Der lange Schatten des Rebellen

Vor 50 Jahren wurde Che Guevara getötet. Doch in vielen Teilen der Welt lebt er als umstrittene Ikone weiter.

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Das Selbstporträt der Ikone: Che Guevara schoss über 200 Fotos selbst. Sein Sohn Camilo Guevara zeigte diese in einer Ausstellung in Havanna. (1959) (Keystone/AP Photo/Ernesto «Che» Guevara)

Vor 50 Jahren beendete eine Kugel das Leben Che Guevaras. Damit wurde der marxistische Revolutionär, Guerillaführer, Arzt und Autor definitiv zu einem Mythos.  Selbst ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod gehört er zu den bekanntesten und kontroversesten Figuren des 20. Jahrhunderts. Sein Porträt ziert Zigarettenschachteln, T-Shirts und Graffitiwände auf allen Erdteilen. Von vielen wird er wie ein Heiliger verehrt. Wolf Biermann sang von ihm als von «Christus mit der Knarre», Jean-Paul Sartre nannte ihn den «vollständigsten Menschen unserer Zeit». Doch andere fordern das Ende der Verehrung des Stalin-Bewunderers und skrupellosen Mörders.
In Mexiko traf Che Guevara zum ersten Mal auf die Brüder Raúl und Fidel Castro. Gemeinsam schmiedeten sie Pläne, um den kubanischen Diktator Fulgencio Batista zu stürzen. Trotz vieler Verluste in den ersten Kämpfen sprang der Funke der Revolution über: Immer mehr Kämpfer meldeten sich.

Eine Freundschaft mit Benefits: 1955 lernt «Che» Fidel Castro kennen, die verbleibenden elf Jahren seines Lebens widmet er der Revolution. (undatiert)

Mit Béret und Zigarre. So wurde Che zum Mythos und Vorbild für viele. (1959) (Getty Images)

Rebellen unter sich: Che Guevara, Manuel Urrutia und Comandante Camilo Cienfuegos feiern den Sieg über das Regime. (undatiert, Joseph Scherschel/Getty Images)

Auf geheimer Mission: Die Guerillatruppe auf einem versteckten Stützpunkt im Regenwald. (1957)

Konkrete Pläne zur Machtübernahme: Fidel Castro (stehend) und Ernesto Che Guevara besprechen im Herbst 1958 ihre Pläne für das weitere Vorgehen. (Keystone)

Faszinierende Gestalt: Che Guevara zog die Leute als Arzt, Politiker und Revolutionsführer in seinen Bann. (1967) (Ullstein via Getty Images)

Das Trio der Revolution: Fidel Castro (links) Che Guevara und der kubanische Präsident Osvaldo Dorticos (rechts) waren zumindest während der Zeit des Umsturzes enge Weggefährten. (1960) (Keystone)

Glückliche Fahrt durch Havanna: Am 2. Juni 1959 heiratete Che seine zweite Frau Aleida March. (KEYSTONE/EPA/ARCHIVO FAMILIAR)

Der Revolutionsführer als fürsorglicher Vater: Che Guevara mit seiner Tochter Celia und seinem Sohn Ernesto in Kuba. (1965) (Keystone/CP Photo)

Nach dem Sieg über den Diktator wurde Che Guevara Präsident der kubanischen Nationalbank und später Industrieminister. Doch von innerer Unruhe getrieben reiste er in diplomatischer Mission um die Welt.

1965 startete Che seine letzte Mission als Revolutionsführer. Sein Traum war, das revolutionäre Feuer in Lateinamerika zu verbreiten, dazu startete er einen Guerillakrieg in Bolivien. Doch in seinem Tagebuch über die Zeit in Bolivien findet man den enttäuschten Eintrag: «Von einer Mobilisierung der Bauern kann keine Rede sein.» Nach zwei Jahren erfolgloser Operationen im Hochland, ereilte ihn schliesslich dasselbe Schicksal, das er vielen anderen zuteil werden liess. Am 9. Oktober 1967 wurde er auf Anordnung des bolivianischen Präsidenten erschossen.

Lässiger Auftritt an der Sitzung des UNO-Sicherheitsrats: Che Guevara hört der Rede des UNO-Botschafters Adlai Stevenson zu. Kuba hatte keinen Sitz im Sicherheitsrat, und da die Stühle für die Besucher schon besetzt waren, musste der Revolutionsführer mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. (Keystone)

Der Mythos des lächelnden Che: Nachdem der Guerrillaführer  getötet wurde, ging das Foto des toten Che um die Welt. (9. Oktober 1967, Keystone)

 

 

 

9 Kommentare zu «Der lange Schatten des Rebellen»

  • Ali Kazemi sagt:

    Wärhrend westliche Mächte & Multis arme Länder massiv ausbeuten, Rohstoffkriege durchführen u. heute 10% der Weltvevölkerug auf Kosten der restlichen 90% leben u. Kapitalismus globale Probleme wie Umweltverschmutzung, Armut, Hunger u. Flüchtlingswellen verursacht, ist es einfach in einem reichen Land, wo Managerbonis & überrissene Saläre nur Dank Banken&Rohstoffmultis möglich sind, mit vollem Bauch sich über „CHE“ lustig zu machen. Man redet hier so, als ob Che eine Chance hätte mit Wahlzettel demokratisch westliche Multis & CIA aus Lateinamerika zu verbannen.Che hat sicher auch Fehler gemacht, aber er hat gekämpft um Ausbeutung+Armut zu beenden(Frag nur bei den armen Menschen in Lateinamerica ob CHE beliebter ist o. US-Präsident). Westliche Mächte & Multis haben viel mehr Blut an Händen

  • Fredy plassek sagt:

    Wie kommt man nur darauf, guevara eine ikone zu nennen. Der mann hat arbeitslager eingerichtet, in denen politische gegner gefoltert wurden. Er hat mehrere tausend menschenleben auf dem gewissen. Die huldigungen insbesondere von linker seite sind an heuchelei kaum zu überbieten.

  • Peter Gautschi sagt:

    Linke Verklärung eines Terroristen und Mörders. Nach dem Sturz des kubanischen Regimes Batista leitet Guevara die kommunistischen Schnellprozesse gegen tatsächliche und vermeintliche Schergen des geflohenen Diktators, die mit mehreren hundert Erschiessungen enden. Che Guevara exekutierte persönlich Dutzende, auch Frauen und Kinder. Schnell wird Guevara als stalinistischer Fundamentalist zur Belastung für Castro und dessen Moskauer Geldgeber. Guevara reist heimlich in den Kongo, um dort einen Guerillakrieg anzuzetteln. Das Unternehmen scheitert kläglich, und nicht anders verläuft ein weiterer Revolutionsanlauf in Bolivien, wo er verwundete und gefangen wird und am 9. Oktober 1967 stirbt. Guevara bleibt bei aller Verklärung ein Mörder und Gescheiterter.

  • Karl Huckas sagt:

    Der Sozialismus hat in der Menschheitsgeschichte eine breite Spur des Elends und Todes hinterlassen. In sozialistischen Systemen stirbt man früh – wegen Massenmorden, Kriegen oder Hungersnöten. Kaum jemandem ist z. B. bewusst, dass zwischen 1958-1962 mehr als 40 Millionen Chinesen an Hunger gestorben sind. Warum Hunger? Weil es ohne freien Markt nichts zu essen gibt – der Sozialismus war schuld! Ihr könntet diesen Artikel genausogut über den Sozialisten Hitler schreiben, denn er hat auch sehr viele Tote auf dem Gewissen: „Schatten und Lichter … er lebt er als umstrittene Ikone weiter … er ist ein Mythos … eine der bekanntesten Figuren“. Pfui Teufel!

    • Beat Müller sagt:

      Das lag nicht am freien Markt sondern am „grossen Sprung nach vorne“ — der sich dann als ein riesiger Flop erwies…

      https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Sprung_nach_vorn

    • F. S. sagt:

      Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt aber Guevara und den Sozialismus mit Hitler und seinen Nationalsozialisten gleich zu setzen ist falsch.
      Es wird wohl tatsächlich so sein, dass im Zuge der kubanischen Revolution und anderer Revolutionen Unschuldige starben und das ist auch nicht zu entschuldigen.
      Im Gegensatz zu den Nazis ist es aber nicht das erklärte Ziel der Sozialisten und Kommunisten ganze Bevölkerungsteile auszurotten.
      Zudem wird auch in der globalisierten kapitalistischen Welt an Hunger gestorben. Zwar nicht hier vor Ihrer Haustüre aber anderswo.
      Man sollte sich vielleicht auch einmal ansehen in was für einem Tempo Russland oder auch China von der Kommunisten in Industriestaaten verwandelt wurden.

  • Henrique Leemann sagt:

    Selbstverständlich wurde er nicht auf Geheiß des bolivianischen Präsidenten erschossen, sondern vom US amerikanischen.

    • Juan Garcia sagt:

      Quelle?

      • Ali Kazemi sagt:

        CIA war bei der Beseitigung und manchmal gar Ermordung von vielen Führern verwickelt (1973 Allende, 1953 Mossadegh etc, heutzutage marschieren USA & NATO sogar direkt ein!) Auch bei der Beseitigung von CHE war CIA federführend: Es gibt eine ausführliche Dokumentation von US-Journalisten mit diversen CIA Quellen, die man googeln kann „Who Killed Che? How CIA Got Away With Murder“

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