Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Schluckspecht

Herr Shearer am Donnerstag den 11. September 2008

Mit den Fans des nordenglischen Traditionsvereins Newcastle United hat es sich dessen Besitzer Mike Ashley endgültig verdorben – bei den Anhängern aller anderen insulanischen Clubs könnte sich seine Popularität aber steigern…

Kevin Keegan, der Trainer der Magpies, nahm letzten Donnerstag den Hut. Dies war das Ergebnis einer gescheiterten Zusammenarbeit mit der sportlichen Leitung des Vereins. Für die Fans brach eine Welt zusammen. Die Rückkehr von King Kev in die Stadt am River Tyne wurde letzten Januar gefeiert, als wäre der Messias persönlich vom Himmel gestiegen. Herr Ashley ist also gut beraten, sich in der nächsten Zeit nicht im St. James’ Park sehen zu lassen – der thematische Inhalt gewisser Fangesänge dürfte seinen Ohren nicht unbedingt schmeicheln. Der Graben zwischen Management und Fans dürfte sich mit ein paar Freibieren diesmal nicht auffüllen lassen.

Für die Football Supporters Federation hingegen, die Lobby der englischen Fussballspielbesucher, ist Mike Ashley ein Winkelried: einer der sich gegen die (tatsächlich ziemlich unsinnige) Gesetzgebung stellt, in englischen Stadien das Bier nur von Stellen ohne Sicht auf das Spielfeld geniessen zu dürfen. Herr Ashley erstand sich beim Match Arsenal – Newcastle in der Halbzeitpause einen Plastikbecher Bier, trank diesen aber nicht in der Bar, sondern nahm ihn mit auf seinen Sitzplatz. Er wurde darauf allerdings umgehend von den Stewards an die geltende Gesetzgebung erinnert und beseitigte darauf das Corpus Delicti. Nun ja, blöd für Ashley, dass zu diesem Zeitpunkt die Fernsehkameras bereits zu seinem Platz geschwenkt hatten – dem Fernsehpublikum wurde sein schweres Vergehen live in die gute Stube übertragen.

Die FSF stellt nun fest, dass Herr Ashley zwar sehr wohl ein Bier an einer Stelle mit Sicht auf das Spielfeld getrunken hat, es trotzdem aber nicht zu einem schweren Zwischenfall mit mehreren Toten und Verletzten gekommen ist. Und führt nun ausgerechnet Mike Ashley als Gallionsfigur gegen eine von mehreren unsinnigen Regeln in englischen Fussballtempeln.

Ärger kriegt Ashley allerdings trotzdem: In einem Land, in dem selbst Schwarzfahrer öffentlich an den Pranger gestellt werden, wird ein solches Vorkommnis von den Medien natürlich aufgebauscht. Und so hat denn die Polizei auch schon ein ernstes Wörtchen mit dem Delinquenten gesprochen. Dieser gab zu seiner Verteidigung an, dass er dachte, dass er ein alkoholfreies Bier trinke. Solches wird allerdings im Emirates Stadium gar nicht verkauft…

Out of Toon

Herr Shearer am Samstag den 2. August 2008

Das Finalspiel des FA-Cups von 1974 war eine klare Sache: Liverpool schlug Newcastle mit 3:0. Zwei Tore steuerte – ausgerechnet – Kevin Keegan bei.

FA-Cup 1974Für das äusserst pomadige Auftreten der Geordies soll es mehrere Gründe gegeben haben: Einerseits fehlten dem damaligen Trainer Keith Burkinshaw mehrere Stammspieler, und die Verbleibenden soll er auch noch völlig falsch aufgestellt haben. Andererseits wurden dem Team im Hinblick auf das grosse Spiel neue, unvorteilhaft aussehende, violett-grüne Trainingsanzüge verpasst. Leider findet sich im Internet kein Bild mehr von diesem Textilverbrechen.

Den Rest gegeben haben dürfte allerdings der eigens für dieses Spiel von Harry Herring komponierte Song “Howway the lads”, welchen er mit der Band “The Barrie Brothers” auch gleich noch intonierte.


Wenn Sie soeben die Play-Taste gedrückt haben, merken Sie’s bereits nach wenigen Takten: der Song ist tatsächlich unterirdisch. Doch damit nicht genug. Die Barrie Brothers gaben sich hier zwar als Geordies aus, tatsächlich aber kamen Sie aus SUNDERLAND! Und von dort hat man nun ganz einfach nicht zu kommen – Jedenfalls sollte man sich in diesem Falle nicht unbedingt in Newcastle blicken lassen. Der Song beginnt zudem auch noch mit der Eingangsmelodie der Newcastle United-Hymne “Blaydon Races”.

Harry Hering schlägt sich übrigens immer noch als C-Schauspieler durch. Unter anderem durfte er vor einigen Jahren auch in einem McDonaldsTM-Werbespot mit Alan Shearer auftreten.

Rache ist süss …

Rrr am Sonntag den 20. Juli 2008

… mitunter auch salzig.

Ein 17-jähriger Junior von Limite Calcio verkraftete die Final-Niederlage seines Teams im ruhmreichen Turnier von Montecalvoli offenbar schlecht – er urinierte in den Pokal am Spielfeldrand, noch ehe die Trophäe der siegreichen Mannschaft von Polisportiva Bellani übergeben werden konnte.

Jetzt ist der fehlbare Spieler für 4 Monate gesperrt worden, wie italienische Medien berichten. Völlig zu Recht, wie wir meinen.

Sendeschluss

Dr. Rüdisühli am Freitag den 18. Juli 2008

Still und leise ist das Sportradio von uns gegangen.

Das Internet-Radio ging 2003 auf Sendung und half manch einem Fussballfan aus der Patsche: Wer am Samstagabend unbedingt Schaffhausen-YB verfolgen wollte und kein Teleclub-Abo hatte, wurde auf Sportradio manchmal schlecht, manchmal recht bedient. Auf jeden Fall wars eine Alternative zum Endlos-den-Teletext-Anstarren.

Damit ist jetzt Schluss. Sportradio.ch wurde eingestellt, wie das Runde Leder aus informierten Kreisen erfuhr. Swisscom als neue Besitzerin hat das Angebot gestrichen und hofft, dass die Fans dadurch vermehrt auf mobile Angebote und auf Teleclub umschwenken. Der Pay-TV-Sender zeichnet sich ja auch nicht gerade durch hohe Zuschauerzahlen und kompetente Reporter aus, aber immerhin gibts bewegte Bilder.

Allerdings nicht gratis wie das Sportradio. Sondern für rund 50 Franken im Monat – je nach gewähltem Angebot.

LETZTER AUFRUF VOR DEM ANPFIFF

Nehmen Sie teil am Tippspiel zur Super League 08/09 des Runden Leders. Zu Ihrer Information: Teilnehmen besteht aus den zwei Schritten ‹Anmelden› und ‹Tippen›.

Schlimme Dinge, die wir der Euro™ verdanken (II)

Natischer am Mittwoch den 16. Juli 2008

Heute: «Akiba», lokal bekannte Quartiermieze, muss sich eine neue Bleibe suchen.

Sein Verhalten beim Private EM Viewing während eines dann eben doch nicht oranjen EM-Viertelfinals war aber auch rücksichtlosestmöglich:

Nachtrag: Der Fernseher im Hintergrund steht quasi im Fensterrahmen. Die Zuschauer sitzen im Garten und … tja, eben.

Nati gegen Nazis

JimBobIII am Dienstag den 29. April 2008

In unserer äusserst populären und sehr unregelmässig erscheinenden Serie “Historische Länderspiele der Schweiz gegen diktatorial regierte Länder” präsentieren wir Ihnen heute mit grosser Freude ein Bild aus Valencia, geschossen am 28.12.1941. Gewonnen haben damals die ollen Hitlergrüsser aus Spanien mit 3-2.

Spanien - Schweiz 1941

Fitter dank Phiten (Folge 2)

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 22. April 2008

Riesenerfolg für den Therapeuten Klausdieter Heer-Noz: sein Mandant Herr Varela hat sich immer besser im Griff.

Carlos Varela trägt neuerdings nämlich ein Phiten-Band, das die komplexen bioelektrischen Vorgänge in seinem Körper ordnet, die Kommunikation im Körper positiv unterstützt, das Wohlbefinden steigert und die berühmte Phild-Energie vermittelt, welche in Form einer Schwingung von den Phiten-Produkten ausgeht.

Gesundheitsbewusste Menschen rund um den Globus benutzen heute die Phiten-Produkte. Alleine in Japan zählt man monatlich 45.000 neue Benutzer.

Die Phiten-Produkte sind trendig gestaltet, so dass sie dem Life Style-Aspekt ebenfalls Genüge leisten. Viele bezeichnen sie als die Wellness-Produkte des 21. Jahrhunderts.

Wenn auch Sie die bioelektrischen Vorgänge in Ihrem Körper neu ordnen möchten, dann kaufen Sie jetzt sofort sämtliche Produkte der Firma Phiten. Bei Rückfragen wenden Sie sich an den nächsten Vertreter.

Nein

Frans am Donnerstag den 31. Januar 2008

In dieser manchmal etwas komplizierten Welt freut man sich über Fragen, die sich einfach beantworten lassen.

Eine solche stellt uns heute der BLICK.

Schnullerschrulle

Rrr am Sonntag den 13. Januar 2008

In unserer Serie “Bescheuerter Torjubel in aller Welt” präsentieren wir Ihnen heute Carlos Tevez (Manchester United).

Er macht das übrigens bei jedem Tor.

Der BLICK-Bildbeweis

Herr Noz am Montag den 12. November 2007

NEWS: Varela freigesprochen / 3 Spielsperren für Zayatte.


In unserer losen Serie “Die besten Bildbeweise der Qualitätszeitung BLICK” präsentieren wir heute: Yakin spukt Raffael ins Gesicht.

Lieber BLICK, noch geiler wäre dein Beitrag natürlich gewesen, wenn du den Sabber noch rot eingefärbt hättest. Aber wenn du das nächste Mal auf halbem Weg zurückkrebst, dann mach es bitte professionell und verwische die Spuren, z.B. in der URL. Bitte, gern geschehen. Dein Rundes Leder Blog.

Die Bildlegende lautete heute Morgen übrigens während mehrerer Stunden: Das Bild beweist: Hakan Yakin spuckte Raffael ins Gesicht. Ausserdem war von mehreren Spielsperren die Rede.


Nachtrag 17h43: Der BLICK hat unseren Rat befolgt und eine neue URL gedichtet. Der im Beitrag verlinkte Artikel ist deshalb nunmehr ungültig. Herzlichen Glückwunsch.


Minus 1 Punkt

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 16. Oktober 2007

Frankreich setzt ein Zeichen gegen den Rassismus.

Dem Zweitligisten SC Bastia wurde ein Punkt abgezogen, weil die Fans einen gegnerischen Stürmer mit rassistischen Parolen geschmäht hatten. “Wir wollten ein starkes Signal setzen”, sagte der Vorsitzende der Disziplinarkommission, Jacques Riolacci. “Die Vereine müssen das Nötige tun, um solche Fälle zu verhindern.” Bastia, das das fragliche Spiel 4:2 gewann, hat Rekurs angekündigt.

Opfer der rassistischen Attacken wurde Boubacar Kebe aus Burkina Faso. Er hatte den Bastia-Fans darauf den Stinkefinger gezeigt und war dafür des Feldes verwiesen worden.

Nach dem Urteil der Disziplinarkommission sagte er heute: “Ich bin froh, dass anerkannt wurde, dass ich nicht gelogen habe, als ich die Gründe für meinen Ausraster schilderte. Andererseits tut es mir leid für die Mannschaft von Bastia, die für diesen Punkt ja hart gekämpft hat.”

Stoppt den Seehund

Frans am Montag den 17. September 2007

Beim Derby Cruzeiro-Atletico Mineiro (4:3) setzte Cruzeiro-Jungstar Kerlon wieder einmal zum Seehunddribbling an.

In der Position des rechten Flügels jonglierte Kerlon den Ball zunächst aus dem Stand mit dem rechten Fuss und dann mit einem Antrittt in bester Seehundmanier viermal mit dem Kopf. Was dann geschah, sehen Sie hier.

Atletico-Stürmer Marinho gab angeblich nach der unerschrockenen Aktion seines Verteidigerkollegen Coelho zu Protokoll: “Hoffentlich hat Kerlon seine Lektion gelernt. So etwas gehört sich nicht in einem Derby. Er hat uns einfach provoziert.”

Genau. Die Redaktion dieses Fachblogs ersucht Joseph S. Blatter, eine weltweite Kampagne gegen solche Provokationen zu starten. Es sollte endlich ins allgemeine Bewusstsein gehämmert werden, dass professioneller Fussball kein Spiel ist.