«Wir sind ja alle irgendwie anders»

Auf dem Zeltplatz Eichholz in Bern findet jeden Sommer das Blindspot-Lager statt. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung verbringen eine Woche gemeinsam und besuchen verschiedene Kurse.

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Auf dem Zeltplatz Eichholz in Bern findet jeden Sommer das Blindspot-Lager statt. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung verbringen eine Woche gemeinsam und besuchen verschiedene Kurse.

Vierundachtzig Kinder und acht Jugendliche sind in diesem Jahr im Cooltour-Lager und verbringen acht gemeinsame Tage, in denen Vielfalt
zur Selbstverständlichkeit werden soll. Ziel ist es, dass die Gäste durch ihre gemeinsamen Aktivitäten merken: Eigentlich haben wir sehr viel
gemeinsam! Organisiert wird das Lager von Blindspot, einer nationalen Förderorganisation für junge Menschen mit und ohne Behinderung.

Tom (20) beim Frühstück.

Nach dem Abwasch und Zähneputzen treffen sich die Kinder in ihren jeweiligen Projektgruppen und kommen erst am Abend wieder zurück auf den Zeltplatz. Das Angebot an Kursen ist riesig und reicht von Breakdance über Kochen, Filmdrehen, Skaten bis Boxen. Beim Abmarsch Richtung Tagesaktivität wird schnell klar, dass die behinderten Kinder nicht speziell betreut werden. Das Konzept des Lagers basiert auf der Gleichbehandlung aller. Diese Idee scheint Früchte zu tragen: Die letzten Jahre haben gezeigt, dass dadurch die Selbstständigkeit der Behinderten steigt und alle Kinder neue Erfahrungen machen. Es wird etwas angestossen. Durch gemeinsame Erlebnisse werden Hemmschwellen natürlich abgebaut, und Vielfalt wird positiv erfahren.

Janosch (10) hat sich für den Boxkurs eingeschrieben.

Noëlle (17) wird in das Filmschnittprogramm eingeführt.

Nairah (13) macht sich bereit für den Filmkurs.

Jérôme (13) sitzt nach dem Aufwachen beim Feuer.

Fred (18) schneidet mit Noëlle den selbst gemachten Film.

Silvan (17) übt für die Tanzvorführung am Abschlussabend.

Maline (13) überlegt sich eine Tanzsequenz.

Maurice (15) filmt seine Kollegen beim Skaten.

Der Besuch in den verschiedenen Gruppen zeigt eine entspannte Emsigkeit. Die Filmcrew ist daran, die vorhandenen Clips in Zweiergruppen zusammenzuschneiden. Im Boxclub ist die Temperatur auf 35 Grad gestiegen, die jungen Boxer und Boxerinnen hängen schlapp auf den
Matten. Das Mittagsmenü nimmt Form an, es wird gebraten, gehackt und abgeschmeckt. Es wird diskutiert, gelacht, gearbeitet – ein ganz normaler Lageralltag halt, in dem man, wie es ein Kind treffend ausdrückt, mit der Zeit gar keine Unterschiede mehr feststelle. In dem es egal sei, wer eine Behinderung habe und wer nicht. «Wir sind ja alle irgendwie anders.»

Jana (12) beim morgendlichen Abwasch.

 

Blindspot setzt sich durch solche Projekte für eine Gesellschaft ein, in der Inklusion (der Einbezug aller) als Selbstverständlichkeit gelebt wird. Sie sind vom Mehrwert einer vielfältigen Gesellschaft überzeugt und glauben, dass dadurch Sozialkompetenz und Selbstwirksamkeit gestärkt werden. Mehr Informationen finden Sie unter: www.blindspot.ch

2 Kommentare zu ««Wir sind ja alle irgendwie anders»»

  • Egon Prosper sagt:

    Ein überaus sinn- und wertvolles Projekt, das bereits früh diverse Ängste (Begegnungsängste, Angst vor Neuem, Anderem, Angst zu bestehen) auflösen helfen kann und bereits bei Jugendlichen den Horizont erweitert, hin zu einem friedlicheren gesellschaftlichen Miteinander.
    Ich gratuliere zu Projekt und Foto-Artikel. Danke!

  • Fabienne sagt:

    Wunderschöne und einfach eine geile Idee. Wünschte die Inklusion von Behinderten im Erwachsenen-und va Berufsalltag würde auch so leicht klappen. Aber vielleicht haben die Teilnehmer dieses Camps ja später neue Ideen, wie das umgesetzt werden könnte.

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