Archiv für die Kategorie ‘European Must-have-drunk-theres’

Athen, 2017

Herr Maldini am Montag den 29. Mai 2017

BREAKING NEWS: der dritte Aufsteiger in die Premier League 2017/18 heisst Huddersfield Town!

Gelbschwarzer Cupsieg

Lars: L am Samstag den 27. Mai 2017

In Bulgarien war am Mittwoch Cupfinal – die Richtigen haben gewonnen.


Es ist eine Geschichte, wie sie nur der Cup schreiben kann: Serienmeister Ludogorez Rasgrad, das Basel Bulgariens, trat gegen die sympathische Truppe des PFK Botew Plowdiw an. Und verlor.

Das Spiel kurz zusammengefasst: Botew spielte statischen Fussball mit langen Bällen in die Spitze, die nicht ankamen, worauf alle Spieler die Hände verwarfen und die Zuschauer auch. Ludogorez war spielerisch besser, vermochte sich jedoch im Strafraum nicht durchzusetzen. Botew gewann mit 2:1. Dann gab es noch eine rote Karte, bevor im Stadion ein Song von Queen gespielt wurde.

Mit einem Klick gelangen Sie zur Slideshow.

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Grenzerfahrung bei Ilja

Herr Shearer am Donnerstag den 9. März 2017

Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!

Manchmal muss man einfach ein bisschen Distanz vom Fussball gewinnen. Dazu fährt man am besten natürlich – zum Fussball! Vor Jahren bereits hatte eine Delegation dieses Fachblogs eine Reise ins schöne Mömpelgard geplant, welche damals leider aufgrund kurzfristiger Spielplanänderungen nicht zustande kam.

Aber eben, es ist ja nicht weit zum FC Sochaux-Montbéliard! Mit dem Auto schafft man die Strecke von Bern aus in gut zwei Stunden. Dabei darf man auf der Transjurane tatsächlich durch 25 Tunnels fahren. Etwas gemütlicher und bei mehr Tageslicht geht es per Zug: mit Umsteigen in Basel, Mulhouse und Belfort dauert die Reise gute drei Stunden. Der kürzeste Weg per Bahn würde eigentlich über Biel und Porrentruy führen, aber in Delle ist derzeit noch Schluss mit Gleisen. Wer aber sein Velo einlädt, hat vom französischen Grenzstädtchen aus nur noch gute flache 20 Kilometer zu radeln.

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Billiger Betreuer

Val der Ama am Donnerstag den 19. Januar 2017

John Clarkson machts umsonst.

Der Club Deportivo Tudelano ist ein spanischer Fussballverein in Navarra und dort spielt er immerhin in der Segunda División B. Selbstverständlich hat der Verein finanzielle Probleme und dazu Ärger mit den Steuerbehörden. Und weil es sportlich auch nicht grad super läuft (aktuell Rang 9 in einer 20er-Liga) kommt das Angebot eines englischen Geschäftsmanns ganz gelegen.

John Clarkson, den Sie da auf dem Bild oben sehen, will nämlich Trainer des Vereins werden und hat sich dazu einen ganz interessanten Deal überlegt. Der 60-Jährige verzichtet auf einen Lohn und will stattdessen selbst Geld in den Club investieren: £50,000 in der ersten Saison und £100,000 im Jahr darauf.

Win-Win, meint Clubpräsident Jesus Miranda: “Die Fans denken vielleicht, dies sei eine Art extravagantes Hobby für Clarkson, aber er ist ein richtiger Trainer mit Erfahrung und Diplomen. Er bezahlt Geld für ein Sportprojekt, er wird den Club nicht übernehmen. Er wird uns bei der Sponsorensuche und bei der Schuldentilgung unterstützen.”

Auch interessant: Wenn der neue Übungsleiter mit dem Club aufsteigt, kriegt er das investierte Geld zurück. Nur dann.

Kurzweil bei Curzon

Herr Shearer am Donnerstag den 19. Januar 2017

Wie schaut der englische Fussball ohne Mou und Pep, ohne Transfer-Fantastilliarden, ohne Milliardärsbesitzer und weltweite Fernsehverträge aus?

Kommen Sie mit, wir gehen zum Curzon Ashton FC in die National League North, die sechsthöchste Liga Englands. Curzon spielte letzten Montag gegen den Worcester City FC (1:1).

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Magerkost in Marousi

Herr Shearer am Donnerstag den 1. Dezember 2016

Was tun, wenn man gerade schon mal in Athen ist? Gelbschwarz schauen, natürlich!

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Den für abwegige Expeditionen zuständigen Redakteur dieses Fachorgans verschlug es letze Woche zusammen mit einer kleinen feinen Reisegesellschaft in die griechische Hauptstadt. Nach dem zwar guten, aber resultatmässig ungenügenden Auftritt der berühmten Berner Young Boys wurde erst einmal den kulturellen und kulinarischen Höhepunkten Athens gefrönt, bevor am Samstag Abend Konsens herrschte, dass man sich leicht unterfussballt fühle und so ein gemütlicher Match eine feine Sache wäre.

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Heisse Kurven in Genua

Herr Shearer am Montag den 24. Oktober 2016

Knallige Sache: das Genueser Stadtderby.

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Letzten Samstag traf die UC Sampdoria im gemeinsam bespielten Stadion Luigi Ferraris auf den viel älteren Genoa CFC. In einer über weiten Strecken attraktiven und spannenden Partie behielt das nominelle Heimteam mit einem 2:1-Sieg schlussendlich die Oberhand. Den kuriosen Höhepunkt setzte übrigens die Torlinientechnologie: in der 39. Minute setzt Sampdorias Silvestre den Ball an die Unterkante der Latte, von wo er vor die Linie zurückprallt. Die Uhr des Unparteiischen beginnt darauf zu vibrieren, obwohl es eindeutig kein Tor war. Diese Szene führt dann zu einer etwa zweiminütigen Spielunterbrechung bezwecks Absprachen zwischen den involvierten Offiziellen und allgemeiner Verwunderung im Publikum über deren Grund. Vor der Pause verschiesst Quagliarella zwar noch einen Penalty, das Spiel entscheidet sich aber kurz nach Wiederanpfiff durch ein Eigentor von Genoas Izzo. Gegen Schluss wirft der CFC alles nach vorne, die sich daraus ergebenden Konterchancen lässt die Sampd aber in teils fahrlässiger Art und Weise liegen. So bleibt die Partie zunindest bis am Schluss eine von der packenderen Sorte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schäbiges Stoke

Briger am Dienstag den 11. Oktober 2016

Ein Mal mehr, Herr Power tischt uns uralte Geschichten aus dem Mutterland des Fussballs auf. Diesmal aus Xherdan Shaqiris Wahlheimat Stoke.

“Nach dem lautstarken Auftritt der YB-Fans im Goodison Park damals in der Europa League ging die Reise am Samstag weiter nach Stoke.

Anreise
Mit dem Zug ist Stoke von Liverpool aus bequem erreichbar. Der Bahnhof ist für die Grösse der Stadt relativ klein und liegt mitten im Zentrum, welches wie z.B. auch in Leeds oder Sheffield nicht gerade ästhetisch ist. Das Stadion liegt für den Autofahrer bequem an der Autobahn Ein- und Ausfahrt. An einem grässlicheren Ort kann man wohl ein Stadion nicht bauen.
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Neulich in Nottingham

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 5. Oktober 2016

Wie Herr Power in einem Pub beim City Ground das Glück fand.

Von unserem Sonderkorrespondenten Max Power

maxp“Viele ältere Leser könnten sich wohl noch daran erinnern, hätten sie seither nicht so viel getrunken: Vor nicht einmal zwei Jahren, da waren die berühmten Berner Young Boys zu Gast in England. Auch Ihr Sonderkorrespondent genoss damals die herrlichen Vorgärten im schönen Liverpool.

Am Vorabend des grossen Spiels im Goodison Park fand eine Vollrunde in der Championship statt. Im City Ground in Nottingham traf das traditionsreiche Nottingham Forrest auf das (mittlerweile erstklassige) Bournemouth. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Auf dem kurzen Fussmarsch vom Stadtzentrum zum Stadion kommt man zuerst am Stadion von Notts County vorbei.

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Beide Stadien sind nur durch einen Fluss voneinander getrennt.

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Im Pub direkt beim Stadion waren die meisten Tische vorreserviert. Als wir uns an einen setzten und dann jene Gruppe kam, welche den Tisch reserviert hatten, wollten wir uns entschuldigend verabschieden. Dies war jedoch nicht möglich…

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Mit Ach und Krach zum Kasach (V und Schluss)

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 29. September 2016

Das ging aber rassig! Unser Sonderkorrespondent Herr Shearer ass Kartoffelsuppe mit Kurt und ist nach fünfeinhalb Tagen Reise in Astana eingetroffen.

astana_logo_320_3„Liebe Freunde des eurasischen Fussballs, ich melde mich zum letzten Mal aus dem Zug; Juri und Igor sind letzte Nacht in Ufa wieder ausgestiegen, dafür ist ein junger Kerl aus Karaganda neu im Abteil. Als er sein Gepäck unter der Sitzbank versorgen wollte und diese deshalb hochklappte, kam ein grosser Kessel Honig zum Vorschein. Das Schlafwagenpersonal treibt offenbar nebenbei noch etwas Import-Business.

Morgens wurde ich dann auch noch in ihr Abteil zum Tee eingeladen und mit einer Flasche kasachischen Wodkas der Marke Parlament beschenkt. Dafür musste ich zum wiederholten Male über Löhne und Lebenshaltungskosten Auskunft geben. Wussten Sie übrigens, dass der Bruder des einen „Provodnik“ (Schlafwagenbegleiters) Fussballprofi ist und beim Zweitligisten Kairat Almaty die Nummer sieben trägt? Sehen Sie, da war ich auch ein bisschen überrascht. Er zeigte mir dann ein Bild seines Bruders, und ab sofort ist Kairat meine Lieblingsmannschaft in der zweithöchsten kasachischen Liga, weil auch Gelb-Schwarz.

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Etwas später werde ich wieder ins vorderste Abteil gerufen; kaum habe ich mich gesetzt, stellt man mir schon eine Schüssel Suppe auf den Tisch. Auch mein kasachischer Abteilgenosse isst mit. Die Begleiter haben in ihrem Abteil eine Kochplatte, und heute haben Sie eben Suppe gekocht, mit Kartoffeln, Nüdelchen – und Kurt! Kurt ist eine Art Frischkäse aus Stutenmilch, er gibt dem ganzen einen angenehm säuerlichen Geschmack. Und Dill darf natürlich auch nicht fehlen, viel Dill schwimmt da in der weissen Brühe. Es schmeckt lecker und macht satt. Ich werde mich für die grosszügige Gastfreundschaft mit einem Kilo Schoggi und YB-Feuerzeugen zu revanchieren versuchen.

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Mit Ach und Krach zum Kasach (IV)

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 28. September 2016

Herr Shearer trifft auf seiner Fahrt zum Europa League-Kracher auf einige Fussballexperten.

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„Unsere Schlafwagenbegleiter sind alles Kasachen aus Karaganda (der Endstation des Zuges). Dort spielt zwar Schachtjor Karaganda, aber das Herz des 33-jährigen Provodnik Anton schlägt für Real Madrid. Das Niveau des einheimischen Fussballs sei einfach zu schlecht, und überhaupt, Boxen interessiere ihn deutlich mehr, denn das sei der eigentliche Nationalsport in Kasachstan.

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Da ich immer noch alleine im Abteil bin, wage ich das Experiment und kaufe mittags bei einem längeren Zwischenhalt in Sisran nicht nur leckere Piroggen ein, sondern auch gleich noch eine grosse geräucherte Forelle, welche ein Fischer dort feilbietet. Zum Fischen braucht man in Russland offenbar kein Patent, weshalb viele ältere Menschen so die karge Rente aufzubessern versuchen, das ist mir schon bei früheren Besuchen aufgefallen. Der Verzehr der Forelle mithilfe des guten alten Schweizer Armee-Sackmessers endet in einem Massaker, allerdings in einem von der leckeren Sorte, muss man sagen.

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astana_logo_320_3Die Fahrt führte weiter durch endlose Birkenwälder, in denen gerade der „Indian Summer“ ausgebrochen ist. Sie wissen ja: viele Pensionäre fliegen, um den zu sehen, zum Klassenfeind nach Amerika. Dann überquerte der Zug den gewaltigen Strom der Wolga auf einer ebenso gewaltigen Brücke, um wenig später Samara zu erreichen. Dort sind dann auch noch Igor und Juri in mein Abteil zugestiegen. Beide sind Eisenbahner und auf Dienstreise zurück in ihre Heimat Ufa. Es folgt die übliche Befragung über Zivilstand, Lebenshaltungskosten, Beschäftigungsmöglichkeiten und Verkehrsbussen in der Schweiz. Danach interessiert sich Juri wieder für deutsche Musik aus dem Hause Bohlen, Igor erweist sich als wahrer Fussballexperte und erinnert sich, dass GC einmal Ajax mit 1:0 geschlagen habe. Allerdings muss ich ihn zurechtweisen, dass Kerschakov nicht bei Sion, sondern beim FCZ spielte, aber man muss auch mal drei gerade sein lassen, finde ich. Daheim geht er nicht zum Fussball; Spartak Ufa mag er nicht beim Kicken zuschauen, wie er sowieso keine Spiele der russischen Liga schaut, weder im Stadion noch am Fernsehen – das Niveau sei einfach viel zu schlecht. Also hat auch er sich den grossen internationalen Ligen zugewendet. Nicht einmal mehr die Spiele der „Sbornaja“, der russischen Nationalmannschaft, tut er sich mehr an. „Die spielen nur gut, solange man ihnen Geld gibt“.

So, viel mehr gibt es gerade nicht zu erzählen. Die grosse PET-Flasche Bier ist inzwischen auch leer und ich beziehe meinen Schlafplatz. Meine beiden Abteilgenossen haben ihr Ziel derweil bereits heute Nacht kurz vor zwei Uhr erreicht. Poka!”

Mit Ach und Krach zum Kasach (III)

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 27. September 2016

Der rasende Sonderreporter hat auf seinem Weg nach Astana Moskau im Sturm erobert und auch schon wieder hinter sich gelassen.

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“Wenn Sie denken, dass bei einer Reise mit der staatlichen russischen Eisenbahn Verspätungen an der Tagesordnung sind, dann irren Sie sich: Unser Zug aus Paris traf am Montag Morgen einige Minuten zu früh in Moskau ein. Der YB-Schal wollte daraufhin unbedingt den roten Platz sehen, also hab ich ihm die Freude gemacht.

OBIeneNatürlich gibt es auch hier viele YB-Fans, ich musste nach der Fotosession auf dem Roten Platz noch lange für Selfies posieren und Autogramme geben. Weniger erfreulich ist, dass die Maskottchenpolizei eine üble Fälschung eines OBI-Bibers entdeckt hat. Das Subjekt wurde umgehend aus dem Verkehr gezogen, die Täter konnten aber nicht gestellt werden. Ich habe den Fall dann dem russischen Geheimdienst übergeben. Gnade Gott dem Bürschchen, der dafür verantwortlich ist!

Jetzt aber noch richtiger Fussball! Nun gut, zweitklassiger russischer Fussball halt. Der Tabellenzweite Dynamo Moskau traf auf Sibir Novosibirsk. Weil Dynamos Stadion derzeit gerade WM-tauglich gemacht wird, finden die Heimspiele im Chimki-Stadion an der Stadtgrenze statt. Dieses habe ich aufgrund einiger Orientierungsschwierigkeiten erst haargenau zum Anpfiff erreicht – der Verkehr aus der Stadt ist eine zähflüssige Sache.

Die Eingangskontrolle sind absolut auf Flughafen-Niveau, die Kollegen schauen sich alles an, und zwar haargenau. Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen, ich durfte die Chimki-Arena nach 70 Minuten verlassen. Stellen Sie sich einfach irgend ein Nati B-Spiel auf tiefem Niveau vor. Etwa so. Als ich ging, stand es 1:0, so endete es auch. Gerade einmal 2’655 Zuschauerinnnen und Zuschauer verirrten sich an den Match, für 500 Rubel (keine zehn Franken) gab es einen Platz auf der Haupttribüne in einem quasi klassisch englischen Stadion mit einer Tribüne an jeder Seite. Der heimische Fanblock stellt sich hinter das eine Tor, die handgezählten acht Fans von Sibir stellten sich auf der Haupttribüne unten hin und feuerten ihre Mannschaft aus dem tiefen Osten an. Verpflegung gibt es natürlich auch: Alkohol wird nicht verkauft, allerlei Mineralwasser sind aber zu tiefen Preisen im Angebot. Ich habe mir eine Büchse Kvas für 120 Rubel gegönnt – man mag Kvas oder man mag ihn nicht, muss man dazu sagen. Wer eine Wurst will, kriegt die nur kalt in einer Pirogge, der grosse Hit sind sowieso die gekochten Maiskolben.

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So, wenn Sie das lesen, bin ich schon wieder gute 13 Stunden im Zug. Der Schnellzug Nummer 84 von Moskau nach Karagandy hat wieder die schönen alten Wagen aus DDR-Produktion, mit massig Stauraum und vor allem einem Heisswassertank. Wenn das Datennetz es zulässt, zeige ich Ihnen das gerne im nächsten Beitrag. Bis bald!”