Die letzten Jäger

999 Wale gibt Norwegen in diesem Jahr zum Abschuss frei. Doch wohin mit all der Beute? Selbst Einheimischen ist der Appetit auf das Fleisch vergangen. Zu Besuch bei den einst so stolzen Walfängern der Lofoten.

Das Walfangschiff Jan Bjørn mit Beute in der Nähe von Lødingen auf den Lofoten.

Truls Soløy lebt auf einer Insel, die fast so heisst wie er selbst. Der Grossvater hat die Insel einst gekauft, sich nach ihr benannt und sein Haus gebaut. Der Grossvater war Walfänger auf Soløya, der Vater auch. Heute ist es der 62-jährige Truls, der aufs Nordmeer fährt, um Minkwale zu schiessen. Er ist der letzte Walfänger seiner Familie. Seine Heimat liegt in einer Bucht der Lofoten, diesem rauen Archipel in Nordnorwegen. Im Sommer stauen sich hier die Touristen. In Truls Soløys Kindertagen kam man aber oft nur mit dem Boot von einem Ort zum anderen. Viele der heutigen Brücken und Tunnel gab es noch nicht, und im Winter waren die vereisten Wege entlang der Felsen zu gefährlich. Damals hingen die Menschen völlig vom Fisch- und vom Walfang ab. Noch heute hat die norwegische Walfangindustrie ihr Zentrum auf den ­Lofoten. Oder besser gesagt: Was von dieser Industrie übrig ist …

Lesen Sie hier die ganze Reportage über die einst so stolzen Walfänger der Lofoten von Silke Bigalke. (ABO+)

Seegang: Eilert und Raymond Nilsen an Bord der Nordfangst.

Vom Steuer aus halten die Walfänger nach den Meeresriesen Ausschau.

Waljagd in den Vestfjorden von der Nordfangst aus.

Getroffen: Die Widerhaken der Harpune verhindern, dass aufgespiesste Tiere wieder vom Speer rutschen.

Schrecklich schön: Ein Wal wird an Bord gezogen.

Nachdem die riesigen Tiere an Bord gezogen wurden, müssen sie sofort zerlegt werden.

Blutrot färbt sich das Meer.

Jan Kristiansen zerlegt auf der Jan Bjørn einen Wal. Kristiansen wird bald in Rente gehen – in seiner Familie wird niemand die Tradition fortsetzen.

Fleischberge: Crewmitglieder zerlegen ihre Beute.

Ausgefallener Berufswunsch: Der 15-jährige Håvard Vikedal aus Røst möchte entgegen aller Trends Fischer werden.  In den letzten 15 Jahren haben nur drei Jugendliche auf der Insel den Beruf erlernen wollen.

00005873606

In den letzten 18 Jahren hat Marcus Bleasdale in verschiedenen Kriegsgebieten wie Sierra Leone, Liberia, Somalia oder dem Kongo gearbeitet. Unter anderem für Human Rights Watch und National Geographic. Seine Arbeiten sind mehrfach preisgekrönt.
Er lebt mit seiner Frau und seinen Zwillingstöchtern in Oslo.

Mehr Infos zu Marcus Bleasdales Schaffen und seinem humanitären Engagement finden Sie auf seiner Website www.marcusbleasdale.com

Kommentarfunktion deaktiviert.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.