Archiv für die Kategorie ‘Erledigte Fälle’

Von Eigen und anderen Toren

Baresi am Donnerstag den 16. August 2012

Was letzte Saison einer Bank in Dortmund gelang, schaffte dieses Jahr eine Brauerei schon vor Beginn der Saison in Köln. Nämlich die umworbenen Kunden gründlich zu verärgern, statt sie für sich zu gewinnen.

Sie erinnern sich an die Anzeige im Dortmunder Stadionmagazin für ein Sparkonto mit der «schwarzgelben Karte» und Extrazinsen für jedes Tor, dass der BVB schiesst. Dumm nur, wurde von der Werbeagentur ein Bild des Vorsingers der Ultras Gelsenkirchen verwendet.

In den letzten Wochen warb nun eine Brauerei in der Kölner Innenstadt mit riesigen Plakaten und Fans des 1. FC Köln für ihr Pils. Dumm nur, wurde von der Werbeagentur im Hintergrund ein Bild des Stadions von Bayer Leverkusen verwendet.

Sie denken nun, in der Schweiz gibt es solche Sachen nicht? Der FC Basel 1893 kann es sogar selber. Gut nur, wurde vom Verein darauf geachtet, dass Flutlichtmasten verwendet wurden, wie sie zum Beispiel auf Sportanlagen in Rebstein, Rheintal, Kanton St. Gallen-Ost vorkommen. Nicht auszudenken, wenn es Flutlichtmasten aus Zürich oder Bern gewesen wären.

Ilja traeumt (kurz vorm Aufwachen)

Newfield am Sonntag den 27. Mai 2012

Herr tinel grantig gewinnt die Saisonrückblick-Competition!

Herr Tschedritsch hingegen denkt eher global, würde aber wohl auch lokal
(ver)handeln: Blasenbildung im Schweizer Fussball …

Und Herr Baresi ist auch nach zwei Pokalfeiern noch immer erschreckend kreativ:

Diesen Beitrag weiterlesen »

Caption Competition Spezial

Newfield am Freitag den 25. Mai 2012

Vielerorts war neulich Fussballsaisonschluss. Wo und wie auch immer: Sie schreiben* eine Überschrift oder eine Bildlegende oder reagieren sonstwie* auf die vergangene Saison 2011/12.

Das folgende Foto muss dabei ausnahmsweise keine Rolle spielen, darf aber durchaus.

* Kleiner Tipp am Spielfeldrand: Beiträge mit krassen Schimpfwörtern werden wohl kaum bis ins Penaltyschiessen vordringen.

Spielabbruch ist morgen Samstagmorgen um 10:00 Uhr. Der Tatsachenentscheid fällt an der langen grünen Redaktionstheke. Am Sonntag letztendlich …

Diesen Beitrag weiterlesen »

Gdzie jest Orzeł?

Herr Pelocorto am Samstag den 5. Mai 2012

Oder «Wo ist der Adler?» Das fragten sich die polnischen Fussballfans im November 2011.

Damals präsentierte der polnische Fussballverband die neuen Trikots für die Euro 2012, an der man einen besonders guten Eindruck hinterlassen möchte. Also nahmen die Fans die Arbeitsbekleidung genau unter die Lupe und waren eschüttert – der berühmte weisse Adler fehlte! Dafür prangte das neue Logo des Verbands auf dem Trikot. Ein Welle der Entrüstung brandete von Krakau nach Danzig; sogar der Präsident Bronisław Komorowski schaltete sich ein; er erwarte, dass ihm jemand erkläre, wie das hätte geschehen können, schliesslich sei das ein wichtiges Symbol, das ganz Polen eine.

Wenig später wurden neue Trikots produziert. Mit dem weissen Adler.

Präsident Bronisław Komorowski bleibt aber misstrauisch. Deshalb unterzeichnete er am 2. Mai ein Gesetz über die nationalen Embleme, die nationalen Farben, die Nationalhymne und über die verbindliche Verwendung des weissen Adlers auf dem Trikot der polnischen Nationalmannschaft.
Sicher ist sicher.

Ruhm und Ehre

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 19. April 2012

Unser Redaktor Herr Natischer feiert einen wichtigen moralischen Etappensieg.

Immer wieder wird seine Wortschöpfung “veryoungboyst” von Medien und Fans unbesehen übernommen, ohne dass der Erfinder des Worts genannt oder Tantiemen entrichtet würden.

Heute nun hat das renommierte Fachorgan für Lauterkeit und Moral in den Medien, der “Blick am Abend”, erstmals offiziell Herrn Natischer die ihm zustehenden Lorbeeren zugestanden.

Wir freuen uns sehr mit unserem Kollegen und entkorken spontan auf seine Kosten einige Alu-Fässchen mit lecker Heineken.

Revival

Herr Maldini am Donnerstag den 19. April 2012

Das magische Dreieck ist zurück.

Zumindest für eine Sendung des ZDF-Sportstudios. Im Februar trafen sich “Das magische Dreieck” Krassimir Balakov, Fredi Bobic und Giovane Elber für eine entspannte Plauderrunde wieder.

Ältere LeserInnen erinnern sich bestimmt: In den Spielzeiten 1995/96 und 1996/97, als der Vfb Stuttgart immerhin den DFB-Pokal gewinnen konnte, begeisterten die 3 Spieler durch spektakulären Offensiv-Fussball. In 2 Saisons erzielten sie fabelhafte 89 Treffer. Trainer waren damals übrigens Rolf Fringer, der nach seiner Zeit beim Vfb die Schweizer Nationalmannschaft zu sensationellen Erfolgen führte, und ein gewisser Jogi Löw.

Balakov ist seit 3 Wochen Trainer in Kaiserslautern, Bobic Sportdirektor beim Vfb und Elber führt eine Rinder-Farm in seiner Heimat Brasilien.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Was macht eigentlich…

Lars: L am Mittwoch den 18. April 2012

…Marcel Desailly?

Der frühere französische Nationalverteidiger und Dampfplauderer hat sich erneut erfolglos um den Trainerposten bei Ghanas «Black Stars» beworben. Wobei offen ist, ob er sich diesmal beworben hat – die letzten beiden Male brachte sich Desailly vor allem via Medien ins Gespräch.

Neuer ghanaischer Nationalcoach wird der bisherige Assistent Kwesi Appiah. Er hat nicht die 120’000 Franken jährlich gefordert, die Desailly wollte. Nach der Absage des ghanaischen Verbandes verbreitete Desailly sofort, er sei gar nicht für den Job verfügbar gewesen. Das Interesse ehre ihn aber, und irgendwann in Zukunft werde er bestimmt die «Black Stars» trainieren.

Nun macht sich Marcel Desailly für seinen ehemaligen Teamkollegen Roberto Di Matteo stark, der heute Abend mit Chelsea aktiv sein wird. «Ich denke, dass man ihm eine Chance geben und dass Roman Abramowitsch ihn als Manager halten sollte», plaudert Desailly derzeit.

Pay To Play

Dr. Rüdisühli am Samstag den 10. März 2012

Trainer Owen Da Gama soll eine neue Einnahmequelle erschlossen haben.

Der Übungsleiter des südafrikanischen Erstligisten Platinum Stars habe sich für seine Aufstellungen zahlen lassen, berichtete eine Sonntagszeitung vor einigen Wochen. Im Klartext: Wer spielen wollte, musste dem Trainer einige Noten rüberschieben, und schon stand er in der Startaufstellung.

Der Klub zeigte sich zunächst entrüstet, stellte sich hinter seinen Trainer und kündigte juristische Schritte gegen die Schmierfinke vom Sonntagsboulevard an.

Heute nun die Kehrtwende: Die Platinum Stars stellten ihren Trainer frei und teilten mit, es sei Zeit für eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe.

Das Pay-To-Play-System hat sich übrigens nicht wirklich ausbezahlt – jedenfalls nicht für den Klub. Die Platinum Stars liegen auf Rang 13 von 16 Klubs.

Oha lätz (XLIV)

Rrr am Freitag den 24. Februar 2012

In unserer Serie “Oha lätz! Wer findet die fünf Unterschiede?” präsentieren wir Ihnen heute Menschen, die in dieser Woche im “Blick” waren.

Links Bulat, rechts Alexandra.

Geheime Absprachen

Rrr am Donnerstag den 23. Februar 2012

Also doch: Das Schlüsselspiel der WM 1978 war getürkt.

20120223-124609.jpgGastgeber Argentinien brauchte in der Zwischenrunde ein 4:0 gegen die starken Peruaner – und siegte in einem seltsam einseitigen Spiel sogar 6:0. Das löste schon damals Gerüchte aus, vor allem in Brasilien, weil der Rekordweltmeister dadurch auf der Strecke blieb. Argentinien wars egal und holte später den Titel.

Im Zuge der Aufarbeitung der Militärdiktatur untersucht die argentinische Justiz seit längerem auch die Umstände des verdächtigen 6:0 – und ist der historischen Wahrheit nun wohl auf die Spur gekommen. Der ehrbare peruanische Ex-Senator Genaro Ledesma sagte aus, es habe damals einen Deal zwischen dem argentinischen Diktator Jorge Videla und dem peruanischen Machthaber Francisco Bermudez gegeben.

Videla soll versprochen haben, im Falle eines Kantersiegs 13 politische Gefangene freizulassen und dem hungernden Peru grosse Mengen Weizen zu liefern. Beide Versprechen wurden unmittelbar nach dem Kantersieg erfüllt.

Die FIFA hat sich zur neusten Entwicklung noch nicht geäussert. Das Runde Leder empfiehlt, die WM 1978 auf jeden Fall spätestens ab der Zwischenrunde zu wiederholen. Oder wenigstens den Final Argentinien-Holland (3:1 nV).

Kompetenter Korea-Kenner

Rrr am Donnerstag den 9. Februar 2012

Herr Lars Sohn gewinnt den Preis der Woche!

Der Ball lag im Fall auf I7.

Herr Sohn gewinnt damit einen 13-jährigen Studienaufenthalt in Pjöngjang. Viel Spass und alles Gute!

Alle anderen können weiterarbeiten bis 13.56 Uhr, dann folgt der nächste Beitrag.

Was macht eigentlich…

Herr Maldini am Donnerstag den 9. Februar 2012

…Koo Ja-Cheol?

Ältere Leser erinnern sich bestimmt an den sympathischen Südkoreaner Koo, der in der Winterpause 2010/11 von Jeju United zum BSC YB wechselte.  Nach einem für ihn höchst erfolgreichen Asien-Cup 2011 (Torschützenkönig mit 5 Treffern) meldeten sich weitere Topclubs bei Koo, wenig später wurde er bei Wolfsburg ebenfalls als Neuzugang präsentiert (Das Runde Leder berichtete).  Zwei Unterschriften bei zwei Vereinen – Koo entschied sich für Wolfsburg, YB schmollte. Der Fall wurde eine Angelegenheit für die FIFA, seither ist es still um das Jungtalent. YB-CEO Ilja Känzig meint dazu:

“YB hat seinerzeit schliesslich auf juristische Schritte verzichtet. Das Verfahren vor dem Internationalen Sportsgerichtshof (CAS) hätte Kosten von etwa 400’000 Euro verursacht. Der Erfolg wäre höchst ungewiss gewesen – YB hätte irgend etwas zwischen 100’000 Euro und 5 Millionen Euro herausholen können.

Vielleicht hätte der CAS uns aber auch nur unsere Umtriebe im Fall Koo entschädigt, und dann wäre das Ganze ein Nullsummenspiel gewesen. Deshalb haben wir die Sache schliesslich auf sich ruhen lassen.”

Wolfsburg entschuldigte sich im Sommer bei YB in Form von Sturmtank Nassim Ben Khalifa, Koo wurde in der vergangenen Winterpause an den Abstiegskanditaten FC Augsburg ausgeliehen.