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Hadarys Handschuh

Briger am Montag den 22. Juni 2020

Rundes Leder Zeitmaschine: Heute reisen wir ins Jahr 2009.

Ein Arbeitskollege des Verfassers kam neulich auf diesen zu und erzählte ihm eine Geschichte. Pierolo, so wollen wir den Kollegen an dieser Stelle nennen, erzählte von einem Mittwoch im Mai 2009, dem 20. um genau zu sein.

“Es war so”, fing Pierolo an, “am Montag teilt mir mein Kollege Schampi mit, dass am Mittwoch in der Bundesstadt ein wichtiges Fussballspiel stattfinden sollte”, so Pierolo weiter.
“Ich hatte von Fussball wie viele meiner Kollegen, Verwandten und Mittalbewohner nur wenig Ahnung, aber Schampi erzählte mir, dass es bei Spielen des kantonalen Fussballclubs auch immer das ein oder andere Glas Wein und aber auch Bier zu trinken gäbe und dazu würde auch das ein oder andere Stück geschmolzenen Käse zu essen, also sagte ich mir, wieso nicht? Wir packten also zusammen, was wir an fahrbaren Untersätzen zusammentreiben konnten und entschieden uns dann, das Tal via französischprachigen Teil zu verlassen, denn vielleicht würden wir so unterwegs auch noch in den Genuss des ein oder anderen gebrannten Wassers kommen und in Fribourg hatten wir viele Kollegen, die sich uns vielleicht noch anschliessen würden. Gegen den späteren Nachmittag trafen wir dann in Bern ein, eine durchaus sehenswerte Stadt, aber das weisst du ja schon alles. Wir fuhren also via Bärengraben den Aargauerstalden in Richtung Stadion Wankdorf hoch und strömten in das Fussballstadion. In zwei Stunden sollte es losgehen, sagte Schampi zu mir. Die Stunden vergingen wie im Flug und so war bald 19:30 Uhr, unser Team begab sich auf den Rasen und die Vorfreude stieg. Aber irgendwas war komisch. Ich trank noch ein, zwei Schlucke und plötzlich dämmerte mir. Es waren überhaupt keine Gegner da, weder Fans noch Spieler. Klar, dass wir einfach so ohne Kontrolle ins Stadion kamen, war schon komisch, aber man denkt sich ja nicht viel dabei. Um 20 Uhr wurden wir dann endlich informiert, der so genannte Cupwettbewerb wurde 2009 ein erneutes Mal abgesagt. Was besonders bitter war, da mir das 2006 im April auch schon passiert ist. Der Cup und ich, dass sollte wohl einfach nicht sein”, erzählte Pierolo weiter. “Enttäuscht und auch ein bisschen angetrunken strümte ich Richtung Spielfeld und hämmerte wie blöd gegen eine Abschrankung. Da kam der ägyptische Torwart auf mich zu und schenkte mir einen Handschuh, wenn ich nur endlich aufhören würde gegen die Abschrankung zu hauen. Direkt daneben stand nämlich seine Frau und die schien etwas verängstigt.”

So ähnlich muss sich dies zugetragen haben, im Gedächtnis des zuständigen Redakteurs findet sich keine Erinnerung an ein YB-Spiel am 20. Mai 2009, eine Blitzumfrage auf der Redaktion des Runden Leders förderte ebenfalls keine Erinnerungen zu Tage. Aber der Handschuh, er existiert.

Foto: Pierolopress

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16 Kommentare zu “Hadarys Handschuh”

  1. Alleswisser sagt:

    trotz Goalie-Bezug (danke dafür), bin ich nun etwas überfordert.

    Herr Lich, bitte übernehmen Sie.

  2. spitzgagu sagt:

    Das war glaub eines dieser Spiele ,die eine Mannschaft trotz Führung und einem Wolf im Tor nicht gewinnen konnte. Aber ich kann mich auch täuschen.

  3. Natischer sagt:

    Grad letzten SA erzählte mir Göttibub Natischer – bekanntlich auch Anhänger des eingangs erwähnten Vereins – dass 2017 ebenjener Cup leider auch kurzfristig abgesagt werden musste.

  4. dres sagt:

    Komische Geschichte. Ich habe die völlig anders erlebt. Soll ich sie Ihnen erzählen?

  5. Heinz Einz sagt:

    Nein.

  6. spitzgagu sagt:

    Ich bin mir nicht sicher, aber hat damals im 2009 nicht ein Spieler verloren wo heute Thun-Trainer ist?

  7. Herr Lich sagt:

    Spontan erinnert mich der Handschuh ein bisschen an die Löwenpfote aus “Madagascar II”, den ich mit Sohn Lich jüngst geschaut habe. Sonst fällt mir auch grad nichts Konstruktives ein.

    Ah doch: Kennen SIe Tschipo, Herr Briger? Der träumt auch so Sachen und dann ist nach dem Traum real noch etwas da.

  8. Briger sagt:

    Tschipo? Ich kenn nur Schnipo.

  9. Herr Lich sagt:

    Weil das Runde Leder ja auch eine anerkannte Bildungsinstitution ist:
    https://www.literaturschweiz.ch/de/Lesetipp/a947f97a16164605/Tschipo

    Oder falls Sie Lesen zu sehr anstrengt:
    https://www.srf.ch/shop/tschipo-von-franz-hohler

  10. zuffi sagt:

    “Gruusige Gooli,
    Du bisch ä gruusige Gooli
    Gruusige Gooli!
    Du bisch ä gruusige Gooli!

    (Zu Guantanamera)

  11. Brauereiinnung Bern West sagt:

    Uns scheint, ein Themawechsel wär nicht gänzlich falsch.

    Am SA ab 13 Uhr ist Berner Biermärit drunten im Dählhölzli.

  12. dres sagt:

    Brauereiinnung Bern West, Sie sind die Rettung, und dieser Termin ist zu 99 Prozent gebucht. Falls es auch Rug…mhmhh

  13. Brauereiinnung Bern West sagt:

    Es gibt dort Anbieter, die mit Rugengebröi “mithalten” können.

  14. dres sagt:

    Ich habs grad gesehen, sogar Seisler. Das tönt so richtig gut. Und in der Dälhölzli-Beiz hat es im schlimmsten Fall auch Bärner Müntschi, das ohnehin beste Berner Bier.

  15. Lars: L sagt:

    Jetzt aber ab nach Snarcarora mit Ihnen, Herr Lich!

  16. Newfield sagt:

    Verstörender Beitrag, vor allem von Herrn Briger, wo sonst immer alle Fakten – ich hab nun mal hurtig das YB-Fachforum durchkämmt und im Mai 2009 nichts für damalige Verhältnisse Aussergewöhnliches finden können. Wobei zwischen und unter den Zeilen die eine …

    … oder andere …

    … achwas, 17:09! Zeit für ein Gläschen Meistergin! Und Hunger!