Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Präsidiale Worte

Dr. Eichenberger am Sonntag den 16. Januar 2005

Der Lazio-Spieler Paolo Di Canio hat nach seiner eindeutigen Armbewegung im Römer Derby Rückendeckung von Italiens Verbandschef Franco Carraro erhalten.

«Nach meiner Meinung war es keine rassistische, sondern eine politische Geste», beurteilte der FIGC-Boss den Faschistengruss von Di Canio. Carraro wurde 2001 mit 91 Prozent aller Delegiertenstimmen zum Präsidenten des italienischen Fussballverbandes gewählt. Es war nicht das erste präsidiale Amt, das der umtriebige Herr in seiner Karriere übernahm. Carraro, so scheint es, ist zum Präsidenten geboren, wie sich andere als Dichter oder Musiker berufen fühlen. Neben Präsidentschaften in der Wirtschaft mischte er auch in der Politik mit und war Sindaco von Rom und Minister in der italienischen Regierung. Eine Respektsperson also, wie es früher bei uns nur der Dorflehrer und der Pfarrer waren. So warten wir denn mit gemischten Gefühlen auf die Ergebnisse der verbandsinternen Untersuchung gegen den rechten Lazio-Spieler.


Präsidale Rückendeckung: Paolo Di Canio.

Faschistengruss in Rom

Dr. Eichenberger am Samstag den 8. Januar 2005

Das Römer Stadtderby zwischen Lazio und der AS Roma (3:1) hat ein Nachspiel. Der italienische Fussballverband hat eine Untersuchung gegen den Lazio-Spieler Paolo Di Canio eingeleitet. Dieser hatte nach seinem Tor die Lazio-Ultras mit dem Faschistengruss geehrt.



Die politische Gesinnung des Lazio-Spielers Di Canio ist nicht neu. Bereits in seiner Autobiografie hat er Benito Mussolini, dem italienischen Faschistenführer und Kriegsgefährten Adolf Hitlers, ein Kapitel gewidmet. Die Entgleisung Di Canios vom Donnerstag hat in Italien grosse Betroffenheit ausgelöst. Franco Baldini, sportlicher Direktor der AS Roma, sagte: «Die Roma hat das Spiel verloren. Verloren hat aber ganz Rom.»

Eine kann sich indes kaum fassen vor Vergnügen: Alessandra Mussolini, Nichte des Duce und Abgeordnete einer Partei namens «Soziale Alternative». «Dieser Gruss hat mich sehr berührt», sagte sie der versammelten Presse. «Ich werde Di Canio gleich ein Glückwunschschreiben schicken.» Die Mussolini hatte die ehemals neofaschistische Partei Aleanza Nationale verlassen, weil deren Führer Gianfranco Fini dem Faschismus öffentlich abgeschworen hat – und damit salonfähig und unter Silvio Berlusconi Vize-Premierminister geworden ist.

Die Provokation der Woche

Frans am Mittwoch den 8. Dezember 2004

Der uns im Zusammenhang mit dem Transfer von Hakan Yakin als nicht ganz arroganzfrei in Erinnerung gebliebene Vahid Halihodzic, Trainer des krebsenden französischen Topclubs Paris St. Germain, in einem Interview im Anschluss an die 1:3-Heimschlappe gegen CSKA Moskau:

Journalist: Allez-vous proposer votre démission ?

Halihodzic: Je ne réponds pas à cette question. Je m’arrête à votre provocation.

Klinsmann sieht Rot!

Dr. Eichenberger am Dienstag den 16. November 2004

Jürgen Klinsmann wird immer unheimlicher. Zuerst sorgte der Bundestrainer für helle Aufregung, als er bekannt gab, er werde mit seinen Spielern künftig nicht mehr brieflich, sondern per E-mail kommunizieren. Dann liess er seinen Berater Oliver Bierhoff verkünden, man werde den Ferrari-Piloten Michael Schumacher und den Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner als Motivatoren anheuern.
Und jetzt noch dies: Erstmals seit 66 Jahren wird sich die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Kamerun in roten Trikots präsentieren!!! Das «aggressive und offensive Rot» des neuen adidas-Trikots soll für die deutschen Kicker ein Zeichen sein. Das passt zur Klinsmannschen Filosofie, die er mit der Formel «Aggressivität, Leidenschaft und positive Energie» beschreibt und nun mit der Farbe Rot noch unterstrichen sehen will. So billig!! Diesen Trick hat er doch nur bei der Schweizer Nati abgekupfert!!!
(Unser Bild: Jürgen Klinsmann und Michael Ballack zeigen das rote Trikot.)

Vorbildliche Rassisten

Frans am Freitag den 29. Oktober 2004

In dieser unanständigen Welt des egoistischen Fussballs ist man immer wieder froh für Interessenvertreter, welche das Gesamtwohl im Auge behalten. Rini Coolen, Trainer von Twente Enschede bewies nach dem gewonnenen Auswärtsspiel gegen Den Haag (0:1) solche Grösse: Absolut daneben habe sich sein Topstürmer nach dem Spiel verhalten. Seine Tat sei unter keinen Umständen zu rechtfertigen. Schliesslich habe sich das Publikum von ADO Den Haag vorbildlich betragen und habe eigentlich alles Lob der Welt verdient, wird Herr Coolen von Voetbal International zitiert. (“Het publiek had zich juist voorbeeldig gedragen en verdiende daarvoor alle lof.”)
In der Tat. Anders als zuvor gegen PSV Eindhoven musste das Spiel nicht wegen primitivster Sprechchöre abgebrochen werden. Bravo ADO! Einzig sensible Gemüter wie Rini Coolens Stümerstar mit Geburtsort Kinshasa konnten sich womöglich daran gestört haben, dass bei Ballbesitz N’ Kufo aus dem vorbildlichen ADO-Fanblock Urwaldgeräusche und Affenrufe zu hören waren.

Blaise N’Kufo lachte gemäss Medienberichten trotzdem bzw. deswegen, ging nach dem Spiel zum vorbildlichen Fanblock, applaudierte den Rassisten demonstrativ und grinste, so breit er konnte. Schiedsrichter Luinge – auch er attestierte dem Anhang von ADO Respekt und vorbildliches Betragen – konnte des Schweizers Provokation zu seinem eigenen Bedauern nicht mit einer gelben Karte bestrafen, wie er den Medien mitteilte. Er hat aber brav rapportiert, und der Niederländische Fussballverband hat eine Untersuchung eröffnet gegen den Mann mit dem Schweizer Pass, den sein eigener Trainer öffentlich der unverzeihlichen Aktion bezichtigt hat. Wetten, dass Blaise N’Kufo nicht mehr lange für Twente Enschede und dessen vorbildlichen Trainer Rini Coolen spielt?

Es darf nicht gelacht werden (Bild: Voetbal International)

Mutus Mätresse

Rrr am Samstag den 23. Oktober 2004

Das ist Adrian Mutu, Kapitän der rumänischen Nationalmannschaft und geouteter Vampir: Die italienische Presse übertrifft sich seit Tagen mit gierigen Schlagzeilen über den Ex-Parma-Spieler, der sich zurzeit in England herumlangweilt.
Weil er an einer Party kokste, darf er vorderhand nicht mehr für Chelsea spielen. Das ist einigermassen langweilig, interessanter dagegen die Aussagen einer rumänischen Porno-Darstellerin: «Ich komme selbst aus Transsylvanien, aber dieser Mutu ist ein regelrechter Vampir.»
Als sie sich nämlich in der Küche geschnitten habe, sei der gierige Mutu über sie hergefallen und habe ihr regelrecht das Blut aus den Adern gesaugt. Anschliessend seien sie im Bett gelandet, wo der Fussballer allerdings eine klägliche Figur abgegeben habe.
«Deshalb habe ich ja anschliessend Kokain genommen», entgegnete Mutu am Freitag. Wir hoffen, es half.

Bühnenreif

Dr. Eichenberger am Freitag den 15. Oktober 2004


Für ihre geglückte Version des sterbenden Schwans erhielten McNamara (Celtic, links) und Barca-Neueinkauf Giuly von der internationalen Jury des eBund den Darstellerpreis des Monats Septembers zugesprochen. Wir gratulieren!

Das Schöne im Fussball sind ja die Emotionen

Rrr am Samstag den 9. Oktober 2004

Ob die gelbe Karte gegen diesen Provinzspieler berechtigt war, ist leider unbekannt. Die rote Karte danach lässt sich jedenfalls rechtfertigen, finden wir. mpg, 933 kb

(Geklaut bei Spitzenkick.de)

Böser Bub

Rrr am Sonntag den 3. Oktober 2004

Wo immer Hooligans auftauchen, sprechen die Zeitungen gern von der hässlichen Fratze des Fussballs. Einem aufmerksamen Weblog-Leser ist es gelungen, diese Fratze auf Bild zu bannen. Es ist wirklich schockierend.

Rotkäppchen

Rrr am Sonntag den 12. September 2004

Wen haben wir denn da entdeckt? Genau, unsren alten Freund Jimmy Jump, ein notorischer Katalane, der gerne sportliche Grossanlässe stört. Gestern abend war er zu Gast bei Barcelona-Sevilla (2:0) und stülpte dem Barca-Stürmer Etoo sein legendäres rotes Käppchen über.

Da kommt uns gerade in den Sinn, dass Jimmy Jump auch schon den EM-Final 2004, die Fashion Week in London und den letztjährigen Formel-1-GP in Barcelona störte, und wenn ihn die Medien nicht andauernd abfeiern würden, hätte er sein bescheuertes Hobby sicher schon längst aufgegeben.