Archiv für die Kategorie ‘Beim Klubarzt’

Autsch!

Rrr am Montag den 6. Dezember 2004

Heute in unserer Praxis: Linienrichter Gonzalez, der beim Challenge-League-Spiel in Sion offenbar einen unangenehmen Zwischenfall beklagte.

So eine Hodenquetschung ist eine ganz unangenehme Sache, die sich nach unseren Erfahrungen über viele Monate hinwegziehen kann. Eine Therapie gibt es nicht; allenfalls hilft eine homöopathische Salbe die Schmerzen zu lindern. Fürs Gemüt empfehlen wir Herrn Gonzalez, bei nächster Gelegenheit Herrn Constantin in einem Walliser Hinterhof aufzulauern und die Sache unter Männern zu bereinigen. Gute Besserung, lieber Linienrichter!

Wir zeigen jetzt noch eine gequetschte Hode, aber wirklich nur der Vollständigkeit halber.

Leser fragen – wir recherchieren

Frans am Montag den 6. Dezember 2004

Im Anschluss an unseren appetitanregenden Beitrag über den unglücklichen Paulo Diogo hat uns aus unserer Stammleserschaft folgender Auftrag erreicht:

“Muss man Schmuck neuerdings nicht abkleben? Und wird es dadurch vielleicht sogar gefährlicher, sich an die Gitter zu hängen?
Bitte diesen Fall eingehend recherchieren, liebes Weblog. Vielleicht winkt hier ein Egon Erwin Kisch Preis.”

Lieber Noz,
es gilt wie immer: Nicht verzagen – Sepps FIFA fragen. Die legt in Spielregel 4 zur Ausrüstung der Spieler fest: “Ein Spieler darf keine Kleidungsstücke oder Ausrüstungsgegenstände tragen, die für ihn oder einen anderen Spieler eine Gefahr darstellen (einschliesslich jeder Art von Schmuck).”

Alles klar? Natürlich nicht. Es stellt sich zum Beispiel folgende Frage:
“Dürfen die Spieler Schmuckstücke, die eine Gefahr darstellen, mit
Klebeband abdecken?” Die FIFA antwortet darauf kurz und bündig: Nein.

Fragt sich nur, ob ein Fingerring eine Gefahr darstellt. Bis gestern hätte das möglicherweise noch keiner gedacht. Morgen hingegen…

Die unwichtigste Verwarnung des Jahres

Frans am Montag den 6. Dezember 2004

Die unwichtigste gelbe Karte seiner Karriere zeigte gestern Schiedsrichter Etter dem Servettien Paulo Diogo.

Nach seinem gestrigen Tor zum 3:1 in Schaffhausen freute sich der Servette-Spieler so stark, dass er zu den Gästefans hinter das Tor eilte und jubelnd den Absperrzaun hochkletterte (verwarnungswürdig). Beim Rücksprung verhakte sich Diogos Ringfinger gemäss detaillierten Schilderungen der Presse mit dem Ring im Zaun. Diogo verlor die beiden oberen Fingerglieder, und sein Finger musste im Zürcher Unispital amputiert werden.

Schaffhauser und Genfer Betreuer hatten sich im Fanblock auf die Suche nach dem abgerissenen Fingerteil (samt Ring) begeben. Wie FCS-Betreuer Urs Pfenninger verdienstvollerweise den Schaffhauser Nachrichten erklärte, “fehlte am Finger die ganze Haut, der nackte Knochen war zu sehen.”

Etter hatte den Vorfall anscheinend nicht realisiert und zückte die gelbe Karte. Der vor Schmerz schreiende und in die Kabine stürmende Diogo hat sie nicht mehr mitgekriegt.

Hodels Abgang

Rrr am Freitag den 3. Dezember 2004

Eine Hiobsbotschaft für den Schweizer Fussball: Marc Hodel (34), die ex-FCZ-Legende in ex-GC-Diensten und treu umsorgender Ehemann von Ex-Miss Schweiz Anita Buri, tritt per sofort zurück. Probleme mit seiner ehemaligen Achilessehne zwingt ihn zu diesem Schritt.

Hodel spielte zuletzt beim FC Wohlen in der Challenge League. Er will sich in Zukunft verstärkt um seine Familie kümmern. Seine Frau reagierte sichtlich geschockt.

Mehmet und der Bus

Rrr am Sonntag den 28. November 2004

Heute in unserer Praxis: Bayern-Star Mehmet Scholl, der sich am Samstag bei einem unglücklichen Zusammenprall mit einem Mainzer Spieler den Kiefer und das Jochbein brach. Der Spieler fällt bis Ende Jahr aus.

Das interessiert uns alles nicht sehr, gibt uns aber Gelegenheit, uns wieder einmal mit dem Jochbein zu befassen. Unser Hausgrafiker hat es extra gelb eingefärbt. Voilà:


Möchten auch Sie sich das Jochbein brechen, denken Sie daran: Das Jochbein bildet die laterale Begrenzung des Gesichtsschädels und spielt als Pfeiler eine wesentliche Rolle in der Statik des Schädels. Das kann einen also ganz schön durcheinanderbringen. Von Mehmet Scholls Schädel liegt leider kein aktuelles Röntgenbild vor, wohl aber ein aktuelles Zitat:

“Es war, als wäre ich mit einem Bus zusammengestossen. Es tat höllisch weh!”

Hä?

Rrr am Samstag den 27. November 2004

Tja, was soll man dazu sagen? Vielleicht dies:

Australische Forscher haben ein Kunststoffgel entwickelt, das der Augenlinse ihre jugendliche Elastizität zurückgibt. Das Gel könnte Menschen mit einer leichten Sehschwäche das Tragen von Lesebrillen und Kontaktlinsen ersparen. Oft klappt ja das Scharfstellen des Auges auf Gegenstände in der Nähe nicht mehr, weil die Linse steif wird.

Wenn auch Sie mitunter Mühe haben, die gelbe Karte zu erkennen: Mehr über den neuen Kunststoffgel erfahren Sie hier!

Sanfte Diagnosemethode

Frans am Montag den 22. November 2004

Zuerst hiess es sechs Wochen, nun soll Barcelonas schwedischer Stürmer Henrik Larsson ganze sechs Monate ausfallen. Wieso diese unterschiedlichen Diagnosen? Wir klären auf. Der Kreuzbandriss wurde nach Angaben der Barça-Teamärzte völlig überraschend bei einer Kniearthroskopie entdeckt. Arthroskopie? Das sieht so aus:

Mit welch antiquierter Methode kam denn Barças Physiotherapeut zu seiner ursprünglichen Fehldiagnose (Bänderdehnung und Knorpelabriss)? Auch hier hat uns der FC Barcelona freundlicherweise ein Bild zur Verfügung gestellt:

Der Nächste bitte

Rrr am Donnerstag den 18. November 2004

Heute zu Gast in unserer Praxis: Der deutsche U-21-Star Christian Müller. Ein Blick aufs rechte Bein legt die Vermutung nahe, dass es sich hier keineswegs um eine Schwalbe handelt, sondert eher um einen Bruch des Schien- und Wadenbeins. Wir empfehlen eine Titanplatte mit sechs Schrauben und eine Rekonvaleszenz von 8 Monaten. Der Nächste bitte.


Das ist unser alter Freund Murat Yakin, der laut dem FCB weiterhin an einer üblen Eiterbeule im Gesässmuskel leidet. Er fällt deshalb bis Ende Jahr aus. Das tut uns zwar leid, gibt uns aber Gelegenheit, mal wieder eine Eiterbeule zu zeigen:

Voilà!

Griechisches Wasser

Frans am Dienstag den 16. November 2004

Gemäss unbestätigten Meldungen aus trüber Quelle hat die griechische Justiz eine Untersuchung eröffnet wegen Vergiftungsversuchs zum Nachteil der Spieler von Iraklis Saloniki. Denen wurde im Juni vor dem Cupspiel gegen Akratitos Athen angeblich nicht griechischer Wein in die Kabine gestellt, sondern Wasser mit verdächtiger Farbe. Inhalt: Das Neuroleptikum Haloperidol.
“Für den Spitzensport suboptimal”, sagt unser Clubarzt und verweist auf übliche Nebenwirkungen wie “Erregungsleitungsstörungen (AV-Block, Schenkelblock)” sowie “paradoxe Hypotonie nach Adrenalingabe”.
Okay, aber wieder einmal droht hier das Positive aus dem Blickfeld zu verschwinden: Haloperidol wirkt auch ausgezeichnet gegen unfreiwillige Zuckungen und unkontrolliertes Fluchen. Eine Anwendung auf gewissen schweizerischen Fussballplätzen und v.a. Trainerbänken und Fankurven könnte daher durchaus indiziert sein.

Auguri, Alex

Dr. Eichenberger am Dienstag den 9. November 2004

Der Juve-Stürmer Alessandro Del Piero feiert heute seinen 30. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich einer guten Gesundheit und liest noch täglich die Gazzetta dello Sport. Zu den ersten Gratulantinnen gehörte die Miss Italia, Cristina Chiabotto (unser Bild): «Sei grande, Alex», liess das Model ausrichten. Rührend auch, wie sich die Alte Dame Juventus um ihren verdienten Fussballer kümmert. Er darf täglich mit der Mannschaft trainieren und beim anschliessenden Bierchen mit den Kollegen plaudern. Schön!


Del Piero: Ein Bild aus glücklichen Tagen.

Ramelows Rücken

Rrr am Sonntag den 7. November 2004

Das ist Carsten Ramelow von Bayer Leverkusen, der uns da freimütig seinen schlimmen Rücken zeigt. Auf den ersten Blick sieht das Ganze nach einem eitrigen Geschwür aus, das bereits auf den Oberarm abstrahlt. Möglich wären auch schlecht verheilte Verbrennungen dritten Grades oder ein Fall von akuter Gelbsucht.

Nun gut, die Wahrheit ist simpler: So sieht ein Rücken aus, nachdem er Bekanntschaft mit den Stollen von Francesco Totti machte (siehe unten). Leverkusens Trainer bezeichnete die Attacke als “versuchten Mord”. Romas Übungsleiter entgegnete, Fussball sei halt kein Mädchensport. Wie auch immer: Gute Besserung!

Rustikal

Frans am Mittwoch den 3. November 2004

Der im Dezember startende “adidas”-Werbefeldzug mit dem originellen Titel “Gimme the Ball” macht deutlich, dass das Spiel mit dem runden Leder – entgegen immer wieder zu hörender Vorurteile – nichts für Primitive ist, sondern primär etwas für Feingeistige und Filigrantechniker.
Zu ihnen gehört neben Saviola (AS Monaco), Del Piero und Trezeguet (beide Juventus), de Jong (Ajax), Robben (Chelsea), Kompany (R.S.C. Anderlecht) auch Cissé (Liverpool).
Für die nächste Kampagne empfehlen wir van Nisterlrooy und Keane (Manchester), Adriano (Inter), Goor (Feyenoord), Daum (Fenerbahce) sowie Ibrahimovic (Juventus).
Für weitere konstruktive Anregungen aus der Weblog-Leserschaft wird “adidas” fraglos dankbar sein.