Krieg der Sniper

In der Schlacht um Mosul liefern sich Scharfschützen tödliche Katz-und-Maus-Spiele.

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Ein irakischer Scharfschütze beobachtet ein vom IS besetztes Gebiet am Rande von Mosuls Altstadt, durch ein in die Häuserwand geschlagenes Loch.

Seit dem letzten Oktober tobt in Mosul die Schlacht gegen den Islamischen Staat (IS). Die irakischen Truppen und ihre Verbündeten eroberten Ende Januar den östlichen Teil der nordirakischen Stadt zurück. Zuletzt ist es der Anti-IS-Koalition gelungen, den grössten Stadtteil von West-Mosul einzunehmen.

Auf dem Dach eines hohen Gebäudes, welches gute Sicht über die vom IS kontrollierte Altstadt von Mosul bietet, harrt ein irakischer Scharfschütze aus.

Ein Soldat versucht einen IS-Scharfschützen mit einem Hut an einem Stock zu überlisten. Falls der IS-Scharfschütze auf die Attrappe feuert, gibt der Gewehrlärm dessen Standort preis.

«Die Art, wie gekämpft wird, hat sich verändert», sagt der Berner Fotograf Alex Kühni. «Grosse Luftschläge und Artilleriebeschuss gibt es nicht mehr. Es ist ein Kampf von Haus zu Haus, Scharfschützen liefern sich Duelle.» Kühni ist schon mehrere Male in den Irak gereist, um über den Krieg zu berichten. Im vergangenen Monat wagte er sich erneut an die Kriegsfront. In Mosul hat er Sniper der irakischen Armee begleitet. In der Endphase der Schlacht um Mosul spielen die Scharfschützen eine wichtige Rolle.

Ein irakischer Scharfschütze feuert aus der Tiefe eines Raums, um seine Position nicht zu verraten.

Mit einfachsten Mitteln wird gegen die Sniper des IS gekämpft. Irakische Soldaten habe Vorhänge in enge Gassen gehängt. um nicht in das Visier von den Scharfschützen der Terrormiliz zu geraten.

Die seit Oktober 2016 andauernde Schlacht um Mosul, zwischen irakischen Truppen und der Terrormiliz IS, hat die einst zweitgrösste Stadt des Landes in eine Mondlandschaft verwandelt, in welcher sich nun Scharfschützen ein tödliches Duell liefern.

Ein vom IS angefertigtes Scharfschützengewehr, welches bei der Rückeroberung von Mosuls Flughafen in die Hände der irakischen Armee fiel, wird jetzt gegen die Terroristen verwendet.

Ein irakischer Scharfschütze in seiner Feuerstellung. An der Wand hat er sich Distanzen zu markanten Punkten in seinem Zielgelände notiert. Die Entfernungsangaben erleichtern das schnelle Justieren des Zielfernrohrs.

Der Soldat observiert ein vom IS kontrolliertes Quartier durch ein in die Hauswand installiertes Panzerglas. Scharfschützen des IS haben das Glas bereits mehrmals getroffen.

Irakische Soldaten feuern Mörsergranaten auf ein ehemaliges Schulhaus, welches nun von IS-Scharfschützen als Deckung verwendet wird. Die irakischen Truppen erhalten immer wieder Hinweise auf Verstecke der Jihadisten von Zivilisten, welche aus IS-Gebieten fliehen.

Beide Seiten liefern sich ein erbittertes Gefecht um die letzten, noch von der Terrormiliz besetzten, Quartiere in Mosul.

An der Grenze zum Kalifat: Ein irakischer Soldat am Rande der Altstadt von Mosul, welche noch immer vom IS besetzt wird. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite weht die Fahne des selbsternannten Islamischen Staats.

Sniper verharren Tag und Nacht auf Dächern und in Gebäuderuinen – stets bereit mit ihren Präzisionsgewehren. Sie töten Heckenschützen und andere Kämpfer des IS, überwachen Räume und Gebäude und unterstützen den Vormarsch der eigenen Truppen. «Die Tätigkeit eines Scharfschützen besteht zu 90 Prozent aus Verstecken. Nötig sind auch Geduld und Ausdauer – das alles ergänzt sich», sagte Muqtada al-Saidi in einer Mosul-Reportage der Nachrichtenagentur Reuters. Saidi ist Chef einer Scharfschützeneinheit der irakischen Armee. «Manche Leute können sich verstecken. Aber wenn sie keine Ausdauer und Geduld haben, können sie keine Sniper sein.»

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu «Krieg der Sniper»

  • Hansjürg sagt:

    Interessanter Beitrag. Natürlich könnte man Mosul in kurzer Zeit zurück erobern, indem die Allierten alles in Grund und Boden bomben. Damit wäre der Zivilbevölkerung aber nicht gedient, sondern eher noch mehr geschadet. Die Bilder zeigen ausserdem, dass die Scharfschützen-Ausrüstung der irakischen Armee lächerlich ist und etwa dem Niveau WK I entspricht. Es gehört ausserdem Mut dazu, nahe der Frontlinie über Scharfschützen zu recherchieren, denn wo gestern Ruhe war bedeutet nicht, dass dort heute kein Scharfschütze auf der Lauer liegt.

  • Martina Albertin sagt:

    Die Bildung fehlt an allen Ecken

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