Archiv für die Kategorie ‘Bayern & Baseler’

Umbauten am Rheinknie

Rrr am Dienstag den 9. Februar 2021

Es sind unruhige Zeiten in Basel.

Bereits zum dritten Mal innert sieben Wochen hat “FCB total”, das Fachmagazin auf TeleBasel, das Studiodesign gewechselt.

Kurz vor Weihnachten empfing Moderator Chris Stöcklin seine Gäste noch an einem hufeisenförmigen Holztisch, wobei sich Vereinspräsident Reto Baumgartner und Experte Erni Maissen auf ihren zweckmässigen Interio-Schalensitzen einigermassen wohl zu fühlen schienen.

Doch der Nachteil dieses Innenausstattungskonzepts liegt auf der Hand, und es geht hier nicht um den möglichen Milbenbefall im pflegetechnisch anspruchsvoll wirkenden Teppich aus aufgerauhter Kunstfaser. Nein, die Abstände konnten nicht eingehalten werden, und Plexiglas hätte das ästhetische Gesamtbild zweifellos beeinträchtigt.

So begrüsste im Januar der inzwischen sichtlich verjüngte Moderator seine Gäste Gaetano Giallanza und Erni Maissen auf ergonomisch herausfordernden Sitzgelegenheiten, die nicht von Ikea stammen, sondern vom Polit-Talk desselben Senders entlehnt wurden. Das Ganze wirkte vielleicht etwas breitbeinig, doch immerhin war der Gin auf dem schlichten Beistelltisch stets in Griffnähe.

Doch auch dieses Design hatte nur eine kurze Halbwertszeit. Die Sitzgelegenheiten wurden zwar beibehalten, hingegen wurde der hufeisenförmige Holztisch aus den früheren Sendungen vom Hausschreiner in Kleinbasel zu einem ausladenden, leicht geschwungenen Beistelltisch auf sogenannter Ischiasnerv-Höhe umgearbeitet. Zur Sicherheit wurde noch eine Plexiglasscheibe eingebaut. Sie schützt den letzten verbleibenden Studiogast – es ist Erni Maissen – vermutlich vor tiefschwebenden Aerosolen.

Alles in allem scheint uns, dass bei “FCB total” im Moment ein wenig die Konstanz fehlt.

Fantastische Vierzig

Herr Shearer am Donnerstag den 21. Januar 2021

Alles Gute zum Geburtstag, Ivan Ergić!

Der serbisch-australische Doppelbürger ist Ihnen sicher noch aus seiner erfolgreichen Zeit beim damaligen Schweizer Serienmeister FC Basel in Erinnerung; in seiner Zeit  am Rhein gewann er vier Meistertitel und vier mal den Cup. 2009 war er in Basel nicht mehr erwünscht und so zog er weiter zu Bursaspor in die  Türkei, wo er ebenfalls Landesmeister wurde und 2011 auch seine Karriere beendete.

Heute feiert Ivan Ergić also seinen vierzigsten Geburtstag und das marxistisch-leninistische Redaktionskollektiv vom Runden Leder gratuliert ihm dazu herzlichstmöglich! Wie Sie sich sicher erinnern können, fiel Ergić nicht nur durch seine Übersicht auf dem Rasen auf, auch daneben verkörperte er das pure Gegenteil der gängigen Fussballerklischees. Ein Versuch, ihn zum BSC Young Boys zu locken, misslang damals – Volkes Stimme verhallte leider ungehört.

Lesen Sie hier noch einmal das ausführliche Interview, welches die Wochenzeitung 2007 mit ihm führte.

Foto: Nils Fisch / Tageswoche

*** Schnapschat *** Basel-YB

Rrr am Mittwoch den 16. Dezember 2020

LIVE: Basel-YB 0:2 (12. Elia, 20. Nsame)

Kein Antrieb, die gute Stube zu verlassen? Keine Freunde, die mit Ihnen Fussball schauen wollen? Dann ist der Rundes Leder-Schnapschat Ihre Heimat im Netz!

Der Fussball-Schweizermeister BSC Young Boys ist zu Gast im Basler St–Jakob-Park. Brisant ist, dass beide Mannschaften im Idealfall drei Punkte holen möchten – aber das kann nicht beiden gleichzeitig gelingen! Das Match wird um 20.30 Uhr MEZ angepfiffen, Radio Gelbschwarz, Tele Leutschenbach und Blue Sport berichten live.

Am Tresen: Herr Rrr.

Heutiger Tagesschnaps: Siebe-Dupf-Kirsch.

Der Siebe-Dupf-Kirsch aus der gleichnamigen Traditionskellerei besteht zu 100 Prozent aus Baselbieter Kirschen und erfreut den Gaumen durch seine hohe Fruchtigkeit sowie den gehaltvollen, feurigen und dennoch geschmeidigen Charakter. Im angenehm weichen Abgang schwingen Kirsche, Schokolade und etwas Mandel mit. Wohl bekomms!

Der Basler Bock

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 2. Dezember 2020

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, beim FC Basel ist neuerdings andauernd die Rede von einem Bock, der umgestossen werden soll.

Was ist das genau für ein Bock, und warum wollen die Basler ihn umstossen? S. W., B.

Lieber Stefan, der sportliche Niedergang und der Ärger mit der Vereinsführung haben tiefe Spuren in der Region Basel hinterlassen. Von Fussball wollen die meisten Menschen am Rheinknie leider nichts mehr wissen.

Der FCB hat daraus die nötigen Konsequenzen gezogen und versucht sein Glück nun in einer neuen Sportart. Schon seit einigen Monaten widmet sich der Verein ganz dem Bockumstossen, einem aus dem süddeutschen Raum stammenden Brauch, bei dem es darum geht, dass eine ganze Mannschaft gemeinsam mit ihrem Trainer innert 90 Minuten einen massiven Bock zu Fall bringen kann.

Die Profi-Mannschaft tritt zweimal die Woche gegen einen bis zu 200 Kilogramm schweren, äusserst störrischen Schafbock an. Zuschauer sind aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen, doch gibt es Live-Übertragungen im Fernsehen. Das Spektakel ist eindrücklich! Die ganze Region ist ob der neuen Sportart begeistert, so dass inzwischen auch die diversen Junioren-Abteilungen vom Fussball zum Bockumstossen gewechselt haben, wobei sie je nach Altersklasse gegen einen Steinbock (bis 70 kg), einen Gemsbock (maximal 60 kg) oder die ganz Kleinen gegen einen Rehbock (10-35 kg) antreten.

Toll, nicht? Wenn Sie Bock auf mehr bekommen haben, konsultieren Sie am besten die Basler Zeitung oder das Internet. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Hauptsache Harmonie

Herr Winfried am Mittwoch den 25. November 2020

Will denn keiner mehr so richtig gewinnen?

Heute Abend ist ausnahmsweise Super-League-Fussi und wenn Sie jetzt direkt zum Kiosk hetzen, um noch rasch Ihren Sporttip-Zettel auszufüllen, dann könnte das hochdotierte “X” eine gute Idee sein.

Die Remis-Quote in der hiesigen Liga schwebt nämlich momentan auf einem Rekordhoch. Fast die Hälfte aller Super-League-Spiele enden ohne Sieger – unglaublich! Der Abstand zur zweitplatzierten Saison beträgt aus statistischem Blickwinkel geradezu Lichtjahre.

Twitter / OptaFranz

Anstatt nun die lineare Regression dazu zu zeichnen und eine Differentialgleichung aufzustellen, lassen Sie uns nach den wahren Gründen für die Unentschiedenorgie suchen.

  • Wärme und Nächstenliebe im Hinblick auf die Festtage?
  • Zuneigung gegenüber den Gegnern in den harten finanziellen Zeiten? Quasi solidarisch haften, solidarisch Punkte teilen – wie einst von Bundesrätin Amherd angeordnet?
  • Will man dem Gegner lieber nicht zu nahe kommen (Ansteckungsgefahr!) und spielt deshalb öfter 0:0?
  • Oder gibt YB etwa absichtlich zwischendurch Punkte ab, damit die Meisterschaft spannend bleibt?

Fragen über Fragen. Bestimmt wundern Sie sich auch, warum auf obigem Bild Herr Sforza zu sehen ist. Ciri findet es nämlich unnötig, mit dem Gegner die Punkte zu teilen, das sieht man deutlich an seinem empörten Gesichtsausdruck. Der FC Basel hat von allen Teams der Liga klar am wenigsten Remis auf seinem Konto (1).

Stets zur Stelle

Rrr am Sonntag den 22. November 2020

Hier kommt Jean-Pierre Nsame, der Basel-Schreck.

Seit Nsame im Sommer 2017 zu den Young Boys wechselte, bestritt er elf Spiele gegen Basel. Nur dreimal traf er nicht, in den übrigen acht Partien schoss er neun Tore. Im Jahr 2020 traf er bei allen vier bisherigen Direktduellen.

In drei Spielen wurde Nsame gar nicht eingesetzt. So musste er beim Sieg im Cup-Halbfinal 2018 ebenso zuschauen wie beim spektakulären 2:2 an Ostermontag 2018. Und auch beim legendären Spiel vom September 2018 spielte Nsame gar nicht mit. Die sieben YB-Tore schossen damals andere.

Zum Runden Leder Tisch

Herr Maldini am Dienstag den 3. November 2020

Sie sind gesucht – ja genau, Sie!

Das Dasein als Fussballclub ist nicht ganz einfach dieser Tage. Einerseits rufen ein bis drei Wettbewerbe, zum andern stehen in letzter Zeit relativ viele freie Spieltage auf dem Programm. Die einen möchten um jeden Preis weiterspielen, und dort, wo sie schon lange abbrechen wollen, hat es jetzt zufällig grad den halben Verein lahmgelegt. Alles in allem ist es ziemlich kompliziert.

Es gab Spiele vor halb vollem Haus, dann vor etwas weniger Fans und zum Schluss wieder von leeren Kulissen. Nicht einfach, als Verein da den Draht zur Anhängerschaft zu halten. Zeit also, dass Sie Ihren Verein unterstützen, weil der hat vielleicht aktuell noch keine schlüssigen Antworten auf die drängendsten Fragen und ist deshalb dringend auf Sie angewiesen.

Was ist die Erwartungshaltung in Bezug auf die im Jahr 2020 verpassen Heimspiele? Welche Möglichkeiten einer «Ersatzlösung», die für beide Seiten stimmt, gibt es? Wie soll es mit den Halbjahreskarten 2021 weitergehen? Nehmen Sie ein kurzes Video auf und bewerben Sie sich hier für den runden Tisch. Oder schreiben Sie Ihre Antworten in die Kommentarspalte.

 

Ciri und der Schiri

Rrr am Dienstag den 29. September 2020

Servette-Basel 1:0 – hier kommt die Spielanalyse.

Im Studio von TeleBasel: Ciriaco Sforza und Erni Maissen. Wir haben die wichtigsten Aussagen kompakt zusammengeschnitten.

Kräftige Kontraste

Rrr am Montag den 14. September 2020

YB ist yberall! Der Gegner leider auch.

Der fünfte Teil unserer Erfolgsserie führt uns in den Westen von Bern.

Zugesandt hat uns dieses Bild unser Leserreporter Steffu W. aus N. “Ich kam zufällig mit meiner Spiegelreflexkamera im Westside vorbei. Nein, natürlich nicht zufällig, ich war auf der Jagd nach ersten Exklusivbildern vom Cupsiegertram, das neuerdings in der Stadt Bern verkehren soll. Bernmobil streitet zwar alles ab, aber man darf sich ja wohl noch eine eigene Meinung bilden, oder? Ich liege also mit klopfendem Herzen auf den Schienen bei der Wendeschleife, zuerst geschieht lange nichts, dann spüre ich urplötzlich die Vibrationen und wie sie immer stärker werden, in der Ferne zeichnen sich die Umrisse des Trams ab, es kommt näher und näher, noch 60 Meter, noch 40, 20; und dann kann ich es durch meine Brillenbloggerhornbrille glasklar erkennen: Ach nein, es ist nur das altbekannte Meistertram. Frustriert ziehe ich ab. Dann drehe ich mich noch kurz um, mache ein Foto für alle Fälle, vielleicht interessierts irgendwen, aber sehr wahrscheinlich nicht. Ein gebrauchter Nachmittag.”

Oha Lätz (MCMXI)

Rrr am Freitag den 28. August 2020

Wer findet den Unterschied?

Links Ciriaco Sforza am 26. August bei der Vertragsunterzeichnung, rechts Ciriaco Sforza am 27. August an der Pressekonferenz.

Wenn auch Sie wissen möchten, was für Zeit eigentlich ist: Ciri trägt die ORIS 125 JOOR FCB, erschienen 2019 in begrenzter Auflage von 125 Stück, Originalpreis 6300 Franken. Woher Sforza die hat? Keine Ahnung, vielleicht von Ricardo?

Das grosse Rechnen

Rrr am Samstag den 25. Juli 2020

Wer wird Meister? Vieles ist möglich!

Das Runde Leder zeigt Ihnen, wer unter welchen Umständen den Titel holt.

Der FC Basel wird Meister, wenn er die verbleibenden drei Spiele gewinnt, YB noch maximal einen Punkt holt und St. Gallen höchstens sechs.

Beispiel: YB remisiert gegen Luzern und unterliegt dann Sion und St. Gallen. Die Ostschweizer gewinnen gegen YB und Xamax, verlieren aber wie immer gegen den FCZ. Basel schlägt Lugano, Thun und Luzern. In der Schlussrangliste haben alle drei Titelanwärter 68 Punkte, Basel aber das beste Torverhältnis. Herzl Gratul!

Der FC St. Gallen kann es auch noch schaffen. Er muss einfach die nächsten beiden Spiele gewinnen und zugleich hoffen, dass YB gegen Luzern oder Sion verliert. Dann reicht St. Gallen ein Sieg in der Finalissima in Bern.

Etwas kniffliger wirds für die Ostschweizer, wenn YB einmal gewinnt und einmal Unentschieden spielt. Vorausgesetzt, dass beide Titelanwärter stets mit nur einem Tor Differenz siegen, muss der FCSG die Finalissima mit 9:0 gewinnen, damit wir ein herzhaftes Herzl Gratul in die Ostschweiz schicken können.

Die Young Boys haben ebenfalls Titelchancen. Schon am Wochenende werden sie Meister, wenn sie Luzern schlagen und St. Gallen den FCZ nicht bezwingt. In jedem Fall reichen YB 5 Punkte aus den letzten 3 Spielen für den Titel, faktisch braucht es sogar nur 4 Punkte (wegen des Torverhältnisses).

Wer es gerne noch ein bisschen exotisch hat: Die Young Boys könnten auch Meister werden, ohne in den letzten drei Spielen ein einziges Tor zu schiessen. 0:0 gegen Luzern, 0:0 gegen Sion, 0:0 gegen St. Gallen – herzl Gratul!

Coronaschutz im Cornaredo

Rrr am Donnerstag den 2. Juli 2020

Facharzt Dr. Abdi Almen-Lafti referiert über aktuelle Themen. Heute: Akute Maskitis.

“Sie haben es sicher mitbekommen: Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr! Und an Demonstrationen. Und auch auf der Medientribüne im Cornaredo? Ich weiss es nicht, aber sicher ist es ratsam, wenn zwei Radioreporter nahe nebeneinander ein Spiel kommentieren und der eine vom anderen nicht wissen kann, ob er vielleicht gestern noch in einem Club war.

So gesehen verhielten sich René Häfliger und Pascal Flury vom FCB-Fanradio bei der Liveübertragung von Lugano-Basel absolut vorbildlich.

Andererseits: Herr Häfliger trägt die Maske verkehrt rum. Ich konnte kurz mit meinem Cousin reden, der am Spittel als Fachmann für medizinisch technische Radiologie arbeitet, und der versicherte mir: Der breitere weisse Streifen muss sich oben befinden, denn in ihm ist ein feiner Blechstreifen eingearbeitet, mit dem sich die Maske an die Nase anpassen lässt.

Ohne diesen Blechstreifen rutscht die Maske immer wieder nach unten, wie uns der Reporter in der nachfolgenden Sequenz eindrücklich demonstriert.

In der 30 Sekunden langen Liveschaltung auf Telebasel musste der bedauernswerte Herr Häfliger seine Maske viermal neu richten. Auf die Dauer des gestrigen Spiels von 95 Minuten umgerechnet bedeutet dies 760 Nachjustierungen, was die Konzentration aufs Spielgeschehen negativ beeinflusst haben könnte. Es wäre aus Basler Sicht zu vermeiden gewesen, wie so vieles. In dem Sinn Hopp de Bäse und alles Gute, Ihr Dr. Abdi Almen-Lafti”