Archiv für die Kategorie ‘Bebremte Zauberer’

Werders weite Wege

Newfield am Dienstag den 18. September 2012

Nach 10 Minuten lag Werder Bremen bei Hannover 96 0:2 hinten. Trainer Schaaf hatte trotz der 2:3-Niederlage (Siegestor in der 93. Spielminute durch Szabolcs Huszti, aber das ist eine andere doppelgelb-rote Geschichte) “richtig viel Spass gehabt gemeinschaftlich”.

Allerdings erst nach 20 Minuten und nachdem die Fans das Team aufgeweckt hätten “und leider – naja – mit einer kleinen Träne im Auge zum Schluss”.

Wie auch immer, der 3. Bundesligaspieltag stand unter dem Motto «GEH’ DEINEN WEG». Alle 18 Trikotsponsoren verzichteten zugunsten dieser Aktion auf ihre jeweilige Brustwerbefläche.

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Sicher eine gute Sache, wobei der Slogan eher nach Egotrip als nach Integration klingt. Ausserdem kann sich beispielsweise auch ein Rechtsradikaler mit dieser Botschaft wohl durchaus identifizieren. Genug genörgelt.

Zur Auflockerung noch etwas aus der Rubrik “Damals wie heute”? Und zu guter Letzt zudem ein wenig YBezug? Wenn Sie wollen:

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Verschossen und versenkt

Val der Ama am Dienstag den 4. September 2012

BREAKING NEWS: Trainerwechsel bei Sion – Fournier weg, Decastel da

Eitel Sonnenschein in Bremen.

Also nicht nur wegen des Wetters. Doch erst mal von vorne und überhaupt war die Ausgangslage doch recht brisant: Der Erzrivale zu Besuch, das 97. Nordderby, ein ausverkauftes Stadion und die Heimmannschaft seit elf Pflichtspielen in Folge ohne Sieg. Doch erfreulich: Werder spielte erneut agil, schnell und auch geduldig – bis Aaron Hunt kurz vor der Pause einen Penalty verschoss.

Falsche Präposition, weil richtig sollte es heissen: obschon! Denn bereits kurz nach der Halbzeit gabs erneut Elfmeter und tatsächlich wieder Hunt und diesmal war der Ball drin. Und seit der Mittelfeldspieler dann darauf noch sehenswert das 2:0 vorbereitete, haben die Bremer einen neuen Helden. Ausgerechnet Hunt, das ewige Talent, seit 2001 bei Werder, ausgerechnet er ist neu nicht mehr ruhig und zurückhaltend, sondern “cool.”

Ein cooler Saisonstart ist es auf jeden Fall und schade deshalb eigentlich, dass nun diese leidige Länderspielpause folgt.

Anderswo anders. Zwei Spiele, zwei Niederlagen, null Tore in der neuen Saison: Beim HSV hofft man auf die heilbringende Wirkung des Gatten der weiterhin penetrant bezaubernden Frau Van der Vaart.

Sport und Politik

Natischer am Freitag den 31. August 2012

Politik gehört jetzt wirklich nicht ins Stadion.

Der deutsche Grünen-Politiker Jürgen Trittin hingegen hört zu selten auf lupenreine Demokraten wie Onkel Sepp oder Wladimir Putin und hat sich wegen Werders neuem Trikot-Sponsor dazu hinreissen lassen, als offizieller Umweltbotschafter des Clubs zurückzutreten.

Der neue Trikotsponsor Werders ist bekanntlich der bekannte Fleischfabrikationsbetrieb «Wiesenhof». Letzterer stellt viele mutmasslich schmackhafte Produkte her, wo thematisch auch sehr gut in jedes Stadion passen, und sichert damit bundesweit Fantastilliarden von Arbeitsplätzen.

Trotzdem ist Herr Trittin der Ansicht, dass Wiesenhof «weder umweltfreundlich noch nachhaltig, mit importierten Futtermitteln, die auf gerodeten Regenwaldflächen angebaut werden, in Massentierhaltung billige Hühnerbrüste produziere.» Als ob das was mit Fussball zu tun hätte.

Die Redaktion des Runden Leders lehnt Herrn Trittins Verhalten mit 1:0 Stimmen ab.

Der Vertrag mit dem neuen Sponsor soll dem Klub pro Jahr etwa sechs Millionen Euro einbringen.

Werder wird wertgeschätzt

Val der Ama am Mittwoch den 29. August 2012

Erleichterung in Bremen: Werder ist trotz Hühnerbrust noch immer sehr beliebt.

So das Ergebnis des Markenchecks BrandFeel Bundesliga eines Online-Marktforschungsinstituts. Werder wirke als Marke nach wie vor besonders sympathisch und natürlich, meinen so ungefähr 1500 Umfrageteilnehmende,welche sich zu den Themen Bekanntheit, Image und Differenzierungsstärke (also Sympathie, Attraktivität oder auch Glaubwürdigkeit) äusserten. 


Im BrandFeel-Ranking aller Bundesliga-Vereine steht Werder auf Platz 3, nur unmittelbar hinter Borussia Dortmund und dem FC Bayern München (der ist zwar bekannt und auch einzigartig wie kein anderer Verein, liegt in der Kategorie Image aber nur auf Rang 11). Schade nur, müssen sich die Norddeutschen den Podestplatz mit VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach und sogar dem Hamburger SV teilen.

Ganz hinten liegen übrigens die Vereine aus Hoffenheim, Wolfsburg und zuallerletzt die Eintracht Frankfurt ist letzte.

Starker Saisonauftakt

Val der Ama am Dienstag den 28. August 2012

Schwamm drüber: Bereits am nächsten Tag standen die Bremer wieder auf dem Platz. Am Samstag Nachmittag gewannen Sie ein Testspiel beim Kreisoberligisten TSV Berndorf mit 13:1 (6:1). Vor 4000 Zuschauern erzielten Nils Petersen (3), Niclas Füllkrug (3), Mehmet Ekici (3), Predrag Stevanovic (2) und Lukas Schmitz (2) die Bremer Tore. Die Amateurmannschaft aus Hessen hatte die TARGOBANK Auffrischprämie und damit ein Spiel gegen Werder gewonnen.

Weiter geht’s nächsten Samstag: Das Nordderby gegen den HSV, 15:30 Uhr, Weser-Stadion, Bremen

Bremer Hiobsbotschaften

Herr Pelocorto am Sonntag den 19. August 2012

Das Aus in der ersten Runde im DFB-Cup hat für Werder Bremen dramatische Folgen.

Die 4:2-Niederlage gegen den Drittligisten Preussen Münster heute Nachmittag war eine schallende Ohrfeige. Der desolate Auftritt konnte nicht einmal durch die schönen schwarzen Trikots wettgemacht werden. Neben dem Spott müssen die Bremer aber noch ganz andere Folgen der Niederlage aushalten.

Die Werderaner möchten den nigerianischen Nationalspieler Joseph Akpala vom FC Brügge nach Bremen locken. Ein frustrierter Klaus Allofs erklärte heute, dass man mit den Verhandlungen eigentlich auf guten Weg gewesen sei. Durch das Aus im Cup stehe man jetzt vor einem finanziellen Scherbenhaufen; denn man habe bereits fest mit den Einnahmen aus der zweiten Runde gerechnet. Dieses Geld fehle nun und man müsse schauen, ob sich der Transfer noch realisieren lasse.

Akpala soll etwa 1.2 Mio. Euro kosten, weiss Kicker. Mit anderen Worten; Werder ist jetzt blank.

Fussballspielen mit Frings

Val der Ama am Mittwoch den 15. August 2012

ULTIME NOTIZIE: Raimondo Ponte sagt Ciao Bellinzona.

Der ehemalige Bremer Publikumsliebling Torsten Frings wird in Kanada völlig ignoriert.

Und das kam so: Der aktuelle kanadische Meister Toronto FC tut im Rahmen seiner Initiative TFC//TWELVE während 12 Tagen liebe Sachen für die Gesellschaft. Täglich eine gute Tat sozusagen.

Los gings diesen Montag mit der Aufforderung an die Fans, mal doch wieder nett zur Mitmenschenschaft zu sein. Also zum Beispiel dem Nachbar “Hallo” sagen, Altkleider spenden, jemanden über die Strasse helfen, ein wenig Abfall wegräumen, sich beim Busfahrer bedanken und so.

Und dann hatten die Clubverantwortlichen noch eine richtig gute Idee: Um den Leuten in Toronto eine Freunde zu machen, haben sie Torsten Frings, immerhin Kapitän der ersten Mannschaft, dazu verdonnert, beim Ausgang eines Bahnhofs mal eben ein wenig Fussball mit den Pendlern zu spielen. Eben, den Menschen Gutes tun, den Menschen eine Freude machen.

Hühnerbrust

Val der Ama am Dienstag den 14. August 2012

Werder Bremen ist das Ei von heute lieber als das Huhn von morgen: Der Verein hat allen Protesten der eigenen Fans und Tierschützern zum Trotz den Geflügelfabrikanten “Wiesenhof” als neuen Hauptsponsor präsentiert und sich damit ein mächtiges Ei gelegt.

Wiesenhof hat in Deutschland einen sehr schlechten Ruf: Mangelnde Hygiene, schlechte Arbeitsbedingungen und dazu der Vorwurf der Tierquälerei. Und so ist bereits vor der offiziellen Bekanntgabe des Deals ein veritabler Shitstorm über Werder Bremen gezogen: Peta vor dem Stadion, Proteste in Foren, Politikerstatements, zahlreiche Leserbriefe, eine Protestaktion am “Tag der Fans” dieses Wochenende und jede Menge Kreativität. Auf der Facebookseite “Wiesenhof als Werder-Sponsor – Nein danke!” wurde der “Gefällt mir”-Button bis gestern mehr als 21.000 Mal angeklickt.

Doch der Protest manifestiert sich auch schmerzend für Werder: Der umstrittene Sponsor hat bereits zu Austritten einzelner Mitglieder geführt und plötzlich steht der vielgelobte Verein mit einem Imageverlust da und die Konzentration der bis anhin perfekten Saisonvorbereitung weicht der Betriebsamkeit eines Hühnerhaufens. Ach eben Hühnerhaufen: Ich freue mich in den kommenden zwei Jahren auf Ihre zahlreichen Wortspiele zum Thema Huhn.

Der böse Geflügelproduzent reagierte auf die Prosteste übrigens gelassen. “Was soll das für ein Protest-Sturm sein”, fragt Paul-Heinz Wesjohann, Seniorchef der PHW-Gruppe, zu der die Marke “Wiesenhof” gehört. “Werder hat fast 400.000 Fans. Aber es gibt doch höchstens 4.000 Protestler und davon ist noch die Hälfte Tierschützer”, wird er in den Medien zitiert.

Besser als der Meister!

Val der Ama am Dienstag den 7. August 2012

Werder Bremen hat sich bereits den ersten Titel der Saison gesichert.

Und zwar den LIGA-total!-Cup, ein höchstklassiges Fussballturnier, welches jeweils vor Beginn der neuen Bundesligasaison ausgetragen wird. Teilnehmen tun vier Mannschaften und also gibt es erst zwei Halbfinalspiele, dann ein Spiel um Platz 3 und dann ein Finalspiel. Die Spielzeit beträgt jeweils 2 mal 30 Minuten, bei Unentschieden gibt’s Penaltyschiessen.

Einen Tag nach dem grossartigen Halbfinalsieg gegen Bayern München, immerhin das zweitbeste Team Europas, hat sich Werder Bremen diesen Sonntag im Finale gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund durchgesetzt und so das Turnier souverän und verdient gewonnen.

Das bringt zwar ausser jeder Menge Ruhm und Ehre und so einer Glasvase als Preis nichts ein, doch manchmal ist Geld einfach nur Nebensache, weil „ein Sieg in Hamburg“, so Klaus Allofs, „ist für mich immer Prämie genug.“

Hamburg? Stimmt, die waren auch dabei: Der Hamburger SV hat das Turnier allerdings sieg- und torlos auf dem allerletzten Platz beendet.

Blanke Brust

Val der Ama am Dienstag den 24. Juli 2012

Freude in Bremen: Der Platz auf der Werder-Brust bleibt weiterhin frei.

Sie erinnern sich vage: Der SV Werder Bremen erfreut uns diese Saison mit einem besonders schönen Shirt. Und Ästethik lohnt sich, weil prima Argument am Ladentisch: “Wir haben viermal so viele Trikots verkauft wie zum selben Zeitpunkt vor einem Jahr. Das schwarze Auswärtstrikot ist ausverkauft”, freut sich Bremens Marketingchef Klaus Filbry.

Nebst Schönheit mag da noch ein anderer Grund für den Verkaufserfolg sein: Werder fehlt der Trikot-Sponsor. Und so ohne Beflockung ist so ein Shirt halt einfach schöner (Ich wünschte, mein Bienchenliebli wäre Obi-frei!).

Werders oben-ohne-Problem ist zwar ein klein wenig peinlich für den Club, doch immerhin ist Bremen aber durch seinen Vermarkter finanziell abgesichert. Aber hier Achtung: Zwar garantiert Infront für jährlich 8 Mio. Euro, Bremen muss dann allerdings akzeptieren, was so als Sponsor vorgeschlagen wird.

Ungefähr genauso wie ich

Val der Ama am Dienstag den 10. Juli 2012

Werder Bremen verpflichtet Eljero Elia.

Bundesliga-Kenner aus dem hohen Norden erinnern sich: Während zwei Jahren hat der ehemalige niederländische Nationalspieler die Fans des Hamburger SV ab und zu erfreut, häufig aber wegen Lustlosigkeit und „Niemandhatmichlieb“ verärgert. Und dann wechselte Elia letzen Sommer für neun Millionen Euro zu Juventus und hoffte dort auf Akzeptanz und Liebe. Doch nach einer enttäuschenden Saison mit nur 97 Einsatzminuten in der Serie A wollten die Italiener den 25-Jährigen so schnell wie möglich wieder abgeben.

Nun also soll Schaaf ein weiteres verkanntes Talent ähnlich erfolgreich sozialisieren, wie er es bei Johan Micoud oder auch Diego hingekriegt hat. Und vielleicht erhält er dabei sogar Unterstützung eines bereits vorhandenen Stinkstiefels: Mit Elia links und Marko Arnautovic auf der rechten Seite hat Werder nun nämlich einen Angriff zusammen, der (vor langer Zeit) zwei Jahre lang bei Twente Enschede gut funktionierte.

Und so fragt der Journalist den Herrn Arnautovic:
– „Also, wie ist er denn, der Elia?“
– „Elia und ich, wir sind uns ähnlich – nicht nur fussballerisch. Er ist ungefähr genauso wie ich.”

Tami.

Höheres als Du

Val der Ama am Dienstag den 26. Juni 2012

BREAKING NEWS: Alex Frei im Kreissaal !!!

Genug Balotelli? Also Arnautovic.

Neuste Episode: Polizei-Kontrolle in Wien und die Beamten dort, weil auf der Suche nach Autodieben, wundern sich über einen Porsche Cayenne mit deutschem Kennzeichen und prüfen den italienischen Führerschein des Fahrers.

Der Fahrer, der ist Fussballstar und ein solcher lässt sich nicht viel bieten und also rastet der Arnautovic wie folgt aus: “Du hast mir gar nichts zu sagen. Ich verdiene so viel, ich kann dein Leben kaufen. Wenn du mich anzeigst, dann wirst du schon sehen. Ich bin etwas Höheres als du!” Die Empörung natürlich riesengross.

Im Gespräch mit dem Radiosender Ö3 zeigte sich der Rabauke tags darauf reuig, und er sei halt in Eile gewesen und unkonzentriert und immerhin sei seine Frau schwanger. Dann aber noch die Entschuldigung “Wenn sich der Polizist angegriffen gefühlt hat, dann kann ich nur sagen, dass es mir leid tut” und auch ein doch recht zweifelhaftes Angebot: Als Wiedergutmachung bietet der österreichische Nationalspieler dem Polizisten VIP-Freikarten für das Länderspiel gegen die Türkei an.

Ah, noch andere gute Nachrichten: Der tschechische Nationalspieler Theodor Gebre Selassie wechselt vom tschechischen Meister FC Slovan Liberec zum SV Werder. Der 25-Jährige hat einen Vierjahresvertrag unterzeichnet.