Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Gutes Geburtstagsgeschenk

Val der Ama am Freitag den 23. Dezember 2022

Sind Sie schwanger? Dann ziehen Sie um.

Bild: Twitter/paul_c_watson

Weil es lohnt sich, wie Sie auf den Bildern sehen. Ab 2023 drum, erhalten alle in San Marino geborenen Kinder ein Shirt des Nationalteams. Die Idee soll die infantine Fussballbegeisterung fördern.

In Bern pennt man wohl leider wieder. Also zumindest ist uns nicht bekannt, ob der lokale Super Ligist daran denkt, den knapp 1500 pro Jahr in der Stadt geborenen Kindern eine ähnliche Freude zu bereiten.

Boykott-Bulletin #23

Val der Ama am Samstag den 17. Dezember 2022

Nur noch einmal schlafen.

Morgen ist der 4. Advent und wegen Sonntagverkauf die ideale Gelegenheit, mit vielen anderen Mitmenschen in überfüllten Geschäften nach Geschenken zu suchen.

Heute aber ohne Konsumstress, weil heute backen wir Güetzi und saufen uns einen. Glühweinstängeli von Betty Bossi gehen immer. Und wenn Sie wollen, dann machen Sie dazu Glühwein, so bleiben Sie beim Thema. Rezept für die Plörre brauchts nicht. Nehmen Sie einen billigen Roten und ergänzen Sie den dann mit Schnaps, Zucker und irgendwelchen Dingen, die Sie noch im Chlousesäckli haben liegen lassen. Profis rühren prophylaktisch ein paar Paracetamol ein und fertig. Prost!

Das boykottierten Sie gestern:

Hoffentlich nichts.

Das boykottieren Sie heute:

Der extrem unnötige kleine Final. Quizfrage: Erinnern Sie sich an irgendeines der vorherigen WM-Spiele um Rang 3?

 

Und wieder einmal

Fussball hat nur mit Fussball zu tun.

Erträgliche Engländer

Val der Ama am Freitag den 16. Dezember 2022

Geht doch!

Symbolbild von Carl Court/Getty Images

Es ist eine historische Premiere in der Geschichte der Fussball WM: Während des gesamten Turniers wurde kein einziger britischer Fan verhaftet.

Das ist gut. Denn immerhin 3000 Waliser und Engländer haben in der Vorrunde die Spiele ihrer jeweiligen Mannschaft besucht, und 3500 Engländer waren beim Achtelfinale gegen den Senegal (3:0) dabei. “Das Verhalten von England und Wales in Katar war absolut vorbildlich”, lobte der Leiter der Fussballeinheit der britischen Polizei.

Experten rätseln aktuell, inwiefern diese Erfreulichkeit damit zu hat, dass in Katar kein Alkohol ausgeschenkt wird.

Boykott-Bulletin #20

Val der Ama am Samstag den 10. Dezember 2022

Tami.
Guten Morgen. Ich weiss ja nicht, wie es Ihnen geht, aber meinereiner hat eigentlich genug von dieser Boykottiererei. Zeichen setzen ist wichtig und schlechtes Gewissen ab und zu auch, aber was, wenn die da in diesem Katar nun so langsam richtig mit Fussballspielen beginnen? Spannende Spiele mit Penaltyschiessen inklusive? Früher war bestimmt besser, da war der Fussball noch anders, nicht so schnelllebig und kommerziell. Aber trotzdem: Auf Boykott habe ich so langsam echt keinen Bock mehr.

Das boykottierten Sie gestern:

Bei Kroatien gegen Brasilien war lange nicht viel Fussball, aber dann immerhin ein Penaltyschiessen und weil die Kroaten den Livakovic haben, weint Brasilien auch heute noch.

Und dann war Argentinien gegen Niederlande und da gab es erst diesen Pass und und ganz gegen Schluss dann noch diesen Pass. Im Penaltyschiessen konnten sich dann die Südamerikaner durchsetzen.

 

Das boykottieren Sie heute:

Ab 16 Uhr bekommen wir nicht mit, ob Marokko auch gegen Portugal für eine Überraschung sorgen kann. Ab 20 Uhr sehen diejenigen, die sich auf dieses Fussizeugs einlassen, einen Klassiker und da heisst es dann entweder England’s going home oder genau umgekehrt und zwar dann, wenn Frankreich verliert.

Song des Tages: Tukoh Taka

Falls Sie mitsingen möchten:
Tengo tukoh, tukoh taka, tukoh tuh, ta-ta
Tukoh tuh, ta-ta, tukoh tuh, ta-ta
Tukoh, tukoh taka, tukoh tuh, ta-ta
Tukoh tuh, ta-ta, tukoh tuh, ta-ta

Boykott-Bulletin #19

Val der Ama am Freitag den 9. Dezember 2022

Jetzt geht das schon wieder los.

Sie haben den gestrigen Tag auch genossen? Die Wunden lecken und vielleicht mal entspannter entspannen kann gerade in dieser hektischen Zeit so richtig gut tun. Schön für Sie. Andere hatten Stress. Beim Ankommen, zum Beispiel, im Beruf oder so ganz allgemein mit allen halt immer wieder.

Das boykottierten Sie gestern:

Ein Katzenvideo vielleicht?

 

Das boykottieren Sie heute:

Ab 16 Uhr gibts Brasilien – Kroatien und gut sind Sie nicht mit dabei, weil wer will schon diesen verwöhnten Millionärsgockeln beim Tanzen zuschauen?  Um 20 Uhr kommt es beim Spiel Niederlande – Argentinien zu einem erfreulichen Wiedersehen, welches Sie aber nicht sehen werden.

Transfer des Tages:

Er mal wieder.

Die Lage der Ligen

Rrr am Donnerstag den 8. Dezember 2022

Bald ist wieder Klubfussball!

Wir tasten uns schon ein bisschen vor. Welche Ligen stellten an der WM in Katar bis und mit Achtelfinals die meisten Torschützen? Die grosse Übersicht bringt es ans Licht.

35 Treffer stammen von Spielern aus der Premier League, wobei die Klubs aus Manchester sowie Chelsea am besten abschneiden. Die englische Profi-Liga ist damit deutlich vorne. Auf den Ehrenplätzen folgen etwas überraschend die französische League des Paysans mit 18 Toren vor der spanischen La Liga (15), der deutschen Bundesliga (13) und der Serie A (11).

Die saudische Liga steht in den Top 10, die katarische schaffte es immerhin auf Platz 11. Insgesamt 24 Ligen sind vertreten, und ein Torschütze ist ligalos (Cristiano Ronaldo) – aber es fehlt die Schweizer Super League.

Schweizer Spieler schossen in Katar zwar vier Tore, aber sie gehören zu Klubs in England (Freuler, Akanji), Frankreich (Embolo) und den USA (Shaqiri).

(Foto: Terrible Maps – Klick zum Vergrössern)

Boykott-Bulletin #14

Val der Ama am Samstag den 3. Dezember 2022

Es ist vorbei.

Also dieses Gruppenphasegekicke. Nun denn, uns kann dies egal sein, weil wir boykottieren und bald ist Weihnachten und Schwiegermutter und also ab zum Metzger, weil gutes Fleisch muss bestellt werden. Achtung aber beim Geflügel! Kapaun, Fasan oder Poulet de Bresse mögen verlocken, doch leider sind die Preise eher im Obergeschoss. Das Runde Leder empfiehlt Ihnen deshalb den Schmortopf und darin vielleicht eine Haxe, einen Brasato oder auch vom Lamm, wenn Sie es denn ohne Migrationshintergrund erstehen können.

Das boykottierten Sie gestern:

Am Nachmittag verloren die Portugiesen recht spät gegen Südkorea, so dass dann das 2:0 zwischen Uruguay und Ghana intensiv bejammert wurde. Am Abend der neu doppeleadlerfreie Migrationshintergrundgipfel Schweiz gegen Serbien und wenn Sie morgen mitreden wollen, dann sagen Sie, es war ganz gut. Parallel und belanglos noch Brasilien gegen Kamerun.

Das boykottieren Sie heute:

Während Sie an Ihrem Samstagnachmittagsjoint nuckeln, verpassen Sie das entspannte Kifferduell zwischen den Niederlanden und den USA (16 Uhr). Das Abendspiel Australien gegen Argentinien (20 Uhr) vermag zwar kulinarisch umgesetzt den hauseigenen Veganer zu triggern, aber warum zuschauen, wenn parallel dazu die Abfahrt der Frauen aus Lake Louise gezeigt wird.

Fragen des Tages:

Was macht eigentlich Hakan Sukur und warum sollte das aktuell interessieren?

Boykott-Bulletin #13

Val der Ama am Freitag den 2. Dezember 2022

Das Dreizehnte am Freitag.

Noch ist es nicht vorbei, also könnten Sie die Boykottzeit nutzen, sich mal wieder ein paar grundlegende Gedanken zu machen.

Das boykottierten Sie gestern:

Marokko gewann gegen Kanada und sicherte sich vor Kroatien den Gruppensieg, derweil diese Generation der Belgier erneut und wohl abschliessend Gold verpasste. Item, Belgien kann auch gut. Die Mannschaft begleitete später eine überfällige Premiere und verabschiedete sich gegen und mit Costa Rica von der WM. Parallel dazu gewannen die Japaner idealerweise gegen Spanien, aber das will überhaupt nichts bedeuten. Ah, und die FIFA zeigt eine durchaus dialektische Haltung in Sachen Homophobie.

Das boykottieren Sie heute:

Am Nachmittag (16 Uhr) ignorieren Sie Südkorea gegen erneut ohne Ronaldo und wegen historisch vorbelastet bestimmt auch Ghana gegen Uruguay. Am Abend (20 Uhr) haben Sie keine Lust auf die Umsetzung dessen, was die Gratis- und Boulevardblätter seit Tagen herbeisehnen und ob Brasilien B den Tabellenletzten Kamerun noch hoffen lässt, können Sie getrost am Samstagmorgen bei Kaffee und Gipfeli zur Kenntnis nehmen.

Erkenntnis des Tages:

Sport und Politik soll man nicht vermischen.

Denkanstoß Numero XX

Frau Götti am Mittwoch den 30. November 2022

Wie wahr spricht da unser Finanzminister. Er kennt sich halt schon aus mit Zahlenspielereien und dem Auswerten von Punkten und so.

Aber er weiß auch: Ohne Glück geht es nicht. Mit er gleichen Haltung füllt auch mein Onkel jeweils den Lottoschein aus.

Abverheiter Antrag

Val der Ama am Freitag den 18. November 2022

Shubovich in Schwierigkeiten.

Traditionsbewusste Cis-Männer wissen: Bevor geheiratet werden kann, müssen sie vor der Kandidatin auf die Knie und einen Ring zeigen. Nicht anders bei Vladislav Shubovich, der für den FC Smorgon in der ersten weissrussischen Liga spielt.

Das Spiel neulich gegen Volna Pinsk wurde für seine Balz kurzzeitig unterbrochen, damit der junge Mann sich zur Seitenlinie begeben konnte, um unter dem Applaus seiner Kollegen bei seiner Freundin die Hochzeitserlaubnis einzuholen. Dann Happy End! Das Bild oben zeigt, dass die Aktion erfolgreich war.

Das Video unten zeigt, dass es beim ersten Versuch aber noch nicht ganz geklappt hat.

Rendezvous in Rom

Rrr am Dienstag den 15. November 2022

Heute lernen Sie Matteo Lo Cicero kennen.

Das ist der junge Mann rechts im Bild. Der 18-Jährige wurde von der AS Roma als Steward angestellt. Seinen ersten Einsatz hatte er ausgerechnet beim Gastspiel von Napoli.

Matteo war ausser sich vor Freude, denn Napoli ist der Klub seines Herzens. Noch grösser war seine Freude nach Napolis 1:0-Sieg.

Ein Journalist machte es möglich, dass Matteo nach dem Match vor dem Stadion den Napoli-Superstar Victor Osimhen treffen durfte. Das ist der Herr links im Bild. Die beiden konten kurz fachsimpeln, der Journalist schoss ein Foto, alle waren glücklich. Dann tauchte ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma auf und feuerte Matteo auf der Stelle. Denn Kontakte mit Fussballspielern sind den Stewards streng verboten.

Osimhen war entsetzt. “Was ist das jetzt? Er ist mein Freund, er ist bei mir!” Alles half nichts. Worauf der Napoli-Star seinen Freund tröstete: “Mach Dir keine Sorgen, ich werde Dir einen anderen Job finden.”

(Foto: Facebook)

Fussball aus dem Archiv (V)

Briger am Montag den 17. Oktober 2022

Die Schlacht von Bern, Teil II.

Ältere Leserinnen und Leser erinnern sich, letzte Woche ging es um die Berichterstattung zur Schlacht von Bern in der DDR.

Ein Funktionär mit Funkgerät und ein Fotograf mit Rolleiflex-Kamera erwarten auf dem Spielfeld die Mannschaften vor Beginn des Viertelfinals der Fussball- Weltmeisterschaft zwischen Ungarn und Brasilien am 27. Juni 1954 im Wankdorf-Stadion in Bern. Ungarn gewinnt den Viertelfinal der Fussball WM gegen Brasilien mit 4:2. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

“Neues Deutschland” vermeldete am 30. Juni, dass “bereits zahlreiche Stellungnahmen von Sportlern” eingetoffen seien, “die aufs schärfste dieses Gangstertum verurteilen. Mit Recht vergleichen unsere Sportler die Methoden der Brasilianer mit denen, wie sie von Faschisten und Rowdys angewandt werden. Mit Recht stellen unsere Sportler die Frage: Ist der Überfall der Brasilianer mit Vorbedacht organisiert worden, um die ungarischen Spieler zu verletzen und sie so an der Erringung der Weltmeisterschaft zu hindern? Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Spiele um die Fußball-Weltmeisterschaft von gewisser Seite in den Dienst der schmutzigen amerikanischen Politik gezogen werden, für die ein sportlicher Sieg eines volksdemokratischen Landes gleichzeitig eine Niederlage bedeutet.” Im Hinblick auf die bevorstehnde Partie gegen Uruguay meldete “Neues Deutschland”: “Man darf […] gespannt sein, ob die “Urus”, die bereits im Spiel gegen England ebenfalls Kostproben ihrer südamerikanischen Auffassung vom Fußball abgaben, anständige Verlierer sein können.”

Der ungarische Torhueter Grosics boxt im Halbfinal der Fussball- Weltmeisterschaft zwischen Ungarn und Uruguay am 30. Juni 1954 im Stade Olimpique in Lausanne den Balll vor dem uruguayischen Stürmer Souto ins Feld zurück. Ungarn gewinnt den Halbfinal der Fussball WM in der Verlängerung mit 4:2. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Im folgenden nun ein Auszug aus den Stellungnahmen, welche die Redaktion erreichten.

Bringfried Müller, Kapitän von Wismut Gera: “[…] Deshalb verwerfe ich solche Vorfälle, wie sie von den Brasilianern in der Schweiz inszeniert wurden. Auch das Verhalten Liebrichs, das ich im Fernsehfunk beobachten konnte, muß ich aufs schärfste verurteilen.”

Hans Begale, Kapitän der Handball-Mannschaft Lokomotive Gera: “[…] Die Brasilianer zeigten sich nicht nur als schlechte Verlierer, sondern zugleich auch als Raufbolde. […] nicht würdig […] einem Weltmeisterschaft-Turnier […] Ich betrachte das Verhalten der Brasilianer als eine Provokation gegenüber der ungarischen Mannschaft und ihrer volksdemokratischen Heimat […]

Motor Warnemünde: “Mit Empörung hat das Kollektiv der ersten Fußballmannschaft von den Vorfällen Kenntnis genommen. Wir veruteilen aufs schärfste dieses unsportliche Verhalten der Brasilianer, aus dem man erkennt, daß mit allen Mitteln versucht wird, die ungarische Mannschaft zu schwächen. Wir protestieren energisch dagegen, daß man die Weltmeisterschaft unter Ausnutzung faschistischer Methoden entscheiden will.”

Studenten und Lehrkörper des Instituts für Körpererziehung Berlin: “Als Sportler der deutschen demokratischen Sportbewegung sind wir über das Verhalten der brasilianischen Spieler, das die internationale Sportfreundschaft aufs gröbste verletzt, zutiefst empört.”

Quelle: “Neues Deutschland” vom 30. Juni 1954, zu konsultieren z.B. in der Schweizerischen Osteuropabibliothek Bern, an der Hallerstrasse 6.