Archiv für die Kategorie ‘Realsatire’

Schiri stand schlecht

Briger am Montag den 22. Februar 2021

Zum Wochenstart eine Geschichte aus Mexiko.

Und nein, es geht nicht um ein nichtgegebenes Foul oder Tor, aber fast.
Cruz Azul traf auf Toluca. Luis Romo hatte den Torwart umspielt und traf nur den Pfosten des leeren Tors. Der Ball gelangte zu Jonathan Rodriguez, der nur noch einen Verteidiger zwischen sich und dem leeren Tor hatte. Dummerweise lief dann aber der Ref, Oscar Macias Romo, in den Strafraum und stand dem Schuss in den Weg. Statt Tor gab es Proteste des Heimteams, aber, da der Schiri Luft, halt aber der inkompetente Schiri entschied auf Abstoss. Cruz Azul gewann dann doch noch 3:2.

Fotos via dailymail.co.uk

Trottliger Torwart

Briger am Montag den 2. November 2020

Vom Himmel in die Hölle mit Carlos Aguayo, Torwart in der sechsten spanischen Liga.

Aguyao spielt als Torwart beim Club aus der 160 Kilometer nördlich von Valencia gelegenen Stadt Vinaròs. Die Gäste aus Peñiscola gingen durch Marcos Cano – mit 103 Treffern übrigens der Rekordtorschütze des CD Benicarló – am dritten Spieltag der Primera Regional de la Comunidad Valenciana gestern Sonntag in Führung. Ein 0:1 gegen den Aufsteiger? Viel zu wenig dachte sich auch der Torwart der seit der 66. Minute in Unterzahl spielenden Mannschaft, erst recht als nach 86 Minuten auch ein Spieler von Peñiscola vom Platz gestellt wurde und in der Nachspielzeit sogar ein zweiter. Aguayo schaltete sich also in den Angriff ein und schoss ein herrliches Tor zum 1:1. Was danach passierte, das sehen Sie im Video nach dem Klick.

Foto via mdz online


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Feiern und Feuern

Herr Winfried am Mittwoch den 29. Januar 2020

Fortuna Düsseldorf enthüllt seine bipolare Identität.

Das Schlusslicht der Bundesliga hat seinen Trainer entlassen. Wenn die Spieler nicht spuren, muss der Trainer bluten. Normal, oder?

Auf dem Twitterkanal der Fortuna offenbarte sich damit ein sonderbar wunderbar unstimmiges Bild. Gestern Abend wurde Funkel, der seit 2016 für Düsseldorf an der Seitenlinie stand, als “Düsseldorfer Trainer des Jahres” ausgezeichnet. Angesichts der Konkurrenz eine stattliche Leistung. Wir zitieren aus der Mitteilung des Vereins: “Der Fußballlehrer setzte sich gegenüber Gabor Bujka (DSC 98, Herren-Wasserball) und Nicolai Sussenberger (Düsseldorfer HC, Damen-Hockey) durch.”

Abstimmen durfte die Düsseldorfer Sportpresse sowie 10’000 sportinteressierte Düsseldorferinnen und Düsseldorfer.

Nach dem Honig-ums-Maul-Schmieren durch die lokale Prominenz war heute Schluss mit lustig. Man habe diesen Schritt gehen müssen, wird Sportvorstand Lutz Pfannenstiel zitiert. “Der gesamte Verlauf der Saison hat uns aber gezeigt, dass wir es bisher nicht geschafft haben, auf Strecke die nötigen Punkte zu holen.” Dass damit immerhin die Hälfte des Jahres 2019 gemeint ist, wertet Funkels Auszeichnung zusätzlich auf.

“Gestern top, heute flop. Das ist der Fussball, wie er leibt und lebt”, sagen die Experten. Funkels Nachfolger wird übrigens Uwe Rösler, kürzlich in Schweden bei Malmö FF geschasst.

Trotzdem: Glückwunsch zum Titel, Herr Funkel! Er wird Ihnen nicht mehr aus Ihrem Palmarès zu entreissen sein. Und mit Sicherheit auch bei künftigen Bewerbungen helfen. Genau so wie vielleicht dieses Lied hilft, den Abschiedsschmerz zu ertragen.

Prager Spitzbuben

Herr Winfried am Mittwoch den 18. September 2019

BREAKING NEWS: YB-Verteidiger Gregory Wüthrich verabschiedet sich nach Australien

Jetzt wissen wir, warum Slavia Prags Clubbosse damals lachten.

Freude herrscht, die Champions League hat wieder begonnen. Im Spitzenspiel Dortmund gegen Barcelona resultierte ein 0:0. Für Aufsehen sorgte dafür das andere Spiel der Gruppe F, Inter Mailand gegen Slavia Prag. Die Gäste gingen nach einer guten Stunde durch Peter Olayinka in Führung, die Sensation war nahe. Zwar glichen die Mailänder in der Nachspielzeit noch aus, sie dürften sich über den missratenen Start aber ärgern. Und so wissen wir nun, weshalb die Prager Clubbosse bei der Auslosung in Monaco so spitzbübisch gelacht hatten.

Der Punktgewinn katapultiert Slavia Prag direkt auf den ersten Platz der Gruppe F – klar vor Inter Mailand.

Bild: Screenshot SRF

Die beiden Schwergewichte der Gruppe sind spätestens jetzt gewarnt. Dortmunds Goalie Roman Bürki soll nach dem Spiel gegen Barcelona direkt in den Videoraum verschwunden sein. Der BVB gastiert im nächsten Gruppenspiel am 2. Oktober im Sinobo Stadium zu Prag.

Übrigens: Slavia gewann 1938 bereits einmal den Mitropapokal, den Grossvater der Champions League.

Ärger für Arda

Herr Maldini am Montag den 4. Februar 2019

Arda Turan hat ein kleines Problem.

Dem 100-fachen türkischen Nationalspieler drohen 12 Jahre Gefängnis. Es geht unter anderem um sexuelle Belästigung und illegalen Waffenbesitz, die Angelegenheit ist einigermassen bizarr. Turan soll im Oktober in einem Istanbuler Nachtclub Gefallen an Özlem Ada gefunden haben. Berkay Sahin, der Mann der Dame und Popstar, fand das nicht so lustig. Es kam zu einer Auseinandersetzung, Berkay Sahin trug eine gebrochene Nase davon. Später besuchte Turan Sahin im Spital, wo sich ein Schuss aus der Pistole Turans löste. Jetzt steht der Fussballer vor Gericht.

Özlem, Berkay, Arda (v. l.) Foto: www.sozcu.com/tr

“Ich habe nichts Belästigendes gesagt. Ich kannte sie nicht einmal”, sagt Turan dazu. “Ich habe Berkay angerufen und ihm gesagt, dass es ein Missverständnis war.” Auch den Vorfall mit der Pistole kann er begründen: “Ich hatte die Waffe von meinem Grossvater. Aufgrund der sensiblen Thematik hatte ich sie bei mir.” Die Pistole sei versehentlich abgefeuert worden, als er sie wieder habe mitnehmen wollen. Turan habe sich bei dem Sänger entschuldigt und ihn gebeten, ihn mit der Waffe umzubringen, lautet eine andere Version.

Von seinem aktuellen Arbeitgeber Basaksehir hatte Turan noch im Oktober eine Geldstrafe über rund 370’000 Euro erhalten. Sein monatliches Einkommen belaufe sich auf 50’000 Euro, sagte er letzte Woche vor Gericht. Erst letzten Mai war der 32-Jährige für 16 Spiele gesperrt und mit einer Geldstrafe belegt worden, weil er einen Linienrichter angegriffen hatte. Es ist aber nicht so, dass im Hause Turan alles schiefläuft: Im letzten März wurde geheiratet, Trauzeuge war ein gewisser Recep Tayyip Erdogan.

Offside oder nicht?

Briger am Montag den 8. Oktober 2018

Nein, liebe Basler, Zürcher, Luzerner, es geht nicht um YB und die Schiedsrichterentscheidungen vom Samstag.

Nein, es geht um Europa League, genauer das Spiel einer Mannschaft aus Glasgow gegen Rapid Wien. Das Team aus Glasgow, welches letzlich mit 3:1 gewann, sieht sich beim 1:0 durch Rapid vom Linienrichter betrogen. Von unserem Glasgow-Sonderkorrespondenten, erhielten wir belastendes Material zugestellt. Aber schauen Sie selbst:

Foto: express.co.uk

Gehabtes Glück

Herr Maldini am Dienstag den 4. September 2018

Ganz Tottenham ist erleichtert.

In Südkorea ist es so: Alle wehrpflichtigen Männer müssen zwischen ihrem 20. und 30. Lebensjahr mindestens für zwei Jahre in die Armee einrücken. Für den 26-Jährigen Son Heung-min ist also die Zeit langsam reif. Das ist für ihn etwas mühsam, denn er ist Flügelspieler bei Tottenham Hotspur und gerade ziemlich gut aufgelegt. Diesen Sommer wurde sein Vertrag bis 2023 verlängert. Zwei Jahre weg vom Fussball würde ziemlich sicher sein Karriereende bedeuten, zumindest auf höchstem Niveau.

planetfootball.com

Für südkoreanische Fussballer gibt es zwei Möglichkeiten, dem Dienst zu entkommen: Der Gewinn einer olympischen Medaille oder der Sieg bei den Asian Games. Korea hatte 2014 diese Asian Games gewonnen, aber Leverkusen Heung-min nicht mitmachen lassen. Gut, dass sie im August erneut stattfanden. Und gut, dass Tottenham Heung-min ziehen liess. Südkoreas U23 besiegte im Final Japan 2-1, der Captain Heung-min bereitete beide Tore seiner Mannschaft vor und brach nach dem Schlusspfiff spontan in Tränen aus. Er und seine Mannschaftskameraden sind für immer vom Militärdienst befreit. Was für eine Geschichte!

Four Languages, One Nation

Harvest am Dienstag den 29. Mai 2018

Am letzten Freitag veröffentlichte die FIFA die mit Spannung erwarteten Slogans der WM-Nationen.

Irgend ein Autobauer stellt die offiziellen Weltmeisterschaftsbusse für alle Nationen und hat für jeden Bus einen auf die Länder zugeschnittenen Slogan gesucht, nämlich “kreative, mitreissende, begeisternde Slogans. Sie müssen perfekt sein, weil sie während des größten Fussballturniers der Welt auf den offiziellen Mannschaftsbussen prangen werden!” Weiter steht in der Ausschreibung: “Seien Sie kreativ. Ihr Slogan sollte inspirierend und einzigartig sein.” und “Ihre Botschaft sollte den Charakter des Teams und der Nation einfangen, die es repräsentiert.”
Danach konnten alle Mitglieder des FIFA.com-Clubs über die 32 Sieger abstimmen und somit den auf den Bussen prangenden Slogan wählen.

Toller Bus (Bild: Fifa.com)

Der Schweizer Sieger ist mit “FOUR LANGUAGES, ONE NATION” sinnigerweise ein kreativer, mitreissender und begeisternder Spruch in einer fünften Sprache. Ein Blick auf die anderen Slogans zeigt allerdings, dass die Schweiz noch glimpflich davon gekommen ist. Die ausgeprägte Kreativität der FIFA.com-Club-Mitglieder führte oft zu Träumen und irgendwas, das man zusammen machen kann.

Besonders hervorzuheben sind zum Beispiel die Portugiesen mit “O PASSADO É GLÓRIA, O PRESENTE É HISTÓRIA” (The Past is Glory, the Present is History) oder die Peruaner mit “¡ESTAMOS DE VUELTA! ACÁ VIAJAN MÁS DE 30 MILLONES DE PERUANOS” (We are back! 30 Million Peruvian are travelling here). Die ganze Liste können Sie sich hier zu Gemüte führen.

Mein Favorit und der einzige überzeugende Beitrag kommt aus Polen: “POLSKA DAWAJ!”, was sowas heisst wie “Hopp Polen!”

Schleimiger Schelm

Herr Maldini am Freitag den 21. Juli 2017

Wirkliche Gefahren in der realen Welt: Willkommen zum ersten Teil der losen Serie “Herr Maldini in Gefahr”.

Am vergangenen Samstag besuchte Herr Maldini den Uhrencup in Biel. Manchmal ist ja schon der Besuch eines YB-Spiels an sich eine mutige Angelegenheit, doch in diesem Fall stellten sich die Bedenken als unbegründet heraus. Ein Draufgänger wie er ist, reiste Herr Maldini ohne Tickets, aber mit Begleitung an die eigentlich ausverkaufte Partie – er schaffte es pünktlich zum Anpfiff ins Stadion (mitsamt Begleitung und viel Glück).

Zu Herrn Maldinis Linken waren noch zwei Plätze frei, kurze Zeit später gesellte sich ein Herr Mitte 30 vom Typ Schleimer dazu, dessen Grund für den Matchbesuch ein Blinder sofort erkennen würde: Brille Jimmy Choo, Hemd Hugo Boss, Hose Alexander McQueen, Schuhe Versace, Täschchen Louis Vuitton, am Handgelenk eine Breitling (die Begleitung wusste Bescheid, die Uhr erkannte Herr Maldini natürlich selber). Neben Herrn Maldini sass also plötzlich ein Spielerberater, und er wurde hellhörig.

Weil unweit des Spielerberaters, nennen wir ihn Herr Raviola, ein Scout des SC Freiburg sass (man kannte sich bereits), entwickelte sich neben Herrn Maldini ein munteres Gespräch. Dessen Inhalt war natürlich eigentlich geheim, aber ihnen kann ich es ja verraten: Freiburg sucht noch einen Aussenverteidiger, Raviola wusste, dass beim Schweizer Meister ein solcher etwas unglücklich ist, weil er nach seinem Geschmack zu wenig spielt, und fädelte einen “Deal” ein. 

Herr Raviola erzählte zudem, Yoric Ravet von den berühmten Berner Young Boys weglotsen zu wollen, am liebsten in die Ligue 1, die Bundesliga oder zu Dynamo Kiew. Nach dem Spiel eilte er zügig davon, um André Horta von Benfica zu treffen. Morgen Samstag will Herr Raviola dann die Partie YB-FCB besuchen. Das alles erzählte der sympathische und gut angezogene Herr auf der Tribüne der Tissot Arena.

Warum Sie sich dennoch keine Sorgen um die Berner Nummer 10 machen müssen und wohl auch der Traoré-Deal platzen wird: Herr Raviola scheint neu im Business zu sein und bat seinen Begleiter ständig um Tipps, etwa, wie man einen Spieler denn überhaupt anspreche. Auch hatte er keine Visitenkarte für den Freiburg-Scout dabei.

Zum Schluss noch dies: Sollten Sie dereinst Spielerberater werden wollen, merken Sie sich: Sitzt neben ihnen ein Schnauzträger, halten Sie besser die Klappe!

Pechvogel in Portugal

Briger am Montag den 22. Mai 2017

Budag Nasirov sorgt für die kurioseste Szene in Portugals Segunda Liga der aktuellen Saison.

Der Aserbaidschaner, der diese Saison leihweise bei Sporting Lissabons Zweitmannschaft verbringt, verschuldete in der 41. Runde beim Stand von 1:0 für seine Mannschaft im Spiel gegen Académica de Coimbra einen Handelfmeter. Folgerichtig wurde er verwarnt und Coimbra erzielte das 1:1. Torschütze war Rui Miguel, der in der 76. Minute auch das 2:1 schoss. Zu diesem Zeitpunkt stand Nasirov eine Minute auf dem Platz. Ja, Sie haben richtig gelesen. Sein Handspielmissgeschick passierte ihm, als er sich hinter dem Tor auf seinen Einsatz vorbereitete. Als eine Flanke von Coimbra in der 60. Minute weit am Tor vorbeisegelte, nahm Nasirov diese in die Hand, dummerweise war der Ball da noch nicht ganz im Aus und so gab’s eben den Elfmeter, aber sehen Sie selbst:

Mexikanisches Missgeschick

Briger am Montag den 10. April 2017

Lehrstunde für Michi Frey.

Bern, 2. April 2017. Der BSC Young Boys liegt kurz vor Schluss mit 1:2 hinten, als sich der Vaduzer Torwart Benjamin Siegrist den Ball vor die Füsse legt, um ihn nach vorne zu dreschen. Was der Torwart der Liechtensteiner nicht sieht, ist das sich Michi Frey von hinten anschleicht. Wäre der Berner Stürmer, sagen wir mal weniger ungestüm an die Sache rangegangen, dann hätte er sich wohl den Ball geschnappt und das 2:2 erzielt. So gab’s nach dem Bodycheck nur Freistoss für Vaduz.

Wie man es besser macht, zeigte gestern Carlos Fierro von “Chivas” Guadalajara gegen den argentinischen Torwart Cristian Campestrini von Puebla. Aber sehen Sie selbst:

Für Menschen hinter der Bürofeuermauer:

Campestrini se quedó dormido y le regaló el gol del triunfo a Carlos Fierro

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Kubos Keeper

Briger am Montag den 13. Februar 2017

Yuya Kubo spielt bekanntlich seit kurzem in Gent. Sein neuer Torwartkollege, Lovre Kalinić, verschätzte sich am Wochenende in der 96. Minute.

Gent verlor beim dritten Einsatz des Ex-Young Boy mit 0:1, erstmals gelang dem Japaner im Dress der Indianer damit kein Tor. Die entscheidene Szene aus dem Spiel vom Samstag sehen Sie hier:

Menschen hinter der Bürofeuermauer schauen hier:

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