Archiv für die Kategorie ‘FIFA’

Grosses Grillieren

Val der Ama am Freitag den 1. Juli 2022

Heute vor 8 Jahren: Die Schweiz scheidet im Achtelfinale gegen Argentinien aus.

WM-Stimmung pur auch heute auf der Redaktion des Runden Leders: In unserem temporären WM-Studio gibts zum Frühstück einen Asado. Herr der Ama stand schon um 6 Uhr am Grill, um Lomo, Bife de Chorizo, Tira de Asado und Matambre zuzubereiten. Alles raffiniert gewürzt und auf den Punkt gegart! Herrlich auch die mit scharfer Paprika gewürzte Chorizo und die Blutwurst Morcilla.

Eva Maria (sie heisst eigentlich Erwin) hat dazu einige Salate, Dips und Folienkartoffeln vorbereitet. Aber zu einer währschaften Fleischplatte passen natürlich am besten Zweifel Chips mit Geschmack von Poulet im Chörbli.

Natürlich feiern wir nicht allein – auch Sie dürfen WM-Luft schnuppern! Nach dem Klick servieren wir Ihnen einen Leckerbissen vom 7. Juli 2018.

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Wunderbarer WM-Sommer

Rrr am Montag den 27. Juni 2022

Neue Erfolgsserie!

Die Älteren erinnern sich: Früher gabs alle vier Jahre im Sommer eine Fussball-WM. Im Sommer 2022 sollte eigentlich … aber eben. So ein Scheich!

Die Redaktion des Runden Leders trotzt den widrigen Umständen. Heute früh haben wir unser tristes Sitzungszimmer in ein stimmungsvolles WM-Studio verwandelt, mit vielen bunten Fähnchen, WM-Bar, Drinks aus aller Welt, Liegestühlen, Kunstrasen am Boden und 14 Flat Screens an den Wänden, die ununterbrochen Fussi zeigen.

Wir gucken historische WM-Spiele, die genau am jeweiligen Tag vor x Jahren über die Bühne gingen. “Das macht riesig Spass”, schwärmte Herr Maldini, als ihm Eva Maria (sie heisst eigentlich Erwin) gerade den zweiten Morgendrink an den Liegestuhl brachte. “Bitte noch ein paar Zweifel Chips mit Geschmack vom Poulet im Chörbli!”

Natürlich feiern wir nicht allein – auch Sie dürfen WM-Luft schnuppern! Nach dem Klick servieren wir Ihnen einen Leckerbissen vom 27. Juni 2018.

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Der Geist von Katar

Rrr am Mittwoch den 20. April 2022

Maskottchen-Tag im Runden Leder!

La’eeb, ein fliegendes weisses Gewand, ist das WM-Maskottchen 2022 und benimmt sich hoffentlich besser als Fuleco, das notgeile Gürteltier von 2014. Positiv auf jeden Fall: La’eeb müssen Sie nicht kaufen, sie können ihn problemlos selber basteln.

Es handelt sich übrigens um das 15. Maskottchen in der Geschichte der Fussball-WM. Nicht alle seine Vorgänger waren Sympathieträger, aber zumindest die fröhlichen Zwillinge von 1974, das ulkige Stabmännchen von 1990 und natürlich der exhibitionistisch veranlagte Unten-ohne-Löwe von 2006 sind der Redaktion in bester Erinnerung.

Praktische Plattform

Rrr am Sonntag den 17. April 2022

Giannis Ostergeschenk: Live-Fussball agogo!

Der Weltfussballverband hat seine Streaming-Plattform FIFA+ in Betrieb genommen. Die Registrierung ist kostenlos, anschliessend können Sie monatlich 1400 Livespiele aus aller Welt anschauen – Fussball quasi rund um die Uhr.

„FIFA+ ist der nächste Schritt zu unserer Vision eines wirklich globalen und inklusiven Fussballs und unterstreicht den Hauptzweck der FIFA, den Fussball weltweit zu verbreiten und zu fördern“, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino dem Runden Leder, als wir uns neulich zum Cocktail in Katar trafen.

Herr Rrr hat das Angebot heute ausprobiert und ist begeistert: “Zuerst sah ich das 1:1 zwischen den BHC Lions und Khangarid in der mongolischen Premier League, dann den Klassiker East Star gegen Tim IEC, dritte Liga von Macau. Parallel dazu lief Machtaaral gegen Aksu, der Abstiegsknüller aus Kasachstan (Letzter gegen Drittletzter). Zum Glück habe ich zwei Bildschirme. Nachher kommen meine Redaktionskollegen zum Eiertütschen, dazu gucken wir SKF Sered gegen Spartak aus der Slowakei (17.00) und aus Dänemark das Spiel von Aufsteiger Viborg FF gegen Odense (18.00).”

Fazit: “FIFA+ ist der Streaming-Dienst der Zukunft. In meinem Büro werde ich zwar aus nostalgischen Gründen weiterhin Sky, Dazn und Blue Sports haben, aber meine Redaktionskollegen im Grossraumbüro werden künftig ausschliesslich FIFA+ gucken können. Das hilft ihnen bei der Entwicklung ihrer Vision eines wirklich globalen und inklusiven Fussballs. Ah, jetzt beginnt das Frauenfussi in Moldawien. Tschüss!”

Spezielle Spielgeräte

Rrr am Mittwoch den 30. März 2022

Der neue WM-Ball ist da.

Adidas hat ihn heute vorgestellt. Er heisst Al Rihla (arabisch für “Reise”) und fliegt angeblich schneller durch die Luft als all seine Vorgänger.

“Al Rihla garantiert höchste Präzision und Zuverlässigkeit auf dem Spielfeld, auch dank seinem neuen Muster und der Oberflächentextur”, teilt die FIFA mit. Irgendein Katar-Fanbotschafter präsentierte das Spielgerät auf der Adidas-Website.

Geniessen Sie nun die wunderschöne Grafik unserer Freunde vom Lifestyle-Blog michael84.co.uk und schwelgen Sie, je nach Alter, in Erinnerungen an Ihren ersten und Ihren liebsten WM-Ball. Das Exemplar von 1954 stammt übrigens vom üblichen Basler Fachgeschäft Kost Sport. Das Familienunternehmen schloss leider 2014 seine Tore für immer. Details zu allen WM-Bällen finden Sie wie so oft im Internet.

Klare Kante

Herr Maldini am Dienstag den 1. März 2022

Was meint eigentlich Henry Winter, der Fussballchef der Londoner Times, zur Rolle der Fifa in der Russland-Frage?

 

Screenshot The Times.

 

“Der zaudernde Gianni Infantino wird als Verräter und Feigling in die Geschichte eingehen. Die Weigerung des Fifa-Präsidenten, entschiedene Massnahmen zu ergreifen und Russland von der Weltmeisterschaft auszuschliessen, ist der letzte Schandfleck für den Verband”, schrieb er gestern Mittag. Am Abend dann lenkte die Fifa doch noch ein, nachdem sie hatte feststellen müssen, dass Russlands Spiele ziemlich einseitig sein würden.

Sichere Sache

Herr Shearer am Donnerstag den 20. Januar 2022

Sie zögern noch, ob Sie nach Katar reisen sollen?

EPA/NOUSHAD THEKKAYIL via Keystone-SDA

An Ihrer Sicherheit sollte es nicht liegen, denn man hilft sich, wo man kann. Ans grösste Sportereignis des Jahres, welches allerdings kaum jemanden interessieren dürfte, wird die Türkei mit einem Rekordaufgebot anreisen. Der türkische Innnenminister Süleyman Soylu hilft seinem Kollegen am Golf personell aus; total werden 3250 Sicherheits-Angestellte während 45 Tagen mithelfen, für Recht und Ordnung rund um die brandneuen Stadien zu sorgen. Da sind zuerst 3000 Polizist:innen, welche in Vollmontur Ausschreitungen unter den Fans verhindern sollen und dazu 100 Leute einer “Spezialeinheit”. Unter anderem gesellen sich auch noch  50 Bombenspürhunde und 50 Bombenexpert:innen zur türkischen Delegation.

Wieviel sich die Türkei den Freundschaftsdienst kosten lässt, konnten wir vor Redaktionsschluss leider nicht recherchieren irgendwo abschreiben und schon gar nicht ausrechnen, wie viel das dann in ein paar Monaten inflationsbereinigt ist. Was auch überhaupt noch nicht sicher ist: ob die Türkei auch zum kicken eine Mannschaft stellen wird. Die Nationalmanschaft konnte sich nicht auf direktem Weg qualifzieren und muss in der Barrage Ende März zuerst gegen Portugal antreten. Sollte man sich gegen diesen schweren Gegner durchsetzen, wartet dann im Playoff-Finale noch Italien oder Nordmazedonien.

Aber eben, wer da mitmacht, ist ja eigentlich nicht wichtig.

Suboptimale Sicht

Rrr am Dienstag den 7. September 2021

Unschöner Zwischenfall gestern beim WM-Qualifikationsspiel Uganda-Mali.

Ein Fan auf der Tribüne postierte sich kurz nach Anpfiff genau vor der Hauptkamera und liess sich partout nicht dazu überreden, seinen Standort ein klein wenig nach rechts oder links zu verlegen. Das beeinträchtigte die Qualität der Fernsehübertragung doch ein wenig.

Auf dem Bild links unten sehen Sie das Dilemma, auf dem Bild rechts eine TV-Sequenz aus den Startminuten .. mehr war nicht herauszholen.

Jetzt aber Good News: Nach etwas mehr als 5 Minuten hatte der Spuk ein Ende, der Zuschauer ein Einsehen und die TV-Zuschauer endlich optimale Sicht aufs Spielgeschehen. Die Partie endete übrigens 0:0.

Star Wars

Herr Shearer am Donnerstag den 5. August 2021

Episode X: das Imperium schlägt schon wieder zurück.

Ältere Leser*innen erinnern sich: 1930 und 1950 hiess der Fussballweltmeister Uruguay. Wo nun also auf dem Trikot zwei Sterne prangen müssten, sind aber gleich deren vier. Warum? Nun, der uruguayische Fussballverband stellt sich auf den Standpunkt, dass es vor 1930 keine Weltmeisterschaften gab und deshalb die beiden Siege in den olympischen Spielen von 1924 und 1928 gleichwertig seien und man also darum schon vier Mal den Stern aufsticken dürfe.

Bei der FIFA sieht man das natürlich etwas anders und hat jetzt dem Trikotsponsor Puma aufgefordert, die Anzahl Sterne zu halbieren. Schliesslich sieht die FIFA das Tragen dieser nur für gewonnene Weltmeisterschaften vor. Jorge Casales vom AUF, dem nationalen Fussballverband, hat die Hoffnung aber nicht aufgegeben, weiterhin mit vier Sternen antreten zu dürfen; er will die FIFA umstimmen und sie dazu bringen, auf ihren Entscheid zurückzukommen.

Sollte dies der Fall sein, dann dürfte sich auch Belgien demnächst einen Stern auf die Brust pappen. 1912 in Stockholm war Fussball zum ersten Mal olympisch, Grossbritannien schlug im Finale Dänemark. Wegen des Weltkrieges fanden die an Berlin vergebenenen Spiele 1916 nicht statt, 1920 in Antwerpen waren die Belgier gegen die Tschechoslowakei in einem Skandalspiel und dank der gütigen Hilfe des 65-jährigen Schiedsrichters erfolgreich. Und wie Sie ja sicher wissen, war der Finalgegner Uruguays 1924 in Paris die Schweiz, welche sich somit als damals beste europäische Mannschaft eigentlich einen EM-Titel gutschreiben könnte. Aber das ist dann wieder eine ganz andere Geschichte…

Bild: Getty Images

Vielseitige Farbroller

Rrr am Samstag den 27. März 2021

Der Platzwart von Progreso zieht sich eine Linie rein.

Das Resultat ist nicht ganz befriedigend, weil der Einsatz eines Farbrollers vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss war. Aber der Referee pfiff das Spiel gegen Peñarol in der höchsten urguayischen Liga dann trotzdem an.

Die Linien mussten nachgezogen werden, weil die Spielfeldmarkierungen nach Starkregen kaum noch zu erkennen gewesen waren. Zur Ehrenrettung der Gastgeber muss man sagen, dass bei den Seitenlinien exakter gearbeitet wurde (Videobeweis). Peñarol siegte übrigens 2:0.

Farbroller kamen diese woche auch in Düsseldorf zum Einsatz. Dort verkürzte sich die DFB-Auswahl die Zeit vor dem WM-Quali-Spiel gegen Island, indem sie schwarze Trikots mit den Buchstaben A, G, zweimal H, I, M, N, R, S, T und U bemalte. Das sind praktischerweise exakt elf Buchstaben, was dann ein schönes Mannschaftsfoto vor dem Anpfiff ergab. Die Malerei im Hotel machte übrigens grosse Freude. Film ab!

Bälle für alle Fälle

Rrr am Sonntag den 27. Dezember 2020

Zu Weihnachten bekamen Sie einen Fussball geschenkt? Wahrscheinlich stammt er aus Sialkot.

In der nordostpakistanischen Industriestadt werden sieben von zehn Fussbällen dieser Welt produziert. Darunter sind auch alle Bälle, die an Fussball-Weltmeisterschaften und in der Champions League zum Einsatz kommen.

Der durchschnittliche Fabrikarbeiter schafft es, pro Tag drei Bälle zusammenzunähen. Pro Ball kriegt er rund einen Franken. Zu den technischen Aspekten der Fussball-Herstellung hat der “Business Insider” eine spannende Kurz-Dok produziert, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Film ab!

Wunderbarer Weltpokal

Herr Shearer am Mittwoch den 2. Dezember 2020

Advent, Advent, Chappi rennt!

2. Dezember 1997, Nationalstadion in Tokyo. Champions League-Sieger Borussia Dortmund trifft im Finale des Intercontinental Cups auf Cruzeiro Belo Horizonte aus Brasilien, ihrerseits Titelträger der Copa Libertadores. Dem BVB kam dieses Spiel alles andere als gelegen; nach dem Titelgewinn hatten die Schwarz-Gelben Mühe, in der Meisterschaft den Tritt zu finden. Auf dem 11. Platz liegend, hatte das Team von Nevio Scala wohl kaum grosse Lust, die lange Reise nach Japan anzutreten. Das merkte man gleich nach Anpfiff:  die Brasilianer nahmen das Heft in die Hand und erspielten sich mehrere gute Chancen. Mit der Zeit kamen auch die Borussen ins Spiel und gingen in der 34. Minute durch Michael Zorc – inzwischen Sportdirektor in Dortmund – in Führung. Heiko Herrlich, jetzt Trainer in Augsburg, sicherte mit dem zweiten und letzten Treffer der Partie den Weltpokal für den BVB und sorgte für einen doch noch gelungenen Betriebsausflug nach Fernost. Beim BVB spielte übrigens über die ganze Länge auch Stéphane Chapuisat mit. Beachten Sie ebenfalls die Aufstellung von Cruzeiro, in der sie durchaus auch einige bekannte Namen erspähen können, etwa Dida im Kasten und Bebeto im Sturm.

Sie sitzen im Homeoffice? Perfekt, dann verpuffen Sie doch schnell zehn Minuten Arbeitszeit und geniessen Sie die Höhepunkte dieser Begegnung auf Zelluloid.

Wo wir es gerade von Jahrestagen haben – heute vor genau zehn Jahren gab die FIFA die Austragungsorte der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 bekannt. Wie die Zeit doch rennt…