Archiv für die Kategorie ‘European Must-have-drunk-theres’

Pomadiger Platzsturm

Val der Ama am Freitag den 14. September 2018

Oha, ein Maulwurf bei Metalist!

Nicht so schlimm für den Heimclub, Metalist Charkiw. Weniger gut für die Ligakollegen von Schachtjor Donezk, die seit knapp zwei Jahren dort ihre Heimspiele austragen. Denn nächsten Mittwoch ist Champions League!

Aber Happy End, die Hügel sind wieder flach, der Maulwurf erlegt und damit alles bereit für das Spiel am kommenden Mittwoch gegen Gent Hoffenheim.

Hurra, das ganze Dorf ist da!

Herr Shearer am Mittwoch den 5. September 2018

Heute besuchen wir die Fussballprovinz – aber erstklassig.

Ein Dorf mit knapp 1200 Seelen, einem Dorfladen und drei Restaurants, das ist Krupa na Vrbasu in Bosniens serbischer Republik, etwas über 20 Kilometer von Banja Luka entfernt. Von den drei Gaststätten ist die einfachste offen, eine hat ausgerechnet am Samstag Ruhetag, die dritte scheint dauerhaft geschlossen zu sein. Touristen kommen wegen der Wasserfälle hierhin,  und  dann ist da noch dieser Fussballplatz mit seinen zwei blauen Tribünen mitten in der Landwirtschaft!

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Rundes Leder reist löblich (VI-VIII)

Herr Maldini am Dienstag den 8. Mai 2018

Willkommen zum letzten Teil der allseits beliebten Reise-Serie. Weil die besuchten Spiele mittlerweile etwas weit zurückliegen, werden sie ausnahmsweise stark gekürzt vorgestellt.

Die RL-Delegation debütiert auf holländischem Erstligarasen.

  • Die Begegnung: Excelsior Rotterdam – Den Haag (Eredivisie)
  • Das Spiel: 1-2 (genaue Erinnerungen zum Spielverlauf fehlen)
  • Das Bier: Jupiler, 4 €
  • Spezielles: Nachdem die RL-Delegation auf der Robin-van-Persie-Tribüne feiert, betritt sie kurz nach Spielschluss selber den Rasen und spielt eine kleine Partie gegen den lokalen Nachwuchs.

 

Eisige Temperaturen in Gladbach. Zakaria fehlt verletzt.

  • Die Begegnung: Borussia Mönchengladbach – TSG 1899 Hoffenheim
  • Das Spiel: Drmic trifft zum 1-1, Ginter gleicht erst in der Nachspielzeit zum 3-3 aus. Spektakuläre Partie!
  • Das Bier: Bitburger, 4 €
  • Spezielles: Die RL-Delegation wird Zeuge, wie der Video-Schiri eingreift. Ein Fanclub Hoffenheims nennt sich “Young Boys”.

 

In Köln ziehts auch noch.

  • Die Begegnung: 1. FC Köln – Bayer 04 Leverkusen
  • Das Spiel: Köln gewinnt 2-0 und verschafft sich etwas Luft im Abstiegskampf (aus der Serie: “Damals, als…”).
  • Das Bier: Gaffel, 4 €
  • Spezielles: Alario wird nach einer Tätlichkeit des Feldes verwiesen, überführt wird er vom Video-Schiri. Der RL-Delegation bleibt vor allem das immense Polizeiaufgebot vor dem Stadion in Erinnerung.

Rundes Leder reist löblich (V)

Herr Maldini am Dienstag den 17. April 2018

Igitt, ein Montagsspiel!

  • Die Begegnung: Werder Bremen – 1. FC Köln
  • Das Spiel: Claudio Pizarro wird bei seiner Rückkehr an die Weser gefeiert, trifft aber nicht. Das tun andere, am Ende gewinnt das Heimteam 3:1.
  • Das Stadion: Weser-Stadion  (41’100 Plätze, 1947 eröffnet, 2011 letztmals umgebaut)
  • Die Zuschauerzahl: ausverkauft (finde den Feler)
  • Das Ticket: 40 € (Sitzplatz)
  • Die Verpflegung: Bratwurst mit Kümmel, 3.30 €
  • Das Bier: Haake-Beck, 5.30 € inkl 1 € Depot
  • Spezielles: Die Zuschauer protestieren gegen das Montagsspiel mit Banner und Trillerpfeifen, letztere verwirren die Spieler, der Speaker Arnd Zeigler ermahnt das unbelehrbare Publikum mehrmals +++ Die Anfahrt zum Stadion über die Weser mit dem Schiff (15 min, 4 €) +++ Die wunderbaren Flutlichtmasten

Rundes Leder reist löblich (IV)

Herr Maldini am Dienstag den 10. April 2018

Was für eine Stimmung, was für ein Finale!

  • Die Begegnung: Borussia Dortmund – Eintracht Frankfurt
  • Das Spiel: Michy Batshuayi wird in der 62. Minute eingewechselt und trifft in der 77. zum 2:1 für Dortmund. Blum gleicht  in der 91. für Frankfurt aus, Batshuayi gelingt in der 94. der Siegtreffer.
  • Das Stadion: Signal Iduna Park  (81’360 Plätze, 1974 eröffnet, 2006 letztmals umgebaut)
  • Die Zuschauerzahl: ausverkauft
  • Das Ticket: 45,90 € (Sitzplatz)
  • Die Verpflegung: Frikadelle, ca. 2€
  • Das Bier: Brinkhoff’s 3,90€
  • Spezielles: Die Stehplatzwand vis-à-vis beeindruckt +++ Roman Bürki und Manuel Akanji spielen durch <3 +++ Gelson Fernandes ist nur Ersatz, nach der Partie dreht er auf dem Rasen einige Runden und freut sich über die aufmunternden Zurufe der RL-Delegation

 

Rundes Leder reist löblich (III)

Herr Maldini am Dienstag den 3. April 2018

Es lockt das Strassenbahn-Derby: MSV gegen Fortuna.

  • Die Begegnung: MSV Duisburg – Fortuna Düsseldorf (2. Bundesliga)
  • Das Spiel: Düsseldorf gewinnt nach packender Schlussphase 2-1 und steuert weiter dem Aufstieg entgegen.
  • Das Stadion: Schauinsland-Reisen-Arena  (28’000 Plätze, 2004 eröffnet)
  • Die Zuschauerzahl: 28’000
  • Das Ticket: 13€ (Stehplatz)
  • Die Verpflegung: Frikadelle 3€
  • Das Bier: König Pilsener 4€
  • Spezielles: Das Derby findet vor beeindruckender Kulisse statt, der harte Kern der Fans befindet sich schon eine Stunde vor dem Anpfiff im Stadion und singt lautstark  +++ Als Maskottchen hat der MSV ein Zebra, der RL-Delegation gefällt das +++ MSV steht übrigens für Meidericher Spielverein (Meiderich ist ein Ort im Duisburger Stadtbezirk Meiderich-Beeck. Er besteht aus den drei Duisburger Stadtteilen Ober-, Mittel- und Untermeiderich).

Rundes Leder reist löblich (II)

Herr Maldini am Dienstag den 27. März 2018

Die Reise der kurzen Wege: Von Essen geht es weiter nach Bochum.

  • Die Begegnung: VfL Bochum – Holstein Kiel (2. Bundesliga)
  • Das Spiel: Bochum gehört die erste Halbzeit, Kiel die zweite. Ergo lautet das Schlussresultat 1-1.
  • Das Stadion: Vonovia Ruhrstadion (27’599 Plätze, 1979 eröffnet, letzter Aus- und Umbau 2010)
  • Die Zuschauerzahl: 14’939
  • Das Ticket: 13€ (Stehplatz)
  • Die Verpflegung: Bratwurst (auf Holzkohle gegrillt) 2.80€
  • Das Bier: Moritz Fiege 4€
  • Spezielles: Lied “Bochum” von Edelfan Herbert Grönemeyer, das jeweils vor dem Anpfiff abgespielt wird +++ Nervöse RL-Delegation in der Pause: Bochum-CEO Ilja Kaenzig betritt den Rasen und sagt einige Worte ins Mikrofon +++ Die Delegation lernt: „Hoch und weit bringt Sicherheit“ (alte Kreisliga-Regel)

    Bei genauem Hinschauen erkennen Sie Ilja Kaenzig, der einst bei YB seine Spuren hinterliess. Fotos: Maldinipress

Rundes Leder reist löblich (I)

Herr Maldini am Mittwoch den 21. März 2018

Willkommen zum ersten Teil unserer kurzen Serie “Rundes Leder reist löblich”. Wir nehmen Sie mit in die grossen Stadien Europas und starten in Essen.

Essener Pissoir-Kunst. Fotos: Maldini et al.

  • Die Begegnung: Rot-Weiss Essen – SG Wattenscheid 09 (Regionalliga West)
  • Das Spiel: Essen führt bis zur 89. Minute 2-1 und verliert am Schluss noch 2-3
  • Das Stadion: Stadion Essen (20’650 Plätze, 2012 eröffnet)
  • Die Zuschauerzahl: 6347
  • Das Ticket: 8€ (Stehplatz)
  • Die Verpflegung: Krakauer 3€, Frikadelle 2.50€
  • Das Bier: Stauder 4€
  • Spezielles: Das Gebimmel von RWE-Kultfan Glockenhorst +++ Der Blick von den Stehplätzen auf das nahgelegene Autokino (es lief ein Streifen mit Bruce Willis) +++ “Wir wollen den Trainer sehen” und noch viel mehr skandieren die verständlicherweise etwas unzufriedenen Fans nach Spielschluss

Nicht dabei

Harvest am Mittwoch den 28. Februar 2018

Herr Harvest sinniert über das Grossereignis “2018 FIFA World Cup Russia”.

Da sass ich kürzlich in Norditalien in einem Frecciarossa, wirklich angenehme Züge, alleine in einem Viererabteil und las in meinem Buch. Genau so stellt man sich eine gemütlich Zugfahrt vor. Nicht weiter gestört hat mich auch die Dame, die sich beim nächsten Halt schräg gegenüber hinsetzte. Bis sie offensichtlich ein Gespräch begann, mittels Mitteilungen mit ihrem Smartphone.

“Dudeldum, düdeldüm” ertönte jeweils beim Erhalt einer Nachricht. Wer, dachte ich, lässt denn die Klingeltöne in der Öffentlichkeit an? Noch schlimmer sind allerdings die “Tastentöne”, die bei jedem getippten Buchstaben ertönen. Meine Konzentration war dahin, das Buch musste ich weglegen.

Glücklicherweise steigen bald weitere Damen ein, die sich ins nächste Abteil setzten. Die Verspätungsdurchsage war dann der Anlass für ein intensives Gespräch zwischen den drei. Da mir die italienische Sprache nicht geläufig genug ist, um solch einem Gespräch zu folgen und mich das deutlich weniger in meiner Konzentration störte, konnte ich mein Buch wieder öffnen. Bis zu meiner Zieldestination klappte das ganz gut, wenn nicht gerade die eifrigen Hände der sprechenden Dame in meinem Blickfeld umherflogen.

Beim Verlassen des Zuges konnte ich mir etwas Schadenfreude nicht verkneifen und dachte, wenigstens sind die im Sommer nicht dabei. Und so konnte ich doch gut gelaunt meines Weges gehen.

Celtic Comic

Harvest am Mittwoch den 14. Februar 2018

Für das Spiel gegen Zenit St.Petersburg hat sich Celtic was Schönes ausgedacht.

Das Match Programm haben sie im Stile eines Comics gestaltet, wie sie auf Twitter freudig verkünden.

Ältere Leser erkennen natürlich sofort, welchem Comic hier gewürdigt wird. Es handelt sich um die Nr. 123 von “Flash” aus dem Jahr 1961.

Der russische Gast hat sofort auf das Programm reagiert und bemängelt, dass Celtic ihr altes Logo verwendet habe, worauf die Schotten konterten, es handle sich dabei sozusagen um eine Hommage an Zenits grössten europäischen Triumph, den Sieg in der Europa League 2008. Damit konnten sie dann auch gleich noch ihrem verhassten Rivalen ans Bein pinkeln, das Finale in Manchester gewann Zenit damals nämlich gegen die Glasgow Rangers.

Versicherungsnachweis

Harvest am Mittwoch den 7. Februar 2018

Herr Harvest sinniert über das Grossereignis “2018 FIFA World Cup Russia”.

Diesen Sommer treffen sich mal wieder die besten Nationalmannschaften der Welt zum Schwanzvergleichzur Weltmeisterschaft, heuer in Russland. Nun ist aber gerade Russland nicht bekannt dafür Ausländer unbürokratisch zu empfangen, was vielen Fussballfans den Schweiss in den Nacken trieb. Alles halb so wild allerdings, während der WM reicht eine Fan-ID. Herr Putin zeigte sich kulant.

Das ist sicher eine gute Nachricht für Fans, die das Turnier vor Ort besuchen möchten. Ein Freund hat mir erst kürzlich erzählt, dass er ziemlich ins Schleudern geraten ist beim Versuch nach Russland zu reisen. Es ist drum so, der Freund hat sich eine Russin angelacht und sie zurück und nun sind sie schon lange glücklich vereint und da will man natürlich auch mal die Schwiegerfamilie (oder ist es Schwäger- oder gar Schwagerfamilie?, also die Verwandtschaft der Angebeteten) besuchen. Nun verlangt aber Russland einen Nachweis über eine Versicherungsdeckung während des Aufenthalts, nicht dass sie dann noch auf den Kosten des Gastes sitzen bleiben.

Puh, ich kann Ihnen sagen, das war ein ganz mühsames Prozedere. Die Versicherung seines Vertrauens (also des Freundes) hatte grosse Mühe, diese Deckung und vor allem die Bestätigung rechtzeitig bereit zu stellen. Mails und Anrufe wurden zwar freundlich entgegen genommen und auch wohlwollend beantwortet, doch der Nachweis konnte nicht geliefert werden. Mein Freund war mit den Nerven schon ganz am Ende, es blieb ihm nur noch der eine Nachmittag, sonst wars dann das mit Visum und Schwiegerfamilie und schöne Zeit mit Geliebter und so. Im letzten Moment fand dann Google die Lösung in Form einer anderen, internetfreundlicheren Versicherung, die ihm alles innert weniger Minuten zur Verfügung stellte. Jetzt bin ich grad etwas abgekommen vom Thema und habe vergessen, wo ich war.

Aber egal. Das wäre, so dachte ich mir, doch auch noch ein Ansatz für die schweizerischste aller Volksparteien. Die Schweiz anerkennt nur noch Flüchtlinge, die mit einem gültigen Sozialversicherungsnachweis aus ihrem Heimatland einreisen. Das wäre sozusagen win-win, weil weniger anerkannte Flüchtlinge und die anerkannten werden unsere Sozialwerke garantiert nicht belasten. Super Idee, dachte ich, die Menschlichkeit ging ja sowieso längst verloren.

Who the f*** is Wembley?

Harvest am Mittwoch den 27. Dezember 2017

Woran denken Sie, wenn Sie Wembley hören? Natürlich an den Wembley FC. Was kaum einer weiss, es gibt auch ein Stadion mit diesem Namen.

Und genau dieses Stadion bereitet dem Wembley FC aktuell grosse Schwierigkeiten. Da das Wembley Stadion mit dem gleichnamigen FC verwechselt werden könnte, sah sich der englische Fussballverband veranlasst, beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EIUPO) Beschwerde gegen das Logo des Wembley FC einzureichen.

Der FC spielt in der neunten englischen Liga etwa drei Kilometer vom Wembley Stadion entfernt im Vale Farm, das für 2’000 Zuschauer Platz bietet und pro Spiel etwa 50 Personen willkommen heissen darf. Obwohl Brian Gumm, der Präsident des Clubs, versicherte, dass sich noch nie Stadionfans zu ihnen verlaufen hätten, gab das EIUPO dem Verband recht. Somit muss der Wembley FC seinen Namen ändern.

Der Club steht deshalb vor dem Ruin. Gumm meint dazu: “Wir können es uns nicht einmal leisten, Berufung einzulegen. Es wird den Club bankrott machen, weil wir es uns nicht leisten können, unsere Beschilderung und Ausrüstung zu ändern.”

Die letzte Hoffnung ist einmal mehr das Internet. Deutlich über 20’000 Menschen haben bereits eine Petition unterschrieben, die vom Verband verlangt, die Forderung nach einer Namensänderung zurück zu ziehen. Das sind wahrscheinlich mehr als vor dem Verfahren je von einem “Wembley FC” gehört haben.