Archiv für die Kategorie ‘Kunst und Kultur’

Besondere Begrüssungsgeschenke

Herr Shearer am Donnerstag den 19. Juli 2018

Was machen eigentlich Fernando Torres und Andres Iniesta?

Beide sind vor kurzem in Japan gelandet, wo sie sich ihr Gnadenbrot bei einheimischen Vereinen verdienen dürfen – Torres bei Sagan Tosu, Iniesta bei Vissel Kobe. Gemeinsam haben sie auch, dass sie bei ihrer Ankunft von einem der wichtigsten Manga-Künstler geehrt wurden. Yoichi Takahashi scheint offenbar so begeistert von den Transfers der Alt-Stars zu sein, dass er beide zeichnete und ihnen ihr Porträt aushändigte. Dass er Torres dabei noch im rot-weissen Shirt von Atlético Madrid belassen hat, dürfte auf die Unattraktivität des Sagan Tosu-Dresses zurückzuführen sein..

Foto: marca.es

Yoichi Takanashi ist übrigens der Schöpfer der sehr berühmten Manga-Serie Captain Tsubasa aus den Achtzigerjahren, die Sie sicher alle noch kennen. Schliesslich geht es darin um nichts weniger als Fussball, und verfilmt wurden diese Comics vor über zehn Jahren auch noch. Geniessen Sie jetzt also kurz die Highlights aus dem legendären Spiel Japan gegen Deutschland. Keine Angst: Sie können der Handlung auch ohne Japanischkenntnisse mehr oder weniger problemlos folgen. Film ab!

Dynamische Darbietung

Herr Maldini am Dienstag den 26. Juni 2018

Heute wieder: Rundes-Leder-Redakteure zum Anfassen.

Sie möchten den heutigen Fussballabend in einigermassen angenehmer Gesellschaft verbringen? Dann haben wir hier etwas für Sie. Kommen Sie gegen 20:00 Uhr in die Kunsthalle Bar, schauen sie peripher die beiden WM-Paarungen Nigeria-Argentinien und Island-Kroatien und lauschen Sie den Herren briger und Shearer.

Herr briger (l.) und Herr Shearer.

Ich konnte Herrn briger exklusiv erreichen und ihn zum Programm von heute Abend befragen.

Guten Abend Herr briger. Was erwartet uns?

Guten Abend. Wir machen etwas mit Statistik. Mit Powerpoint.

Können Sie uns eventuell noch etwas mehr verraten?

Vielleicht machen wir es auch mit Prezi.

Petzi?

Prezi. Etwas ähnliches wie Powerpoint.

Aha.

Es werden beide Spiele gezeigt. Wir greifen in der Pause und nach den Spielen ein.

Was?! Und während der Partien??

Da machen wir nichts. Das reicht nach Ihrem debakulösen Auftritt.

Sie machen es sich ein wenig einfach.

Ihr Format “Schnapschat” war einfach. Wir machen etwas fürs Gemüt.

Ich trank eine halbe Flasche Wodka, das war auch fürs Gemüt.

Bei Peru-Dänemark gab es aber nur ein Tor. Gemäss Schnapschat-Reglement dürften Sie höchstens pro Tor einen…

… Sie sind doch nur neidisch, weil ich mich mit dem Segen des Chefs betrinken durfte. Herzlichen Dank für das Gespräch. Vielleicht komme ich vorbei.

Heute, 20:00, Kunsthalle Bar Bern, Nigeria-Argentinien und Island-Kroatien mit Herrn briger und Herrn Shearer vom Runden Leder.

Kurze Kunstsoiree

Rrr am Samstag den 23. Juni 2018

“Verletzter Brasilianer”, 640×360 px.

Auffälliger Aufgalopp

Herr Maldini am Dienstag den 12. Juni 2018

Es folgt ein Veranstaltungshinweis: Kommen Sie am Samstag in die Kunsthalle und erleben Sie eine Weltpremiere!

Sie haben plötzlich etwas Antrieb, die gute Stube zu verlassen? Sie kennen Leute, die mit Ihnen Fussball schauen wollen? Dann haben wir hier etwas für Sie! Am Samstag um 18.00 steigt in Saransk im Rahmen der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft der Klassiker Peru gegen Dänemark.

Sie aber müssen nicht ganz so weit reisen, nämlich nur bis zur löblichen Kunsthalle Bar ennet der Kirchenfeldbrücke. Die zwei schönsten Redakteure des Runden Leders, Herr Rrr und Herr Maldini, begleiten sie dort im Rahmen eines Schnapschat Live auf der schwebenden Plattform durch den Abend. Die Plattform wurde vor wenigen Wochen anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Kunsthalle eingeweiht.

Schnapschat ist das allseits beliebte Format, mit welchem das Runde Leder seine Leserinnen regelmässig durch Abende begleitet, an denen Fussball stattfindet. Am Samstag findet es erstmals in der realen Welt statt und feiert somit  Weltpremiere! “Im Blog bin ich mittlerweile routiniert, aber ein Schnapschat so richtig vor Publikum – ich bin bereits etwas nervös”, war Herrn Rrr exklusiv zu entlocken. “Am meisten beschäftigt mich, welchen Schnaps wir auftischen sollen.”

Die Gastgeber: Herr Rrr (rechts) und Herr Maldini.

Die Veranstaltung findet auch bei schlechter Witterung statt, dann müssten Sie einfach etwas zusammenrücken. Schweben Sie mit dem Runden Leder über der Stadt und der Aare – diesen Samstag um 18.00 auf der Plattform der Kunsthhalle Bern.

PS: Reservieren Sie sich unbedingt den 26.6., wenn Sie von den nicht minder talentierten Herren Shearer und briger ebenfalls in der Kunsthhalle Bar durch den Abend geführt werden.

Patente Panini-Plagiate

Herr Shearer am Donnerstag den 7. Juni 2018

682 Bilder, 32 Tage, ein Album, kein Talent.

Das sind die Zahlen hinter “Panini Cheapskates“, oder übersetzt: Paninis für Geizhälse. Wie bereits bei den grossen Turnieren 2014 in Brasilien und 2016 in Frankreich füllen sich Alex und Sian ihr Sammelalbum gratis. Während der 32 Tage dauernden WM in Russland werden sich die beiden erneut wieder alle Klebebilder selber mit Farbstiften herstellen. Was dabei herauskommt, ist ziemlich amüsant, deshalb empfehlen wir Ihnen dringend, ihrem Twitter-Account umgehend zu folgen und den Fortschritt der Arbeiten laufend mitzuverfolgen.

Vergnüglicher Vorspann

Harvest am Freitag den 4. Mai 2018

Ein neues Berner Spiel verkürzt Ihnen die Wartezeit auf die WM in Russland.

Erinnern Sie sich an die (offenbar) legendäre Quizshow “Tell-Star” des Schweizer Vorzeigeschwätzers Beni Turnheer? Wenn nicht, schauen Sie sich dieses wenig unterhaltsame Stück Fernsehgeschichte unbedingt an.

Ich spreche sicher im Namen aller LeserInnen, wenn ich sage, dass die Show 1991 zurecht aus dem Programm gestrichen wurde. Etwas anders sehen das die beiden Berner hinter TorRes&LaLentileProductions, die zur Einstimmung auf die WM in Russland eine Hommage an “Tell-Star” konzipierten. Das Spiel heisst “TellStar18: PutIn, PutOut” und hat glücklicherweise auf die einschläfernde Wirkung des Originals verzichtet.

Es handelt sich dabei um ein klassisches Quiz-Spiel mit Fragen rund um Russland und Fussball. Die Regeln sind einfach und das Spiel klein genug, um auch unterwegs zu spielen. Einen Abzug gibt es dafür, dass der Würfel keinen Platz in der Verpackung findet. Kaufen können Sie “TellStar18” im Spielwarengeschäft Ihres Vertrauens, also im DracheNäscht in der Rathausgasse für 18 Schweizer Franken.

Ich empfehle Ihnen den Kauf insbesondere dann, wenn Sie ab und zu von Herrn Briger mit unnützem Fussballwissen überschüttet werden, das Spiel bietet Ihnen viele Fragen, die ihn verstummen lassen werden.

Das Testspiel endete übrigens nach 18 Minuten, obwohl noch kein Spieler die geforderte Anzahl Karten erhalten hatte. So steht es in den Regeln und wo wären wir denn, wenn wir Regeln nicht bedingungslos befolgen würden?

Schöner sammeln

Harvest am Mittwoch den 4. April 2018

Nur noch zweimal schlafen…

…und endlich kanns losgehen. Das neue Tschuttiheftli-Sammelalbum wird am Freitag vorgestellt. Längst haben sich die Bildi hierzulande als Alternative zu den Panini-Sticker etabliert. Und das völlig zu recht. Nicht nur sind die Bilder schöner und interessanter, sondern auch das Konzept überzeugt. Die Bezahlung der Künstler wurde gecrowdfunded und die Bildli zu einem vernünftigen Preis verkauft. Allfällige Gewinne werden gespendet. So durfte “terre des hommes” nach der Europameisterschaft 2016 eine Spende über 18’000 Schweizer Franken entgegen nehmen.

Wie die Bilder schlussendlich aussehen und wer welche Mannschaft portraitiert hat, finden Sie am besten selber raus. Dafür sehen Sie hier einige Gewinner des Wettbewerbs. Zu zeichnen war der kleine Dicke aus Argentinien.


Alle Gewinner können Sie hier einsehen. Kaufen können Sie dann fast überall.

Am Freitag wird nun also released und zwar im Neubad im nahen Luzern. Die Redaktion empfiehlt den Besuch des Anlasses einstimmig, nur schon wegen der Moderation durch die allseits beliebte Anette Fetscherin.

City Girls

Herr Shearer am Montag den 19. März 2018

Wir gehen zum Frauenfussball. Falsch: wir gehen mit Frauen zum Männerfussball.

Die ursprünglich aus Pakistan stammende Fotografin Nudrat Afza hat 2015 Spiele des englischen Drittligisten Bradford City besucht und dabei ihr Objektiv auf die weiblichen Fans des Klubs gerichtet. Das ergab mit der Zeit eine wunderbare Serie, die noch bis am 16. Juni im British Science and Media Museum präsentiert wird. Die ausschliesslich in Schwarz-Weiss gehaltenen Bilder sind in der Ausstellung in verschiedene Teile gegliedert und zeigen die Ankunft im Stadion, das Mitfiebern, den Torjubel – kurz: die ganze Schönheit und das ganze Drama eines Fussballnachmittags.

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Oha Lätz (MCMI)

Harvest am Mittwoch den 14. März 2018

Finden Sie heute die Unterschiede zwischen diesen beiden netten Herren.

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 

Rechts sehen Sie eine weltweit bekannte Comicfigur, links den belgischen Fussballer Marouane Fellaini.
Das Fellaini Porträt wurde offenbar von GQ Style erstellt. Sie erkennen die Ironie, wenn Sie bedenken, wie stylisch er normalerweise auftritt.

Einzigartiger Engel

Herr Shearer am Sonntag den 18. Februar 2018

Happy Birthday, Angel Of The North!

Und herzlich willkommen, liebe Leserinnen und Leser, zu einer spontanen Kunstmatinée in unserem Fussballfachblog. Heute feiern wir das zwanzigjährige Jubiläum der grössten Statue Grossbritanniens. Entworfen wurde sie von Antony Gormley und stehen tut sie in Nordostengland, an der Autobahn zwischen Gateshead und Durham. Einige Daten gefällig? 20 Meter ist die Figur hoch, die Flügel haben eine Spannweite von 54 Metern. Die Statue besteht aus gut und gerne 200 Tonnen Stahl und steht auf einem Fundament aus etwas 600 Tonnen Beton, so dass sie Winden bis 160 km/h standhalten kann. Das rostrote Meisterwerk ist nach anfänglicher Kontroverse inzwischen zur lokalen Ikone geworden. Die Fans von Newcastle United haben das gigantische Werk bereits kurz nach seiner Errichtung adoptiert. Im Mai 1998, vor dem FA Cup-Final gegen Arsenal, kleideten sie den Engel in ihre Farben, mit einem Trikot ihres Helden. Wie man das macht? Das sehen Sie in diesem Video.

Und wie wurde diese Aktion vom Schöpfer des Angel Of The North aufgenommen? “Es war die Taufe!” Antony Gormley freute sich, dass die Menschen sein Kunstwerk angenommen hatten, wie er hier erklärt. “Als ich das Bild auf der Frontseite des Telegraph gesehen hatte, wusste ich, dass der Engel von den Menschen angenommen wurde”.

Celtic Comic

Harvest am Mittwoch den 14. Februar 2018

Für das Spiel gegen Zenit St.Petersburg hat sich Celtic was Schönes ausgedacht.

Das Match Programm haben sie im Stile eines Comics gestaltet, wie sie auf Twitter freudig verkünden.

Ältere Leser erkennen natürlich sofort, welchem Comic hier gewürdigt wird. Es handelt sich um die Nr. 123 von “Flash” aus dem Jahr 1961.

Der russische Gast hat sofort auf das Programm reagiert und bemängelt, dass Celtic ihr altes Logo verwendet habe, worauf die Schotten konterten, es handle sich dabei sozusagen um eine Hommage an Zenits grössten europäischen Triumph, den Sieg in der Europa League 2008. Damit konnten sie dann auch gleich noch ihrem verhassten Rivalen ans Bein pinkeln, das Finale in Manchester gewann Zenit damals nämlich gegen die Glasgow Rangers.

Feuilleton-Blick auf Rasen-Kick

Herr Maldini am Dienstag den 6. Februar 2018

Hoher Besuch: Ein Autor des «Bund»-Feuilletons macht im Runden Leder ein Praktikum und placiert hier seinen Blick auf den Rückrundenstart YBs gegen St. Gallen.

«Hochtrabendes Understatement: Die Young Boys lancieren im Stade de Suisse die Rückrunde, die Veredelung ihres Spektakelfussballs auf Kunstrasen.

Riskiert den offenen Ausgang: Marco Wölfli. Bild: marcowoelfli.ch

Dejan Stojanovic hat es nicht im Griff. Er hat es vielleicht im Blut. Das künstliche Leder glitscht durch die Finger, verflüchtigt sich und nimmt Reissaus zur Vollendung. Von Bertone zu Sulejmani – in den Strafraum also, in die Region, von der niemand weiss, wo sie endet, auch wenn Platzwarte versuchten, sie mit dem Markierwagen zu definieren.

Fassnacht sind Abseits schon allein dem Namen nach egal, und das Unabgeschlossene und das Nicht-im-Griff-Haben, das begreift er dann wiederum extrafein.

Keines der Tore in der frisch getauften Rückrunde scheint Treffer sein zu wollen. Die Spielaufbauten basteln sich zusammen, zerfallen und legen eine Halbzeitpause ein, nur die seidene Taktik ist Unterlage für quecksilberne Bewegungen und zeitdehnende Angriffsbemühungen. Alles bleibt in Arbeit. Wie geht das live, als Mannschaft?

Andere hätten sich das leicht gemacht und alles durchproduziert. Aber Marco Wölfli tritt im Stade de Suisse auf seine zwei Handvoll Gegenspieler und riskiert den offenen Ausgang. Dabei hilft ihm, wie schon in seiner früheren Phase als sicherer Rückhalt YBs, dieses hybride, hochtrabende Understatement: «Normalerweise gebe ich Auskunft. Heute nicht.» Diese unverfrorene Genügsamkeit also, die wahrscheinlich Christian Gross am besten beschrieben hat, als er meinte, er sei einfach sein eigener grösster Kritiker. Und grösster Fan.

Zwischen allem Abgründigen und Druidischen, was der Goalie (und Student der Ernährungs- und Bewegungslehre) Marco Wölfli da aufführt, spriesst immer auch ein einladendes Behagen. Nichts, auch kein Gegentreffer (aus Abseitsposition), bringt ihn aus der Ruhe. Zwischen dem Sich-Verkriechen, dem Loslassen und dem «Hoffen auf den Schmetterlingseffekt» tauchen quere Spielzüge St. Gallens auf, deren Romantik immer bedroht scheint von Zwängen und gegnerischen Verteidigern.

Da wird auf neunzig gezählt, und genauso vergehen die stillen Sekunden, die Atempausen vor dem nächsten Pfiff, und verschaffen diesem kurzen Spiel ganz viel Luft.»