Archiv für die Kategorie ‘FIFA’

Der Empfffffffffaball

Rrr am Samstag den 9. Juni 2018

Der eidgenössisch diplomierte WM-Ball. Hm.

Die FIFA stellt natürlich höchste Anforderungen an den “Telstar 18”, deshalb hat sie den WM-Ball von der renommiertestmöglichen Prüfungsstelle testen lassen: Vom Eidgenössischen Materialforschungsinstitut (Empa).

Die Experten gaben alles. 2000 Mal schossen sie den Ball mit 50 Stundenkilometern gegen eine Stahlwand. 250mal quetschten sie den Telstar in einen Wasserbehälter und vergewisserten sich, dass er dabei nur minimale Mengen anFlüssigkeiten aufnahm. An 4000 Punkten wurde der Ball exakt vermessen, um sicherzustellen, dass es sich um eine perfekte Kugel für das Gütesiegel des FIFA-Qualitätsprogramms handelt.

Gestern hatte der “Telstar 18” seinen grossen Auftritt beim Länderspiel Schweiz-Japan in Lugano.

Dem ersten Ball ging nach 1 Minute 25 Sekunden die Luft aus. Kann natürlich mal passieren. Der zweite Ball hielt etwas länger durch, war nach gut 7 Minuten aber auch am Ende.

Das ist natürlich schade. Eine Stellungnahme der Empa zu dem Vorfall steht noch aus.

Gewisse Grundkenntnisse

Rrr am Mittwoch den 6. Juni 2018

Nur noch achtmal schlafen bis zur WM!

Als Leser dieses Fachforums können Sie sicher die Namen aller 736 aufgebotenen Spieler im Schlaf vortragen.

Aber Hand aufs Herz: Verfügen Sie auch über minimalste Grundkenntnisse dieser 736 Spieler, ihre Stärken und Schwächen?

Wenn ja, bravo. Wenn nein, lernen Sie jetzt sofort alles auswendig. Unser Dank geht an die Kollegen vom Guardian, die das zusammengestellt haben.

Achtung: Die Redaktion des Runden Leders führt von morgen Donnerstag bis Samstag Lernkontrollen durch. Unsere Redakteure werden zufällig ausgesuchte Leserinnen und Leser zuhause besuchen und ihnen einige Testfragen unterbreiten. IP-Nummern von Lesern, die weniger als 80 Prozent korrekt beantworten, werden anschliessend geblacklisted.

Fussballfreie Zone

Briger am Dienstag den 5. Juni 2018

Oh Schreck! Die WM steht vor der Tür!

Screenshot fussballfrei.be

Es sind schwierige Tage für Fussballhasser in Bern. Erst feiert YB einen Monat lang die Meisterschaft, dann findet der Cupfinal statt und jetzt hat man noch nicht mal mehr Ruhe vor Fussball wenn man im Tram sitzt. Und wäre das nicht schlimm genug, jetzt steht auch noch diese WM vor der Türe:

“In Ruhe einen Kaffee schlürfen? Sich achtsam betrinken? Mit Freunden ungestört ein Gespräch führen? Morgens keine Kotze vor der Haustüre liegen haben? Im Sommer 2018 wird dies leider nicht mehr möglich sein: Die milliardenschwere Fussballindustrie wird wieder übers Land ziehen und jede hinterletzte Beiz mit PublicViewing aufwarten.
Als Unterstützung für Personen, welche ihren Verstand noch nicht gänzlich verloren haben, ist im Folgenden untenstehende Karte gedacht: Diese hilft dabei, eine Beiz zu finden, die kein Fussball überträgt.”

Sie haben den Verstand wie die Betreiber von fussballfrei.be nicht verloren? Dann schauen Sie auf der Karte nach, wo sie Herrn Harvest während der WM antreffen, resp. dem Rest der Redaktion gepflegt aus dem Weg gehen können. Finanziell unterstützen können Sie das Projekt hier.

Falls Ihnen das immer noch zu nahe am Trubel ist, dann fahren Sie doch in den Urlaub. Italien oder die Niederlande sollen um diese Jahreszeit ganz schön sein.

Und falls Sie so eine verstandslose Fussballsystemschlampe sind, dann wissen Sie jetzt immerhin, wo Sie auf dem Heimweg hinkotzen sollten.

Rex a gogo

Rrr am Montag den 4. Juni 2018

Fussballfreie Woche? Ganz im Gegenteil!

Im Kino Rex steigt ab Donnerstag das dreitägige “Match Cut”-Festival. Russland! WM! YB! Es gibt viel zu diskutieren und zu schauen.

Donnerstag: Die Todeself und El otro Futbol. Freitag: The Worker’s Cup und Substitute. Samstag: Meisterträume.

Die YB-Nacht des Runden Leders beginnt also am Samstag um 22 Uhr, sie steht unter dem Motto “1986-2018, ich war dabei.” Zuerst ein bisschen Geblaber vom Alten, dann ab etwa 22.40 Uhr nochmals YB-Luzern in voller Länge, ohne Kommentator, mit der Original-Stadiondröhung.

Das Programmheft können Sie sich im Internet herunterladen. – Eîntrittspreise: Podien gratis, einzelne Filme 14.-, Abendpass 20.-, Match-Cut-Pass für alle drei Tage für 50.- Wir freuen uns auf Sie!

Guter Gummi

Rrr am Sonntag den 3. Juni 2018

Wichtige Konsumenteninformation: Die WM steht vor der Tür.

Kaufen Sie daher ab sofort ausschliesslich Produkte, die in irgendeiner Form auf die Fussball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland hinweisen. Fussball-Chips, WM-Würste, Russischer Salat – wichtig ist einfach, dass der Hersteller nicht vergessen hat, sein Produkt mit einem Hinweis auf die vor der Tür stehende Fussball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland hinzuweisen.

Den beiliegenden Gebrauchsartikel können Sie nächsten Samstag posten, wenn Sie sowieso zum Powershoppen in Konstanz sind. Und damit nicht nur im Bett, sondern auch auf der Toilette alles wie geschmiert läuft, empfehlen wir Ihnen des weiteren dieses Produkt.

Dies war eine wichtige Konsumenteninformation zur Fussball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, welche vor der Tür steht. Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Foto: twitter.com/sogarmeineoma)

Four Languages, One Nation

Harvest am Dienstag den 29. Mai 2018

Am letzten Freitag veröffentlichte die FIFA die mit Spannung erwarteten Slogans der WM-Nationen.

Irgend ein Autobauer stellt die offiziellen Weltmeisterschaftsbusse für alle Nationen und hat für jeden Bus einen auf die Länder zugeschnittenen Slogan gesucht, nämlich “kreative, mitreissende, begeisternde Slogans. Sie müssen perfekt sein, weil sie während des größten Fussballturniers der Welt auf den offiziellen Mannschaftsbussen prangen werden!” Weiter steht in der Ausschreibung: “Seien Sie kreativ. Ihr Slogan sollte inspirierend und einzigartig sein.” und “Ihre Botschaft sollte den Charakter des Teams und der Nation einfangen, die es repräsentiert.”
Danach konnten alle Mitglieder des FIFA.com-Clubs über die 32 Sieger abstimmen und somit den auf den Bussen prangenden Slogan wählen.

Toller Bus (Bild: Fifa.com)

Der Schweizer Sieger ist mit “FOUR LANGUAGES, ONE NATION” sinnigerweise ein kreativer, mitreissender und begeisternder Spruch in einer fünften Sprache. Ein Blick auf die anderen Slogans zeigt allerdings, dass die Schweiz noch glimpflich davon gekommen ist. Die ausgeprägte Kreativität der FIFA.com-Club-Mitglieder führte oft zu Träumen und irgendwas, das man zusammen machen kann.

Besonders hervorzuheben sind zum Beispiel die Portugiesen mit “O PASSADO É GLÓRIA, O PRESENTE É HISTÓRIA” (The Past is Glory, the Present is History) oder die Peruaner mit “¡ESTAMOS DE VUELTA! ACÁ VIAJAN MÁS DE 30 MILLONES DE PERUANOS” (We are back! 30 Million Peruvian are travelling here). Die ganze Liste können Sie sich hier zu Gemüte führen.

Mein Favorit und der einzige überzeugende Beitrag kommt aus Polen: “POLSKA DAWAJ!”, was sowas heisst wie “Hopp Polen!”

Opportunistische Wahlhelfer

Harvest am Mittwoch den 16. Mai 2018

Herr Harvest sinniert über das Grossereignis “2018 FIFA World Cup Russia”.

Mesut Özil und Ilkay Gündogan haben den türkischen Präsidenten Recep Erdogan getroffen und ihm dabei ihre Trikots als Geschenke überbracht. Gündogan hat darauf sogar noch geschrieben: “Mit Respekt für meinen Präsidenten.” Aus zwei unterschiedlichen Gründen haben sich viele empört.

Der erste Grund ist, dass es sich um deutsche Nationalspieler handelt und diese gefälligst deutschmöglichst zu sein haben. Das Herz eines Nationalspielers soll einzig und allein für das Land schlagen, für das er aufläuft. Allerdings verstehe ich nicht, wieso ein türkischstämmiger Deutscher keine Gefühle für sein Ursprungsland haben sollte, schlussendlich ist es eine opportunistische Entscheidung, für welches Nationalteam der Spieler antritt und mit Deutschland ist die Erfolgsaussicht deutlich grösser. Den Aufschrei, der aus diesen Gründen ertönt, kann ich nicht nachvollziehen.

Der zweite Grund ist die Unterstützung für Erdogan, einem unerträglichen Präsidenten, der die Menschenrechte mit Füssen tritt. In Deutschland ist es ihm verboten Wahlkampf zu betreiben, doch mit den Fotos mit den deutschen Nationalspielern hat es perfekt geklappt. Unabhängig davon, ob die beiden die Politik Erdogans gutheissen, haben sie ihm damit natürlich einen grossen Dienst erwiesen. Doch angenommen, sie unterstützen Erdogan tatsächlich, so haben sie noch immer nichts unrechtes getan. Moralisch finde ich es verwerflich und es ist zum Jammern, dass in Deutschland aufgewachsene Fussballer demokratische Werte und Menschenrechte nicht ernst genug nehmen, um einem Treffen mit diesem Despoten fern zu bleiben. Der ebenfalls eingeladene Emre Can hat das getan. Özil und Gündogan haben sich einspannen lassen für Erdogans Wahlkampf und den Shitstorm dafür haben sie verdient. Handkehrum wird die deutsche Nationalmannschaft nach Russland zum ebenfalls Menschenrechte verachtenden Putin reisen und alle Fans freuen sich auf die WM. Denn da lassen wir Politik schön raus.

Lücken mit Tücken

Rrr am Samstag den 14. April 2018

Nur kurz: Hat jemand von Ihnen die 4 und die 8?

Die beiden fehlen mir nach wie vor, es ist zum Verzweifeln. Die anderen Ciao-Motive aus dem Panini ’90 habe ich längstens, also die Nummern 5, 6, 7, 15, 26, 27, 34 und 35.

Die zehn Darstellungen des legendären WM-90-Maskottchens sind quasi das Herzstück des Albums. Es gibt eine neunte, die ähnlich aussieht wie die anderen acht, sowie einen Glitzersticker.

Schauen Sie doch kurz mal in Ihrem Fundus nach, ob Sie eine 4 oder 8 übrig haben. Ich habe viele doppelte Sticker, die ich gerne zum Tausch anbiete (siehe Bild).

Nach dem Klick wirds richtig traurig.

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Kauz mit Schnauz

Rrr am Samstag den 14. April 2018

Mini Panini, dini Panini.

Erinnern Sie sich noch an die grenzdebile Orange, die uns 1982 auf Schritt und Tritt verfolgte? Genau, Naranjito, das dauergrinsende Maskottchen der WM in Spanien. Auf den Stickern links oben sichtbar.

Hier sehen Sie meine Lieblingskleber aus dem Sommer 1982. Bernard Genghini war dieser unglaubliche Freistosskünstler. In den Zeitungen gabs liebevolle Zeichnungen seiner raffinierten Tore. Diese Torskizzen sind leider im Zeitalter des immer und überall verfügbaren Bewegtbildes beinahe ausgestorben, in italienischen und spanischen Sportzeitungen findet man sie hin und wieder noch.

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Sixpack mit Sanon

Rrr am Samstag den 14. April 2018

Unsere Erfolgsserie geht weiter: Herr Rrr zeigt seine Panini!

Die WM 1974 war schwarzweiss – am TV. Einen Farbfernseher kauften wir erst vor den Olympischen Winterspielen 1976. Prächtig farbig war die WM 1974 aber in meinem Panini-Album. 400 Bildchen waren zu sammeln, erstmals gab es auch Stadion-Sticker.

Was mich hingegen fix und fertig machte: Mehrere Mannschaften hatten bloss sechs Spieler, darunter Australien, Zaire und Haiti. Was für eine Ungerechtigkeit, dachte ich! Kein Wunder, dass sechs Zairer dann hoch gegen elf Jugoslawen verloren. Mit 0:9.

Besser machte es Haiti, das gegen Italien zwar nicht punkten konnte, aber zwischenzeitlich in Führung lag. Emanuel Sanon bezwang den grossen Dino Zoff, der zuvor 1147 Minuten ungeschlagen geblieben war.

Wie es Chappis Papi ins Panini-Album 1978 schaffte, obwohl sich die Schweiz gar nicht für die WM qualifizierte, lesen Sie nach dem Klick.

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Völker vereint?

Harvest am Mittwoch den 11. April 2018

Herr Harvest sinniert über das Grossereignis “2018 FIFA World Cup Russia”.

Die FIFA wird nicht müde zu betonen, wie völkerverbindend Fussball sei und eigentlich ein einziges, grosses Friedensprojekt. Auch unsere lieben Walliser Freunde an der Spitze dieser versicherten, dass die Gemeinnützigkeit des Vereins absolut gegeben sei.

Als junger Bube war ich selber, eher erfolglos, aktiv in einem Fussballclub, dem SC Buochs (vielleicht kennt den ja der eine oder andere). Und tatsächlich, ich spielte in einer Mannschaft mit Miguel, dem Spanier, Antonio, dem Italiener, Timo, dem Deutschen und Clemens, der trotz seines eher westeuropäischen Namens aus Ex-Jugoslawien stammte. Zusammen wollten wir Spiele gewinnen, zusammen bejubelten wir Tore und zusammen verloren wir. Doch, dachte ich, Fussball verbindet die Völker und hilft Mauern abzubrechen.
Auch ins Stadion ging ich mit Freunden aus anderen Ländern und gemeinsam fieberten wir mit dem FC Luzern mit, schliesslich war das der naheliegende Verein in der höchsten Liga und in vernünftiger Umgebungsdistanz fand sich keine valable Alternative.

Im Sommer nun findet wieder eine Weltmeisterschaft statt. Das soll ja das höchste der völkerverbindenden Gefühle sein. Doch plötzlich will Miguel nicht mehr mit mir jubeln, Timo geht mit seinen Freunden Fussball schauen, Clemens will mich sogar “vernichtend schlagen” und Antonio geht irgendwo in die Ferien, wo es kein Fernsehen gibt. Dafür finde ich mich plötzlich jubelnd neben einem Glatzkopf wieder, der mich in seiner Bomberjacke zu ersticken versucht und lauthals “Heil dir, Helvetia!” schreit.
Das, so dachte ich, verbindet keine Völker. Mit etwas Glück entzweit es sie nicht, doch im schlimmsten Fall fördert es den Nationalismus.

Parola und Panini

Rrr am Samstag den 7. April 2018

WM 1970 – das Panini-Zeitalter beginnt!

Gleich zeige ich Ihnen meine schönsten Panini, aber zuerst eine Frage: Kennen Sie Carlo Parola? Der spielte bei Juventus und trat am 15. Januar 1950 mit seinem Team gegen die Fiorentina an. Nach ungefähr 80 Minuten zeigte Parola diese spektakuläre Einlage. Nein, es gab kein Tor. Das Spiel endete 0:0.

Aber das Bild ist legendär – und es gefiel auch den Gründern von Panini. Sie machten Carlo Parola zum Emblem des Verlags. Bis heute können Sie das auf jedem Album betrachten.

So, jetzt aber zur WM 1970. Für das Panini-Album mit 50 Seiten und 288 Bildern zahlen Fans auf eBay 3000 bis 4000 Franken…

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