Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Wichtiger Wechsel

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 3. November 2019

Endlich! Das Runde Leder hat Radio Gelbschwarz übernommen.

“Wir befinden uns im Besitz der technischen Infrastruktur von RGS und haben auch sämtliche Passworte für die Social-Media-Kanäle des Fan-Senders”, sagte Herr der Ama vor wenigen Minuten in Genf.

Dort überträgt er heute zusammen mit Herrn Shearer das Fussballspiel Servette-Young Boys. Sie wollen reinhören? Bittesehr!

Das Runde Leder freut sich sehr über den Übernahme-Coup. “Radio Gelbschwarz war uns schon immer ein Dorn im Auge”, sagt RL-Chairman Dr. Rüdisühli. “Erstens war das auf Facebook und Instagram eine lästige Konkurrenz, und zweitens haben diese Leute einfach nicht objektiv berichtet. Das waren doch alles nur YB-Fans.”

Mit der kompetenten Belegschaft des Runden Leders wird sich das nun komplett ändern. “Wir berichten 100pro ausgewogen, unaufgeregt und neutral”, verspricht Herr der Ama. “So ist es”, rülpst Herr Shearer. “Hopp YB! Alle anderen sind Stuhl! Prost!”

Gugus Gurten

Herr Winfried am Mittwoch den 30. Oktober 2019

Ein Blick ins benachbarte Österreich.

Fussballfans in Österreich haben es nicht leicht. In ihrer Bundesliga werden die Teamnamen gleich reihenweise mit Sponsoreneinschlägen verhunzt, siehe Swarovski Tirol oder Cashpoint Altach. Vom Energiegetränk in Salzburg ganz zu schweigen. Gut, gibt es in tieferen Ligen noch wohlklingende Namen.

Hervorheben möchten wir hier die Union Gurten aus Oberösterreich. Der Verein ist mit dem Berner Hausberg weder verwandt noch verschwägert, befindet sich dafür gerade in der Blütezeit. Nach Jahrzehnten in Bezirks- und Landesligen spielt Gurten in der drittklassigen Regionalliga Mitte erstmals oben mit. Die Ligakonkurrenten heissen Allerheiligen, Vöcklamarkt oder Junge Wikinger Ried.

Wie man ordentlich feiert, wissen die Gurtner auch.  (Bild: Union  Gurten)

Das Bild stammt von der Aufstiegsfeier der ersten Mannschaft (zu Österreichisch: Kampfmannschaft) in die Regionalliga.

Bedauerlicherweise ist Gurten seit gestern aus dem ÖFB-Cup ausgeschieden. Die Union scheiterte in der heimischen Park 21 Arena (1’002 Plätze) mit 2:3 an Austria Lustenau.

Apfentskalender 2019

Herr Maldini am Donnerstag den 24. Oktober 2019

1: Wölfli (Maldini)

2:

3: Maldini (Maldini)

4: Mertesacker (Leser L. R. aus B.)

5: Vega (Maldini)

6: Silberbauer (Briger)

7: Cristiano Ronaldo (Valdi)

8: Sermeter (Winfried)

9: Ronaldo Lima (Rrr)

10: Del Piero (Maldini)

11: Chapuisat (Maldini)

12: YB-Meistershirt 2018 (Shearer), falls niemand etwas besseres hat.

13: Morgan (Maldini)

14: Zakaria (Briger)

15: Häbigol (Shearer)

16: Affolter (Rrr)

17: Gottardi (Maldini)

18: Nsame (Meisterschützentrikot aus der Meistersaison)

19: Messi (Rrr)

20: Higuain (Rrr)

21: Pirlo (Maldini)

22: Frings (Valdi)

23: Regazzoni (Briger), Carragher (Briger)

24:

Hand hoch!

Herr Winfried am Mittwoch den 23. Oktober 2019

Anleitung zum Jubeln mit Cristiano Ronaldo.

Es ist längst bekannt: Cristiano Ronaldo ist ein Rekordjäger. Am liebsten schiesst er selbst die Tore. Wenn ihm ein Teamkollege zuvor kommt, kann er sich nur mässig freuen. Das bewies er gestern Abend im Champions-League-Spiel seiner «Juve» gegen Lokomotive Moskau.

Paulo Dybala trifft, Ronaldo hebt die Hand. Unterstützt der Portugiese da etwa den Schiedsrichter mit einer nie gesehenen Fairplay-Geste? Aber beurteilen Sie selbst:

Wenn Sie jetzt denken, das sei gemein, der Cristiano wollte doch nur spielen und die Geste sei als Jubel gedacht: Es ist kein Einzelfall. Heute ist CR7 reif genug, um seinen Unmut mit einer Saubermann-Aktion zu tarnen. Vor nicht allzu langer Zeit (ältere Leserinnen und Leser erinnern sich) gelang das noch eher schlecht.

Die Wahl bei der Wahl

Herr Winfried am Mittwoch den 16. Oktober 2019

Wählen Sie weise.

Die politische Schlammschlacht neigt sich dem Ende zu. «Endlich», sagen die einen, die ihre Stimme für die nationalen Wahlen längst auf brieflichem Weg abgegeben haben. Andere schieben die demokratische Pflicht gerne auf. Wenn Sie zu Letzteren zählen und jetzt denken: «Oh, das ist schon diesen Sonntag?», dann haben wir eine starke unbedingt zu befolgende Empfehlung für Sie.

Für die Unentschlossenen (eigentlich auch für die Entschlossenen): Das Runde Leder zeigt, welche Liste(n) Sie wählen sollten.

Dabei zeigt sich: Nur vier von vierundzwanzig Kandidaten (Wölfli, Marzino, Sulejmani, Hoarau) haben die soeben zu Ende gehende Legislatur überstanden. Die anderen zwanzig sind von ihren Ämtern zurückgetreten oder haben die Partei gewechselt. Michel Aebischers Listenplatz ist ein wenig verrutscht. Dem Vernehmen nach blieb er auf dem Weg von seinem Wohnort Heitenried FR nach Bern im Stau stecken und traf verspätet ein.

Der BSC Young Boys schickt heuer aber nicht nur eine, sondern gleich zwei Listen ins Rennen. Wahlweise dürfen Sie selbstverständlich auch panaschieren.

Also, wählen Sie weise!

Richys Rechnung

Herr Winfried am Mittwoch den 2. Oktober 2019

Im Lager der Glasgow Rangers herrscht grosse Zuversicht.

Die Welt ohne Podcasts? Heute ist das unvorstellbar. Das finden auch die Glasgow Rangers, der morgige Gegner der Young Boys produziert im Schnitt einmal täglich eine kleine Sendung. In der jüngsten Ausgabe ist neben dem Wochenend-Rückblick der Männer- und Frauenequipe auch das Reislein in die Schweiz ein Thema. Aber hören Sie selbst!

Wer dem fürchterlich unverständlichen grossartigen Schottisch aber gerade nicht lauschen kann, hier sind die wichtigsten Punkte zur Spielvorschau auf morgen Donnerstag zusammengefasst:

  1. YB ist ein guter Gegner
  2. Die Rangers sind nach dem 5:0 am Samstag gegen Aberdeen optimal vorbereitet, die Berner gewannen ihr Ligaspiel dagegen nur 3:2
  3. In Bern sollte das Team von Steven Gerrard nicht so offensiv spielen wie in der heimischen Liga, denn auf europäischer Ebene werden Fehler direkt bestraft
  4. Die Plastikunterlage ist ein Vorteil für YB. Sonst sei es aber ein Vergleich auf Augenhöhe
  5. “No travelling fans” – der Gästesektor bleibt zu. Das sollte aber keinen grossen Einfluss auf die Leistung der Mannschaft haben.

So viel zur Wertschätzung des eigenen Anhangs. Und falls Ihnen doch ein Ranger über den Weg laufen sollte: Es sind alles bescheidene, ja demütige Leute.

Noch ist Richys Rechnung realistisch.

Langweilige Länderspiele

Briger am Montag den 9. September 2019

Gustavo Matosas wirft den Bettel hin.

Foto: Jeffrey Aguedas/EPA-EFE

Der 52-jährige übernahm den Job als Nationaltrainer Costa Ricas im letzten Oktober. Da habe er allerdings nicht gewusst, dass Nationaltrainer sein so langweilig sei. Er habe sich unproduktiv gefühlt und ständig Videos zu schauen sei langweilig geworden.

Matosas, der mit Atletico San Luis in der mexikanischen Liga in Verbindung gebracht wird erklärte weiter: “Es ist hart, die Spieler nicht täglich zu sehen und mit ihnen zu trainieren. Ich sehe sie nur alle zwei Monate für eine Woche. Ich halte das nicht mehr aus. Ich wusste nicht, dass es so hart wird. Ich dachte, ich halte das irgendwie aus. Ich bereue es nicht und ich gehe nicht frustriert, aber ich werde nie mehr ein Nationalteam trainieren.”

Morgen Dienstag gegen Uruguay wird Matosas ein letztes Mal an der Seitenlinie Costa Ricas stehen.

Chefinnensache

Frau Götti am Mittwoch den 4. September 2019

Eigentlich hätte ich ja hier jetzt mein kritisches Lektorat der Beiträge dieses Mediums beginnen wollen, und zwar mit jenen ihres Chefredakteurs, des Autors Rrr. Schlieβlich erweist er sich in seiner Schaffenskraft als äuβerst produktiv und schlieβlich sollte er als Chef ja mit gutem Beispiel vorangehen.
Eigentlich. Ja, ich bin schon in den Anfängen gescheitert. Als erstes wollte ich mir den Beitrag hier vornehmen. Rieb mir schon wie Hände und setzte den Rotstift an. Dachte, um Himmels Willen, die vielen Ausrufezeichen. Dann stutzte ich. Moooment. Setzt hier nicht ein besonders gewiefter Autor das Stilmittel Ausrufezeichen ganz bewusst ein? Der nächste Beitrag machte meinen Verdacht lauter, und der übernächste schrie ihn mir entgegen.
Hier darf nichts korrigiert oder gekürzt oder verbessert werden. Wir gehen ja auch nicht und setzten den Rotstift an bei einem Werk von Goe – Moment, etwas zu hoch gegriffen – oder Konsal– etwas zu tief dies – oder, sagen wir mal, Fontane. Hier liegt ein scharfsinniges Sprechen – oder darf ich sagen: Gespräch? – vor über eine solch banale Materie wie Fuβball. Eine solch tiefschürfende Metaebene habe ich sonst nur bei Wolfgang Haas gelesen. Schlicht groβartig. Mehr bleibt nicht zuzufügen. Danke für die Aufmerksamkeit und auf ein andermal wieder.
Ihre
Ilse von Mueller-Fridnau
P. S.: Ursprünglich wollte ich ja Frau Götti mit diesem mir dann doch etwas unangenehmen Textrückzug beauftragen. Dann dachte ich, Ilse, da stehst du jetzt selber hin. Und begründet dies alles analytisch. Ist ja dein Kerngebiet.

Frau Professor ist nicht zufrieden

Frau Götti am Freitag den 16. August 2019

Wie Sie ja sicher wissen oder zumindest ahnen, stehen die popkulturellen Phänomene und die sogenannten Leichten Medien nicht so sehr im Fokus meiner Arbeiten und meines wissenschaftlichen Interesses. Nichtsdestotrotz erlaube ich mir dann und wann einen Blick auf den Bildschirm meines Hilfsassistenten Herrn Maldini. Er ist noch jung und formbar, und es gilt schlieβlich, den jungen Mann auf den rechten Weg zu lenken, ganz im alten humanistischen Sinne. Aber item.
Jedenfalls hat es mich leider nicht zu freuen vermocht, was ich da lesen und sehen musste auf diesem Bildschirm, über den sein Lieblingsmedium «Zum Runden Leder» flimmerte. Allenthalben liederliche Ausdrucksformen, inkorrekte Wendungen, nicht stimmige Metaphern – insgesamt eine einigermaβen verrohte Sprache. Und dann diese ewigen Alliterationen, namentlich in den Titeln. Die Alliteration ist ein äuβerst effektvolles Stilmittel der Rhetorik – aber bitteschön nur sehr dosiert anwenden. Greift man zu häufig zu ihr, verliert sie sehr bald ihre starke Wirkung.
Ich schrieb vorhin «lesen und sehen» nicht ohne Grund. Ich wollte damit ein weiteres Problem der epischen Kurztexte in vorliegendem Medium angesprochen wissen: deren ausgesprochen eidetischen Charakter. Bewusst verzichte ich in meinen Ausführungen jeweils auf Bilder – was mir prompt an dieser Stelle auch schon angelastet wurde. Dazu Folgendes: Das Auge ist heutzutage übersättigt von der ganzen Bilderlastigkeit überall. Uns allen stünde es gut an, einfach einmal schlicht einen Text zu lesen. Und zwar ohne dass er dazu noch blinken oder klingeln oder andersartig schrill um Aufmerksamkeit heischen würde.
Aber item. Ich habe mich dazu entschieden, das vorliegende Medium ein wenig unter meine Beobachtung zu nehmen. Sie werden hier also in den nächsten Monaten dann und wann einige textkritische Bemerkungen meinerseits zu ausgewählten Beiträgen finden, bei denen mich die textliche und formale Schwäche besonders frappant dünkt.
Nun verbleibe ich mit freundlichen Grüβen und möchte Sie nicht entlassen, ohne Ihnen das wunderbare Textbeispiel zu geben eines begnadeten Dichters. Möge dieses Ihnen auch in der virtuellen Welt ein steter Quell der Freude und Inspiration sein.

Play-off-Partie

Briger am Montag den 5. August 2019

Die Young Boys reisen nach Norden oder Südosten.

Dies ergab die Auslosung heute in Nyon.

YB bekommt es somit mit dem Meister aus Dänemark oder Serbien zu tun. Eine Qualifikation für die Champions League ist somit durchaus möglich, aber zuerst müssen natürlich die Playoff-Partien gegen das Team von Ståle Solbakken oder Vladan Milojević gewonnen werden. Sollte dies nicht gelingen ist YB sicher in der Europa League-Gruppenphase dabei.

Erste Hintergrundinfos zu den beiden Teams finden Sie hier.

Den Ticker zur Auslosung gibt es hier.

YB spielt am 21. August zu Hause und am 27. August in Kopenhagen oder Belgrad.

Der FC Basel trifft bei einem Weiterkommen gegen LASK auf Brügge oder Kiew.

Nun wünschen wir einen angenehmen Nachmittag.

Endspiel für die Erde

Rrr am Sonntag den 19. Mai 2019

Platzsturm am Cupfinal – was war da los?

Das SRF zeigte nur kurz eine Totale und schnitt dann zügig auf ein paar Thuner Fans. Schade! Aber wir haben die Details. Es geht um Klimaschutz.

Sechs Aktivistinnen und Aktivisten rannten aufs Feld und forderten alle Fussballfans dazu auf, gegen die Klimakrise auf die Strasse zu gehen. “Denn es ist nicht nur das Endspiel des Schweizer Fussball-Cups, sondern auch das #EndspielErde”, heisst es in einem Communiqué. “Alles, was uns im Leben Freude macht und uns bewegt, steht auf dem Spiel. Es braucht jetzt konkrete Handlungen der Politik mit einer beispiellosen Geschwindigkeit.”

Die Klimaschützer trugen Transparente und Schilder mit der Aufschrift «No Cup on a dead Planet», «Es gibt keine Nachspielzeit» und «#EndspielErde». Auf ihren T-Shirts stand zudem «Alles staht ufem Spiel».

Die Schülerinnen und Schüler sind zwischen 15 und 17 Jahren alt. Sie wurden von der Stadionsicherheit abgeführt, sind unterdessen jedoch wieder entlassen. “Die Klimastreikenden sind bereit, im Namen der Sache allfällige Konsequenzen zu tragen”, wie sie schreiben.

Jugendwahn

Briger am Montag den 6. Mai 2019

Kennen Sie Kelvin John Pius?

Bild via futaa.com

Wir auch nicht, aber das wird sich vielleicht bald ändern. Der junge Tansanier, geboren am 10. Juni 2003, steht nämlich im provisorischen 39-Mann-Kader Tansanias für den Afrika Cup in Ägypten, wie der nigerianische Coach der “Taifa Stars” letzte Woche bekannt gab. Tansania wird dort auf den Senegal, Algerien und Kenia treffen.
Kelvin John Pius’ Stern ging beim U17-Africa Cup letzten Monat auf, als der Teenager bei der 4:5-Niederlage gegen Nigeria ein Tor schoss und auch bei den Niederlagen gegen Uganda und Angola im Einsatz stand. Sollte es der 15-jährige mit dem Spitznamen “Mbappe” ins definitive Aufgebot und/oder zumindest zu einem Einsatz in einem Vorbereitungsspiel bringen, wäre er wohl einer der jüngste Nationalmannschaftsdebütant aller Zeiten.

Zum Vergleich: Diego Maradona debütierte mit 16 Jahren und 3 Monaten, das US-Wunderkind Freddy Adu mit 16 Jahren und 7 Monaten, Pelé mit 16 Jahren und acht Monaten, Ronaldo (der Echte) mit 17 Jahren und 6 Monaten, Zinédine Zidane trug das Nationalmannschaftstrikot im hohen Alter von 22 Jahren und 1 Monat erstmals. Der jüngste Schweizer Nationalspieler, Alessandro Frigerio war bei seinem Debüt 1932 17 Jahre und knapp 4 Monate alt. Kelvin John Pius’ Vorbild, Kylian Mbappe, wurde “erst” im Alter von 18 Jahren und 3 Monaten Nationalspieler.
Der wohl älteste Länderspieldebütant der Welt dürfte Sander Boschker sein. Der langjährige Torhüter von Twente Enschede debütierte im Alter von 39 Jahren und 224 Tagen für die Niederlande, als er beim 4:1-Sieg gegen Ghana in der 2. Halbzeit eingesetzt wurde. Seine Clubkarriere beendete er im Alter von 43.5 Jahren im Mai 2014.