Archiv für die Kategorie ‘Bundesliga’

Was macht eigentlich …

Rrr am Samstag den 15. September 2018

… Adi Hütter?

Der erste YB-Meistertrainer seit 32 Jahren verliess Bern im Sommer in Richtung Frankfurt. Glücklich wurde er dort noch nicht. Gestern musste er in Dortmund die vierte Niederlage im fünften Pflichtspiel der Saison erklären.

Wie es so geht, wenns nicht läuft: Vermehrt Konjunktiv an den Pressekonferenzen. “Ich habe das Gefühl gehabt nach dem 1:1, dass wir vielleicht dem 2:1 auch sehr nahe sein könnten.” Trost gabs von Dortmund-Trainer Lucien Favre.

Frankfurt hatte im Sommer wichtige Abhänge nicht ersetzt, Hütter steht daher vor einer heiklen Aufgabe. Noch schwieriger wird sie zurzeit durch die Verletztenmisere bei der Eintracht. In Dortmund musste Hütter zwei Spieler einsetzen, die der Klub eigentlich loswerden wollte. Marco Fabian und Simon Falette sind nur noch hier, weil im Sommer kein passender Klub für sie gefunden wurden.

Beide trainierten zuletzt gar nicht mehr mit der Mannschaft, wurden nun aber plötzlich dringend benötigt und standen gestern gleich in der Startelf.

Super Sprüche

Val der Ama am Donnerstag den 13. September 2018

Jetzt ist es offiziell: Die Fans des SV Werder Bremen haben gute Wörter.

Und preiswürdige dazu, aber von vorn: In Deutschland hat so eine Jury der Deutschen Akademie für Fussballkultur insgesamt 11 Zitate für den Fussballspruch des Jahres ausgewählt. Und eben mit dabei ein Spruch auf einem Plakat der Werder-Fans und da war zu lesen: “Videoschiri, wir wissen nicht, wo dein Auto steht”.

Hier die Konkurrenz:

  • “Es kommt mir vor, als ob wir mehr gegen Pyrotechnik kämpfen als gegen Rassismus.” (Kevin-Prince Boateng)
  • “Bruder, schlag den Ball lang!” (Kevin-Prince Boateng und Ante Rebic von Eintracht Frankfurt im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern. Boateng dazu: “Rebic hat vor dem Spiel gesagt mit seinem super Deutsch: “Bruder, schlag den Ball lang!” Und dann hab ich gesagt: “Bruder, ich schlag den Ball lang!”)
  • “Die Schweden sind wie die Mittdreissiger in der Disco: Hinten reinstellen und warten, ob sich was ergibt.” (ARD-Experte und Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger vor dem WM-Spiel Schweden gegen Deutschland)
  • “Bitte bleiben Sie in der Halbzeit auf Ihren Plätzen. Sie könnten ein Tor verpassen!” (Spruchband der Fans des SC Freiburg in Bezug auf den nachträglich via Videobeweis verhängten Halbzeit-Elfmeter beim Spiel in Mainz)
  • “Anspruchsvolle Fans suchen motivierte Mannschaft.” (Plakat der Fans des VfL Wolfsburg)
  • “Stark! Ein Tor gemacht, eins vorbereitet.” (Felix Kroos in einem Tweet über seinen Bruder zum WM-Spiel gegen Schweden, in dem dieser zwar den Siegtreffer in der Nachspielzeit erzielte, aber durch einen Fehlpass auch das Gegentor einleitete)
  • “Wäre, wäre, Fahrradkette.” (Rekord-Nationalspieler und Sky-Experte Lothar Matthäus)
  • “So wie wenn man in der Kreisklasse aufsteigt, nur vielleicht ein bisschen gedämpfter.” (Nationalspieler Thomas Müller über die Feier nach dem Sieg in Augsburg, mit dem sich der FC Bayern vorzeitig die Meisterschaft sicherte)
  • “Salopp gesprochen, verblöde ich seit zehn Jahren, halte mich aber über Wasser, weil ich ganz gut kicken kann.” (Nils Petersen)
  • “Das ist hier alles keine Zeitlupe, das sind reale Bilder.” (Béla Réthy beim WM-Spiel der DFB-Elf gegen Südkorea)

Und so gehts weiter: Bis zum 16. Oktober wird eine sogar 14-köpfige Jury vier Sprüche auswählen, die in die Endauswahl kommen. Die Besucher der Gala zur Verleihung des Deutschen Fussball-Kulturpreises entscheiden dann am 26. Oktober über den Sieger. Der seit 2006 vergebene Preis ist mit 5000 Euro für einen gemeinnützigen Zweck dotiert.

Dickes B nach Hause

Briger am Montag den 27. August 2018

Die Hertha hat einen neuen Einlaufsong. Den Fans gefällts nicht.

Am 31. März 1993 sang Frank Zander vor dem DFB-Pokal-Halbfinale der Hertha-Bubis gegen den Chemnitzer FC erstmals seine Hymne “Nur nach Hause”.

Seit 25 Jahren gehört die Hymne auch bei den “Grossen” der Hertha zum Repertoire und fungierte als Einlaufsong – bis an diesem Samstag. Am Freitag verschickte der Club eine Mail an seine Mitglieder, in der mitgeteilt wurde, dass “Nur nach Hause” vorverschoben wird. Neu wird “Dickes B” von Seed gespielt.

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Kalt erwischt

Rrr am Montag den 30. Juli 2018

Das historische Bild zum Wochenstart.

Bökelberg, Februar 1970: Schiedsrichter Albert Binder unterläuft beim Münzwurf ein Missgeschick. Die Münze geht im Schnee verloren und muss gesucht werden, das Spiel wird deshalb mit Verspätung angepfiffen.

Mönchengladbach bezwang Borussia Dortmund mit 4:2 (unsere älteren Leser werden sich erinnern).

Falls Ihnen heute zu heiss wird: Weitere coole Bilder gibts im Internet.

Ab auf die Insel

Rrr am Sonntag den 8. Juli 2018

Die Premier League rockt die WM.

Fast jeder zweite Spieler der vier Halbfinalisten verdient sein Geld in England, wie die Statistik des Runden Leders zeigt. An den letzten Weltmeisterschaften dominierten jeweils die spanische Liga und die Bundesliga.

Alle englischen Nationalspieler verdienen das Geld im eigenen Land. Aus der Premier League stammen aber auch die meisten belgischen Schlüsselspieler und mehrere Franzosen.

Die Dominanz der Premier League ist bemerkenswert, weil die Liga zwar mit Abstand am meisten Geld hat, im Europacup in den letzten Jahren aber nur vereinzelt Erfolge feiern konnte. Dort dominiert die spanische Liga.

Das bunteste Halbfinal-Team hat Kroatien. Die Spieler stammen aus zehn verschiedenen Ligen, wobei zwei Kroaten in China kicken und einer in Österreich.

Diese beiden Fussballexoten sind in den Halbfinals also noch vertreten – anders als die Schweiz. Der einzige Super-League-Spieler im Schweizer Kader war Michael Lang, dessen einziger WM-Startelfeinsatz mit einer roten Karte endete.

Erfasst wurden die 91 Spieler in den Kadern der vier Halbfinalisten. Bei Kroatien sind nur noch 22 von 23 Spielern verfügbar. Stürmer Kalinic flog nach einem Krach mit dem Trainer nach Hause.

Piza a gogo

Rrr am Samstag den 10. März 2018

Er trifft und trifft und trifft.

Claudio Pizarro kam 1999 nach Deutschland. Und seither hat der Peruaner in der Bundesliga jedes Jahr mindestens ein Tor erzielt – für Werder Bremen, Bayern München und neuerdings für Köln. Hier sind 20 Tore aus 20 Jahren:

Pizarro spielte fast ausschliesslich in der Bundesliga. 2007 wechselte er zwar zu Chelsea, konnte sich aber dort nicht durchsetzen und war rasch wieder in Bremen.

20 Tore in 20 Jahren, ist das einmalig? Nicht ganz. Ältere Leser erinnern sich, dass Klaus Fischer dasselbe Kunststück gelungen ist. Der deutsche Nationalstürmer traf zwischen 1968 und 1987 vor allem für Schalke, aber auch für 1860 München, Köln und Bochum. Den Schweizer Fussballfreunden ist Klaus Fischer bekannt durch sein Tor im Länderspiel vom 16. November 1977 – es wurde in Deutschland zum Tor des Jahrhunderts gewählt.

Attraktive Alternative

Herr Maldini am Dienstag den 20. Februar 2018

Lesen Sie jetzt den ersten Beitrag aus dem RL-Recherchefonds für besonders kostspielige und zeitintensive Recherchen.

Ladies and Gentlemen

Das zehnköpfige Project-RL-Rechercheteam, unterstützt von den beiden Aussenstellen in Vietnam und Costa Rica, scheute weder Kosten noch Mühen. In den dunklen Tiefen des Internet stiess es auf eine Twitter-Konversation der Bundesligavereine Borussia Mönchengladbach und RasenBallsport Leipzig. Die beiden Clubs trafen Anfang Februar aufeinander, die Partie war mässig interessant.

Eigentlich spricht Tic-Tac-Toe-Weltmeister David S. Lemons nicht mit der Presse, für das Project-RL-Rechercheteam machte er eine Ausnahme und analysierte die packende Partie. “Die erfahrensten Tic Tac Toe-Spieler setzen ihren ersten Stein in eine Ecke, wenn sie das Spiel beginnen. Dies gibt dem Gegner die meisten Möglichkeiten, einen Fehler zu begehen. Gladbach macht das gut. Antwortet Leipzig also damit, seinen Stein in irgendein Feld neben der Mitte zu setzten, dann ist Gladbach der Sieg garantiert.”

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Fünf Tore Deluxe

Rrr am Montag den 5. Februar 2018

Das historische Bild zum Wochenstart.

15. März 1986: Jürgen Klinsmann schiesst die Fortuna ab.

Düsseldorf beendete die Bundesliga.Saison auf Rang 14, der VfB Stuttgart auf Platz 5.

Die Leiden der Maskottchen

Briger am Dienstag den 26. Dezember 2017

Winterpause: erholsame Tage für Spieler und Fans nach einer langen Hinrunde. Doch wer denkt eigentlich an die, die am meisten unter der Pause leiden?

Genau, die Rede ist von den Maskottchen der 1. Fussball-Bundesliga. Noch bis am 12. Januar 2018 und dem Rückrundenauftakt zwischen Leverkusen und den Bayern müssen die fröhlichen Kerle ihren Tag plötzlich selber füllen. Sky Sports konnte nun in einem herzerreissenden Video festhalten, wie schwer es die Maskottchen in der Winterpause haben.

Für alle die kein Facebook haben. Sie sehen zunächst den einsamen Bulli im Stadion von RB Leipzig, dann Hoffi einsam in einer Bar, einen depressiven Wölfi, der durch den Nebel Norddeutschlands trottet und seine Einkäufe verliert. Dann Dino Herrmann, der sich in der Kabine des HSV mit einem Foto an die gute alte Zeit der Hinrunde zurück erinnert, Eddi, alleine auf einer Schaukel auf einem verlassenen Spielplatz. Die vielleicht emotionalste Szene folgt kurz darauf, Jünter von Borussia Mönchengladbach geht mit Hennes VIII. spazieren. Danach haben auch noch Füchsle, beim einsamen Drachensteigen, Herthino über den Dächern Berlins, Bernie, Brian the Lion und der Schalker Erwin, Fritzle und Emma ihren Auftritt.

Für uns Fussballfans ist es da schon einfacher. Die englische Liga spielt wie immer durch, heute um 16 Uhr z.B. auf dazn die Boxing Day Konferenz. Auch in Italien wird über die Festtage gespielt, die Pause dieses Jahr erst zwischen 6.1. und 21.1., aber da fängt ja dann die Bundesliga schon wieder an. Falls Sie gar nicht mehr ohne Fussball im Stadion können hier zwei Tipps: Morgen um 20:45 Uhr findet im San Siro das Tim-Cup Viertelfinale zwischen Milan und Inter statt. Tickets gibt’s ab 50 Euro. Auch für das Spiel Inter Lazio am Samstag um 18 Uhr gibt es noch einige wenige Tickets, ab 40 Euro.

Perverses Publikum

Rrr am Samstag den 16. Dezember 2017

Gladbach siegt. Und der Sportdirektor ist so richtig sauer.

Nach dem 3:1-Heimsieg gegen den HSV platzte Max Eberl der Kragen. Weil einige Fans beim Stand von 1:1 gepfiffen hatten, holte der Sportdirektor Max Eberl anschliessend zu einer fünfminutigen Wutrede aus. Hier sind die Höhepunkte.

“Ich finde es eine bodenlose Frechheit, wenn wir unsere Mannschaft, die hier ein hervorragendes Heimspiel macht, bei Rückpässen auspfeifen und ein Unmut hier im Stadion entsteht. Ich finde es eine bodenlose Frechheit und da rede ich nicht von der Nordkurve, sondern von den Zuschauern, die ab und zu mal Fussball gucken wollen. Es geht mir so auf den Sack. Dann sollen sie zu Bayern München gehen, wenn sie immer nur Fussball nach vorne sehen wollen. Oder zu PSG. Darüber beschweren sie sich, weil die zu viel Geld haben, aber dann sollen sie dahingehen.

Hier wird ehrlicher Fussball gespielt, hier wird mit jungen Spielern gearbeitet, mit zwei 18-Jährigen im Mittelfeld (Oxford und Cuisance) und es wird gepfiffen, wenn wir zurückspielen, bei einem Spielstand von 1:1. Übrigens, nach dem Rückpass, nach dem sie gepfiffen haben, köpft Raffael dann fast das 2:1.

Mit sowas kann ich nicht leben, wenn wir selbst bei guten Spielen jetzt ausgepfiffen werden. Das ist nicht mehr Borussia, wie ich es kenne. Sie dürfen ihre Meinung sagen, aber nicht auf die Art und Weise. Ich finde es der Mannschaft gegenüber und dem Klub gegenüber, der sich hier acht Jahre lang den Arsch aufreisst, dass wir mal gegen Barcelona spielen dürfen, eine Frechheit.

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Ehre, wem Ehre gebührt

Briger am Montag den 25. September 2017

Fritzle feiert seinen 25. Geburtstag

Fritzle, das sympathische Krokodil, steht seit 1992 im Dienst des VfB Stuttgarts. Am 22. August 1992 erblickte es in Stuttgart Bad Cannstatt das Licht der Welt, beim VfB Stuttgart unter Vertrag steht es gemäss Vereinshomepage interessanterweise seit dem 1. Juli 1992.

Beim Heimspiel gegen Augsburg (0:0) am Samstag wurde das Masskottchen nun gefeiert, standesgemäss mit einem eigenen Trikot, die Rückennummern natürlich in grün.

(Foto: VfB Stuttgart)

Fritzle, benannt nach Fritz Walter dem Jüngeren, ist übrigens das dritt älteste Masskottchen der Bundesliga. Nur Jünter von Borussia Mönchengladbach, welcher dieses Jahr sein 52. Dienstjahr absolviert und Hennes vom 1. FC Köln, seit 1950 im Dienst, sind länger im Einsatz.

Sie möchten unserem A+++-Leser Herr zuffi eine Freude machen? Bitte sehr

Und jetzt freuen wir uns schon auf das YB-OBI-Biber-Trikot.

Was macht eigentlich …

Rrr am Samstag den 9. September 2017

… Yoric Ravet?

Ältere Leser erinnern sich: Der Franzose spielte früher für Young Boys Bern. Heute gab er sein Debüt für Freiburg und durfte erstmals Bundesliga-Luft schnuppern, jedenfalls 28 Minuten lang – bis zu diesem Rencontre mit Dortmunds Schmelzer.

Ravet hat damit immerhin einen Platz in der Geschichte der Bundesliga auf sicher: Er erhielt die erste rote Karte aufgrund des Videobeweises.