißgebadetes Trikot in die Menge und Sie fangen es auf. Was für ein Moment. Sowas erlebt man nur einmal.

Das gilt natürlich nicht für Fussballer. Die sind an der Quelle und können nach jedem Spiel mit einem gegnerischen Spieler Trikots tauschen. Wenn sie dann sogar noch eine gewisse Berühmtheit erlangt haben, können sie sich den Tauschpartner aussuchen. Das gilt sicher auch für Barcelonas Vorzeigehipster Lionel Messi, der auf Instagram mit seiner Sammlung angibt.

 

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Den Schatz bewahrt er in einem eigens dafür errichteten Raum auf. Wie es darin riecht, möchten wir lieber nicht wissen. Dafür können Sie noch einen Blick auf sein bescheidenes Anwesen werfen.

Der Pendler

Rrr am Samstag den 29. April 2017

Kennen Sie Messi?

Klar. Wir auch.

Aber wussten Sie, dass Messi in Wirklichkeit Reza heisst, 25 Jahre alt ist und auf dem Stadtplanungsamt von Teheran arbeitet? Die iranische Nachrichtenagentur Mehr hat den Fall diese Woche aufgedeckt.

Weltweit bekannt ist Messi durch seine Tätigkeit als Stürmer des FC Barcelona und der argentinischen Nationalmannschaft. Es ist offensichtlich, dass er regelmässig nach Spanien oder gar Südamerika reist, wenn er Spiele zu bestreiten hat. Unter der Woche aber spaziert Messi für gewöhnlich durch Teheran, lässt sich mit Fans fotografieren und verteilt grosszügig Autogramme.

Ein iranischer Fernsehsender hat ihm nun eine Rolle in einer Vorabendserie angeboten. Er werde das Angebot wahrscheinlich annehmen, berichten die Medien – vorausgesetzt, die beruflichen Termine lassen sich weiterhin alle unter einen Hut bringen.

Neulich im Bernabeu

Rrr am Dienstag den 25. April 2017

Rundes Leder Mittagsgalerie: Heute mit Lionel Messi. 

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Bedenkliches Gedenken

Rrr am Montag den 24. April 2017

Wir unterbrechen unser Programm kurz für eine Schweigeminute.

Copa Libertadores (das südamerikanische Gegenstück zur Champions League), Independiente Santa Fe empfängt Santos. Vor dem Anpfiff gibt es eine Schweigeminute. Der Stadionspeaker klärt auf: “Meine Damen und Herren, bitte erheben Sie sich und gedenken Sie dem früheren Santos-Spieler Ricardo Oliveira.”

Ricardo Oliveira? Genau, der spielte früher bei Valencia, Milan und Betis Sevilla. Jetzt ist er bei Santos unter Vertrag. Am Donnerstag stand er in der Startaufstellung und machte die Schweigeminute brav mit. Film ab!

Santa Fe entschuldigte sich nach dem Spiel: Der Stadionspeaker habe beim Sortieren der Zettel etwas durcheinandergebracht. Die Schweigeminute galt eigentlich Alexandre Kaneko, einer Santos-Legende, die kürzlich mit 70 Jahren starb.

Was sagt der 36-jährige Ricardo Oliveira zum Vorfall? “Ich habs gar nicht mitbekommen. Ich habe mich aufs Spiel konzentriert und nicht realisiert, dass die Schweigeminute mir galt.”

Neulich an der Theke

Rrr am Dienstag den 21. Februar 2017

In unserer Serie “Interessante Inneneinrichtungen aus aller Welt” zeigen wir Ihnen heute ein interessantes Beispiel aus Medellin.

Richtig, wir befinden uns in der Chapecoense Bar, die neulich zu Ehren des legendären brasilianischen Fussballteams eröffnet wurde. Die Mannschaft war am 28. November 2016 unterwegs zum Final der Copa Sudamericana, als das Flugzeug in Kolumbien abstürzte.

Wir spüren es ganz deutlich, Sie möchten die Bar jetzt sofort besuchen, zumal ja bereits die Apero-Stunde angebrochen ist. Bittesehr!

Perfekte Parade

Rrr am Mittwoch den 25. Januar 2017

BREAKING NEWS: Yuya Kubo wechselt per sofort von YB zu Gent

Heute lernen Sie Vovô kennen.

Vovô arbeitet als Maskottchen des brasilianischen Zweitligisten Ceará SC. Und er ist ein verdammt guter Torhüter. Film ab!

Hier noch die Version für Menschen hinter der Firewall.

Aber egal: Ceará verlor gegen Fortaleza trotzdem 0:1. Hätten sie doch nur Vovô ins Tor gestellt.

Was macht eigentlich …

Rrr am Montag den 28. November 2016

… Zé Roberto?

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Sehr, sehr alte Leser werden sich vielleicht noch an den Brasilianer erinnern. 1997 spielte er eine Saison für Real Madrid, zur Jahrtausendwende war er bei Bayer Leverkusen unter Vertrag. Von 2002 bis 2009 war der defensive Mittelfelfspieler – ein klassischer Sechser – für Bayern München tätig. 84-mal trug er das Trikot der brasilianischen Nationalelf. Dummerweise war er beim WM-Titel 2002 nicht im Kader, dafür aber beim gekauften Sommermärchen (also der WM 2006 in Deutschland).

Aber item: In Hamburg wollte Zé Roberto seine Kariere ausklingen lassem, das war 2011. Danach verloren ihn die europäischen Fussballfans aus den Augen. Und das war wohl ein Fehler, denn Zé Roberto ist immer noch aktiv.

Und gestern ist er mit Palmeiras São Paulo Meister geworden. Im biblischen Alter von 42 Jahren. Herzliche Gratulation! Herr Rrr vom Runden Leder sagt: “Herr Robert ist ein Vorbild für alle Ü40. Er zeigt, dass man auch im Alter noch einer körperlichen Ertüchtigung nachgehen kann. Bravo!”

Bestechendes Bein

Rrr am Donnerstag den 10. November 2016

Was tun, wenn einem das Tattoo nach vier Monaten nicht mehr gefällt?

Kein Problem: Leo Messi zeigt wies geht. Der Argentinier liess sich diesen Sommer allerlei farbige Motive ins linke Bein stechen …

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… die ihm nun nicht mehr gefallen. Weshalb der Tätowierer nochmals über die Bücher ging. Das Resultat erinnert auf faszinierende Weise an einen schwarzen Thrombose-Strumpf.

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Noch keine Lösung hat Messi für die Frisur, die Gesichtsbehaarung und die Tattoos am rechten Arm gefunden. Er hat auch wirklich nicht Zeit dafür, denn er bereitet sich in Belo Horizonte aufs Auswärtsspiel gegen Brasilien vor. Im Kampf ums Ticket für Russland braucht Argentinien dringend Punkte. Brasilien kehrt an den Ort der schlimmsten Schmack zurück, dem 1:7 gegen Deutschland. Die Partie können Sie nächste Nacht live im Netz mitverfolgen.

Die südamerikanische WM-Qualifikation auf DAZN:
Kolumbien-Chile (21.30 Uhr), Uruguay-Ecuador (00.00), Paraguay-Peru (00.30), Venezuela-Bolivien (00.30), Brasilien-Argentinien (00.45).

Miese Masse

Rrr am Samstag den 15. Oktober 2016

30 Jahre lang hat es niemanden gestört.

1987 baute der argentinische Fünftligist Club Social Deportivo Liniers diesen Fussballplatz in der Nähe von Buenos Aires. Erst jetzt fiel dem nationalen Fussballverband auf, dass da etwas nicht ganz stimmt. Ein Funktionär stiess zufällig bei Google Maps auf das Problem.

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Der Verband forderte den Klub auf, den Platz bis 15. Dezember in Ordnung zu bringen. Die Arbeiten haben diese Woche begonnen, wie La Nacion berichtet.

Miguel Narvaez, der Vizepräsident der Liners: “Mitte der 1980er-Jahre konnten wir günstig Land kaufen. Den Platz massen wir von Hand aus, Lasertechnologie stand uns damals ja noch nicht zur Verfügung. Aber gut, sehr genau nahmen wir es wohl nicht. Nun korrigieren wir das.”

Trainer Cesar Aguirre beteuerte, sein Team habe keine Vorteile in den Heimspielen gehabt. “Der Gegner brauchte vielleicht jeweils einige Minuten, um sich ans Feld zu gewöhnen, aber taktisch änderte das nichts.” Reklamationen habe es nie gegeben.

Beim argentinischen Verband fragt man sich derweil, was Google Maps noch so alles zu Tage fördert.

Gold am Grümpi

Rrr am Montag den 22. August 2016

Brasilien in Ekstase! Freunde, haltet den Ball flach, sagt unser Kolumnist.

jetztmal1“Gold für Brasilien! Das ganze Land jubelt, Neymar weint hemmungslos, alle weinen, DIE 1:7-SCHMACH IST GETILGT! Schreit vor Glück der Boulevard. 

Leute, jetzt aber mal ganz ruhig. Brasilien hat ein Juniorenturnier gewonnen, das zwar Bestandteil der olympischen Spiele ist, in der Welt des Profi-Fussballs aber keinerlei Bedeutung hat.

Warum war ausser Neymar kein halbwegs ernstzunehmender Kicker von Weltrang in Rio? Eben. Und der Neymar hat einfach bei Barca so lange gezwängt und getrotzt, bis die halt entnervt nachgaben. Weil in Spanien sowieso erst die Saison begonnen hat und man Betis Sevilla im Erstrundenspiel auch ohne ihn schlagen kann.

Die Bundesliga-Klubs liessen noch nicht mal die zweite Garde von Nati-Spielern ziehen, die anderen Europäer taten dasselbe, nicht einmal der YB-Japaner Kubo durfte das Reisli mitmachen. Der wurde gegen Donezk und Thun gebraucht. Das olympische Fussballturnier ist etwa so bedeutsam wie der Intertoto-Pokal oder der Uhrencup.

Aber wer weiss! Vielleicht bleibt die olympische Goldmedaille der einzige Titel, den Neymar jemals mit Brasilien gewinnen wird. Undenkbar, sagen Sie? Fragen Sie Lionel Messi. Der hat seit 2008 auch nichts mehr gewonnen mit Argentinien. Seit dem Olympiagold in Peking.

Hochachtungsvoll, Ihr Alexander Meier-Anderegg”