Archiv für die Kategorie ‘Bebremte Zauberer’

Wie früher

Val der Ama am Dienstag den 23. August 2011

0:1, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3, 5:3 – Werder wie in alten Zeiten.

Hinten offen wie ein Scheunentor und vorne Spektakel: Beim torreichsten Spiel der laufenden Bundesliga-Saison gaben die Bremer 26 Torschüsse ab und konnten nach der Partie gegen Freiburg ihren 700. Bundesliga-Sieg feiern.

Auch wenn hinten weiterhin geschlampt wird, überwiegt die Erfreulichkeit. Erfreulich war, dass mit Wesley und sogar Arnautovic zwei Einwechselspieler getroffen haben. Erfreulich ist auch, dass Marin effizienter wirbelte, als auch schon. 

Gut finde ich dazu, dass bei Werder wieder um die Plätze gestritten wird. Deshalb musste Sandro Wagner sich das Spiel von der Tribüne aus anschauen, Trainer Schaaf hatte genügend Stürmer im Aufgebot.

Und schlussendlich freut mich ganz besonders, dass Aaron Hunt seinen Penalty versenkt hat. Seit seiner katastrophalen letzten Saison muss er als Sündenbock hinhalten und sich bei jedem Spiel Pfiffe der eigenen Fans anhören. Er ist vergangenen Samstag sogar ausgepfiffen worden, als er den Ball auf den Penaltypunkt platziert hat. “Mir war sofort klar, dass ich den schiessen werde, ich habe mich gut gefühlt. Das Gemurmel hinter dem Tor musst du halt aushalten.”

Dann aber, dann hat er getroffen. Und dann nur noch Jubel.

Ui

Val der Ama am Dienstag den 16. August 2011

Der heutige Dienstagmorgenbeitrag kommt aus Brasilien.

Ja, es war Offside. Item: Ebenfalls aus Brasilien kommt Ronaldo Aparecido Rodrigues und der gibt heute Abend ab 18 Uhr gegen St. Pauli sein Comeback. Endlich.

Grit auf Tim

Val der Ama am Donnerstag den 11. August 2011

Was sich viele von Ihnen fragen: Wie schaut eigentlich die Frau von Torhüter Tim Wiese aus?

Schauen Sie bei der nächsten Sportschau einfach genau hin: Bremens Schlussmann hat sich nämlich neulich dieses Bild in den Unterarm stechen lassen und behauptet nun, es handle sich dabei um seine Angetraute. Rund drum herum stehen dann noch die Worte “Love never dies”.

Ob sich die Frau Gemahlin darüber freut und warum genau sich Herr Wiese dieses Tattoo hat verpassen lassen, hat die Redaktion nicht Erfahrung bringen können. Seinem Chef empfehlen wir aber, zumindest das “Wann” genau abzuklären.

Günstiger Schwede

Val der Ama am Mittwoch den 10. August 2011

EILMELDUNG: Kein Werderaner in der deutschen Startelf. So wird das nix gegen die Samba-Kicker vom Zuckerhut.

Die Schuldenkrise hat Spanien voll erwischt. Jüngstes Beispiel: Club Racing Santander.

Sie erinnern sich gerne: Gestern eben haben wir vom Spiel Werder Bremen gegen den 1. FCK berichtet und dabei den Doppeltorschützen Markus Rosenberg lobend erwähnt. Eben diesen Schweden wollten die Bremer eigentlich letzten Sommer verkaufen, doch weil niemand wirklich zugreifen wollte, stimmten die Veranwortlichen schlussendlich einem Verleih nach Spanien zu. Kein schlechtes Geschäft übrigens: ein Jahr keinen Lohn zahlen und dazu 750000 Euro Leihgebühr.

Leider dann aber das: Rosenberg wartet trotz guter Leistungen immer noch auf ein paar Monatsgehälter, sein Club vermisst noch 250000 Euro Leihgebühr. In Santander weiss man von nichts. Rosenberg und Werder haben die FIFA eingeschaltet.

Sandro Wagner, Genua, CL-Qualifikation

Val der Ama am Mittwoch den 10. August 2011

AKTUELL: Verwendung eines zentralen Begriffs aus der Fäkaliensprache in Zusammenhang mit einem Zürcher Traditionsklub kostet 2500 Franken

Herr Niggu gewinnt den grossartigen Preis!

Und dies  nach einer tollen Vorlage des hervorragend ratenden Herrn Pwei. Bravo auch Herr Pwei, toll gemacht!

Geniessen Sie nun eine herzzerrreissend schöne Zusammenfassung des Spiels und freuen Sie sich aufs nächste Rätsel der Woche.

Wer(der), wo und warum

Val der Ama am Mittwoch den 10. August 2011

Drei Fragen heute: Wer sitzt da wo am Boden und warum hat sich sein Verein kurz danach über diese Verletzung gefreut?

Legen Sie los!

Super Saisonstart

Val der Ama am Dienstag den 9. August 2011

Werder Bremen ist der Start in die neue Saison der Bundesliga geglückt. Eine Woche nach der Niederlage gegen den Drittligisten Heidenheim gewannen die Bremer gegen den 1. FC Kaiserslautern verdient mit 2:0 (0:0).

Ich gebs zu: nach dem Transfertheater und den bescheidenen Leistungen in Freundschaftsspielen und Cup habe ich mich nicht unbedingt aufs erste Saisonspiel des SV Werder Bremen gefreut. Nachvollziehbar, denn die Leistungen waren mies und als Werder-Interessierter ist man sich nicht an Fan-Sitzstreiks und öffentliche Rücktrittsforderungen gewöhnt. Nun ist alles wieder gut. Willkommen zur Werder-Woche, liebe Lesenden!

Eine erstaunliche Aufstellung: Vorne mit dem 19-jährigen Thy und Rückkehrer Rosenberg anstelle von Arnautovic und Wagner, Ekici auf der Bank. So ist der SV Werder Bremen gegen den 1. FCK angetreten und hat von Beginn an gespielt, wie schon lange nicht mehr: Mit Druck und aber auch Leidenschaft und mit Pässen, die ankommen. Und dass der Rosenberg bei seinem Bundesliga-Comeback beinahe einen Hattrick erzielte, freut mich besonders.

Noch mehr gute Nachrichten: Clemens Fritz ist in Topform (97 Prozent seiner Pässe kamen beim Mitspieler an), die neu formierte Verteidigung mit innen Mertesacker und Wolf und aussen Schmitz und Papastathopoulos harmoniert ordentlich. Der usuell gstabige Mertesacker spielt gar so gut, dass er mit einem Wechsel in die Premier League liebäugeln darf.

Am Sonntag reist Bremen zum ersten Auswärtsspiel nach Leverkusen (Anpfiff: 17.30 Uhr).

Kein Geld mehr

Val der Ama am Dienstag den 19. Juli 2011

Zwei Wochen vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal gegen den 1. FC Heidenheim sorgt der Transferstopp beim SV Werder Bremen für mächtigen Ärger.

Bevor neue Spieler verpflichtet werden können, müssen erst Spieler verkauft werden. So die Anweisung von Willi Lemke, Vorsitzender des Aufsichtsrats, an die Geschäftsführung unter Leitung von Klaus Allofs. Nicht einmal Bremendie knapp 700.000 Euro für den griechischen Innenverteidiger Sokratis Papastathopoulos vom FC Genua liegen drin. Allofs zeigt sich öffentlich unerfreut und drohte angesichts der personell angespannten Lage in der Abwehr (Silvestre, Mertesacker, Naldo, Prödl und Boenisch: alle noch wochenlang verletzt) mit Rücktritt.

Bremen ohne Allofs und Schaaf? Aber nein: “Ich arbeite weiter gern für Werder Bremen und ich glaube, das kann ich auch für Thomas Schaaf sagen. Es gibt im Augenblick keine Anzeichen dafür, dass die Zeichen auf Abschied stehen, wie das fälschlicherweise interpretiert worden ist”, dementierte Allofs gestern auf Radio Bremen.

Ein wenig seltsam ist die Geschichte schon, denn auch wenn es heute zur angekündigten Aussprache und dann Versöhnung der beiden Streithähne kommt, fragen sich viele: Was soll die öffentliche Polemik und: Warum ist trotz Champions League-Teilnahme und Özil kein Geld mehr da?

Bei all dem Ernst ist man als Werder-Interessierter beinahe froh um Alleinunterhalter Marko Arnautovic. Hier sein Wochenrückblick: Wegen einer Blasenentzündung (“Ich habe mir diese Krankheit im Trainingslager zugezogen, als ich mit meinen Füssen im kalten Wasser ging”) konnte er kaum trainieren, wegen 94 und tags darauf 101 km/h innerorts (“ein dringender Zahnarzttermin”) hat er seinen Fahrausweis verloren und wegen Aussagen zu seiner Traumfrau (“Sie muss tätowiert sein. Und schwarze Haare und Silikonbrüste haben”) sorgte er nicht nur bei seiner Freundin (blond) für Kopfschütteln.

Wahnsinn an der Weser

Herr Pelocorto am Montag den 18. Juli 2011

So will Werder Bremen die kommende Saison fussballerisch erfolgreicher gestalten als die letzte.

Zuerst vertrieb sich die erste Mannschaft die Zeit auf der Pferderennbahn. Dann suchte man das Glück bei vielen Pferdestärken auf der Autorennbahn und umschrieb das Ganze als Teambuilding. Aber, wo bitte, ist denn das Team?

Das Kader steht hinten und vorne noch nicht, die Führung ist verkracht und die Kasse leer (mehr dazu morgen). Die Testergebnisse verheissen bis jetzt nichts Gutes und die Verletztenliste ist bald länger als die Kaderliste.

Als scheinbar einziger trainiert Naldo. Der dauerverletzte Spieler bereitet zur Zeit sein Comeback vor; aber wer schon im Reha-Training von Schwarzgelb gebremst wird, kann im Ligabetrieb kaum grosse Stricke zerreissen.

Ich sehe schwarz für Grün.

Nazi raus

Val der Ama am Freitag den 1. Juli 2011

AKTUELL: YB lacht sich drei neue Sponsoren an

Das Präsidium des SV Werder Bremen hat am Mittwoch Jens Pühse, den Bundesorganisationsleiter der NPD, aus dem Verein ausgeschlossen.

Gegen Faschisten

Ja, und wie und warum ist der überhaupt reingekommen? So: Pühse war dem Verein im Februar beigetreten, nachdem ihn die NPD nach Bremen entsandt hatte. Strategie, weil im Mai standen Wahlen an. Kurz darauf hatte er auf seiner Facebook-Seite Werder Bremen als seine Lieblingsmannschaft angeführt, die Werder-Raute und das NPD Logo nebeneinander aufgeführt. Er fühle sich dem Verein seit “frühesten Jugendtagen verbunden”, schrieb er dazu.

Der Verein reagierte: Am 15. April forderte Werders Vizepräsident Hubertus Hess-Grunewald den NPD-Politiker in einem Brief zu einem freiwilligen Austritt bis zum 3. Mai auf. Gleichzeitig wurde Pühse schriftlich zu einer Anhörung eingeladen. Da der NPD-Funktionär darauf nicht reagiert hat und auch nicht zum Gespräch erschien, erfolgte nun der Ausschluss. Einstimmig beschlossen.

Die Begründung? In § 2, Absatz 5 der Vereinssatzung des SV Werder Bremen steht: Der Verein fördert die Funktion des Sports als verbindendes Element zwischen Nationalitäten, Kulturen, Religionen und sozialen Schichten. Er bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unabhängig von Geschlecht, Abstammung, Hautfarbe, Herkunft, Glauben, sozialer Stellung oder sexueller Identität eine sportliche Heimat.

Saisonpausenende

Val der Ama am Dienstag den 21. Juni 2011

Die Begeisterung der Leserschaft für den SV Werder Bremen ist riesig.

werder_1920x1200Allen voran der äusserst sympatische Lars Sohn. Herr Lars Sohn hat in seiner wertvollen Freizeit exklusiv für uns alle einen prima Werder-Desktophintergrund erstellt. Herzlichen Dank, Herr Lars Sohn! Downloaden Sie hier das wertvolle Dokument (> 1 MB) und geniessen Sie.

Und sonst? Nun, Pizarro hat einen neuen Defekt, diesmal ist es ein Innenbandriss im rechten Knie. Petri Pasanen geht nun doch – zu Salzburg. Dafür hat die Verteidigung auch ohne den immer noch pendenten Zuzug von Sokratis Papastathopoulos einen Zuwachs um 100% zu vermelden: Lukas Schmitz kommt von Schalke.

Und der neue Özil heisst Mehmet Ekici.

Nicht ohne den Finnen

Val der Ama am Dienstag den 24. Mai 2011

Eine Uhr hat er erhalten zum Abschied nach dem Dortmund-Spiel, dazu Blumen und ein Bild. Und alle haben applaudiert. Danke Petri, machs gut, hat es geheissen.

Nun ist die Wahrscheinlichkeit aber gross, dass Pasanen einen neuen Vertrag erhält, denn zu gross ist die Not in Bremens Innenverteidigung. Es ist einfach niemand mehr da.Petri Pasanen

Schauen wir mal: Naldo ist und bleibt verletzt,  es kursieren sogar bereits Gerüchte über ein mögliches Karriereende. Nationalspieler Mertesacker trägt wegen seiner immer wiederkehrenden Entzündung in der Ferse derzeit nur Sandalen und Prödl wird wegen seinem Muskelriss im Gesäss frühestens im Juli zur Mannschaft stossen.

Und warum jetzt doch wieder mit Pasanen und nicht einfach einen Neuen kaufen? Nun, gerade wir Anhänger des BSC YB wissen ja, wie wichtig eine gut funktionierende Innenverteidigung ist und wie lange es mitunter dauert, so eine Innenverteidigung neu aufzustellen. Und wie wertvoll so ein Finne hinten sein kann. Auch wenns mit der angestrebten Verpflichtung des griechischen Innenverteidigers Sokratis Papasthatopoulos vom AC Mailand klappt: Herzlich willkommen zurück Petri Pasanen!

PS. Die Werder Bremen-Berichterstattungssaisonpause ist aufgrund der sich überschlagenden Ereignisse auf unbestimmte Zeit verschoben worden.