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Jetzt bügelt Frau Professor schon wieder ein schiefes Bild aus

Frau Götti am Mittwoch den 7. April 2021

Ilse v. Mueller-Fridnau begrüßt Sie zur heutigen Sprechstunde.

Also, auf mein kürzliches Angebot, weitere schiefe Bilder für Sie auszubügeln, hat bisher leider nur Herr Natischer reagiert. Aber immerhin, und grundsätzlich schön von ihm. «Leider» sage ich nur, weil er die Fragestellung nicht ganz richtig verstanden zu haben scheint. Aber item. Ich versuche trotzdem gerne, auf sein Problem einzugehen. Es lautet folgendermaßen (ich zitiere aus seiner elektronischen Depesche):

«Mich stört die inflationäre Verwendung von ‹überragend›, weil mehr als 1 Spieler kann ja nie alle(s) andere überragen».

Ein analytischer Kommentar hierzu gestaltet sich einigermaßen schwierig, da unklar bleibt, worauf der gute Herr hinauswill. Der Begriff bedeutet schlicht und einfach: «jemanden oder etwas Vergleichbares an Bedeutung weit übertreffend». Nun gut.

Wenigstens legt Herr Natischer noch ein zweites sprachliches Ärgernis seinerseits dar, und dieses hat schon eher mit einem der hier zu diskutierenden schiefen Sprachbildern zu tun (ich zitiere wieder aus besagter Depesche):

«und dann natürlich diese unsägliche ‹Spielgerät›, wenn man vom Ball spricht.»

In der Tat ist es abwegig, unser Studienobjekt derartig zu bezeichnen. Gemeinhin denkt kein vernünftiger Mensch bei einem «Spielgerät» an einen Fussballe, sondern eher an etwas Derartiges. Allerdings ist der Begriff auch im fußballerischen Zusammenhang korrekt und stellt keineswegs ein schiefes Sprachbild dar. Herrn Natischers Unbehagen bezieht sich wohl auf die häufige Verwendung, die ihm ungeeignet erscheint. Aber item, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Wissensdurstigen, die sich eingehender mit der Materie befassen mögen, empfehle ich folgende Lektüre.

Zum Schluss wie immer mein Angebot: Möchten auch Sie ein schiefes Bild ausgebügelt sehen? Gerne nehme ich mich des Problems via meinen geschätzten Kollega Dr. Rüdisühli an. Und wenn nicht: So widme ich mich nächstes Mal aus eigenem Antrieb einem schiefen Fussballbilde. Nur so viel vorneweg: Es handelt sich dabei um eine anthropologisch-geisteswissenschaftlich ebenso wie semantische Monstrosität.

Freundliche Grüsse, Ihre Ilse v. Mueller-Fridnau

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28 Kommentare zu “Jetzt bügelt Frau Professor schon wieder ein schiefes Bild aus”

  1. imi sagt:

    Toller Beitrag. Und: Wo kann man dieses riesige Holz-Spielgerät kaufen? Wäre aktuell in dieser Home-Office-Schooling-Kitaing Situation bei uns im Norden noch so gäbig für den Garten.

  2. Alleswisser sagt:

    Toller Beitrag.

    in der Tat

    wobei

    in der Tat

    auch ein

    sprachliches Ärgernis

    ist. Vielleicht könnte sich Frau Professorin auch damit mal beschäftigen.

    Und nun zurück zum Beitrag. Es mag sein, dass die Verwendung von

    Spielgerät

    statt

    Ball

    kein

    schiefes Sprachbild

    darstellt.

    Meinen geliebten Touch möchte ich allerdings nicht in Zusammenhang mit dem Spielgerät bringen.

    Schliesslich geht es dabei (auch) um Ballgefühl und nicht um Spielgerätgefühl.

  3. Wirrkopf Walter sagt:

    Ganz meine Meinung. Der Goalie heisst ja auch David von Ballmoos und nicht David von Spielgerätmoos.

  4. Durtschinho sagt:

    Frau Professor, das gehe vielleicht eher ins Juristische, egal, ich stelle fest, dass immer mehr Fussi-Experten mit sorgenvoller Stimme und besorgtem Blick zu bedenken geben, dass ein Verein ja eigentlich „den Fans und der Region“ gehöre. Ist das im Einklang mit dem Obligationenrecht? Auf YB angewandt: Welcher Anteil gehört mir? Und betr. Region: Wer ist besitzberechtigt? Ist das etwa so ein Kreis Hasle-Rüegsau-Wichtrach-Lanzenhäusern-Schüpfen um Bern herum?

  5. Rrr sagt:

    Zu diesem Themenkomplex hat sich Herr Kienberger ja 2016 einmal geäussert, Herr Durtschinho. Kann es sein, dass Sie da eine Lederlücke haben?

    Zusammenfassend kann man sagen, dass Ihnen ungefähr zwei Pickel im Gesicht eines Nachwuchsspielers gehören. Isch aber gäng das!

  6. Durtschinho sagt:

    Herr Rrr, da war ich sicher in den Ferien und hatte kein Internet!

    Also kulturell gehört mir YB; ich dachte drum schon, dass ich jetzt mit- und dreinreden kann.

  7. Durtschinho sagt:

    Und die Pickel – Sie können das einfach immer so schön ausdrücken, Herr Rrr!

  8. Newfield sagt:

    begrüßt

    Auch schief. MM.

    Schiefes Fussibild:

    “… aus dem Cup kegeln …”
    “… aus der Champignonsleague gekegelt …”

  9. Big Lebowski sagt:

    I like that.

  10. Fallrückzieher sagt:

    Hoffentlich kommen nicht allzu viele andere Ärgernisse rein: Ich wäre jedenfalls so was von gespannt auf die

    anthropologisch-geisteswissenschaftlich ebenso wie semantische Monstrosität

    Oder denken Sie (rein sprachlich gesehen) an etwas wie das da?

    Dann wäre ich wesentlich mehr interessiert an einem kleinen Direktapéro. Ich danke Ihnen.

  11. dres sagt:

    Wenn jemand zu kompliziert parliert, verliere ich schnell wie den Faden. Aber ich glaube dieser Beitrag ist überragend. Und bei anthropologisch-geisteswissenschaftlich-semantischen Monstrositäten bin ich dann ohnehin begeistert.

  12. ManU97 sagt:

    “… aus dem Cup kegeln …”

    Schön, Herr Newfield, dass Sie das morgige Ergebnis bereits vorweg nehmen. Ungefähr so wie YB, das jetzt noch rasch möglichst viele Cup-Liebli verkaufen möchte, weil, ja, es könnte halt sein, wobei schon lange nicht mehr, äch, wie sagt das jeweils Frau Professor? Kurz und gut: weiw!

  13. Rrr sagt:

    Letztmals cupvertami riefen wir vor 763 Tagen, am 6. März 2019 beim 0:4 in Lozärn.Verdammt lang her.

  14. spitzgagu sagt:

    eine anthropologisch-geisteswissenschaftlich ebenso wie semantische Monstrosität.

    Oh, Frau Professor wird sich dem FC Basel 1893 widmen. Ich freue mich schon.

  15. Fallrückzieher sagt:

  16. RL Kellner sagt:

    Wünscht Frau Professor Nüdeli oder Pommes allumettes zum Steak?

  17. ManU97 sagt:

    Die Steilvorlage kam von Herr Rrr, die 1A Vollendung von Herr Fallrückzieher. Damit ist aufgelegt für den Apéro. Wenn ich an den Acker in St.Gallen denke, wohl ein Härpfeler. Santé!

  18. Newfield sagt:

    Ich realisiere soeben, dass wir diese Saison noch nie Cup gespielt haben. Unglaublich. Hopp YB, et santé!

  19. dres sagt:

    Was für ein Cup? Wurde jemand von uns dazu auch eingeladen, oder ist das so ein Exklusiv-Cüpli-Säufer*innen-Event?

  20. Bregyschorsch sagt:

    Zuhause vor dem Fernseher dürfen Sie ganz alleine bestimmen, wie exklusiv der Cup-Event und das zugehörige Getränk sein soll, Herr dres. Es steht Ihnen also auch völlig frei, ein breitenwirksames Rugen- oder Anker-Saufen zu veranstalten, solange ich nicht mittrinken muss.

  21. dres sagt:

    Herr Bregyschorsch, ich meinte natürlich fussballerische Partizipation. In der VIP-Loge saufe ich dann mit allen alles.

  22. Baresi sagt:

    Dieser Kienberger wäre noch einer für den VR des FC Basel 1893.

  23. gavagai sagt:

    Herr Rrr, sind das Sie am Klavier, der da den Herrn Kienberger musikalisch so feinfühlig begleitet? Oder spielen Sie nur Blockflöte?

  24. Christian Brantschen sagt:

    Das bin ich.

  25. gavagai sagt:

    Sehr schön, Herr Brantschen. Das wäre mit Herrn Rrr an der Blockflöte sicher noch stimmungsvoller geworden…!

  26. Heinz Einz sagt:

    Mir kommt kein falsch verwendeter Begriff in den Sinn, der mich stören würde.

    Wichtig ist für mich, dass wir performen, nie den Zugriff verlieren und ab und zu den Bock umstossen.

  27. Je sagt:

    Wie gesagt, das stört mich manchmal.

  28. Grottenkick sagt:

    Unfassbar, am Ende des Tages ein unfassbar überragendes Spielgerät.

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