Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Dumme Dinge

Rrr am Sonntag den 25. Dezember 2005

“Nicht jeder junge Brasilianer wird ein zweiter Ronaldinho”: Mit diesem Spruch wirbt das HEKS für seine neue Kampagne.

Finden Sie den Fehler.

Tackling an der Seitenlinie

Frau B am Montag den 5. Dezember 2005

Beim FA-Cup-Spiel zwischen Northampton und Stevenage kam es zu einem unschönen Zwischenfall.

Für einmal gerieten weder die Spieler noch die Fans aneinander. Folgendes trug sich am letzten Samstag am Spielfeldrand am Broadhall Way zu:

Scott McGleish brachte seinen League-Two-Club Northampton zehn Minuten vor Schluss mit einem Penalty 2:1 in Führung. Offenbar waren sich die Goalietrainer der beiden Kontrahenten nicht einig, was die Schiedsrichterentscheidung anbelangt. Auf jeden Fall kam es zu einem Handgemenge und Lionel Perez vom Conference-Club Stevenage stiess Northamptons Dave Watson die gestreckten Finger ins Gesicht. Der Franzose – ein Ex-Sunderland-Keeper – wurde sofort von Schiedsrichter Darren Deadman auf die Tribüne geschickt.

Anthony Elding erzielte nur eine Minute später den Ausgleich und sicherte damit die Wiederholung der Partie. Fortsetzung folgt also.

Ein weiterer Affront

Dr. Eichenberger am Dienstag den 29. November 2005

Inter-Fans haben am Sonntag beim Auswärtsspiel in Messina den Spieler Zoro mit rassistischen Rufen beleidigt. Das hat sich dieser nicht bieten lassen.

Als der dunkelhäutige Messina-Spieler Zoro im Serie-A-Heimspiel gegen Inter Mailand (1:2) durch Inter-Fans mit Affenlauten und Beschimpfungen wie «dreckiger Neger» begleitet worden war, nahm der Verteidiger von der Elfenbeinküste in der 66. Minute den Ball in die Hand, verliess den Platz und informierte den vierten Offiziellen. Seine Teamkollegen konnten ihn schliesslich zum Weiterspielen überreden.

Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi kritisierte die Beschimpfungen gegen Zoro in scharfer Form: «Vorfälle dieser Art sind ein Affront. Es gibt nur eine einzige Rasse und das ist die menschliche Rasse.» Der Präsident der Spielergewerkschaft AIC, Sergio Campana, bot Zoro einen Sitz im Aufsichtsrat der Organisation an. «Ich habe ihm nicht nur aus Solidarität diesen Posten angeboten. Zusammen können wir eine Initiative zur Bekämpfung des Rassismus ergreifen», sagte Campana.

Reagiert hat auch der italienische Fussballverband. In dieser Woche werden alle Cup- und Meisterschaftsspiele mit fünf Minuten Verspätung angepfiffen. Die Spieler aller Mannschaften werden in der Mitte des Spielfeldes ein Spruchband mit dem Slogan «Stoppt den Rassismus» ausrollen.

Und was meint der Inter-Patron Massimo Moratti zu seinen Fans? «Es ist nicht der Fehler einer einzelnen Gruppe, es ist eine schlechte Angewohnheit. Es genügt nicht, solche Auswüchse zu bekämpfen, wir müssen positive Signale senden.»

Positive Signale senden: Inters Adriano und Messinas Zoro.

Die Liga der Schande

Frau B am Donnerstag den 24. November 2005

Die britische Transportpolizei hat eine Tabelle mit den Clubs veröffentlicht, deren Fans besonders negativ aufgefallen sind.

Allein in den letzten drei Monaten verzeichnete die BTP (British Transport Police) über 100 ernsthafte Zwischenfälle in Zügen und in der U-Bahn. Die Verstösse reichen von der Belästigung anderer Fahrgäste bis hin zu Schlachten mit gegnerischen Fans auf Bahnsteigen.

Die BTP glaubt, dass die Hooligans angefangen haben, ihre Aktivitäten in Züge und auf Bahnhöfe zu verlagern, weil in und um die Fussballstadien immer viel Polizei im Einsatz ist.

Am nächsten Samstag startet die BTP deshalb eine ‚zero-tolerance’-Kampagne. Mit vermehrter Präsenz und Kontrollen soll den Randalierern Einhalt geboten werden.

Clubs League of Shame
1. West Ham United
2. Sunderland
3. Manchester United
4. Leeds United
5. Millwall
6. Arsenal
7. Chelsea
8. Newcastle United
9. Wolverhampton
10. Liverpool

Punkte gab es für ernsthafte Zwischenfälle (5), asoziales Verhalten (2) und Festnahmen (1). Liverpool hat ein Spiel weniger und kann seinen Rang noch verbessern.

Frisur als Kündigungsgrund

Frau B am Dienstag den 22. November 2005

Ein Zehnjähriger wurde von Celtic Glasgow entlassen, weil er sich nicht von seinem Haarschnitt trennen wollte.

Marcus McMillan ist ein eingefleischter Liverpool-Fan und trägt seit drei Jahren einen roten Irokesen-Kamm sowie die Nummer 10 ausrasiert am Hinterkopf. Die Zehn stand damals für Michael Owen. Aber auch nach Owens Wechsel zu Real Madrid behielt der Junge seinen Haarschnitt.

Genau mit dieser Frisur unterschrieb der Youngster einen Vertrag mit Celtic Glasgow. In der Zwischenzeit hat aber der Club seine Regeln geändert und duldet kein solch ausgefallenes Erscheinungsbild mehr. Marcus wollte sich jedoch von seinem Haarschnitt nicht trennen und musste in der Folge Celtic verlassen. Immerhin entschied der schottische Fussballverband, dass er nicht bis zum Ende der Saison warten muss, bis er für einen anderen Verein spielen darf. Ein Rivale hat ihn unter Vertrag genommen, und Marcus will einen Hattrick erzielen, wenn er in zehn Tagen gegen Celtic antritt.

Betragen ungenügend

Frau B am Freitag den 4. November 2005

Der englische Schiedsrichter Graham Poll kehrt dieses Wochenende nach einer zweiwöchigen Sperre in sein Amt zurück.

Gestern gab der Vorstand der englischen Schiedsrichter (‚The Professional Game Match Official’) offiziell bekannt, dass Poll wegen schlechten Betragens für zwei Wochen gesperrt worden war. Am Sonntag wird er das Spiel von Manchester United gegen Chelsea pfeifen.

Details über Polls Vergehen liess die PGMO nicht verlauten. Es soll sich aber laut anderen Quellen um ein Vorkommnis handeln, das sich während des Fitness-Camps der Top-Premier-League-Schiedsrichter ereignet hatte. Damals – das Camp fand im Juli in Surrey statt – sei Poll betrunken auf einigen Autos herumgeklettert.

Maulkorb

Frau B am Mittwoch den 2. November 2005

Manchester United macht zurzeit negative Schlagzeilen.

Am Samstag setzte es für die ‚Red Devils’ eine peinliche 4:1-Niederlage gegen Middlesbrough ab. Coach Sir Alex Ferguson war wütend und bot sein Team am Sonntagmorgen zum Extratraining auf. Besonders die ManU-Verteidigung war ihm negativ aufgefallen.

Noch wütender war offenbar Captain Roy Keane über die blamable Vorstellung der Mannschaft. In einem Interview, dessen Ausstrahlung auf dem clubeigenen Sender MUTV für den Montagabend geplant war, wurde der Ire ziemlich deutlich. So deutlich, dass die Produzenten das Video zuerst von Alex Ferguson und Geschäftsführer David Gill begutachten liessen. Die beiden entschieden sich sofort gegen die Veröffentlichung.

Der genaue Inhalt ist nicht bekannt, aber Keane soll sich sehr abfällig über einige seiner Teamkollegen geäussert haben. Rio Ferdinand, Darren Fletcher, Alan Smith, John O’Shea, Kieran Richardson und Liam Miller würden – milde ausgedrückt – den Anforderungen des Clubs nicht genügen.

Sir Alex Ferguson hat bisher jede Stellungnahme verweigert.

The Dark Side of the Roon

Frans am Donnerstag den 15. September 2005

Gewisse Spieler kassieren eine rote Karte im ungestümen Kampf um den Ball (wie Herr van Persie), andere triumphieren im Kampf für kürzere Arbeitszeiten (wie Herr Rooney).

Applaus für Wayne Rooney: Der Jungstar beschert uns nicht nur das Vergnügen lustiger Kalauer in der englischen Boulevardpresse (“The Dark Side of the Roon”). Er hat es auch geschafft, mit seiner erbettelten gelb-roten Karte die gesamte Duschanlage vor seinen verschwitzten Mannschaftskollegen benützen zu dürfen. Weiter so!

Tschuldigung!

Dr. Eichenberger am Dienstag den 30. August 2005

Erneut haben die Lazio-Fans am Sonntag einen schwarzen Spieler mit rassistischen Buhrufen beleidigt.

Marco Zoro, der von der Elfenbeinküste stammende dunkelhäutige Abwehrspieler bei Messina, war am Sonntag im Römer Olympastadion das jüngste Opfer der rechtsradikalen Lazio-Fans in der Curva nord. Lazio-Präsident Lotito und auch einige Lazio-Spieler hätten sich dafür nachher bei Zoro entschuldigt, sagte der Messina-Boss Pietro Franza. Immerhin. Aber ändern dürfte sich dadurch im Lazio-Umfeld kaum etwas, solange Lotito, der sein Geld mit einer Reinigungsfirma verdiente, seinen Worten nicht Taten folgen lässt.

Üble Fans: Curva nord.

Thalhammer geht

Rrr am Donnerstag den 18. August 2005

Paukenschlag in der T-Mobile Bundesliga: Admira hat sich von seinem Erfolgstrainer Dominik Thalhammer getrennt.

Nach sechs schlechten Saisonspielen komme die Entlassung nicht überraschend, sagte der konsternierte Thalhammer zum Abschied.

Dabei hatte alles so hoffnungsvoll begonnen. So wurde mit Heshmat Mohajerani immerhin Asiens Trainer des Jahrhunderts als Sportchef verpflichtet. Mit Wallner, Wagner, Mandl und Flögel wurden zudem zahlreiche Stars geholt. Doch sie konnten Ledwon, Iwan und Szamotulski nicht vergessen machen.

Neuer Trainer beim Tabellenletzten wird nun Robert Pflug.

Keine Macht den Rassisten

Frau B am Freitag den 12. August 2005

Liverpools Djibril Cissé wurde während des Champions-League-Hinspiels in Sofia mit Affengeräuschen beleidigt.

„Es tut weh, wenn es passiert, aber ich bin stark genug, um mich davon nicht beeindrucken zu lassen“, meinte der französische Stürmer. „Dies war das allererste Mal, das ich das erlebt habe. Als Spieler kannst du nichts dagegen tun. Ich bin auch nicht sicher, ob die UEFA viel ausrichten kann. Es ist fast nicht möglich, diese Art Leute davon abzubringen.“

Der unschöne Zwischenfall wurde vom UEFA-Offiziellen Trygve Borne zur Kenntnis genommen und der UEFA rapportiert. Dem bulgarischen Club CSKA Sofia winkt ein Disziplinarverfahren. Voraussichtlich am 18. August wird die Sache verhandelt. Von den ‚Reds’ wurden die ungehobelten Fans bereits bestraft: mit drei Toren. Eines davon erzielte Cissé höchstpersönlich.

Das Parkplatzproblem

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 4. August 2005

Eine dringende Bitte um Stellungnahme erreicht uns von N.N. aus dem N.:

“Lieber Doktor Rüdisühli, gestern war in meinem Quartier alles voller Subarus. Ist das jetzt jedesmal so, wenn der FC Thun in Bern spielt? Kann man da nichts machen?”

Liebe Nadine aus dem Nordquartier, danke für deine Anregung. Du hast dich an die richtige Stelle gewandt. Also:

Liebe Fans des FC Thun. Das hier ist ein Zug. Man kann damit wunderbar nach Bern fahren. Und sogar bis ins Wankdorf.

Wenn Sie ganz tief hinten im Oberland wohnen und auf ein Auto angewiesen sind (damit Sie ganz tief hinten im Oberland wohnen können), dann stellen Sie es doch bitte beim nächsten Mal auf einen richtigen Parkplatz. Das tut auch gar nicht weh, ehrlich. Es gibt nämlich schöne und preisgünstige Parkplätze, z.B. in den wunderbaren und nicht nur architektonisch wertvollen Berner Parkhäusern:

Die Anwohnerinnen und Anwohner des Nordquartiers danken Ihnen recht herzlich.

Ihr Doktor Rüdisühli.