Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Kollegiale Kopfnuss

Val der Ama am Mittwoch den 19. Juni 2013

Streit und schlechte Laune am Arbeitsplatz sind keine Seltenheit.

Leider. Und illustrativ zeigen wir Ihnen hier eine Konflikteskalation zwischen Volodymyr Lysenko und Kollege Mirko Raicevic vom ukrainischen Verein FC Hoverla-Zakarpattya Uschhorod.

Kein Bier in der letzten Vier…

Lars: L am Dienstag den 18. Juni 2013

…telstunde in Brasilien.

Die Mona LisaEndlich greift man gegen die Unsitte des letzten Bieres im Stadion durch. Beim Confed-Cup in Brasilien wird nach 75 Minuten des Spiels jeweils der Zapfhahn zugedreht. Auf Plakaten steht: «A venda de cervejas será encerrada aos 30 minutos do 2. tempo. Obrigado!» Das bedeutet soviel wie: es gibt kein Bier ab der YB-Viertelstunde.

Die Zuschauer freut das, sie sparen so relativ viel Geld. Denn das Bier kostet in Rio etwa gleichviel wie im Wankdorf (und im Stade de Suisse), das Durchschnittseinkommen Brasiliens ist jedoch fünfmal tiefer.

FIFA-Sprecher Pekka Odriozola begründete den hohen Preis damit, dass bei der Berechnung für das Stadionbier (US-Budweiser) auch die Qualität des Produktes berücksichtigt worden sei.

Kratzen statt Knast

Herr Shearer am Donnerstag den 9. Mai 2013

Auch England kennt den gemeinnützigen Arbeitsdienst für Straftäter.

Auf dem Bild sehen Sie Nile Ranger, ehemaliger Stürmer von Newcastle United. Der gelernte Fussballprofi tut in Londons Stadtteil Tottenham mit dem Abkratzen von Farbe Busse für seine zahlreichen Missetaten. Die Magpies haben sich am 1. März vom Londoner Perspektivspieler getrennt, nachdem dessen Vorstrafenregister ungebremst in die Länge wuchs. Schon 2007 musste er ins Jugendgefängnis, nachdem er sich an Raubüberfällen beteiligt hatte. Vier Jahre später, 2011, stand er wiederum vor Gericht, weil er verdächtigt wurde, im Stadtzentrum von Newcastle einen Mann bewusstlos geschlagen zu haben. In diesem Fall wurde er aber unschuldig gesprochen. Ein Jahr später wurde er verurteilt, weil er wiederum in Newcastle “drunk and disorderly” gewesen sei. Damit noch lange nicht genug: im September 2012 wurde er in einem Haus in Enfield im Norden Londons von der Polizei vor einer Wohnung mit eingeschlagener Türe aufgegriffen. Die Klage wurde später fallengelassen – Ranger gab an, die Türe eingeschlagen zu haben, weil er befürchtete, dass seine Freundin gekidnappt worden sei. Dann wurde es richtig übel. Gleich zweimal wurde er in diesem Jahr verhaftet, zuerst wegen Verdachts auf Vergewaltigung am 25. Januar, dann am 14. März – nach seiner Entlassung in Newcastle – wegen Verdachts auf Körperverletzung.

Dass er zwischendurch auch noch bei der Polizei vorzusprechen hatte, weil er auf einem Foto in bester Gangsta-Manier mit einer Replika-Pistole posierte und vom Verband für das Verbreiten homophober Kommentare über Twitter zu einer Geldstrafe aufgebrummt erhielt, sind da nur noch Randnotizen in einem prall gefüllten Sündenregister.

Jetzt noch eine Anmerkung für interessierte Sportchefs: Nile Ranger ist auf dem Transfermarkt frei verfügbar.

Dramés Drama

Val der Ama am Donnerstag den 25. April 2013

Wie immer um Mitternacht: Wenns stimmt, dann gut erfunden.

Hier sehen Sie Lecces Teilzeitstürmer Ousmane Dramé und über ihn ist uns folgende Geschichte zugetragen worden: Herr Dramé hatte unlängst Lust auf ein wenig Sexy-Time, beispielsweise mit einer Prostituierten. Doch dann dort allerdings akute Frustrationsgefahr, denn der Franzose hatte kein Geld dabei. Dafür aber so ein neues iPhone 5.

Geht auch. Und es ist dann auch gegangen aber leider wohl nicht gut genug: Denn Dramé machte sich flugs darauf und undankbarerweise mit seinem, dem unlängst versprochenen Mobiltelefon aus dem Staub (jetzt hier fügen einige hinzu, es hätte  grad auch noch die Handtasche der Dame mitgemusst) und zwar mit einem zufällig anwesenden Fahrrad.

Absurd? Noch nicht vollständig, weil es geht ja erst richtig los! Und zwar: Die Tat wurde von einer transsexuellen Kollegin der Dirne beobachtet und diese erboste erst und alarmierte dann die Polizei und konnte den Täter nach Verfolgung gar stellen.

Nun ja, mehr Details wahrscheinlich in der heutigen Gratispresse. Sein Verein hat den Spieler derweil suspendiert.

Rassiger Rücktritt

Herr Shearer am Sonntag den 31. März 2013

Ein Trainer kommt, ein Vorstandsmitglied geht.

Wie soeben bekannt wurde, hat Paolo Di Canio das Traineramt beim Sunderland AFC übernommen, nachdem Martin O’Neill vor einigen Tagen seine sieben Sachen im Stadium of Light packen musste. Di Canio war zuletzt beim Swindon Town FC tätig, mit welchem er den Aufstieg in die League One schaffte; allerdings überwarf er sich dort mit den Verantwortlichen wegen Spielertransfers und der Zukunft des Vereins.

 

Einer war ob dieser Wahl besonders entsetzt: David Miliband (2. v.r.), ehemaliger Aussenminister Grossbritanniens und Abgeordneter im britischen Unterhaus, trat per sofort von seinem Amt im Vorstand der “Black Cats” zurück. Miliband ist jüdischer Abstammung. Di Canio seinerseits bezeichnete sich in der Vergangenheits selbst als Faschisten (allerdings sei er kein Rassist…) und rechtsradikal. 2005 wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, nachdem er, damals in Diensten Lazios, in einem Derby gegen die AS Roma mit einem faschistischen Gruss in die Kurve gegrüsst hatte. Statt die Busse zu akzeptieren, wiederholte er diese Geste – ausgerechnet in Livorno, bei einem Club mit ausgesprochen linkem Anhang.

Miliband erklärte seinen Rücktritt unmittelbar nach Bekanntwerden des Trainerwechsels:

“Ich wünsche Sunderland alles Gute in Zukunft. Diese grossartige Institution leistet einen grossen Beitrag für den Nordosten und ich wünsche der Mannschaft alles Gute für die nächsten sieben extrem wichtigen Spiele. Im Angesicht der früheren politischen Äusserungen des neuen Trainers denke ich aber, dass es richtig ist, jetzt zurückzutreten.”

Immerhin können die Mackems, angesichts des ihnen nach Ansicht des zuständigen Redaktors ziemlich sicher bevorstehenden Abstieges, mit diesem Rücktritt eine stolze Stange Geld sparen.

Kalte Dusche

Rrr am Donnerstag den 28. März 2013

Argentiniens Polizei arbeitet mit Hochdruck am Hooligan-Problem.

Die Fans von Unión Villa Krause waren gestern ziemlich aufgebracht, als ihr Team im Cup-Heimspiel gegen Quilmes zur Pause schon 0:3 zurücklag. Als einige Ultras die Gitter zu demontieren begannen und den Rasen betreten wollten, setzte die Polizei mehrere Wasserwerfer ein.

Der Platzsturm blieb aus, das Spiel musste allerdings abgebrochen werden: Der Schiedsrichter beurteilte die Sicherheitslage als zu instabil.

Stupender Stepanenko

Rrr am Mittwoch den 27. März 2013

Stellen Sie sich vor, Sie sind Tara Stepanenko (1).

Sie führen mit der Ukraine 2:1 gegen Moldawien, die Nachspielzeit ist schon im Gang. Da kommt der Ball (2) in den Strafraum geflogen. Der moldawische Verteidiger (3) sieht das auch und nähert sich ebenfalls der Flugbahn des runden Leders.

Item, Sie sind Stepanenko. Was tun?

Richtig.

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Gelichtetes Gebiss

Herr Shearer am Mittwoch den 27. Februar 2013

Obacht bei Kopfbällen auf Kniehöhe!

Zhivko Milanov, bulgarischer Spieler in Diensten des rumänischen Erstligisten Vasluj, kann ein Lied davon pfeifen. Neuerdings sogar durch eine mächtige Zahnlücke, die ihm sein Gegenspieler Cadu im Spiel gegen CFR Cluj zufügte. Im Mittelkreis versuchte Milanov, einen Ball mit seinem Kopf zu erreichen, statt dessen kollidierte er aber mit dem Knie des ihm entgegenstürmenden Cluj-Spielers. Dieser sah für sein übermotiviertes Einsteigen gerechterweise direkt rot.

Bilanz: zwei Zähne waren direkt ausgeschlagen, drei weitere mussten Milanov im Spital entfernt werden. Viorel Hizo, Vaslujs Trainer, bezeichnete Cadus Foul anschliessend als Verbrechen. “Es ist nicht das erste Mal, dass er so einsteigt. Ich bin gespannt, wie hoch die Strafe für ihn nun ausfallen wird”.

Falls Sie unbedingt bewegte Bilder dieses Attentats auf ein gesundes Gebiss sehen wollen, schauen Sie halt hier.

Die Wiese-Krise

Val der Ama am Mittwoch den 13. Februar 2013

Für Tim Wiese ist der Karneval vorbei.

Wir erinnnern uns: Nach langem Hin und Her verliess er diesen Sommer den SV Werder Bremen, weil er erst mit Real Madrid, später dann halt mit Hoffenheim ganz vorne mitspielen wollte. Hoffenheim immerhin, weil europäisch und erfolgreich, so hoffte Wiese.

Aber erstens kommt es eben anders: Der langjährige Bremer Schlussmann wurde nach zum Teil miserablen Leistungen als einer der Verantwortlichen für die Krise der TSG bezeichnet und von Trainer Kurz erst als Kapitän entmachtet, dann auf die Ersatzbank verbannt und schliesslich – nach der Last-Minute-Verpflichtung des Brasilianers Heurelho Gomes aus der Premier League – vor zwei Wochen zur Nummer drei degradiert.

Und jetzt auch das noch: Gemeinsam mit Teamkollege Tobias Weis wurde er bei einer Karnevalsparty am Rosenmontag in Neckarsulm mit Hilfe der Polizei des Saales verwiesen. Wiese sei “auffällig” geworden, meinte ein Polizeisprecher. “Die Zwei wurden aus der Halle verwiesen. Das ganze Verhalten war unflätig. Wahrscheinlich war der Alkoholkonsum der beiden schuld. Aber es gibt keine Anzeige”.

Der Verein brummte den beiden Spielern umgehend eine Geldstrafe in unbekannter Höhe auf. Wiese zeigte sich im Nachhinein reumütig, entschuldigte sich beim Verein und den Mannschaftskollegen.

Und wie weiter? Theoretisch könnte Wiese in die Türkei oder nach Russland wechseln, dort ist das Transferfenster noch nicht geschlossen. Allein: Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2016, sein Jahresgehalt soll nach Medienberichten bei 3 Millionen Euro liegen.

Dreister Diebstahl (2)

Herr Maldini am Donnerstag den 20. Dezember 2012

Der Grinch war in London.

Dass Celtic Glasgow in dieser Saison keine Geschenke verteilt, musste schon der grosse FC Barcelona erfahren. An Weihnachten ist das natürlich anders.
Im Great Ormond Street Hospital in London wurden am Wochenende 20 Geschenke gestohlen. Gekauft hatte sie der Hospital Charity Found, bestimmt waren sie für kranke Kinder. Portable DVD Player, Nintendo DS Konsolen und noch viel mehr — alles weg.


Der Celtic Football Club reagierte laut einem Sprecher bestürzt auf dieses Ereignis und will nun in die Bresche springen. Wohltätigkeit habe in der Geschichte von Celtic schon immer eine Rolle gespielt, die Spieler hätten zum Beispiel gerade letzte Woche kranke Kinder in einem Spital in Glasgow besucht und im nächsten Jahr finde ein Hilfsprojekt in Kenia statt. Zudem vollbringe das Spital hervorragende Arbeit und habe schon vielen Kindern geholfen. Deshalb wollen die Celts nun sämtliche Geschenke ersetzen.
Die Redaktion des Runden Leders begrüsst dies mit 125 zu 0 Stimmen, findet aber, man könnte statt Unterhaltungselektronik Fussbälle schenken.

Der Übeltäter wird übrigens nach wie vor gesucht. Sollten Sie mehr wissen, melden Sie sich auf dem CID Büro in Holborn oder bei den Crimestoppers unter 0800 555 111.

Solitär und Kung Fu Master

Herr Maldini am Donnerstag den 29. November 2012

Heute reisen wir kurz nach Israel.

Vor einigen Wochen standen sich Hapoel Tel Aviv und Hapoel Be’er Sheva gegenüber. Das Spiel endete torlos und muss dermassen langweilig gewesen sein, dass der Anzeigetafel-Mensch die Zuschauer mit einer Partie Solitär unterhielt.

Das nachfolgende, bewegte Bild beweist aber, dass es in Israels Stadien auch anders zu und her gehen kann: Der Stürmer enteilt den langsamen Verteidigern auf eindrückliche Art und Weise. Hier hilft nur noch die sogenannte Blutgrätsche ohne Absicht (und Aussicht), den Ball zu treffen. Und da wir heute schon beim Thema Schiedsrichter und Karten sind: Diese Aktion muss konsequenterweise mit einem direkten Platzverweis geahndet werden.

Gewagte Gesichtsbehaarung

Rrr am Mittwoch den 21. November 2012

BREAKING NEWS: Chelsea feuert Di Matteo

Movember und seine Auswüchse.

Michael Bridges von den Newcastle Jets (Australien) kurz vor der Verhaftung durch die Schnauzpolizei.