Das New York von China

Der französische Fotograf Alain Delorme zeigt in seiner Serie «Totem», das wirtschaftlich boomende China in seiner ganzen Komplexität und versuchte anstelle der altbekannten Bilder von gigantischen Fabriken, seine eigene Vision von China zu kreieren.

 

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Shanghai wird oft als das New York von China bezeichnet und ist „die“ Stadt des Kapitalismus im Lande. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist riesig, daher wollte sich der Fotograf auf das einzelne Individuum fokussieren.

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Unter dem blauen Himmel von Shanghai transportieren Männer, meist Migranten, täglich unwahrscheinlich grosse Mengen an Waren durch die Strassen. Eine unglaublich beeindruckende und harte Arbeit, sich auf diese Art und Weise seinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen.

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Die inszenierten und manipulierten Bild-Totems haben in erster Linie einen symbolischen Charakter. Die Intention dieses Projekts war, die Einwanderer mit ihrer schweren Last als Superhelden darzustellen.

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Bei genauerer Bildbetrachtung fühlt es sich an, als würden die Transporteure jeden Moment von den Gegenständen überrollt werden und masslos überfordert sein….. genau wie der Verbraucher.

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Alain Delorme brach für die Arbeit bewusst die Regeln des Dokumentation Genre. Das Ziel der Bildbearbeitung war, die Aufmerksamkeit auf die Arbeiter und der enormen Belastung zu lenken. Er fotografierte 44 Tage in den Strassen von Shanghai und bearbeitete die Bilder nachträglich während 6 Monaten am Computer.

 

4 Kommentare zu «Das New York von China»

  • Tom Maier sagt:

    Mir gefallen solche Fotomontagen nicht, weil sie zu weit weg von der Realität sind. Sie überzeichnen nicht sondern zeigen das unmögliche. Dazu sind mir dann die Comics lieber.

  • kuster sagt:

    sehr inszeniert
    kein pneu drückt sich durch
    keiner raucht
    und das gebinde ????
    und die farben?
    sehr inszeniert!
    da wäre mir ein echtes lieber

  • Andreas Müller sagt:

    Shanghai ist eine der faszinierendsten Städte die ich je gesehen habe. Es ist in der Tat das New York von Morgen, allerdings jetzt schon mit 3 mal mehr Einwohnern. Per Maglev mit 430 km/h in die Stadt, dann weiter mit der U-Bahn welche hier ferngesteuert ist. Weiter mit dem Elektromoped von denen es hier Millionen zu geben scheint. Übermorgenland. Paulaner Bier mit Spätzle? Ein Katzenkaffee? Französische Croissants? Alles problemlos zu finden, wobei Shanghai im Unterschied zum eher versifften schmuddeligen Paris, sehr sauber ist. Es geht natürlich auch exotisch, Durian, Volgelnester, Soyaeier, Schildkröten – lots of yummy things, wie die Chinesen sagen. Diese sind, wie mir aufgefallen ist, ausgesprochen freundliche Zeitgenossen. Selbst in der Rushhour wird nie gedrängelt.

  • Remo Gasser sagt:

    Da hat wohl jemand an der Sättigung gedreht. Meine Aufnahmen sind nie so farbig.

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