Archiv für die Kategorie ‘Beim Klubarzt’

Das blutige Drama von Hannover

Frans am Montag den 12. September 2005

Beim gestrigen Bundesligaspiel Hannover – Frankfurt wurde Torschütze Chavdar Yankov verletzt. BILD sei Dank erfahren wir die blutigen Hintergründe.

Yankov verletzte sich in der 10. Minute bei einem Zweikampf an der Aussenlinie – nicht etwa gegen Frankfurts Filigrantechniker Huggel oder Spycher, sondern gegen den ollen Blutgrätscher Köhler. Yankov biss nach dem Zusammenstoss auf die Zähne und erzielte in der zweiten Hälfte sogar noch ein Tor.

Lesen Sie im führenden deutschen Fussballorgan die fachkundigen Ausführungen von Hannovers Mannschaftsarzt Dr. Wego Kregehr (44, verheiratet, ein Sohn): „Er behält eine Narbe. Aber wahrscheinlich wird ihn die nicht behindern.”

Dann ist es ja gut.

Steinsson zu Alkmaar?

Herr Noz am Mittwoch den 31. August 2005

Banger Tag für Herr Noz: Sein bester Kumpel Gretar verlässt YB möglicherweise in Richtung holländische Provinz.

Das kurzfristig anberaumte Gerücht nimmt im Laufe des Vormittags Konturen an: Der Publikumsliebling wechselt eventuell per sofort zum holländischen Überraschungsklub und UEFA-Cup-Halbfinalteilnehmer AZ Alkmaar. Das bestätigte Herr Hottiger auf Anfrage des Fussballportals 442.ch .

Herr Noz geht jetzt etwas trinken und bittet Herr Frans schon mal präventiv, in Holland gut zu Herr Steinsson zu schauen.


Aus der Traum? Eyrun, Gretar und Nozinho da Silva Santos Nascimento Pernambucano Jesus da Boa Felicidade (v.l.n.r.)

Eine Frage der Loyalität

Frau B am Dienstag den 23. August 2005

Alan Stubbs verliess Everton, weil der Club nicht auf eine unschöne Klausel in seinem Vertrag verzichten wollte.

Der Vertrag des 33-jährigen Verteidigers lief im Sommer aus und angeblich wollte er ihn gerne um zwei Jahre verlängern. Da Stubbs vor vier Jahren an Hodenkrebs erkrankt war, wollten die ‚Toffees’ eine Klausel in seinem Vertrag stehen lassen, welche den Deal im Falle eines Wiederausbruchs der Krankheit nichtig gemacht hätte. „Es war für mich eine Enttäuschung, Everton zu verlassen, aber sie wollten diese Klausel wegen meines Krebses. Das allein war der Grund für meinen Wechsel – es war keine Frage des Geldes. Ich finde, sie haben sich nicht sehr loyal verhalten.“

Stubbs war vier Jahre bei Everton – zuletzt als Captain – und kam auf 142 Einsätze. Nicht ein einziges Mal versäumte er wegen seiner Krankheit ein Training oder ein Spiel. Er fühlt sich deshalb durch das Verhalten des Clubs zutiefst verletzt.

Ein Sprecher des FC Everton gab dazu folgende Erklärung ab: „Ja, er hatte diese Klausel in seinem ersten Vertrag, das ist normal. Wir offerierten ihm eine Verlängerung von 12 Monaten. Die Klausel hätten wir gestrichen, wenn eine medizinische Untersuchung bei einem Spezialisten seine Gesundheit bestätigt hätte. Er ging aber nicht zum Spezialisten, sondern wechselte zu Sunderland.“

Jod hilft weiter

Rrr am Samstag den 20. August 2005

Thuns Captain Andres Gerber leidet seit Wochen an einer entzündeten Achillessehne. Da hilft nur eine Rosskur.

Laut “Blick” testet Gerber nämlich eine Jod-Tinktur, die bei Pferden mit Fesselproblemen eingesetzt wird. Sie soll die Beschwerden innert acht Tagen zum Verschwinden bringen.

Für alle Leser mit Fesselproblemen: Unsere Kollegen vom Pferdefachforum reitenonline.de empfehlen eine klassische alkoholische Jod-Tinktur aus der Apotheke. Diese kann man gut auf einem Wattebausch in die Spalten bringen (mit dem Hufkratzer hineindrücken; Handschuhe tragen wegen der Farbe!). Und wichtig: den Strahl nur mit der Bürste reinigen, statt mit dem Hufkratzer immer tiefer zu kratzen.

Ein kriminelles Foul

Frans am Donnerstag den 11. August 2005

Für gewisse Fouls reichen weder die rote Karte noch 12 Spielsperren: 6 Monate Gefängnis bedingt und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit lautet das erstinstanzliche Verdikt der holländischen Strafjustiz gegen Rachid Bouaouzan von Sparta Rotterdam. Das Urteil wird angefochten.

Der 21jährige Sparta-Stürmer hatte im Dezember 2004 seinen 27jährigen Gegenspieler Niels Kokmeijer (Go Ahead Eagles) umgemäht. Konsequenz: Doppelter Beinbruch, 5 Operationen, Hauttransplantation, Karrierenende. Ob Kokmeijer jemals wieder normal wird gehen können, ist fraglich.

Natürlich interessiert es Sie nicht im Geringsten, wie dieses Foul denn aussah. Für alle anderen, abseitigen, ruchlosen und unerschrockenen Menschen mit starken Nerven (d.h. die Mehrheit der Leserschaft dieses Blogs): Erleben Sie das Foul in Echtzeit und Zeitlupe, wie es sich gehört.

In der Schweiz wäre so öppis zum Glück nicht möglich.

Zizou, das Medium

Herr Noz am Dienstag den 9. August 2005

Zinedine Zidane kehrt in die französische Nationalmannschaft zurück.

Diesen Entscheid haben ihm mysteriöse Stimmen nahegelegt: »Eines Nachts bin ich aufgewacht und habe mit irgendjemandem gesprochen. Ich habe nicht mal meiner Frau davon erzählt.«

Das war sehr rücksichtsvoll, lieber Zizou. Aber dass Spielerfrauen hie und da mit Medien zu kämpfen haben, ist eigentlich normal.

Tödliches Anfield

Frau B am Samstag den 6. August 2005

Ein 40-jähriger Liverpool-Fan starb, nachdem er auf ein Modell seines geliebten Anfield-Stadions gefallen war.

Mark Taylor wurde bei einer Rauferei mit seinem Mitbewohner Steven Millard schwer verletzt. Millard versetzte Taylor einen Stoss und dieser fiel auf das Modell des Liverpool-Stadions. Dabei erlitt er Rippenbrüche, eine kollabierte Lunge und schwere innere Blutungen. Da er den Ernst seiner Verletzungen nicht erkannte, suchte er keine medizinische Hilfe und verblutete zwei Tage später.

Die Polizei-Untersuchung kam zum Schluss, dass es sich um einen Unfall handelte und Millard unschuldig ist. Der Pathologe Dr. Basil Purdue erklärte: „Das Anfield-Modell ist ein sehr hartes Objekt mit vielen Zacken. Ich glaube nicht, dass sich Herr Taylor bewusst war, dass er sich tödlich verletzt hatte. Es war reines Pech.“

Millard meinte: „Ich schubste ihn bloss weg und hatte nie die Absicht, ihm weh zu tun. Ich erinnere mich, dass er ans Modell stiess und etwas Blut durch sein Hemd sickerte. Ich werde den Vorfall nie vergessen.“

GC hilft

Herr Noz am Dienstag den 12. Juli 2005

Apropos GC: Der Grasshopper-Club Zürich hilft seinen Schützlingen, wo immer es geht.

Topstürmer Eduardo (Hobby: evangelische Kirche) hat Steuerschulden, angeblich weil er nicht weiss, wo er das Geld einzahlen muss. Zum Glück ist er aber bei seinem Arbeitgeber in guten Händen. Die GC-Patrons wollen nämlich für Eduardo die Schulden begleichen. Haus und Auto zahlen sie ja ohnehin schon. Bedingung ist allerdings, dass Eduardo noch bis 2008 bei den sympathischen Heugümpern bleibt.

Der Abwesende

Frau B am Dienstag den 12. Juli 2005

Jonathan Woodgate reist nicht mit Real Madrid nach Amerika und Asien.

Der 25-jährige englische Verteidiger wird in Spanien bleiben, um seine langwierige Verletzung endgültig auszukurieren. Seit er im August 2004 für £13.4m von Newcastle United zu den Königlichen wechselte, hat er kein einziges Spiel für sie bestritten. Er hat aber letzte Woche das Training mit der Mannschaft wieder aufgenommen. Woodgate litt an einer wiederkehrenden Muskelzerrung im Oberschenkel und wurde vor einigen Monaten erfolgreich operiert.

24 seiner Teamkollegen dürfen gegen Guadalajara, LA Galaxy, Bejing Gouan, Tokyo Verdy, Jubilo Iwata und Bangkok Trainingsvorbereitungsspiele absolvieren – unter anderen Luis Figo, David Beckham und Michael Owen.

Vorsicht Hochspannung – Lebensgefahr!

Frau B am Sonntag den 10. Juli 2005

In Schottland kam am Freitag ein junger Fussballer bei einem tragischen Unfall ums Leben.

Craig Gowans, ein 17-jähriger Spieler des Falkirk FC, war dabei, einen sechs Meter langen Pfosten auf das Spielfeld des Trainingsgeländes zu tragen, als der Pfosten mit der Stromleitung über dem Platz in Berührung kam. Der U17-Spieler wurde durch den elektrischen Schlag auf der Stelle getötet.

Der Pfosten war Teil eines transportablen Netzes, das hinter dem Tor aufgestellt wird, um die Bälle aufzufangen. Viele von Gowans’ Teamkollegen waren auf dem Trainingsgelände anwesend. Auch Trainer John Hughes soll Zeuge des Unfalls gewesen sein. „Der ganze Club steht unter Schock. Niemand kann zurzeit an Fussball denken“, sagte er. Der Unfall wird polizeilich untersucht.

Sommerschnitt (Teil 2)

Rrr am Samstag den 2. Juli 2005

Auch Murat Yakin liest das “Runde Leder”: Unser Beitrag über das Wesen des Sommerschnitts hat Muri tief beeindruckt.

Sofort eilte er zum Coiffeur und liess sich eine trendige Kurzhaarfrisur verpassen, die er gestern beim Testspiel gegen Schachtjor Donetsk in Liestal (4:3) erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentierte.

Der Kurzhaarschnitt ist für Murat auch “ein Zeichen für den Neuanfang nach einem verkorksten Jahr”, wie er dem “Blick” verriet.

Der Nasenpfropf

Rrr am Sonntag den 5. Juni 2005

Das Nasenpflaster ist out – es lebe der Nasenpropf!

Israels Goalie Dudu Aouate montierte die Geheimwaffe, die auch gut aussieht, gestern in den Schlussminuten von Irland-Israel. Und es funktionierte: Aouate verteidigte trotz irischem Dauerdruck das 2:2-Unentschieden, das vor allem uns Schweizer freut.

Der Nasenpfropf wird sich international durchsetzen, da sind wir uns sicher.