Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Karate Kid

Herr Shearer am Sonntag den 4. November 2012

Wir wenden uns kurz dem Kampfsport zu.

Zu den bekanntesten Elementen im Karate gehören die kräftigen Kicks, bei denen das Bein auf Kopfhöhe gehoben wird. Das sieht schwieriger aus, als es ist. Mit ein bisschen Übung können Sie das auch! Stellen Sie sich in Kampfstellung hin, den linken Fuss nach vorne und die Fäuste in Verteidigungshaltung. Die linke Faust sollte dabei über der rechten stehen. Stellen Sie sich vor, dass ihr Gegner eine Armlänge vor Ihnen steht. Stossen Sie nun mit dem rechten Bein ab und bringen Sie dabei das rechte Knie vor die Brust und so hoch wie möglich. Drehen Sie gleichzeitig den Ballen des linken Fusses bis sowohl Ballen wie Fuss in einem 90 Grad-Winkel stehen. Strecken Sie jetzt auch noch ihre rechte Faust nach vorne und danach gleich auch das rechte Bein, ohne die Körperhaltung zu verändern. Achten Sie darauf, dass die Endposition Ihres rechten Fusses in einer geraden Linie mit Ihrer Hüfte ist. Denken Sie bei dieser Übung auch stets an den imaginären Angreifer. Wenn Sie das einigermassen im Griff haben und sich bislang keine üble Muskelzerrung zugezogen haben, können Sie das ganze im Videostudium noch etwas vertiefen.

Das Geübte können Sie jederzeit in Strassenkämpfen oder bei Meinungsverschiedenheiten mit Türstehern und ähnlichen unangehmen Zeitgenossen anwenden. Sehen Sie aber davon ab, Karatetechniken beim Fussball anzuwenden. Dort müssen Sie sich nämlich dann nicht wundern, wenn Sie das Feld deswegen vorzeitig verlassen müssen, wie etwa Zlatan Ibrahimovic von Paris St-Germain. Der verwechselte gestern den Parc des Princes mit einem Kampfsportstudio. Das Video dazu finden Sie hier, wenn Sie das wirklich sehen wollen.

 

Dreister Diebstahl

Rrr am Montag den 1. Oktober 2012

Es ist ein Kreuz mit diesen Medien.

Die brasilianische Bischofskonferenz (CNBB) hat in aller Form gegen das jüngste Cover der Zeitschrift “Placar” protestiert, das den Fussballgott Neymar am Kreuz zeigt. “Wir anerkennen die Pressefreiheit als ein Grundpfeiler der Demokratie, aber es gibt Grenzen. Mit dieser schändlichen Fotomontage wurden sie überschritten. Vieler Menschen Gefühle wurden damit verletzt.”

Im Internet wurde eine Protest-Petition gestartet, die bereits 7000 Menschen unterschrieben haben. Doch während die Online-Medien das “Placar”-Cover unbeirrt weiter verbreiten, fehlt oft der Link zur Protest-Petition.

Dass das Titelbild völlig daneben ist, steht aber ausser Frage. Es handelt sich nämlich um einen dreisten Fall von Ideenklau. Ob “Don Balon” oder Johann Cruyff intervenieren, entzieht sich unserer Kenntnis.

Auftakt in Andorra

Val der Ama am Dienstag den 11. September 2012

Andorra will im Fussball einfach nichts gelingen.

103 Spiele, 3 Siege, 9 Unentschieden und 91 Niederlagen, so die Statistik seit dem ersten offiziellen Länderspiel am 13. November 1996 (1:6 gegen Estland).

Das Fussballteam des Kleinstaats liegt zurzeit auf Rang 200 der Fifa-Weltrangliste und ist dementsprechend mit einer 0:5-Niederlage gegen Ungarn in die Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft gestartet.

Unser Video aber beweist: Der lokale Stadionplattenaufleger spielt auf ähnlich miesem Niveau. Film ab!

Doppelt gemoppelt

Rrr am Montag den 10. September 2012

Spielabsage in Italien – weil der Gastklub gleich mit zwei Mannschaften anrückte.

In der vierten Liga wartete Tuttocuoio San Miniato in der Provinz Pisa auf den FC Riccione.

Zunächst verlief alles ganz normal: Etwa zwei Stunden vor Anpfiff erschien das Gastteam mit seinen Trainern Paolo Croatti und Aquilino di Tora. Oha, ein Trainerwechsel, sagten sich die Gastgeber, warum auch nicht.

Doch eine halbe Stunde später kreuzte Trainer Lauro Galli, der bisherige Übungsleiter, mit einem eigenen Team auf.

“Beide Mannschaften sahen sich im Recht, für den Klub von Riccione spielen zu dürfen”, berichtet die italienische Presse. Es kam zu Rangeleien und Beschimpfungen. Ein Polizei-Einsatz wurde nötig, und der Schiedsrichter musste die Partie absagen.

In Riccione herrscht seit Wochen ein Machtkampf. San Miniato freut sich derweil über einen 3:0-Forfaitsieg, und der italienische Verband fragt sich, wie das alles weitergehen soll.

The Sweet And Tender Hooligan

Herr Shearer am Freitag den 7. September 2012

Landesflucht schützt vor Strafe nicht.

Das musste jetzt auch Joey Barton erfahren. Sie erinnern sich sicher noch: im unglaublichen Spiel zwischen Manchester City und den Queens Park Rangers, Bartons Verein, leistete sich der Heisssporn in der Schlussphase einen unglaublichen Aussetzer, für den er erst vom Feld flog und anschliessend von der englischen FA zwölf Spielsperren aufgebrummt bekam. Daraufhin suchte QPR für diese Saison einen Dummen temporären Arbeitgeber für den in der Vergangenheit bereits mehrfach negativ aufgefallenen Delinquenten und wurde in Marseille fündig. Die Fans in der “Virage Sud” scheinen schon voller Vorfreude auf den Mittelfeldspieler zu sein. Am Sonntag, beim Spiel gegen Rennes, entrollten die “Ultras Commando 84” jedenfalls bereits ein Willkommens-Transparent.

Der Neuzugang bedankte sich persönlich bei den Ultras für den herzlichen Empfang und liess sich dabei auch gleich in deren T-Shirt einkleiden. Olympique Marseille, seine Fans und Joey Barton – das könnte passen! Sweet And Tender Hooligan ist übrigens ein Song von den guten alten “Smiths”, einer erklärten Lieblingsband von Joey Barton. Ein wirklich guter Song, hier können Sie reinhören.

Dumm ist jetzt einfach nur, dass die englischen und die französischen Verbände zum Schluss gekommen sind, dass Barton seine neun restlichen Sperren auch in Frankreich absitzen muss. Er wird somit frühestens am 17. November für die Südfranzosen auflaufen dürfen, im Spiel gegen Girondins Bordeaux. Eigentlich schade.

Fieses Vieh

Rrr am Donnerstag den 6. September 2012

Schon wieder ein Platzsturm.

Diesmal in Polen.

BVB is watching you

Herr Maldini am Donnerstag den 30. August 2012

Borussia Dortmund hat in der Sommerpause kräftig investiert.

Zehn Millionen wurden in den Signal Iduna Park gebuttert. Nach dem Platzsturm vom 5. Mai war ein neuer Rasen nötig. Die Südtribüne musste verstärkt werden, um Schwingungen entgegen zu wirken. Neue Logen und ein neues Schliesssystem gab es ebenfalls. Zu guter Letzt wurde noch ein hochmodernes Videoüberwachungssystem installiert.


Dieses Videoüberwachungssystem kam bereits am ersten Spieltag der aktuellen Saison beim Spiel gegen Werder Bremen zum Einsatz. Ein sogenannter Fan entrollte ein Transparent mit der Aufschrift “Solidarität mit dem NWDO”. NWDO steht für Nationalen Widerstand Dortmund und wurde letzte Woche aufgrund seiner rechtsextremen Ideologie verboten. Den hochauflösenden Kameras sei Dank konnte der Übeltäter schnell überführt werden.

Als Folge des Vorfalls hat der BVB gestern in Dortmund zu einem runden Tisch geladen. Klub, Stadt und Polizei suchten nach Lösungen, um gegen rechtsextreme Tendenzen vorgehen und solche Ereignisse künftig verhindern zu können.

Der Täter  wurde mit einem sofortigen Stadionverbot belegt und soll auf Wunsch des Deutschen Meisters lebenslänglich gesperrt werden.

Hühnerbrust

Val der Ama am Dienstag den 14. August 2012

Werder Bremen ist das Ei von heute lieber als das Huhn von morgen: Der Verein hat allen Protesten der eigenen Fans und Tierschützern zum Trotz den Geflügelfabrikanten “Wiesenhof” als neuen Hauptsponsor präsentiert und sich damit ein mächtiges Ei gelegt.

Wiesenhof hat in Deutschland einen sehr schlechten Ruf: Mangelnde Hygiene, schlechte Arbeitsbedingungen und dazu der Vorwurf der Tierquälerei. Und so ist bereits vor der offiziellen Bekanntgabe des Deals ein veritabler Shitstorm über Werder Bremen gezogen: Peta vor dem Stadion, Proteste in Foren, Politikerstatements, zahlreiche Leserbriefe, eine Protestaktion am “Tag der Fans” dieses Wochenende und jede Menge Kreativität. Auf der Facebookseite “Wiesenhof als Werder-Sponsor – Nein danke!” wurde der “Gefällt mir”-Button bis gestern mehr als 21.000 Mal angeklickt.

Doch der Protest manifestiert sich auch schmerzend für Werder: Der umstrittene Sponsor hat bereits zu Austritten einzelner Mitglieder geführt und plötzlich steht der vielgelobte Verein mit einem Imageverlust da und die Konzentration der bis anhin perfekten Saisonvorbereitung weicht der Betriebsamkeit eines Hühnerhaufens. Ach eben Hühnerhaufen: Ich freue mich in den kommenden zwei Jahren auf Ihre zahlreichen Wortspiele zum Thema Huhn.

Der böse Geflügelproduzent reagierte auf die Prosteste übrigens gelassen. “Was soll das für ein Protest-Sturm sein”, fragt Paul-Heinz Wesjohann, Seniorchef der PHW-Gruppe, zu der die Marke “Wiesenhof” gehört. “Werder hat fast 400.000 Fans. Aber es gibt doch höchstens 4.000 Protestler und davon ist noch die Hälfte Tierschützer”, wird er in den Medien zitiert.

Hymne für Hyypiä

Val der Ama am Freitag den 10. August 2012

Die finnische Band The Left Foot Company hat Sami Hyypiä, heute Teamchef von Bayer 04 Leverkusen, ein schönes Lied gewidmet.

Dies und unsere besten Wünsche fürs Wochenende.

Vorsicht Feuerteufel!

Herr Shearer am Dienstag den 31. Juli 2012

Aus aktuellem Anlass wendet sich der Präventionsexperte der Kantonspolizei Bern an Sie.

“Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

leider zeichnet sich endgültig ab, dass von der bewährten 3D-Strategie – Dialog, Deeskalation, Durchgreifen – auf Dauer nur der letzte Punkt im Kampf gegen den Feuerwerksterror zielführend ist.

Seit einigen Tagen beobachten die Polizeikorps mit grosser Sorge, wie schweizweit grosse Mengen pyrotechnischer Gegenstände verschoben werden. Minderjährige Jugendliche und Kinder beteiligen sich an vorderster Front an diesen dubiosen Geschäften. Ein erschreckender Zustand, bei dem die Justiz nicht einfach wegschauen darf. Als reichte es nicht, dass gewaltbereite Fussballhooligans Wochenende für Wochenende unsere Fussballstadien in Kriegsgebiete verwandeln, schwappt die brandgefährliche Feuerwelle nun auch auf andere Bereiche des bürgerlichen Zusammenlebens über, genau wie wir Fachleute es stets befürchtet haben! Leider hat die Politik der Toleranz und des Dialogs versagt; nun ist endgültig hartes Durchgreifen angesagt.

Erschreckend ist, dass die Pyrogewalt nicht mehr nur in konspirativen Zirkeln auf den Stehrampen der Sportarenen heimisch ist, sondern von der Gesellschaft und ihren Institutionen schleichend akzeptiert wird. An vorderster Front mischt natürlich die durch ihren Kuschelkurs immer wieder negativ auffallende rot-grüne Regierung der Stadt Bern mit. Hier würden offenkundig sogar Gelder des Steuerzahlers für den Erwerb von unter das Sprengstoffgesetz fallenden Artikeln ausgegeben, wenn die Damen und Herren Stadträte das Geld nicht bereits anderweitig verschwendet hätten! Umso bedenklicher also, dass Private sich nun hier mitverschulden. Auch wenn die Stadt von kontrolliertem Abbrennen spricht – Pyrotechnik bleibt Pyrotechnik, basta!

Wir von der Polizei möchten Sie hiermit eingehend vom Abbrennen von pyrotechnischen Artikeln warnen. Dies ist selbstverständlich illegal,in höchstem Mass gefährlich,  stinkt und stört die Schwächsten unserer Gesellschaft.

Gut, das ist jetzt nicht unbedingt die offizielle Meinung der Kantonspolizei. Meine aber schon! Zögern Sie also nicht und rufen Sie umgehend den nächsten Polizeiposten an, sobald Sie lautes Knallen hören oder Lichtblitze sehen. Besten Dank für Ihre Kollaboration.”

DFB gegen DFB

Val der Ama am Donnerstag den 7. Juni 2012

Das Deutsche Fernsehballett muss sein Logo ändern und darf nicht mehr als “DFB-Ballett” auftreten.

Was viele von Ihnen nicht wissen: Alle beim Deutschen Fernsehballet (DFB) sind “im Fussballfieber” und “riesengrosse Fussballfans.” Behauptet zumindest Peter Wolf und der ist dort Chef.

Eben wegen dieser Begeisterung und weil ja bald die Euro 2012TM beginnt, wollten die Damen des DFB, also des Fernsehballets, in so engen Deutschlandtrikots (also so eng) über die Bühne tanzen und sich dazu auch noch „DFB-Ballett” nennen.

“Wollen wir aber nicht”, sagte sich da der DFB und klagte. Und so verbot das eiligst angefragte Landgericht München dem DFB die Nutzung der Bezeichnung „DFB-Ballett” und wegen dem DFB-Emblem zu ähnlich auch gleich die Verwendung des neuen Logos mit dazu.

Der Herr Wolf vom DFB, der schmollt nun recht souverän: “Wir haben eine andere Rechtsauffassung, aber wir wollen uns drei Tage vor der Europameisterschaft nicht weiter streiten. Wichtig ist jetzt nur, dass die deutsche Nationalmannschaft Europameister wird.”

Sing!

Val der Ama am Dienstag den 29. Mai 2012

Mittelfeldspieler Adem Ljajic verliert schweigend seinen Platz in der serbischen Nationalmannschaft.

20120528-184138.jpg

Sie kennen das: Wenn Sie vor dem Länderspiel den Gang zum Kühlschrank falsch timen, sehen Sie jeweils die Spieler in Reih und Glied stehen und dann singt erst die eine und dann die andere Hälfte der Spieler furchtbar falsch zu furchtbaren Melodien (und ja, auch wenn Marseillaise).

Egal, wir waren bei Ljajic. Dieser also kannte vergangenen Samstag ein Erbarmen und schwieg – aus ‘persönlichen’ Gründen übrigens – vor dem Spiel gegen Spanien. Und ist nun eben deswegen von seinem neuen Trainer Sinisa Mihajlovic aus dem Team gestrichen worden, wie uns der serbische Verband gestern mitteilte.

Gut, Ljajic war vorgewarnt: Nach der Amtsübernahme vor einer Woche hatte Mihajlovic seine Spieler einen Verhaltenskodex unterschreiben lassen, der das Singen zur Pflicht macht.