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Luzide Lektüre

Herr Noz am Dienstag den 20. April 2021

Zur Abwechslung mal was Lesenswertes aus Basel.

Auch farblich gelungen

Der unlängst zu Unrecht verstorbene Grüne Politiker und Rechtsanwalt Daniel Vischer (1950–2017) hat Memoiren hinterlassen, die nun bei der löblichen Edition 8 als Buch erscheinen.

Das umfangreiche Werk versammelt präzis analysierte Episoden der jüngeren Schweizer Politik, persönliche Erinnerungen an den Basler ‘Daig’ und allerhand anderweitig gesellschaftlich Relevantes (stets nach dem einschlägigen Motto ‘parteiisch, aber fair’). Einige Promis werden dabei durchaus in den wohl verdienten Senkel gestellt, aber es handelt sich nicht eigentlich um fiese Tacklings oder Blutgrätschen.

Fussball? Richtig, um den geht es regelmässig auch, denn Vischer war nicht nur ein animal politique, sondern verstand auch was vom Runden Leder. Was für linke Politiker ja nun nicht gerade selbstverständlich ist. (Aber Sie wissen: Ein anderer grüner Daniel hatte sich kürzlich auch schon bereits als Fussballchecker geoutet.) Ja, der Vischer wäre womöglich gar einer fürs Radio Gelbschwarz gewesen, denn eigentlich habe er Fussballreporter werden wollen, sich dann aber leider nie getraut.

Das Buch ist rhetorisches Tiki-Taka – filigrane Technik, präzise Querpässe, solide Defensive –, wobei Vischer zuweilen etwas anachronistisch den Libero gibt. Dafür wird endlich mal Luhmann rehabilitiert. Und die 80er-Bewegung. Und sogar der Fall DD wird kurz angeschnitten (allerdings derjenige von 1968).

Daniel Vischer: Eckdaten. Linke Politik und rechter Fussball. Zürich 2021. 328 Seiten. 24 Franken

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32 Kommentare zu “Luzide Lektüre”

  1. El Tren sagt:

    Anachronistisch, klasse! Dann geht es also nicht nur um Rechtsaussen, sondern wohl auch um Rechte Läufer.

  2. dres sagt:

    Guten Morgen. Das tönt tatsächlich lesenswert. Sobald wir aufgestiegen sind, nehmen wir uns dafür die Zeit.

  3. Herr Lich sagt:

    Luhmann rehabilitiert? Kann das gelingen? Der kommt mir immer vor wie ein Fussballtrainer, der sagt: Hauptsache Spielsystem, die Einzelspieler sind egal.

  4. Frau Götti sagt:

    persönliche Erinnerungen an den Basler ‘Daig’ und allerhand anderweitig gesellschaftlich Relevantes

    Da täte mich jetzt brennend interessieren: was täte wohl der Vischer punkto Burgeners Boys sagen? Was zu David Degen? Zur European Super League? Und vor allem: zum fantastischen Meistertitel der Berühmten?

  5. Fallrückzieher sagt:

    Was heisst da “Zur Abwechslung mal was Lesenswertes aus Basel”? Von dort habe ich in letzter Zeit sehr viel Interessantes und Erbauliches Erstaunliches gelesen. Zuletzt allerdings eher nicht mehr allzu viel, da wurde das Ganze eher altbekannt.

  6. Durtschinho sagt:

    Ich stelle einfach mal die folgende kritische Frage in den Raum: Wieviele Titel hat dieser Luhmann in seiner Karriere errungen?

  7. Lars: L sagt:

    Der FCB ist aber die Antithese zur Autopoiesis.

  8. Noz sagt:

    Die Antipoiesis, gewissermassen? Interessanter Ansatz, Herr L!

  9. Herr Lich sagt:

    Titel gewonnen nicht, Herr Durtschinho, aber immerhin Titel geschrieben.

  10. Baresi sagt:

    Edition 8 und 2017, da klingelt etwas bei mir. Guten Morgen.

  11. Noz sagt:

    Herr Baresi Assoziationsgott!

  12. Baresi sagt:

    Anyway. Wenn wir schon beim täglichen Durcheinander sind: UEFA Weighs $7 Billion Centricus Deal to Stop Super League., Burgener verdient sein Geld mit den CL-Lizenzen und Centricus möchte Millionen in den FC Basel 1893 stecken und trotzdem Minderheitsaktionär bleiben.

  13. passiver attacker sagt:

    jetzt ist mir schwindelig.

  14. Durtschinho sagt:

    Ich denke, jetzt ist der Moment gekommen, wo wir Fans uns erheben und Geld zusammenlegen, um das irgendwie wie selbst zu stemmen!

  15. passiver attacker sagt:

    ich hätte noch 18.93 cresqos.

  16. Herr Lich sagt:

    Super League finde ich einfach auch einen sauguten Namen für das Konstrukt.

  17. Baresi sagt:

    Ich habe gestern Abend in der Badewanne die Corporate Social Responsibility-Berichte von allen 12 Gründungsmitgliedern der European Super League durchgelesen und faktengecheckt. Sie werden lachen, nachhaltiger geht es nicht.

  18. Durtschinho sagt:

    Merci, Herr Baresi, ich wollte das heute erledigen, aber umso besser, dass Sie das bereits abgedeckt haben.

    Puuuh, jetzt bin ich aber erleichtert, also nicht nur, weil ich das nicht mehr machen muss, sondern weil ich ehrlich gesagt eine bange Minute lang dachte, dass nicht alle 12 Vereine Nachhaltigkeit wirklich grossschreiben. Wie konnte ich nur, blöd…!

  19. Frau Villa sagt:

    Sie werden lachen

    Nein

  20. Max Power sagt:

    Spannnend ist, dass wegen der grossen Schulden immer mehr überlegt wird, wie man noch mehr Geld einnehmen von den Fans erhalten kann, anstatt die Kosten des Spielbetriebs zu senken.

  21. Baresi sagt:

    Sie wollen Personal entlassen und Löhne kürzen, Herr Max Power?! Echt jetzt, immer das gleiche miese Konzept und alles auf dem Buckel der Mitarbeiter? Ich bin mir nicht sicher, ob der Gewerkschafter Noz so etwas goutieren wird.

  22. Max Power sagt:

    Sie wollen Personal entlassen und Löhne kürzen, Herr Max Power?!

    Nein überhaupt nicht. Bei zukünftigen Transfers dürfte man ruhig weniger ausgeben. (Transfersumme und angebotener Lohn) Bei Vertragsverlängerungen muss der Lohn ja nicht zwingend steigen.

  23. all white sagt:

    Herr Noz, können Sie mir mal erklären wie “zu unrecht verstorben” gemeint ist?

  24. Herr Noz sagt:

    Da stellen Sie eine berechtigte Frage, Herr a.w., denn in der Tat ist jegliches Sterben ein Skandal. Können wir uns darauf einigen, dass es sich um das Stilmittel des Absurden handelt?

  25. passiver attacker sagt:

    lieber dada als da de. mm.

  26. Frau Villa sagt:

    auch lieber be bu als da de, herr p.a.?

  27. DJ FRZ sagt:

    Das ist wie fast alles Ansichtssache.

  28. Frau Villa sagt:

    Ju hu, He rr DJ FR Z! Hö rm rn id uf f. Dieses Fallbeispiel zeigt eindeutig, Herr Gygax hatte eben doch recht:
    Hö rr mr ni du ff!

  29. Durtschinho sagt:

    Da stellen Sie eine berechtigte Frage, Herr a.w., denn in der Tat ist jegliches Sterben ein Skandal. Können wir uns darauf einigen, dass es sich um das Stilmittel des Absurden handelt?

    Na, na – das scheint mir ein doch relativ durchsichtiges Evasionsmanöver zu sein. Sehr wahrscheinlich wollte Herr Noz suggerieren, dass es auf diesem Erdrund auch Mitmenschen gab und gibt, die in seinen Augen “zu Recht” verblichen resp. verblöchen, und zwar wg. Antipathie, und auf Nachfrage erschien ihm, also Nozen, diese Aussage doch als zu harsch.

  30. Frau Villa sagt:

    auf Nachfrage erschien ihm, also Nozen, diese Aussage doch als zu harsch

    Thomas Mann?

  31. Herr Noz sagt:

    Mal weinst du mehr, mal weinst du weniger.

  32. all white sagt:

    Wenn schon de do do do denn aber uff Baseldytsch