Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Alles Schall und Rauch

Rrr am Mittwoch den 17. Juni 2009

Roger Noz-Köppel kommentiert die Lage in der Super League.

“Der Schweizer Fussball wird von einem neuen Skandal erschüttert: Im Bier vom FC Luzern hat es gar keinen Alkohol. Ein dreister Betrug! Aber bei weitem kein Einzelfall, wie unser Bundeshaus-Korrespondent Urs Paul Engeler recherchiert hat.

So ist zum Beispiel der Grasshopper Club in Wirklichkeit gar kein Nobelklub, sondern ein Pleiteverein kurz vor der Insolvenzerklärung. Das Haupthaar von Frau Oeri ist im Fall gar nicht naturblond. Der Rasen im Stade de Suisse wird nur zu Täuschungszwecken bewässert, in Tat und Wahrheit handelt es sich um Kunstgras. Im OBI-Biber steckt gar kein Biber, sondern das ist ein verkleideter Mensch, nicht selten ein linker Student, der mit seinen Irreführungen unschuldiger Kinder auch noch gutes Geld kassiert.

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Weltfussballerin

Herr Shearer am Montag den 8. Juni 2009

Bitte berücksichtigen Sie unsere Sponsoren

Christiano Ronaldo ist nicht nur Weltfussballer.

Jetzt ist er auch noch Miss World. Beim vorgestrigen Freundschaftsspiel in Albanien wurde er von den einheimischen Fans mit diesem Transparent begrüsst.

Miss World 2010

Allerdings bezog sich die Aktion weniger auf ein mädchenhaftes Gebaren des portugiesischen Starkickers, sondern war bloss Hohn und Spott darüber, dass sich Portugal nicht für die am 11. Juni 2009 beginnende Fussball-WM™ 2010 qualifizieren konnte. Hier finden Sie ein weiteres Bild, auf dem die selbe Thematik aufgenommen wird.

Auch diese Sponsoren bitte beim nächsten Einkauf berücksichtigen. Messi!

Er kam, sah und ging

Rrr am Freitag den 5. Juni 2009

Traurig aber wahr: Der Super-League-Rekord von Ex-YB-Star Ljubo Milicevic ist im internationalen Vergleich gar nichts wert.

Der Australier brauchte am 20. August 2006 beim Gastspiel in Aarau satte 52 Sekunden, um sich eine rote Karte einzufangen (für Nostalgiker: hier die legendäre Szene). Das ist immer noch die Bestmarke in der Super League.

Dass es wesentlich schneller geht, zeigte neulich Tomo Sugawara: Der Verteidiger von Tokyo Verdy flog schon nach zehn Sekunden vom Platz. Film ab:

Der Weltrekord bleibt aber im Home of Football: David Pratt brauchte im vergangenen Dezember nur drei Sekunden für den Platzverweis. Eine kaum zu verbessernde Bestmarke.

Akt der Schwesterlichkeit

Herr Shearer am Montag den 11. Mai 2009

Willkommen zu unserem Abendunterhaltungs-Programm.

Wenn Sie unser Fachorgan stets schön aufmerksam verfolgen, kennen Sie die Protagonisten. Die Melodie sollte Ihnen aus besseren Zeiten des BSC Young Boys Bern auch noch geläufig sein.

Böse Buben

Herr Shearer am Donnerstag den 30. April 2009

Was ist bloss in die argentinischen Balljungen gefahren?

BalljungeTorhüter Gaston Pezzutti vom argentinischen Erstligisten Gimnasia Jujuy wurde letzten Sonntag anlässlich der 0:1-Niederlage seiner Mannschaft bei River Plate des Feldes verwiesen. Der roten Karte ging ein Techtelmechtel mit dem Balljungen voraus: dieser wollte den Ball in der 90. Minute partout nicht herausrücken. Nachdem er das Spielgerät doch noch erhalten hatte, konnte sich Pezzutti nicht mehr beherrschen und schlug es zurück in Richtung des Jünglings an der Seitenlinie. Der Schiedsrichter mochte sich dieses Theater nicht länger ansehen und zeigte dem Gimnasia-Keeper die rote Karte. Der Lausebengel aus der Juniorenabteilung von River hingegen kam gemäss unserem Korrespondenten ungeschoren davon.

Diese argentinischen Balljungs haben es in dieser Saison faustdick hinter den Ohren. Anfangs dieses Monats ereignete sich bereits ein interessanter Zwischenfall beim Match zwischen Gimnasia La Plata und Estudiantes. Das Heimteam führte zur Pause mit 1:0. In der zweiten Hälfte versteckten die Balljungen von Gimnasia alle Bälle hinter der Trainerbank, was zwangsläufig zu Verzögerungen führte. Allerdings konnte Estudiantes in der Nachspielzeit doch noch den Ausgleichstreffer erzielen. Trotz ihrer trümmligen Taktik erfrechten sich die Gimnasia-Offiziellen nach dem Abpfiff einer Beschwerde an den Schiedsrichter, dass zu lange nachgespielt worden sei.

Sie verlangen jetzt natürlich den Videobeweis. Bitte sehr, klicken Sie einfach auf diesen Link, falls Sie nicht hinter einer Bürofeuermauer sitzen. Bei Minute 3:48 rastet Herr Pezzutti aus.

Paco in der Quarantäne

Herr Pelocorto am Dienstag den 24. März 2009

Den Schiedsrichter sollten Sie nicht treten, nachdem Sie eine Rote Karte erhalten haben. Das wirkt strafverschärfend.

Francisco Paco Esteche, ganz in RotDie bolivianischen Klubs Jorge Wilstermann und Universitario trennten sich am Wochenende 2:2 unentschieden.

Im Zentrum des Spiels stand aber nicht das Ergebnis, sondern die Rote Karte für Francisco Esteche, weil er den Schiedsrichter gestossen hatte.

Aber eigentlich ging es eher um das, was nach dem Platzverweis passierte. ‹Paco› verpasste dem Schiedsrichter nämlich zwei gehörige Tritte ans Schienbein.

Der bolivianische Verband will jetzt hart durchgreifen, Esteche soll für 40 Spiele gesperrt werden.

Das ist in Bolivien keine Premiere, auch in der letzten Saison wurde ein Spieler für 40 Spiele wegen einer Attacke auf einen Schiedsrichter gesperrt – auf den gleichen Mann in Schwarz wie im Fall Esteche …

Quarantäne = 40

Alans Ausrutscher

Herr Shearer am Dienstag den 17. März 2009

Eine Geschichte, in der drei Experten namens Alan vorkommen.

Reden ist Silber. Im Falle der so genannten Fussballexperten oftmals aber nur Blech. Dieselben Experten, welche im Fernsehstudio euphorisch werden, wenn Liverpool Real mit 4:0 abfertigt, warten im richtigen Leben noch auf das überhaupt erste Tor der Rückrunde und kämpfen gegen den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. Bei anderen ist das Expertieren offenbar die derzeit einzige Erwerbsquelle. Zu dieser Gruppe gehört auch Alan Pardew, seit dem 22. November letzten Jahres Ex-Trainer von Charlton Athletic. Er durfte am letzten Wochenende im Studio der BBC zusammen mit Moderator Adrian Chiles und Co-Experte Alan Hansen die Sonntagsspiele der Premier League kommentieren. Dabei leistete er sich einen Ausrutscher, welcher der staatlichen BBC diverse Beschwerden eintrug. Ein robustes Tackling des Chelsea-Spielers Mickaël Essien an Ched Evans von Manchester City taxierte Pardew mit den Worten: „er vergewaltigt ihn“.

Falsche Worte zur falschen Zeit. Denn derzeit beschäftigt der Fall des Sexualverbrechers John Worboys die englische Gesellschaft. Der Taxifahrer soll bis zu 85 Frauen, vornehmlich Fahrgäste, vergewaltigt haben.

Eine Sprecherin der BBC hat sich nun im Namen von Alan Pardew entschuldigt. Vielleicht braucht der allerdings wieder mal einen Termin bei einem Medienberater. Einen solchen hatte er vor gut zwei Jahren schon einmal, als er noch bei West Ham United angestellt war. Dort bezeichnete er vor laufenden Kameras die Fans des eigenen Vereins als „A********r, die sich v*******n sollen“. Und das haben wir jetzt noch freundlich übersetzt.

So bald dürfte er nach dem neuerlichen verbalen Ausrutscher aber nicht mehr auf den Bildschirm zurückkehren. Das wiederum freut die Fans: Der Platz neben Alan Hansen gehört nämlich tradionellerweise einzig und allein dem legendären Alan Shearer. Ein Experte bei MOTD, der zum Vornamen nicht Alan heisst? Undenkbar!

Falls Sie nicht hinter der Büro-Firewall sitzen, können Sie hier noch eine Bildokumentation einsehen.

Sch(leich)we(r)bender Schwabe

Herr Shearer am Dienstag den 10. März 2009

Mario Gomez kriegt eventuell Ärger mit dem Verband.

Warum? Weil der deutsche Nationalstürmer mit spanischen Wurzeln sein 25. Tor der Saison mit einem noch nie gesehenen Torjubel feierte: er öffnete eine imaginäre Büchse, nahm einen ebenso imaginären Schluck und machte anschliessend mit seinen Armen Flügelschläge.

Nun ist es so, das der Stuttgarter vor einigen Monaten eine “Zusammenarbeit” mit einem österreichischen Produzenten äusserst zuckerhaltiger Limonaden eingegangen ist. Die Vertragsdetails sind uns leider nicht bekannt; trotzdem dürfte diese Geste ziemlich eindeutig sein. Der DFB klärt ab, ob Gomez gegen die Regeln verstossen hat und gebüsst werden muss. Sein Berater Uli Ferber sieht aber keine Spur von Schleichwerbung:

“Er hat mir gesagt, dass er sich fühle, als hätte er Flügel.”

Ach so. Nichts also mit Werbung für Limonaden mit Ingredienzen aus Stierentestikeln. Dann ist ja gut. Das Zeugs ist nämlich klebrig, überzuckert und für Sportler gänzlich ungeeignet.

Es gibt auch noch anderes zu berichten aus ebendiesem Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und der Borussia aus Dortmund (Schlussresultat 2:1): Das 1:0 durch den Brasilianer Elson war das 43’000. Bundesligator.

Kunterbuntes Kartenspiel

Herr Shearer am Dienstag den 24. Februar 2009

Der Fussball könnte ein gutes Stück bunter werden.

Die italienischen Fussballer werden zu Testkaninchen: an ihnen soll die Wirkung der orangen Karte in einem gross angelegten Feldversuch ausprobiert werden. Der oberste italienische Schiedsrichter, Pierluigi Collina, hat dazu seinen Segen gegeben.

Sie fragen sich nun sicher, welche Sanktion ein Fussballer zu gewärtigen hat, dem eine solche Karte gezeigt wird. Jetzt wird’s leider randsportig: als Halblösung zwischen einer Verwarnung und einem Platzverweis muss der fehlbare Spieler eine Zeitstrafe absitzen. Wie lange ein Spieler vom Geschehen ausgeschlossen wird, steht noch nicht fest. Ebenfalls noch nicht geregelt ist die Sache mit dem Torhüter.

Die allererste Karte konnte übrigens der Chefredaktor des führenden Fussballfachblogs “Zum Runden Leder” entgegennehmen. Die Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben!

Fliegender Figaro

Herr Shearer am Samstag den 21. Februar 2009

Britische Friseure taugen nichts – sagt Julia Arschavin.

An die gepflegte Haartracht ihres Mannes Andrei darf auf alle Fälle kein Londoner Coiffeur ran. Frau Arschavin misstraut den Künsten der insulanischen Haarschneider. Den Haupthaarschnitt am Kopf des neuen Arsenal-Stars erledigt somit auch weiterhin Denis Volkov aus St. Petersburg.

Andrei Arshavin (Arsenal FC), welcher auch Kleider designt und Frauen das Autofahren verbieten möchte, wird Volkov dazu jedesmal aus Russland einfliegen lassen.

Was die Umwelt dazu sagt? Deren Begeisterung düfte sich in Grenzen halten. Gemäss unseren Berechnungen fallen auf dieser Flugstrecke pro Person ca. 1.11 Tonnen CO2 an. Wir hoffen, dass Herr Arshavin seinem Friseur nicht nur das Flugbillet berappt, sondern auch noch den entsprechenden Klimaablass leistet…

Schlimme Entgleisung

Rrr am Sonntag den 8. Februar 2009

In unserer Serie “Unfug abseits des Kunstrasens” präsentieren wir Ihnen heute den Pressebeauftragten S. S. aus I.

Herr S. S. liess sich gestern auf der Pressetribüne zu einer unentschuldbaren Entgleisung hinreissen, die wir bildlich dokumentiert haben. Der bewährte Rundes Leder Schiedsrichter HeRrr99 zeigte Herrn S. S. für dieses schändliche Vergehen umgehend die rote Karte, worauf der Fehlbare das Match YB-Basel in der 87. Minute beim Stand von 2:2 verlassen musste.

Herr S. S. muss eine Disziplinarstrafe nicht unter vier Monaten gewärtigen.

Grosser Fahndungserfolg

Herr Shearer am Freitag den 16. Januar 2009

Es folgt eine dringende Medienmitteilung der Polizei.

Sie erinnern sich wohl kaum: Letztes Wochenende baten wir Sie um keinerlei Mithilfe bei der Aufklärung eines mysteriösen Falles. Dementsprechend ist auch kein einziger sachdienlicher Hinweis aus unserer Leserschaft eingegangen.

Dank eines Artikels in der Westschweizer Presse konnte die Sonderkommission unter der Leitung von Wachtmeister Schärer diesen Fall trotzdem aufklären. Bereits gestern wurde der Schuldige gefasst.

Es handelt sich um einen Wiederholungstäter argentinischer Herkunft, welcher bereits zuvor wegen Spielmanipulationen auffällig geworden war. Nach Aussage der britischen Behörde wurde der Delinquent inzwischen in seine Heimat ausgeschafft.

Kantonspolizei und Interpol bitten Sie in diesem Sinn, auch in Zukunft die Augen offenzuhalten – zum Wohle von uns Allen. Besten Dank.