Archiv für die Kategorie ‘Bundesliga’

Aus für die ARD-Sportschau?

Natischer am Freitag den 25. Januar 2008

Leo Kirch, der ehemalige Pleitier, hat der deutschen Fussball-Liga (DFL) für den Verkauf der TV-Rechte pro Saison 500 Mio € versprochen. Doch woher nehmen?

Verschiedene Modelle sind im Gespräch: Statt der Zusammenfassung aller Spiele in der ARD-Sportschau am Samstag soll ein Spiel im Free-TV ausgestrahlt werden. RTL und Sat.1 hätten Interesse und würden die Ausschreibungsunterlagen anfordern, sofern es nicht zu teuer wäre, hiess es. Premiere wäre diese Variante auf jeden Fall viel lieber als die Sportschau um 18 Uhr.

Alternativ steht zur Debatte, den Sonntag um ein Spiel aufzustocken und dieses dann unverschlüsselt auszustrahlen. Das hätte jedoch zur Folge, dass die anderen Sonntagsspiele dann um 18 Uhr beendet sein müssten, was bisher nicht der Fall ist, weil die DFL aus Rücksicht auf die Amateurliga sonntags erst nach 17 Uhr anpfeifen lässt.

Es läuft in jedem Fall auf Lämpen hinaus: Durch den Einstieg von Rupert Murdoch hat sich die Lage bei Premiere dahingehend verschärft, als man dort jetzt darauf beharrt, dass die Spiele der Bundesliga ab 2009 nicht mehr vor 22 Uhr im Free-TV gezeigt werden dürften. Daran hat die ARD kein Interesse, denn nach 20 Uhr darf sie keine Werbung mehr senden und könne so die teuren Rechte nicht bezahlen. Die Sportschau wäre also am Ende.

Die Premiere-Konferenz können Sie immer samstagnachmittags im Wale im Wankdorf sehen. Sofern Sie wollen.

Van der Dittsche

Natischer am Donnerstag den 3. Januar 2008

Rafael van der Vaart besucht Herrn Dittsche!

Nachdem in vergangenen Folgen bereits Marius Müller-Westernhagen, Rudi Carrell, Moritz Bleibtreu, Günter Jauch, Anke Engelke, Wladimir Klitschko, Uwe Seeler, Thomas Gottschalk, Detlef Buck, Harald Schmidt, Toni Ailton und Daniel van Buyten (damals ebenfalls beim HSV) sowie Bela B. Felsenheimer («Die Ärzte») der Eppendorfer Grillstation in Hamburg einen Besuch abgestattet haben, wird im Frühjahr auch Rafael van der Vaart einen Gastauftritt bei «Dittsche» absolvieren.

Olli Dittrich ist bei allen Heimspielen des HSV im Stadion dabei und hatte van der Vaart nach einem gemeinsamen Auftritt im Aktuellen Sportstudio in seine Impro-Comedy eingeladen. Van der Vaart: «Ich freue mich sehr, dort mal reinzuschauen. Dittsche ist eine Super-Figur, die sich gern selbst auf den Arm nimmt. Herrlich.» Im Frühjahr soll der Besuch van der Vaarts in der Imbissbude steigen. «Ich bin bereit. Es ist eine grosse Ehre für mich».

Natürlich. Es sei denn, Meneer van der Vaart spiele bis dahin schon in einem andern Land.

Die Legoliga

Rrr am Dienstag den 1. Januar 2008

Ist Ihnen an Feiertagen auch immer so langweilig? Das muss nicht sein!

Stellen Sie doch mit Lego die schönsten Heimspiele Ihres Lieblingsklubs nach. Das gibt enorm viel zu tun und macht eventuell auch riesigen Spass.

Der 16-jährige Fabian Moritz aus Hannover macht es uns vor. Geniessen Sie hier nochmals die Zusammenfassung des legendären Spiels Hannover – Bremen (4:3) vom 8. Dezember. Film ab!

Lebende Legende

Rrr am Montag den 26. November 2007

John Jairo Mosquera hat diese Woche unser Herz erobert.

Der 19-jährige Kolumbianer von Werder Bremen traf in Cottbus und fand sich danach in der Weltpresse wieder. Zeitungen rund um den Globus erzählten gerne nochmals die Geschichte, wonach Mosquera im Sommer einen viersekündigen Herzstillstand hatte. “Er war vier Sekunden tot”, schrieb auch der SonntagsBlick. “Dann holte ihn der Mannschaftsarzt mit einer Herz-Druck-Massage zurück ins Leben.”

Eine tolle Story, aber leider nicht wahr. Der Klubarzt hat längst erklärt, dass es sich “nur” um einen Kreislaufkollaps handelte. Aber Legenden leben eben länger.

Tor der Woche: John Jairo Mosquera, COT-BRE, Min. 83.

Sponsoren raus!

Rrr am Dienstag den 20. November 2007

St. Pauli macht mobil: Die Fans wehren sich gegen die Verunstaltung des Stadion-Namens.

Das Millerntor soll das Millerntor bleiben – an der Hauptversammlung wurde das Präsidium eindringlich aufgefordert, keinen Sponsoren in den Stadionnamen aufzunehmen, auch wenn man damit auf viel Geld verzichtet.

“Wir machen nicht jeden Scheiss mit. Wir wollen keine
Namensvergewaltigung, die Identität des FC St. Pauli ist sein
höchstes Gut und das Tafelsilber des Vereins”, sagte der Antragsteller Jochen Harberg.

Präsident Corny Littmann zeigte Sympathie für den Vorstoss. Trotzdem liess er offen, ob der Klub einen entsprechenden Sponsorenvertrag eingehen werde. “Das ist zweifellos ein äusserst sensibles Thema, deshalb werde ich in jedem Fall auf einen Zusatz ‘am Millerntor’ bestehen. Aber die Frage ist nicht, ob wir vermarkten, sondern wie wir vermarkten.”

Hopp Hoffenheim!

Natischer am Donnerstag den 1. November 2007

Hauptsponsor der Hoffenheimer ist nämlich ein gewisser Dietmar Hopp, seines Zeichens Mitbegründer von SAP, dem grössten europäischen und weltweit drittgrössten Softwarehersteller. Wir wollen hier nicht weiter auf deren Produkte einschlagengehen. Herr Hopp spielte jedenfalls in seiner Jugend für die TSG.

Nach mehreren Aufstiegen über die Bezirks-, Landes- und Verbandsliga wurde der Verein in der Saison 2000/01 als Neuling auf Anhieb Meister der Oberliga Baden-Württemberg. In der Saison 2003/04 erreichte die TSG das Viertelfinale des DFB-Pokals, wo sie sich dem VfB Lübeck geschlagen geben musste. Vorher war unter anderem Bundesligist Bayer Leverkusen besiegt worden.

Im Jahr 2005 scheiterte Hopps Vorstoss, die Vereine TSG Hoffenheim, FC Astoria Walldorf und SV Sandhausen zum «FC Heidelberg 06» zu fusionieren. Grund war hier der Widerstand der Vereine aus Walldorf und Sandhausen, sowie die gescheiterten Verhandlungen zur Standortfrage des neuen Stadions in Heidelberg und Eppelheim. Hopp hatte während der Verhandlungsphase nie ein Hehl daraus gemacht, dass der Standort Heidelberg für ihn aus Namens- und Imagegründen erste Wahl sei, welcher allerdings am Widerstand der Wild-Werke scheiterte.

Seit der Spielzeit 2006/07 ist Ralf Rangnick Trainer in Hoffenheim. Mit einem 5-Jahres-Vertrag ausgestattet, sollte er die weitere Entwicklung des Vereins forcieren und erreichte bereits in seiner ersten Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Hopp spendierte einen 2.liga-tauglichen Kader, inkl. dem einen oder andern Brasilianer, und kündigte an, dass in wenigen Jahren mehr Nationalspieler in Hoffenheim spielen werden als bspw. bei Werder Bremen. Herr Hopp macht sich damit bei den Traditionsvereinen verständlicherweise wenig Freunde.

Schöne neue Fussballwelt.

Das Instant-Stadion

Natischer am Donnerstag den 25. Oktober 2007

Der SV Wehen Wiesbaden hat seit letztem Wochenende ein neues Stadion. Bauzeit: gut 4 Monate. Wie das geht? Es besteht aus provisorischen Stahlrohltribünen. Und ist benannt nach den löblichen Wasserfilter «Brita».

Der SV Wehen zügelte im Sommer 2007 vom beschaulichen Städtchen Taunusstein in die hessische Landeshauptstadt und spielt seither unter dem Namen SV Wehen-Wiesbaden 1926.

Natürlich brauchte der «neue» Verein in seiner neuen Heimat ein adäquates Stadion. Das bestehende Leichtathletikstadion an der Berliner Strasse wurde den modernen Ansprüchen der Wehener nicht gerecht. Spatenstich war am 06.06.2007.

Bis zur Fertigstellung der Brita Arena trug der SV Wehen-Wiesbaden seine Spiele in der Frankfurter Commerzbank-Arena aus, das Heimspiel in der 1. Runde des DFB-Pokals 2007/08 gegen den VfB Stuttgart wurde im Mainzer Bruchwegstadion ausgetragen.

Letzten Sonntag fand jetzt das erste Spiel im neuen Zuhause statt; gegen Lokalrivale FSV Mainz 05 verlor man 1:3. Niederlagen beim ersten Spiel im neuen Stadion werden jedoch oft auch überbewertet.

Die voraussichtliche Nutzungsdauer des Stadions beträgt übrigens 3 Jahre. Bis 2010 soll ein «richtiger» Neubau abgeschlossen sein.

Schöne neue Fussballwelt.

Neulich in der Disco

Rrr am Montag den 22. Oktober 2007

Steve Gohouri sieht Rot – schon wieder.

Am vergangenen Mittwoch flog der frühere YB-Verteidiger beim Länderspiel Österreich – Elfenbeinküste vom Platz. Jetzt hat ihm auch sein Klub Borussia Mönchengladbach die rote Karte gezeigt: Gohouri wurde – zusammen mit Soumalia Coulibaly – für das heutige Zweitliga-Schlagerspiel gegen Köln aus dem Kader gestrichen.

Gohouri und Coulibaly waren am späten Samstagabend in einer Kölner Disco gesehen worden. “Beide wissen, dass sie das nicht machen können”, sagte Sportdirektor Christian Ziege. “Das ist unprofessionell, wir können so etwas nicht akzeptieren.”

Traumhafter Volleyschuss

Rrr am Montag den 22. Oktober 2007

Mladen Petric holt sich unseren legendären Wanderpokal.

Das Spiel in Leverkusen ging in die 41. Minute, als der Dortmunder Kringe eine Art Flanke in die Tiefe des Raumes schlug und der Kroate mit einem traumhaften Volleyschuss aus zwölf Metern halblinker Position für das 1:0 besorgt war, wie wir Sportreporter solche Szenen zu umschreiben pflegen.

Der Griesgram von der ARD behauptete, es sei Abseits gewesen. Überhaupt nicht wahr! Höchstens gleiche Höhe. Das Spiel endete übrigens 2:2.

Tor der Woche: Mladen Petric, Dortmund, LEV-BVB, Min 41.

Dumm gelaufen

Rrr am Samstag den 20. Oktober 2007

Paolo Guerrero hat das grandiose 4:1 seines HSV gegen Stuttgart verpasst. Er verletzte sich … auf dem Flughafen.

Der Peruaner wollte vorletzte Woche zu einem Länderspiel nach Lima fliegen, war spät dran, sprintete durch den Münchner Airport und erlitt dabei einen Muskelfasserriss. Der Arzt verordnete eine zwei- bis dreiwöchige Zwangspause.

Gefahren lauern eben überall! Und Guerrero ist nicht der erste Bundesliga-Spieler, der das erfahren muss. HSV-Legende Kevin Keegan blieb einst mit dem Zeh im Ausguss seiner Badewanne hängen, was eine mehrwöchige Pause nach sich zog. Franz Michelberger (Bayern München) holte sich eine Knieprellung, als er in Israel beim Einsteigen in den Bus von einem Kamel gegen die Stufen gedrückt wurde.

Und dem Wolfsburger Charles Akonnor geriet mal eine Autoantenne ins Nasenloch. Ein blutstillendes Mittel musste her. Das stoppte zwar die Blutung, stand aber leider auf der Dopingliste. Akonnor wurde für drei Spiele gesperrt.

Good lock, Paolo!

Interessante Menschen

Rrr am Dienstag den 25. September 2007

Sie fühlen sich einsam und suchen eine Begleitung fürs nächste Spiel? Thomas Allofs schafft Abhilfe.

Der Bundesliga-Torschützenkönig von 1989 betreibt neuerdings einen Escort-Service für ehemalige Fussballhelden. Für 1000 Euro teilt zum Beispiel Thomas Hässler die VIP-Lounge mit Ihnen. Oder auch Stefan Engels, wenn Sie mal Köln-Fan waren. Insgesamt führt Allofs mehrere hundert Ex-Kicker in seiner Kartei.

Allofs’ Geschäftsführer Michael Welling doppelt nach: Lachshäppchen und Champagner am Fussballnachmittag seien schon toll genug, der prominente Gast sei dann das i-Tüpfelchen. “Ich finde es ja selbst spannend, interessante Leute kennen zu lernen”, sagt Welling.

Bayern & Ex-Basler

Rrr am Samstag den 15. September 2007

Zwei Ex-Basler mischen die Bundesliga auf.

Mladen Petric zerlegte gestern Bremen, Ivan Rakitic traf heute für Schalke zum 1:1 bei Bayern München. Super, Ivan, wir haben immer an Dich geglaubt!

Das war Rakitics Geschoss.