Das ist das Bild des Jahres

Das Bild eines Flüchtlings mit Kind am Stacheldrahtzaun hat die Jury des World Press Photoaward am meisten beeindruckt.

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Ein Mann reicht an der ungarischen Grenze ein Neugeborenes unter einem Stacheldrahtzaun hindurch. Das Pressebild des Jahres «Hope for a New Life» stammt von dem Australier Warren Richardson.

Ein Foto von einem Flüchtling mit seinem Baby am Grenzzaun von Ungarn ist das Welt-Presse-Foto des Jahres 2015. Der australische Fotograf Warren Richardson ist damit Sieger des mit 10’000 Euro dotierten renommierten Wettbewerbs World Press Photo. Das gab die Jury am Donnerstag in Amsterdam bekannt. Richardson machte die Aufnahme in der Nacht vom 28. August 2015 an der Grenze von Serbien zu Ungarn.

Er musste nach eigenen Angaben das Foto bei Mondschein aufnehmen. «Blitzlicht konnte ich nicht benutzen, während die Polizei diese Leute suchte, sonst hätte ich sie verraten.»Die Jury des World Press Photo würdigte die starke Aussagekraft der Aufnahme. «In seiner Einfachheit, vor allem durch das Symbol des Stacheldrahtes, entfaltet es eine solche Kraft», sagte der Vorsitzende Francis Kohn.

Die Jury zeichnete 41 Fotografen aus 21 Ländern aus. Insgesamt hatten sich rund 5800 Fotografen mit etwa 83’000 Fotos um Preise in acht Kategorien beworben.

1. Preis Einzelbild Zeitgenössische Themen: Eine chinesische Stadt in der Provinz Tianjin im Nebel (10. Dezember 2015). Bild: Zhang Lei

1. Preis Reportage Natur: Ein Orangutan klettert im Gunung-Panung-Nationalpark in Indonesien auf einen 30 Meter hohen Baum (12. August 2016). Bild: Tim Laman

3. Platz Reportage Zeitgenössische Themen: Im Beisein Ihrer Lebenspartnerin Kate nimmt Emily ein Bad. Die beiden Frauen sind fast gleichzeitig durch künstliche Besamung respektive In-vitro-Fertilisation schwanger geworden (6. Dezember 2015). Bild: Sara Naomi Lewkowicz, World Press Photo via AP

2. Platz Langzeitprojekt: Das Ehepaar Howie und Laurel Borowick nach 34 Ehejahren fast gleichzeitig die Diagnose Krebs. Ihre Tochter fotografierte das letzte Kapitel des Lebens ihrer Eltern (8. November 2013). Bild: Nancy Borowick, World Press Photo via AP

1. Preis Einzelbild Natur: Gewitterfront am Bondi Beach in Sydney (6. November 2015). Bild: Rohan Kelly/Reuters

1. Preis Einzelbild Alltagsleben: Männer schieben ein dreirädriges Fahrzeug durch eine Siedlung in der chinesischen Provinz Shanxi, die neben einem Kohlekraftwerk gelegen ist (10. Dezember 2015). Bild: Kevin Frayer

2. Platz Einzelbild People: Porträt eines rauchenden Minenarbeiters in Burkina Faso (20. November 2015). Bild: Matjaz Krivic

2. Platz Einzelbild Natur: Taucher beobachten ein Buckelwalweibchen und sein Junges in der Nähe der Revillagigedo Islands (28. Januar 2015). Bild: Anuar Patjane Floriuk, World Press Photo via AP

1. Platz Einzelbild Sport: Der Tscheche Ondrej Bank stürzt während des Abfahrtsrennens in Beaver Creek (8. Februar 2015). Bild: Christian Walgramof/Reuters

3. Platz Einzelbild Natur: Blitze begleiten den Ausbruch des Vulkans Colima in Mexico (13. Dezember 2015). Bild: Sergio Tapiro, World Press Photo via AP

3. Preis Einzelbild Alltagsleben: Die blinde Raheleh geniesst die wärmenden Sonnenstrahlen in Mazandran, Iran. (12. November 2015). Bild: Zohren Saberi/Mehrnews Agency, World Press Photo via AP

1. Platz Reportage Sport: Die Spieler des HC Vetluga im Einsatz. Das Amateur-Hockeyteam aus der der russischen Oblast Nischni Nowgorod spielt in der Regionalliga (19. Februar 2015). Bild: Vladimir Pesnya, World Press Photo via AP

2. Preis Einzelbild Spot News: Demonstration in Paris nach den Anschlägen Anfang 2015, als unter anderem die Redaktion des Satiremagazins «Charlie Hebdo» angegriffen wurde. (11. Januar 2015). Bild: Corentin Fohlen/EPA

 

5 Kommentare zu «Das ist das Bild des Jahres»

  • Jan Holler sagt:

    Man konnte darauf wetten, dass der erste Platz einem Bild mit Thema „leidender Mensch“ verliehen wird. Das gehört sich wohl so. Da spielt es auch keine Rolle, dass das Bild unscharf und verwackelt ist. Das Thema stimmt. Es ist wohl ein, zufällig dramatisch aussehender, Schnappschuss, der die Erwartungen eines betroffenen Publikums deckt, das angesichts der Ästhetisierung des Leidens der Flüchtlinge, im Moment des Betrachtens so etwas wie Betroffenheit fühlt.

  • Egon Putzig sagt:

    Sein Junges!
    In der Legende zum Bild „Buckelwalweibchen“ sollte es heissen „….. und sein Junges“

    Beim ersten Blick auf das Vulkanbild hatte ich den Eindruck, dass es mit Photoshop o.ä. zusammengeschustert wurde.

  • Bänninger sagt:

    Das imposante Einzelbild (wieso nicht Einzelfoto?) „Natur“ aufgenommen in der Zukunft am 06.Nov.2016 von Rohauf/Kelly stellt Fragen.
    Wo steht die Sonne?
    Nicht die geringsten Schattenwürfe im prall besonnten Vordergrund?
    Eigentlich egal, aber verblüffend was sich heute alles „machen lässt“

    • Bignens sagt:

      Beim Bild des Flüchtlings ging mir ähnliches durch den Kopf. Diese `Pieta`könnte man auch im eigenen Wohnzimmer fotografieren. ( Das soll natürlich nicht die eventuelle Dramatik aus dem Bild schmälern) Aber langsam sollte man sich schon Gedanken machen, greifen solche Fotos nicht allmählich zu viel in politische Entscheidungsfindung hinein. Gibt solchen Situationen zu viel Gewicht-und beeinflusst dadurch?

    • SrdjanM sagt:

      Die Sonne steht ziemlich weit oben, fast senkrecht, das Licht ist schon ziemlich realistisch für diese Gegend, dafür wurde wohl etwas an den Farben geschraubt…. doch alles eher zurückhaltend bearbeitet. Schatten sind durchaus zu sehen, etwa auf der Frau im Vordergrund oder unter dem Mann weiter vorne im Bild.
      Von dieser Wetterfront sind im Internet weitere, sehr ähnliche, Bilder zu finden.

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