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Vorbildliche Rassisten

Frans am Freitag den 29. Oktober 2004

In dieser unanständigen Welt des egoistischen Fussballs ist man immer wieder froh für Interessenvertreter, welche das Gesamtwohl im Auge behalten. Rini Coolen, Trainer von Twente Enschede bewies nach dem gewonnenen Auswärtsspiel gegen Den Haag (0:1) solche Grösse: Absolut daneben habe sich sein Topstürmer nach dem Spiel verhalten. Seine Tat sei unter keinen Umständen zu rechtfertigen. Schliesslich habe sich das Publikum von ADO Den Haag vorbildlich betragen und habe eigentlich alles Lob der Welt verdient, wird Herr Coolen von Voetbal International zitiert. (“Het publiek had zich juist voorbeeldig gedragen en verdiende daarvoor alle lof.”)
In der Tat. Anders als zuvor gegen PSV Eindhoven musste das Spiel nicht wegen primitivster Sprechchöre abgebrochen werden. Bravo ADO! Einzig sensible Gemüter wie Rini Coolens Stümerstar mit Geburtsort Kinshasa konnten sich womöglich daran gestört haben, dass bei Ballbesitz N’ Kufo aus dem vorbildlichen ADO-Fanblock Urwaldgeräusche und Affenrufe zu hören waren.

Blaise N’Kufo lachte gemäss Medienberichten trotzdem bzw. deswegen, ging nach dem Spiel zum vorbildlichen Fanblock, applaudierte den Rassisten demonstrativ und grinste, so breit er konnte. Schiedsrichter Luinge – auch er attestierte dem Anhang von ADO Respekt und vorbildliches Betragen – konnte des Schweizers Provokation zu seinem eigenen Bedauern nicht mit einer gelben Karte bestrafen, wie er den Medien mitteilte. Er hat aber brav rapportiert, und der Niederländische Fussballverband hat eine Untersuchung eröffnet gegen den Mann mit dem Schweizer Pass, den sein eigener Trainer öffentlich der unverzeihlichen Aktion bezichtigt hat. Wetten, dass Blaise N’Kufo nicht mehr lange für Twente Enschede und dessen vorbildlichen Trainer Rini Coolen spielt?

Es darf nicht gelacht werden (Bild: Voetbal International)

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