Archiv für die Kategorie ‘Digital’

Was macht eigentlich …

Rrr am Samstag den 18. April 2020

… die Redaktion des Runden Leders?

Dasselbe wie immer: Zusammen Bier trinken, Fussball schauen und die Arbeit verdrängen. Zurzeit natürlich nicht in unseren weitläufigen Büroräumlichkeiten an der Guillaume-Hoarau-Allee 99, sondern im Home Office.

Kein Problem! Denn sämtliche Redaktoren sind auch daheim mit dem sogenannten INTERNET ausgerüstet. Die Redaktionssitzungen finden via Videokonferenzen statt. Sagt Ihnen jetzt wahrscheinlich nichts, ist aber extrem im Kommen.

Dreimal täglich begrüsst der Chefredaktor Herr Maldini sein motiviertes Team zur Redaktionskonferenz: Um 6 Uhr, 13 Uhr und 18 Uhr. Keine Sorge, um 6 Uhr gibts noch kein Bier, sondern Kafi Güx. Zu Beginn der Sitzung führen Herr Shearer und Herr Rrr stets ihren legendären Wasserbecher-Sketch auf, den sie seit Jahren zur Freude von Gross und Klein zum besten geben.

Und jetzt kommts: Die beiden sind buchbar! Wenn auch Sie sich im Privat- oder Berufsleben eine kleine Freude gönnen möchten – Herr Shearer und Herr Rrr führen ihren legendären Wassersketch auch auf Ihrer Videokonferenz auf. Preise nach Absprache, Rabatt für Coiffeure und NGOs.

Wo sind wir steckengeblieben? Ah genau, die Redaktionssitzung. Regelmässig schalten wir auch Gäste zu, zuletzt am vergangenen Mittwoch unseren Afrika-Korrespondenten Herr Lars L (links oben). Wir freuten uns eigentlich auf spannende Erzählungen und Diashows aus Kenia, dann stellte sich allerdings heraus, dass er in St. Gallen festsitzt.

Nächster Gast am kommenden Mittwoch ist Herr Baresi mit einem Gastreferat zum Thema: “Chancen und Risiken von acht Titeln in Serie”. Es ist wichtig, dass wir in Bern die Gefahren einer solchen Konstellation frühzeitig erkennen. So viel für heute, wir müssen uns nun auf die 13-Uhr-Sitzung – Sie wissen schon.

Fette Feier

Herr Shearer am Donnerstag den 2. April 2020

Pyro passt immer und überall!

Wenn man soeben Meister geworden ist, zum Beispiel, ist es absolut angezeigt, eine Flasche Schaumwein zu köpfen und dazu auch noch mit einer schönen Seenot-Fackel zu winken. Nun ist es ja gerade fast weltweit nicht weit her mit Fussi, und allenthalben suchen sich Menschen Ersatzbeschäftigungen. Jamie Towers aus Schottland hat sich seinerseits seiner Spielkonsole zugewendet und dort Football Manager gespielt. Ziemlich erfolgreich, denn mit Hamilton Academical Meister zu werden, ist in einer Meisterschaft, die seit Jahrzehnten zwischen zwei Mannschaften aus Glasgow ausgemacht wird, sicher nicht die leichteste aller Aufgaben. Das Husarenstück ist ihm aber gelungen, mit einem 2:1 im entscheidenden Spiel gegen Aberdeen.

Es war der letzte Spieltag der Saison, und Celtic hatte gegen die Rangers verloren. Ich musste Aberdeen schlagen um den Titel zu holen, und wir haben 2:1 gewonnen. Es war verrückt! Also habe ich spontan entschieden, etwas Feuerwerk zu zünden. Sogar meine Nachbarn haben mir applaudiert!”

Wir spüren es ganz deutlich, Sie möchten jetzt grad unbedingt einen 2:1-Sieg mit anschliessend viel Feuerwerk geniessen. Also los, klicken Sie hier drauf!

(Bildquelle: Twitter / @jamietowers8)

Packende Partie

Rrr am Sonntag den 15. März 2020

Endlich wieder internationale Spiele.

Hull City traf gestern auf Leverkusen und gewann 4:0. Auf Twitter, wo sich niemand ansteckt – jedenfalls nicht mit dem Coronavirus. Aber alles der Reihe nach.

Dem Social-Media-Verantwortlichen von Bayer Leverkusen wars langweilig, deshalb suchte er auf Twitter nach einem Spielgschpänli für eine Runde “4 gewinnt”. Es meldete sich der Social-Media-Verantwortliche von Hull City, worauf die Fans eine durchaus packende Partie verfolgen konnten.

Auch andere Klubs suchen nach kreativen Lösungen zur Überbrückung der Langeweile. Watford spielte das abgesagte Spiel gegen Leicester auf Football Manager nach, und Schalke sendete nochmals den Liveticker zum legendären 4:4 gegen Dortmund.

Aber es gibt natürlich nicht nur Blödeleien – es gibt auch Fussballer, die sich richtig nützlich machen. Also vor allem Cristiano Ronaldo.

Bravo! Allein: Eine Frage bleibt im Raum. Diese da.

Saubere Sache

Rrr am Montag den 9. März 2020

RL exklusiv: Corona-Problem der Super League überraschend gelöst!

Wochenlang zerbrachen sich die Verantwortlichen die Köpfe. Rückkehr zur Normalität? Nicht absehbar. Geisterspiele? Trostlos. Abbruch der Meisterschaft? Eine Bankotterklärung. Gross war die Ratlosigkeit – bis gestern abend.

An einer ausserordentlichen Sitzung in Muri einigten sich die Klubs auf eine ebenso geniale wie naheliegende Lösung: Die Saison wird an der Konsole fertiggespielt! FIFA-20-Gamer aller zehn Vereine werden die 65 verbleibenden Saisonspiele gegeneinander austragen. Bis und mit Runde 23 werden die Resultate des früher verbreiteten realen Fussballs gewertet, danach die eSports-Games.

“Komisch, dass wir da nicht früher drauf gekommen sind”, sagt Phil Guggis-Berg, Media Officer SFL. “Endlich haben wir die Safe Super League! Der Schutz vor Ansteckungen ist 100prozentig gewährleistet, alle Gamer leisten ihre Einsätze im Home Office. Das Fernsehen erhält alle Spiele fixfertig geliefert, packender Sport in fantastischer Ambiance. Die Fans werden es lieben!”

Für den BSC Young Boys tritt übrigens der wohl bekannteste Berner Gamer an: Beaver_Boy 98. Er hat bereits das Heimspiel von YB gegen Thun vom 11. April im Kasten. Wir dürfen es hier im kleinen Kreis schon zeigen (bitte maximal 150 Leute gleichzeitig am Stream). Film ab!

(Filmmaterial: JackyDalshim)

Bekloppter Roboter

Rrr am Sonntag den 1. März 2020

Der Textroboter groundet in Hoffenheim.

Wegen Schmähplakaten im Bayern-Sektor gegen TSG-Chef Dietmar Hopp wurde die Partie nach 78 Minuten unterbrochen. Anschliessend spielten sich die Teams den Ball nur noch symbolisch gegenseitig zu, standen ein bisschen herum, plauderten und warteten auf den Schlusspfiff.

Dumm nur, dass viele Live-Ticker von Textrobotern produziert werden. Das klappt manchmal ganz leidlich. Für besondere Situationen wie in Hoffenheim ist die künstliche Intelligenz allerdings zu dumm, wie das Beispiel von flashscore.de zeigt.

Das Verhalten der Mannschaften wurde übrigens weitherum gelobt. Nur vereinzelt tauchte die Frage auf, wie sich die Teams verhalten hätte, wenn es zu jenem Zeitpunkt nicht 0:6, sondern 0:0 gestanden hätte. Und warum es eine solche Aktion eigentlich noch nie gab, wenn Spieler rassistisch beledigt wurden.

Bezeichnende Bezichtigung

Herr Maldini am Dienstag den 18. Februar 2020

Ungeheuerliche Vorwürfe erschüttern die heile Welt des Fussballs.

Der FC Barcelona habe ein Unternehmen beauftragt, mit falschen Profilen in den Sozialen Medien das Image der eigenen Clubführung aufbrezeln zu lassen. Das wirft Cadena SER, der grösste und  älteste Radiosender Spaniens, Barça in einem exklusiven Bericht vor. Die Firma erstelle seit 2017 sogenannte Fake Accounts und mache mit ihnen Akteure anderer Clubs, aber auch solche des FC Barcelona, schlecht.

Photo: tribuna.com

Barça sah sich gestern zu einer Stellungnahme gezwungen und stritt sämtliche Vorwürfe ab: “FC Barcelona roundly deny any relationship, and furthermore, the contracting of services linked to social media accounts that have broadcast negative or disparaging messages.”

Na dann ist ja alles gut. Der Club behält sich rechtliche Schritte vor.

Ammar analysiert

Val der Ama am Donnerstag den 13. Februar 2020

Fakten, Fakten, Fakten – wir haben sie.

Sie waren über Mittag besonders achtsam und wissen es längst: Das Bild zeigt, welcher Art die 41540 internationalen Fussballspiele zwischen 1872 und 2018 waren.

Noch viel mehr zu diesem Thema weiss Ammar Alyousfi. Er hat in Jordanien und Malaysia studiert und lebt aktuell in Dubai. Und beschäftigt sich – wer nicht? – ganz gerne mit Datenanalyse und Machine Learning, mit Data Visualization und Cloud Computing. Neulich, da hat er sich hier einen Datensatz besorgt und ein wenig damit rumgespielt.

Brandexklusiv hier schon mal ein paar interessante Dinge:

– Die meisten Länderspiele hat Schweden absolviert (1104 Spiele). Dahinter England (999), dann Brasilien und Argentinien (966).
– Brasilien und Deutschland haben je 109 WM-Spiele verbucht. Es folgen Italien (83) und Argentinien (81)
– Brasilien hat 617 Länderspiele gewonnen, England 565, Deutschland 548
– Grösster Loser ist Finnland (395 Spiele verloren), dann die Schweiz (342), dann Nordirland (329)
– Oder vielleicht noch ein Schmankerl für Geographieinteressierte: Die häufigste Paarung war Argentinien-Uruguay (175), gefolgt von Österreich-Ungarn (also Österreich gegen Ungarn und nicht Österreich-Ungarn gegen wen auch immer) (133).

Klar, Sie wollen noch mehr davon, also los!

Tolles Törchen (13)

Herr Maldini am Freitag den 13. Dezember 2019

Gestatten: Alex Morgan am heutigen Freitag, dem 13.

Die US-Amerikanerin hat im Fussball so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Für eine Trophäe ist sie heuer noch im Rennen: Sie ist als 2019 USWNT player of the year nominiert (USWNT=US-amerikanische Fussballnationalmannschaft der Frauen). Die Siegerin wird noch diese Woche bekanntgegeben – wir drücken die Daumen.

Morgan ist neuerdings auch Cover-Girl der ersten Ausgabe eines neuen Videospiels eines grossen Computerherstellers, zusammen mit den üblen Randsportlern Alexander Michailowitsch Owetschkin und John Sherman Smith-Schuster. Das Videospiel vereint Athleteninnen und Athleten aus den Sportarten Fussball, Eishockey, Basketball, American Football und Baseball.

Bild: Öpfu.

Die Hersteller haben das Regelbuch für Sport-Videospiele zerrissen und es für eine neue Generation umgeschrieben, fand das Runde Leder exklusiv heraus. Es empfiehlt der junggebliebenen Leserschaft deshalb, das Spiel unbedingt ausprobieren.

Mortada Mansours Mahnung

Val der Ama am Donnerstag den 17. Oktober 2019

Fertig Social Media bei Zamalek.

Der freundliche Herr da auf dem Bild? Das ist Mortada Mansour, immerhin Mitglied des ägyptischen Parlaments und aber auch Präsident des Zamalek SC.

Er war es, der den Polizistensohn aus Höngg trotz Gewinn des Supercups und des CAF Confederation Cups diesen Sommer wegen Erfolglosigkeit entlassen hat (hier ist aber kurz Frohlocken angesagt: ab Samstag ist Gross wieder Trainer bei Al-Ahli). Auch interessant: Als die Mamelodi Sundowns 2016 gegen Zamalek die afrikanische Champions League gewannen, begründete Mansour die Niederlage mit Hexerei.

Dieses Wochenende überraschte der Präsident seine Spieler mit folgendem Statement:

Auf Deutsch: Ab sofort sind Social Media für Spieler verboten. Fertig Facebook und Instagram. Wer auf diesen Kanälen eine Seite unterhält, wird mit einer Busse in der Höhe eines halben Monatslohns gebüsst, wer auch sonst dort irgendwas postet, wird gebüsst. Hat was, wenn Sie mich fragen.

Stundenlange Spielerei

Herr Shearer am Donnerstag den 17. Oktober 2019

Wir sagen es immer wieder – die Zukunft des Fussballs liegt im Internet.

Neulich hatten wir es hier von Football Manager – richtig, das Online-Spiel, in dem es darum geht, eine Mannschaft zum Erfolg zu führen. Nach 1’940 Stunden, 15’678 Spielen (davon 11’217 gewonnenen) und 42’672 Toren darf sich Sepp Hedel aus Deutschland neuer Weltrekordhalter in dieser doch etwas speziellen Disziplin nennen. Das haben auch die Experten vom Guiness-Buch der Rekorde so anerkannt.

Einfach hat er es sich nicht gemacht, der Sepp: er begann vor zwei Jahren, den FC United of Manchester zu trainieren und nach oben zu führen. 2037 gewann er mit mit dem Klub das erste mal die Premier League, nachdem er in den sechs Saisons davor jeweilen den zweiten Platz erreicht hatte. Nach 50 Jahren, in denen er alles gewonnen hatte, was es zu gewinnen gibt, wandte er sich neuen Ufern zu und wechselte nach Indien zum Bengaluru FC in Indien. Irgendwann zog es ihn dann doch wieder nach England, wo er 2227 den Hereford FC übernahm und auch diesen auf grandiose Art und Weise auf die Erfolgsspur führte. 2289 schlug er mit seinem neuen Verein dann auch zum ersten mal United of Manchester, welcher auf der Insel weiterhin das Mass aller Dinge war. Ihnen brummt ob den obigen Jahrzahlen der Kopf? Uns auch.

Bevor Sie fragen: Sepp Hedels Beziehung hat den Weltrekord schadlos überstanden. Angefangen hat er 2017, als er beruflich in Afrika zu tun hatte und von seiner Familie getrennt war. Als er nach Deutschland zurückkehrte, spielte er  eben weiter, da ihm dieser Weltrekord winkte. Und er ist ja immer noch dran, 333 Saisons hat Sepp Hedel inwischen auf dem Zähler. Herzliche Gratulation!

Bildquelle: guinessworldrecords.com

Wie richtig

Val der Ama am Mittwoch den 16. Oktober 2019

Gamen kann Ihre Karriere fördern.

Der junge Mann auf dem Bild heisst Andrej Pavlović und er spielt gerne und gut Football Manager. Das ist wie Hattrick früher, nur anders. Seit 16 Jahren betreut er virtuell den FK Bežanija und hat so in seiner Karriere 10 Meistertitel (in Serie) und 6 Cupsiege geholt. In der Champions League erreichte er immerhin den Halbfinal.

Beeindruckend, wenn man kurz mit der Realität vergleicht. Im richtigen Leben drum dümpelt der FK Bežanija nach finanziellen Problemen und danach Zwangsabstieg tief in einer serbischen Liga und also bot der junge Mann dem Verein seine Hilfe an, dekoriert mit einer Liste seiner Erfolge bei Football Manager.

Der Club biss an und seit vergangenem Wochenende ist der Student Pavlović dort als Analyst angestellt. Er beobachtet künftig die Spiele und macht dann so Tabellen und Vergleiche. Noch ohne Bezahlung, aber man weiss ja nie. “Wenn ich die Möglichkeit habe, dann würde ich gerne eine Fussballkarriere machen. Vielleicht als Datenanalyst oder als Scout. Dies ist schon lange mein Traum und ich denke, ich wäre recht gut darin,” liess er sich dieser Tage zitieren.

(Bild: Sportbible/Twitter)

Probate Prognosen

Val der Ama am Mittwoch den 31. Juli 2019

Manchester City wird 2020 erneut Meister, Newcastle steigt mal wieder ab.

Doch, ganz bestimmt, weil das haben die Leute vom Statistikdienst opta für BT Sports errechnet. Unheimlich viele Daten sind analysiert worden, ganz viele schlaue Algorithmen und dann noch künstliche Intelligenz und voilà: Kein Zweifel.

Blöd für Klopp, dass es schon wieder nicht klappt und auch blöd für Herrn Shearer, der sich in den Kommentaren unten gleich empört melden wird. Aber eben: Fakten sind Fakten und die zeigen ganz deutlich, dass sich Newcastle aus der Premier League verabschieden wird.

In der Champions League werden die Engländer nächste Saison übrigens nichts reissen, aber in der Europa League wird Tottenham das Finalspiel in Gdansk gegen Manchester United gewinnen.

Vielleicht noch dies: Torschützenkönig wird selbstverständlich schon wieder Mohamed Salah mit 29 Toren. Harry Kane wird auf 24 kommen, Pierre-Emerick Aubameyang wird 23 Mal treffen – herzliche Gratulation!