Archiv für die Kategorie ‘Bundesliga’

Zahlreiche zwäge Zweitvereine

Herr Maldini am Dienstag den 28. September 2021

Unser Redaktor Herr Briger hat ein Problem. Selbstverständlich bieten wir anderen Hilfe.

Lars Windhorst investiert in den Hertha, Berliner Sport-Club e. V. Foto: Keystone.

Und zwar ist es so: Herr Brigers Zweitverein Hertha BSC gewinnt ab und zu, aber halt zu wenig. Schlimmer noch: Er verliert regelmässig etwas zu hoch. 0:5 gegen die Bayern in dieser Saison, zuletzt 0:6 in Leipzig. Schlimmer gehts nimmer, oder?

Lesen Sie nachfolgend, weshalb Herr Briger besser zum Zweitverein eines anderen Redaktors wechseln sollte.

Herr Rrr (Real Madrid): Hertha schmeisst Abermillionen zum Fenster hinaus. Real auch, aber zum anderen Fenster fliegen dann regelmässig Pokale herein. Und das erfüllt Winnertypen wie mich mit einer ganz tiefen, ganz intensiven Genugtuung und mit unbändiger Freude. Das sind multiple Gefühle! Herr Briger ist auch ein Winnertyp, er hat es bloss noch nicht gemerkt. Ich schicke ihm gleich das Antragsformular für die Mitgliedschaft. HALA MADRID !!!!!!!

Herr der Ama (Werder Bremen): Nach 0:5 ein 0:6? Klarer Trend. Werder verliert zwar auch, aber immerhin knapper. Bei Hertha schauen alle in den Abgrund, Herr Briger hat aber einen sympathischen Zweitverein mit Perspektiven verdient, einen Verein, der sich nach oben orientiert, einen potentiellen Aufsteiger. Bleibt er bei Hertha, steigt er ab.

Herr Shearer (Newcastle United): Anhänger der Magpies zu werden, ist ein bisschen wie der Eintritt in die Hölle. Man lässt all seine Hoffnung fahren, bei jedem Saisonbeginn aufs neue. Dafür ist der Klassenerhalt dann immer ein äusserst freudiges Ereignis, welches auch gerne mit literweise “Broon” begossen werden darf!

Herr Winfried (zweitvereinslos): Keinen Zweitverein zu haben ist wunderbar entspannend, weil kein trümmliges Spiel am Sonntag es schaffen kann, die samstägliche Sause zu trüben. Weil die berühmten Young Boys es sowieso geng gut machen. Weil so die volle monogame Liebe gelbschwarz gelten darf. Weil offene Beziehungen, so glaube ich, sind in der Tendenz zum Scheitern verurteilt. Ich danke Ihnen.

Herr Maldini (Juventus Turin): Mein Zweitverein ist Serienmeister. Deshalb nehme ich unterdessen auch Misserfolge regungslos zur Kenntnis. Mein Zweitverein ist eine Grösse, da wird im Zweifelsfall auch mal das Regelwerk zurechtgebogen. Mein Zweitverein möchte da in dieser europäischen Superliga mitspielen und die UEFA™ ist nicht einmal mehr böse.

Herr Noz (Zweitvereinsskeptiker): Herr Briger, geniessen Sie die Vorzüge eines Lebens ohne Zweitverein. Sie wissen das möglicherweise nicht, aber es besteht diesbezüglich seit 2018 überhaupt gar keine gesetzliche Pflicht mehr. Marie Kondō sagt: Ausmisten! (Oder Sie nehmen Cork City, die sind vielleicht noch gut. Keine Ahnung.)

Jetzt im Bilck …

Rrr am Mittwoch den 19. Mai 2021

… die grosse Eklusiv-Story!

Also so halb eklusiv, die deutschen Medien schriebens ja schon gestern.

(Quelle: Tagesspiele)

Keck, das Kartendeck!

Herr Winfried am Mittwoch den 6. Januar 2021

Erneut erfasst eine Pokémon-Welle die Fussballwelt.

Christoph Kramer und sein Kartenarsenal. Bild via Twitter.

Der adrett gekleidete Mann – Sie haben ihn vielleicht erkannt – ist kein nerdiger Kartenspielturniersieger, sondern ein Fussballweltmeister. Christoph Kramer besitzt stolze 151 Pokémon-Karten in allen Farben und Formen.

“Das strategische Denken im Pokémon-Spiel hilft mir auch auf dem Fussballfeld, stets die richtigen Entscheidungen zu treffen”, sagte der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach anlässlich eines Simultanturniers in einer riesigen Gewerbehalle Interviews via Zoom.

Das Fantasiegame aus Japan, es taucht bei weitem nicht zum ersten Mal im Fussball auf. Ein Gegnerteam Kramers trägt aktuell gar die Farben eines dieser Wesen. Aufgepasst aber: Die sammelwütigen Spieler der Variante “Pokémon Go” sollten sich vorsehen, nicht am falschen Ort zu suchen.

Für Christoph Kramer natürlich kein Problem. Er zockt lieber analog.

Verängstigte Fans

Herr Shearer am Sonntag den 3. Januar 2021

Grosse Sorge bei den Fans von Tasmania Berlin.

Warum man immer noch von Tasmania Berlin spricht? In der Saison 1965/66 durfte der Klub in der ersten Bundesliga mittun, nachdem er infolge diverser Wirren auf administrativem Wege als Ersatz für Hertha Berlin befördert wurde. Die Berliner verliessen das Oberhaus zwar umgehend wieder, hinterliessen dort aber eine ganze Reihe eindrücklicher Negativrekorde. Dazu zählen auch 31 Spiele ohne Sieg in Serie. Das gehört immer noch zur Folklore beim Klub aus dem Stadtteil Neukölln, der 1973 Konkurs ging und neu gegründet werden musste.

Jetzt aber ist diese Errungenschaft in Gefahr, denn Schalke 04 ist drauf und dran, gleichzuziehen! Die Königsblauen gewannen in der Bundesliga bekanntlich zum letzten mal am 17. Januar 2020 (2:0 gegen Mönchengladbach). Einige Fans wollten angesichts dieser Aussichten nicht tatenlos bleiben und begaben sich darum gestern vor das Berliner Olympiastadion, wo Hertha Berlin die Elf aus Gelsenkirchen empfing. Mit liebevoll selbstgemalten Plakaten appellierten sie an die Ehre der Schalke-Spieler.

Foto: Twitter (@wundeRBarer_RBLF)

Genützt hat es nichts – nicht einmal mit Spitzentrainer Christian Gross brachte Schalke 04 viel zustande, die Hertha siegte mit 3:0. Sollte nächstes Wochenende zuhause gegen Hoffenheim kein Sieg resultieren, dann hat Schalke den Rekord egalisiert. Gut möglich, dass man eine Woche im Duell der Ex-YB-Trainer in Frankfurt zwischen Hütter und Gross sich in die Geschichtsbücher eintragen lassen kann – wohl sehr zum Unmut von Tasmania Berlin.

Das letzte Mal

Briger am Montag den 7. Dezember 2020

Als Stadionfussball noch Stadionfussball war.

Foto: brigerpress

Wir reisen zurück zum 7. März 2020, einem Samstag an dem der SC Freiburg Urs Fischers 1. FC Union aus Berlin empfing. Zugegeben, das Spiel, welches die Breisgauer mit 3:1 für sich entscheiden, blieb dem Autoren der Zeilen nicht wirklich in Erinnerung. Und dennoch war es ein denkwürdiges Spiel, dass sich anfühlt, als hätte es in einer längst untergegangenen Zeit stattgefunden. Der Spielbetrieb in der Schweizer Super League ruht bereits seit dem legendären 3:3 der Young Boys in St. Gallen, nur in Deutschland scheint man zumindest auf Profi-Stufe noch nicht mal an Spielabsagen oder Geisterspiele denken zu wollen. Das Spiel in Freiburg ist zumindest im Heimsektor seit Wochen ausverkauft, im Gästesektor sind noch Karten erhältlich.

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Erleuchtende Entwicklung

Herr Winfried am Mittwoch den 21. Oktober 2020

Unternehmen Sie zur Wochenmitte eine kleine Zeitreise mit uns.

Wir steigen in die Zeitmaschine und teleportieren uns zurück ins Jahr 2009. Der 1. FC Nürnberg war damals gerade frisch in die 1. Bundesliga aufgestiegen und freute sich auf die neue Saison. Mit an Bord: Die Schweizer Ballkünstler Daniel Gygax und Albert Bunjaku, der griechische Europameisterheld Angelos Charisteas und das damals 18-jährige Deutsche Riesentalent Ilkay Gündogan. Der grösste Hoffnungsträger war aber ein anderer:

Bild: Twitter

Und heute?
– Gündogan ist inzwischen zweifacher Englischer Meister, einfacher Deutscher Meister und mehrfacher Pokalsieger in beiden Ländern.
– Charisteas beendete 2013 seine aktive Karriere bei Al-Nasr Riad (Saudi-Arabien) und war bis vor kurzem sportlicher Leiter von Aris Saloniki in seiner Heimat.
– Bunjaku, unverwüstlich, hätte in dieser Saison beinahe gegen Nürnberg spielen dürfen (wenn der «Club» abgestiegen wäre). Für Viktoria Köln gelangen ihm in fünf 3. Liga-Einsätzen zwei Tore.
– Daniel Gygax lief bis 2017 für Zug 94 auf und trainiert heute die U-16 des FC Zürich.
– Und Eric-Maxim Choupo-Moting spielt bei Bayern München.

Aber was ist bloss aus Marco geworden?

Närrisches Namensspiel

Herr Maldini am Dienstag den 29. September 2020

Am Samstag wechselte Lucien Favre den Spieler Reinier ein.

Es war das Bundesliga-Debüt des Brasilianers, für 21 Minuten durfte er bei der Niederlage gegen Augsburg ran. Der 18-Jährige gilt als grosses Talent.

Bei Reinier handelt es sich aber auch um ein Palindrom. Der Name schreibt und liest sich vor- und rückwärts genau gleich. Reinier ist der 13. Bundesliga-Spieler, bei dem dies der Fall ist. Seine Vorgänger waren:

  • Sasa Ciric
  • Chinedu Ede
  • Werner Kik
  • Radoslav „Radek“ Látal
  • Massimo Oddo
  • Shinji Odo
  • David Otto
  • Norbert Otto
  • Oliver Otto
  • Peter Redder
  • Theo Redder

Mit vollem Namen heisst Reinier übrigens Reinier Jesus Carvalho. Dem Fussballfachmagazin Kicker erklärte er jüngst, woher sein Vorname stammt: Aus dem Fürstentum Monaco und dessen Fürst Rainier. Seine Mutter interessiere sich für “Königshäuser und so”. Sein Vater habe dann alles genau durchdacht: “Aus Rainier machte er Reinier.” Der Clou sei, dass sich der Name von vorne und von hinten genau gleich lese. “Da hat er sich einen Spass erlaubt.”

Sieben Buchstaben – Reinier hat übrigens den längsten Namen aller Palindrom-Bundesligaspieler.

Spielerische Sommerkollektion

Herr Winfried am Mittwoch den 16. September 2020

Eine nie dagewesene Kombination der grossartigen Farben Gelb und Schwarz? Bitte sehr!

Alle Jahre wieder fragen sich die Fangemeinden rund um den Globus: Welchen Hasen zaubern die Trikotdesigner heuer aus dem Hut? Und dann sieht es oftmals doch wieder gleich aus wie letztes Jahr. Oftmals. Fans der berühmten Berner Young Boys erinnern sich, dass mindestens einmal der falsche Farbcode an die Textilfabrik übermittelt wurde.

Geradezu visionär ist der Deutsche Bundesligist Borussia Dortmund unterwegs. Der Vizemeister appelliert in seiner neuen Werbekampagne an die Gamer unter seinen Anhängern. Damit setzt Dortmund künftig vermehrt auf das aufstrebende E-Sports-Segment – anders ist die Gestaltung des neuen Heimdress’ nicht zu erklären.

Bilder: FootballKitsNews; Pokedexia.net

Links sehen Sie die Kleidung für Manuel Akanji und seine Kollegen. Rechts das Pokémon namens Elektek. Elektek liegt in der Entwicklungsreihe in der goldenen Mitte, vorher ist es ein Elekid, später verwandelt es sich in Elevoltek. Elekteks werden in der Regel 30 Kilogramm schwer und zählen zur Ei-Gruppe Humanotyp – dies zu Ihrer Information.

Das neue Ausweichtrikot von Borussia Dortmund ist übrigens auch sehr schön.

 

Weises Weigern

Herr Winfried am Mittwoch den 29. Juli 2020

Es ist besser, Namen von Clubs am Rhein nicht auszusprechen.

Es ging einfach nicht, so sehr er es auch versuchte. Aber die Kombination aus einer Zahl und mehreren Buchstaben wollte dem tapferen Gast nicht über die Lippen schleichen. Der Mann, stolzer Fan der Borussia Mönchengladbach, wurde gefragt, welcher deutsche Verein in der Saison 2018/2019 die Meisterschaft in der 2. Bundesliga gewann.

Der Mann wusste die Antwort, er sah sie ganz klar vor sich. Doch als er “1. FC Köln” sagen wollte, erlahmten seine Mundwinkel. Sehen Sie selbst!

Die Spontanblockade kostete den Mann stattliche 1’000 Euro, eine bittere Pille für den Gladbacher. Da kam unverhofft sein Herzensverein zu Hilfe. So hatte der grobe Aussetzer doch noch sein Gutes.

Nur was der Mann während der Show auf dem Leib trägt, bleibt rätselhaft.

Beste Publizität II

Briger am Mittwoch den 22. Juli 2020

Das Runde Leder steigt ins Trikot-Sponsoring ein.

Ältere Leser erinnern sich, der bekannte und beliebte Fussballblog “Zum Runden Leder” steht mit dem BSC Young Boys in Verhandlungen hinsichtlich einer Neuanordnung der gelben Stühle im Stadion Wankdorf.

Bereits einen Schritt weiter ist das Runde Leder in Sachsen. Noch ältere Leser werden sich erinnern, dass der FSV Zwickau während der Corona-Pause auf Geldsuche ging. Das Runde Leder hat also die erfolderlichen 52 Euro 50 aus dem Sparschwein gekratzt und sich einen Platz auf dem Sondertrikot des FSV Zwickau gesichert. In diesem Trikot lief Zwickau dann am 1. Juli beim letzten Heimspiel der Saison auf. Das Spiel sollte letztlich hinsichtlich des Klassenerhalts entscheidend sein, konnte doch ein 2:1-Sieg gegen den Chemnitzer FC gefeiert werden. Dank einem 0:0 am letzten Spieltag in Mannheim war dann auch Chemnitz-Sieg gegen Rostock wertlos und der FSV blieb dank des um ein Tor besseren Torverhältnisses in der Liga.

Inzwischen ist das Trikot in der Schweiz eingetroffen und Sie können einen exklusiven Blick darauf werfen:

  • Da ist das Ding. (Foto: Maldini-Press)

  • Da ist er, der Sonderzug. (Foto: Maldini-Press)

  • Der Schriftzug. (Foto Maldini-Press)

  • Der Schriftzug 2. (Foto: Maldini-Press)

Bedeutsame Bestmarken

Herr Maldini am Dienstag den 2. Juni 2020

Wie fit sind die Fussballer nach der Corona-Pause? Können Sie überhaupt noch spielen?

Das sind Fragen, die Sportjournalisten, Fans und andere umtrieb und in der Schweiz noch nicht beantwortet sind.

In Deutschland weiss man spätestens seit dem Wochenende mehr: Ja, sie können noch. Vladimir Darida vom Hertha, Berliner Sport-Club spulte am Samstag beim 2-0 gegen den Fussball-Club Augsburg 1907 nämlich ordentlich Kilometer ab. Er legte 14,34 Kilometer zurück – in der Bundesliga ist das ein Rekord.

Vladimir Darida und Jürgen Klinsmann. Bild: spox.com

Auch sonst herrscht in Berlin gerade Friede, Freude, Eierkuchen: Die 10 Punkte in vier Partien, die der neue Übungsleiter Bruno Labaddia bislang holte, sind ein ziemlich solider Start – es liegt gar noch ein Vereins-Rekord in Griffweite.

Unser Redaktor Herr Briger tanzt seit Tagen auf der Redaktion herum. Leider weiss er nicht, dass diese zu Beginn jeweils verheissungsvollen Labaddia-Abenteuer für gewöhnlich recht abrupt enden.

Trubel um den Rudeljubel

Rrr am Sonntag den 17. Mai 2020

Willkommen zum grossen BuLi-Foto-Quiz!

Heutiges Thema: Korrekter Torjubel in Corona-Zeiten.

Wir zeigen Ihnen vier aktuelle Funkbilder von gestern, und Sie müssen herausfinden, welche Mannschaft die neuen Hygienestandards eventuell noch nicht komplett verinnerlicht hat.

Schauen Sie sich die Bilder in Ruhe an, überlegen Sie gründlich, was Sie selber in den letzten Wochen so gelernt haben, und entscheiden Sie dann – na? Ja, wir wissen, es ist sehr, sehr knifflig.

  • Wolfsburg

  • Dortmund

  • Freiburg

  • Hertha

Unter allen Einsendungen verlosen wir fünf Schutzmasken und zehn Desinfektionsmittel. Toi toi toi!