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Auswärtstermin auf Sachalin

Herr Shearer am Donnerstag den 6. Mai 2021

Ein richtiger Ultra ist überall mit dabei!

Ob die Sonne scheint, ob’s stürmt, ob’s schneit – das ist ihm ganz egal. Wenn Sokol spielt, das ist ein Hit, ja das ist maximal! Und darum liess sich ein Mitglied der Ultragruppe West Wing, die ergebene Anhänger von Sokol Saratov sind, nicht von einer Reise über total 16’000 Kilometer abhalten.

Bild: Twitter (@footynews129)

Sein Team hatte nämlich ein Auswärtsspiel auf Sachalin zu bestreiten, der Insel im Pazifik, bei der sich Russland und Japan nicht ganz einig über die Besitzverhältnisse sind. Aber das tut hier nichts zur Sache, denn der anonyme Fan nahm diese Reise auf sich, um im Spartak Stadion seine Lieblinge anzufeuern. Der Lohn war mässig, gegen den Tabellen-Vierzehnten PFK Juschno-Sachalinks schaute nur ein mageres 1:1 raus. Sokol orientiert sich ansonsten eher nach oben und steht derzeit auf Platz fünf.

Unbekannt bleibt derweil, mit welchem Verkehrsmittel die Reise getätigt wurde. Zeit muss man in jedem Fall mitbringen für die neunzig Minuten Vergnügen im Stadion: Das Fachportal Rome2Rio errechnet mit dem Flugzeug eine Reisezeit pro Weg von etwa 15 Stunden, aber Flugzeuge sind bekannterweise nicht gut für die Umwelt. Per Zug und mit der Fähre geht es auch ziemlich rassig vorwärts, nur gerade drei Tage und sechs Stunden werden angegeben. Angesichts der prächtigen Landschaften, welche sich da zwischen Wolga und Ostsibirien auftun, vergeht die Zeit auch wie im Flug.

Ob es noch länger geht, fragen Sie? Aber natürlich. Die aktuell längste Auswärtsreise in den russischen Profiligen führt von Kaliningrad nach Wladiwostok – oder umgekehrt.

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33 Kommentare zu “Auswärtstermin auf Sachalin”

  1. Durtschinho sagt:

    Ich war mal in Lviv; der FK Karpaty hätte damals in Poltava gespielt, und das war mir wie etwas zu weit.

    Dabeii wäre das mit rund 10 Zugstunden (14 mit dem Nachtzug) eigentlich ein Katzensprung gewesen.

  2. Max Power sagt:

    Deshalb sollten Vaduz, Servette, und Lugano durch Aarau, Thun und Xamax ersetzt werden.

  3. Rrr sagt:

    Verrückte Geschichte! Ich kannte mal einen Typen, der fuhr 100 Stunden Eisenbahn, um sich ein 0:0 von YB in Kasachstan anzusehen.

  4. Shearer sagt:

    Das ist doch total krank! Ich bin halt Fan von YB und Newcastle, da kann ich alle Spiele gemütlich daheim am TV anschauen und muss nicht in so unhygienische Menschenaufläufe. Und das Bier ist erst noch billiger und besser!

  5. Fallrückzieher sagt:

    Die spinnen, die Fans Russen.

  6. Durtschinho sagt:

    Gut, aber es ist dann schon schön, wenn alle geimpft sind und die Behörden nicht mehr so hysterisch tun wegen der Hygiene, weil dann geniesse ich es total, am Freitag rasch für 19.90.- nach Nizza zu entschweben oder einen quicken Abstecher nach Barcelona für nur 29.90.- zu machen.

  7. Shearer sagt:

    Das ist aber auch etwas anderes, ob man mit 200 zivilisierten Menschen im Easy Flieger sitzt oder mit 20’000 Hooligans in so einem Fussistadion!

  8. Durtschinho sagt:

    Im Stadion habe ich immer Angst, aber im Easyjet ist es wie eine einzige Familie, wir nehmen dann z.B. auch für andere LEute Sachen aus dem Dutyfree mit, oder sie für uns, damit der Zoll keinen Stress macht. Und die britischen Junggesellenausflüge nach Bratislava (ich fliege ja manchmal Basel-Luton-Bratislava, weil das günstiger ist) – köstlich, da geht was!

  9. Natischer sagt:

    Sie haben doch die meisten Stadien auch schon mit dem Velo besucht, Herr Shearer. Wie sähe es diesbezüglich beim Russen aus?

    (Ich selber wär ja min. 1 Weg gelaufen.)

  10. dres sagt:

    Wenn Müstair einmal in der Supilig spielt, dann kann der Russe mit seinen Inseln einpacken. Ui was gäbe das für eine schöne Velotour.

  11. Shearer sagt:

    Sie haben doch die meisten Stadien auch schon mit dem Velo besucht, Herr Shearer. Wie sähe es diesbezüglich beim Russen aus?

    Das müsste auch machbar sein, in Russland soll es Strassen geben, habe ich gehört.

    (Ich selber wär ja min. 1 Weg gelaufen.)

    Da müssten Sie dann aber auch nach Sachalin rüberschwimmen, sonst zählt das nur halb!

  12. Natischer sagt:

    Ich bin leider im Baden deutlich stärker als im Schwimmen. Jänu. Dann halt nicht.

  13. Frau Villa sagt:

    Ich könnte für Sie das Schwimmen übernehmen, Herr Natischer. Ab 10 Grad Wassertemperatur bin ich dabei bzw. drin. Deal?

  14. Durtschinho sagt:

    Frau Viilla, da rate ich Ihnen zur ie Nevelskoy-Strasse, da schwimmen Sie 7.3 Kilometer.

  15. dres sagt:

    Ich würde dann mit dem Motorboot neben Ihnen fahren, Frau Villa, und Sie notfalls rausholen. Als erste Hilfe ein Bier oder ein Cüpli.

  16. Frau Villa sagt:

    Vielen Dank für den wertvollen Tipp, Herr Durtschinho! Unglaublich, diese Fachkompetenz in sämtlichen Themengebieten in diesem Forum! Sollte ich das nächste Mal irgendeine Frage zu irgendeinem (Lebens-)Thema haben, werde ich mich an dieses Fachforum hier wenden.

  17. Frau Villa sagt:

    Oh, Herr dres, was für ein Angebot! Ich bin gerührt. Ist gebucht. Lieber hätte ich als erste Hilfe allerdings einen Hörmruff. Wäre dann ja auch thematisch wieder passend.

  18. Frau Villa sagt:

    7.3 Kilometer

    Das ist übrigens eine super Distanz – ein Wink des Schicksals. Die kann ich bei mir vor der Haustüre trainieren und einfach ans andere Seeufer schwimmen. Sofern mich dabei kein Motorboot überfährt, geht es dann an die Nevelskoy-Strasse, sobald Herr Natischer dort eingelaufen ist.

  19. Natischer sagt:

    Ich müsste so Viertel nach dort sein, Frau Villa.

    Was für hopfenbasierte Kaltgetränke werden denn so an dieser Nevelskoy-Strasse ausgegeben?

  20. Aarhus GF sagt:

    Für uns waren schon die Heimspiele in Grenchen ein Abenteuer (geschätzte 6 Km). Mit dem Fahrrad über die verrostete Aarebrücke, vorbei an der stinkenden Kläranlage und an den beängstigend tief anfliegenden Flugzeugen des Flughafens … und dann endlich: Das Brühl Grenchen. 8000 Zuschauer gegen GC – das können sich die jungen Leute heute gar nicht mehr vorstellen.

  21. Durtschinho sagt:

    Was für hopfenbasierte Kaltgetränke werden denn so an dieser Nevelskoy-Strasse ausgegeben?

    Dort nur Salzwasser, aber ich sehe gerade, dass in Korsakov (auf Sachalin) die Mikrobrauerei Gersakh beheimatet ist, gibt sicher noch mehr. Kein E-Mail, aber die Faxnummer hätte ich.

  22. Durtschinho sagt:

    Noch eine Brauerei.

  23. Herr Shearer sagt:

    RLLR!

    In der per Eisenbahn anreisenden Fraktion müssten wir uns einfach noch absprechen, ob wir via Baikal-Amur-Magistrala nach Komsomolsk fahren oder klassich über die Transsib und in Chabarovsk umsteigen.

  24. Noz sagt:

    Gersakh

    Gersag? Das erinnert mich vage an etwas.

  25. dres sagt:

    Apéro! Einen Hörmruff für Frau Villa und alle!!

  26. Herr Shearer sagt:

    Dürfte ich um korrekte Transliteration bitten, Herr Durtschinho? Die Brauerei heisst Gersach. Die Insel heisst ja auch nicht Sackalin.

  27. Durtschinho sagt:

    Ok, immer ein weites Feld, Herr Shearer. Und der Vorteil wäre ja, dass man dann das Bier nicht mit dem Stadion in Emmenbrücke verwechselt.

  28. Rrr sagt:

    Hat es wieder mal Nichtstudierte im Publikum? Mühsam.

  29. dres sagt:

    Haben Sie ein Problem damit, Sie Büroler?

  30. Natischer sagt:

    via Baikal-Amur-Magistrala nach Komsomolsk fahren oder klassich über die Transsib und in Chabarovsk umsteigen

    Das ist doch sicher eine Wahlstrecke, Herr Shearer, oder?

  31. Durtschinho sagt:

    Dann könnten wir an der belorussisch-russischen Grenze nicht nur das Visum abstempeln, sondern uns auch gleich eine Dosis Sputnik V verpassen lassen.

  32. Herr Shearer sagt:

    Gute Idee, allerdings scheint der Server für die Terminvergabe gerade überlastet.

  33. Herr Lich sagt:

    Ein schöner Bericht. Ich möchte hinzufügen, dass ich die Aussicht aus dem Zug hinter dem Ural im Mehrtagesverlauf tendenziell eher gleichförmig fand.