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Mit Ach und Krach zum Kasach (IV)

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 28. September 2016

Herr Shearer trifft auf seiner Fahrt zum Europa League-Kracher auf einige Fussballexperten.

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„Unsere Schlafwagenbegleiter sind alles Kasachen aus Karaganda (der Endstation des Zuges). Dort spielt zwar Schachtjor Karaganda, aber das Herz des 33-jährigen Provodnik Anton schlägt für Real Madrid. Das Niveau des einheimischen Fussballs sei einfach zu schlecht, und überhaupt, Boxen interessiere ihn deutlich mehr, denn das sei der eigentliche Nationalsport in Kasachstan.

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Da ich immer noch alleine im Abteil bin, wage ich das Experiment und kaufe mittags bei einem längeren Zwischenhalt in Sisran nicht nur leckere Piroggen ein, sondern auch gleich noch eine grosse geräucherte Forelle, welche ein Fischer dort feilbietet. Zum Fischen braucht man in Russland offenbar kein Patent, weshalb viele ältere Menschen so die karge Rente aufzubessern versuchen, das ist mir schon bei früheren Besuchen aufgefallen. Der Verzehr der Forelle mithilfe des guten alten Schweizer Armee-Sackmessers endet in einem Massaker, allerdings in einem von der leckeren Sorte, muss man sagen.

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astana_logo_320_3Die Fahrt führte weiter durch endlose Birkenwälder, in denen gerade der „Indian Summer“ ausgebrochen ist. Sie wissen ja: viele Pensionäre fliegen, um den zu sehen, zum Klassenfeind nach Amerika. Dann überquerte der Zug den gewaltigen Strom der Wolga auf einer ebenso gewaltigen Brücke, um wenig später Samara zu erreichen. Dort sind dann auch noch Igor und Juri in mein Abteil zugestiegen. Beide sind Eisenbahner und auf Dienstreise zurück in ihre Heimat Ufa. Es folgt die übliche Befragung über Zivilstand, Lebenshaltungskosten, Beschäftigungsmöglichkeiten und Verkehrsbussen in der Schweiz. Danach interessiert sich Juri wieder für deutsche Musik aus dem Hause Bohlen, Igor erweist sich als wahrer Fussballexperte und erinnert sich, dass GC einmal Ajax mit 1:0 geschlagen habe. Allerdings muss ich ihn zurechtweisen, dass Kerschakov nicht bei Sion, sondern beim FCZ spielte, aber man muss auch mal drei gerade sein lassen, finde ich. Daheim geht er nicht zum Fussball; Spartak Ufa mag er nicht beim Kicken zuschauen, wie er sowieso keine Spiele der russischen Liga schaut, weder im Stadion noch am Fernsehen – das Niveau sei einfach viel zu schlecht. Also hat auch er sich den grossen internationalen Ligen zugewendet. Nicht einmal mehr die Spiele der „Sbornaja“, der russischen Nationalmannschaft, tut er sich mehr an. „Die spielen nur gut, solange man ihnen Geld gibt“.

So, viel mehr gibt es gerade nicht zu erzählen. Die grosse PET-Flasche Bier ist inzwischen auch leer und ich beziehe meinen Schlafplatz. Meine beiden Abteilgenossen haben ihr Ziel derweil bereits heute Nacht kurz vor zwei Uhr erreicht. Poka!”

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13 Kommentare zu “Mit Ach und Krach zum Kasach (IV)”

  1. Harvest sagt:

    Igor und Juri

    Sie wollen uns wohl verarschen, Herr Shearer!

  2. James Barclay sagt:

    Waren Sergei und Oleg verhindert?

  3. Durtschinho sagt:

    Sie wollen uns wohl verarschen, Herr Shearer!

    Wieso sollte das Herr Shearer tun, Herr Harvest? Sie würden staunen, wieviele Damen im grössten Land der Erde Irina und Olga heissen, um nur mal zwei Klassiker zu nennen.

  4. imi sagt:

    Igor und Juri

    Ja, ich hätte auch auf Pjotr und Andrei getippt.

  5. Dario_Zuffi sagt:

    Ich hoffe Sie machen den Mitreisenden die attraktive Schweizer Super League schmackhaft, Herr Shearer.
    Teleclub freut sich auf jedes Abo östlich des Urals.

  6. Lars: L sagt:

    Ah, Bier aus der Zweiliterflasche… sweet memories!

    Überhaupt gefällt mir die Berichterstattung ausgezeichnet. Ich bin ja auch mal mit dem Zug nach Astana gefahren. Aber damals interessierte das keine Sau.

  7. Newfield sagt:

    Afrika, das war Afrika, Herr Lars: L, nicht Astana. But anyway, hopp Zug!

  8. Harvest sagt:

    Sie waren vielleicht nicht so mitteilungsbedürftig, Herr L.

  9. Briger sagt:

    Sie hätten halt früher als rappender Esel auftreten sollen, so wie Herr Shearer das machte. MM.

  10. Natischer sagt:

    Verkehrsbussen

    PostAutos sollen ganz toll sein, hab ich gehört.

  11. zuffi sagt:

    Sie möchten andeuten, dass Urs’ Bus vor dem Tor heute Abend eher eines dieser selbstfahrenden Geräte ist?

  12. Je sagt:

    Igor und Juri

    Uiuiui, was geschah mit Wiktor und Wladimir?!

  13. Lars: L sagt:

    Sie hätten halt früher als rappender Esel auftreten sollen, so wie Herr Shearer das machte. MM.

    Tami Herr Briger, Sie wissen viel zu viel über mich!

    Andererseits wurde ich nicht ins Mannschaftshotel eingeladen und musste mit Funktionären Kaffee trinken.