Eine Reise durch Geschichte und Land

Die italienische Fotografin Lara Ciarabellini nimmt die Spuren von Aufbau, Zerstörung und Wiederaufbau in Bosnien-Herzegowina in den Fokus.

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Von der Klein- zur Grossstadt: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Stahlwerk von Zenica laufend modernisiert und erweitert, was zu vielen Zuzügern aus ganz Jugoslawien führte.

Zwanzig Jahre sind seit dem Ende des Krieges in Bosnien-Herzegowina vergangen. Für ihr Projekt «Somnambulism» (zu Deutsch: Schlafwandel) hat sich die Fotografin Lara Ciarabellini eingehend mit der Kultur und der ereignisreichen Geschichte des Landes auseinandergesetzt. In ihrem Buch untersucht sie in vier Etappen, wie sich das kollektive Gedächtnis Bosniens über die Jahrzehnte hinweg verändert hat. Sie nimmt den Betrachter mit auf eine metaphorische Wanderung zwischen Tag und Nacht, alten und neuen Infrastrukturen, Gebäuden und Denkmälern.

Ein Memorial für den Volkshelden Mitar Trifunović Učo, der im Konzentrationslager in Jasenovac gestorben ist: Die Gedenkstätte in Bosanski Šamac.

In Erinnerung an die bosnischen Kroaten, die hier dem letzten Krieg zum Opfer fielen: Denkmal in Buhovo, ein Dorf im Landesteil Herzegowina.

Im Hintergrund schaut das Minarett der Moschee Malezija hervor, die sich in der Kleinstadt Turbe und somit in Zentralbosnien befindet.

Von hier aus beschossen serbische Truppen während des Bosnienkrieges Sarajevo: Die Vraca Gedenkstätte, die für die über 11’000 Menschen errichtet wurde, die während des Zweiten Weltkrieges in Sarajevo starben.

Im Jahr 2000 in die Luft gesprengt worden: Das Denkmal auf dem Berg Makljen in Prozor-Rama, das an die Partisanen erinnert, die im Zweiten Weltkrieg gegen deutsche Truppen gekämpft haben.

Der jüdischer Friedhof, der während des Bosnienkrieges zwischenzeitlich die Front bildete und dabei stark beschädigt und vermint wurde.

Zurückgekehrtes Leben: Die Ortschaft Kozarac ist bekannt für ihren Widerstand während des Zweiten Weltkrieges. Während des Bosnienkrieges wurde sie von serbischen Streitkräften gesäubert und zerstört.

Früher verlief hier die Front, heute die psychologische Grenze zwischen bosnischen Kroaten und Bosniaken: Das Jugendkultur-Zentrum OKC Abrašević in Mostar, das multikulturelle Aktivitäten fördern soll.

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Das Buch «Somnambulism» der Fotografin Lara Ciarabellini ist im Kehrer Verlag erschienen. Es umfasst 86 Farb- und Schwarzweiss-Abbildungen sowie diverse Gedichte und andere Texte.

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