Der Kampf gegen Ebola

Nach der schlimmen Epidemie von 2014 wütet das Virus seit einem Jahr wieder im Kongo.

Reisende, die mit dem Schiff von Ruanda nach Kongo kommen, werden im Rahmen des Ebola-Screeningverfahrens bei ihrer Ankunft überprüft.

Seit dem Sommer 2018 wütet das Ebola-Virus in der zentralafrikanischen Demokratischen Republik Kongo. Es ist nach der verheerenden Ebola-Epidemie 2014 in Westafrika der bisher schlimmste Ausbruch des Virus. Die algerische Fotografin Zohra Bensemra hat die Situation im Osten Kongos dokumentiert.

Moise Vaghemi, ein Überlebender des Ebola-Virus, arbeitet jetzt als Pfleger im Ebola-Behandlungszentrums in Katwa. Er wird nach Verlassen der roten Zone dekontaminiert. Vaghemi erholte sich im August 2019 nach 16 Tagen Behandlung vom tödlichen Virus.

Chamims Mutter starb kürzlich an Ebola. Sie lebt momentan in einem Unicef-Kinderheim, denn bevor sie ihrem Vater übergeben werden kann, ist sie nun 21 Tage lang unter Beobachtung, um sicherzugehen, dass sie keine Gefahr für andere darstellt.

Symptome von Ebola sind Kopf- und Gliederschmerzen, hohes Fieber, Bindehautentzündung, Übelkeit und Hautausschlag. Zusätzlich können auch Nieren- und Leberfunktion gestört sein.

Dass dieser Ausbruch sich so hartnäckig hält, hängt auch mit der komplizierten Sicherheitslage im Osten Kongos zusammen. Zehn Jahre sind seit dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs vergangen, doch die Region ist immer noch ein Unruheherd. Wegen der instabilen Lage ist das Virus besonders schwer in den Griff zu bekommen. Die Helfer haben keinen Zugang zu den besonders gefährlichen Regionen, und immer wieder kommt es zu gewaltsamen Angriffen auf die Mitarbeiter der WHO oder von Hilfsorganisationen.

Ebola wird grundsätzlich von Mensch zu Mensch übertragen, doch die Viren können recht lange infektionsfähig bleiben. Eine Ansteckung über Gegenstände, die mit infektiösen Körperflüssigkeiten verschmutzt sind, ist deshalb möglich.

Eine Ebola-Überlebende betreut ein Kind im Unicef-Kinderheim. Viele Überlebende stehen nach dem Sieg gegen die Krankheit oft vor weiteren Problemen: Ihr Hab und Gut wurde verbrannt, ein grosser Teil der Familie ist tot, und sie werden von der Gesellschaft gemieden.

In der Biosecure Emergency Care Unit (Cube) in einem Behandlungszentrum werden Ebola-Patienten isoliert betreut.

Die Bevölkerung ist teils auch sehr misstrauisch gegenüber der Krankheit, es kursieren verschiedenste Gerüchte, z.B., dass Ebola gar nicht existiere und dass die behandelnden Ärzte Blut und Körperteile für Hexerei stehlen würden, oder dass das Virus gezielt in Umlauf gebracht werde. Nicht hilfreich sind dabei zum Beispiel auch Tweets wie jener von Chris Brown an seine weltweite Gefolgschaft: «Ich weiss nicht… Aber ich denke, diese Ebola-Epidemie ist eine Form der Bevölkerungskontrolle.» Das erschwert die Arbeit der Helfer sehr.

Durch die stetige Bedrohung durch feindliche Milizen hat die Mission der Vereinten Nationen für die Stabilisierung in der Demokratischen Republik Kongo (Monusco) ägyptische Friedenstruppen rund um die Behandlungszentren positioniert.

Wegen der hohen Ansteckungsgefahr müssen alle Lebensmittel von Ebola-Patienten verbrannt werden.

Eugenie Katungu Kavuya und ihre Cousine Noella Masika Vinyinyi stehen am Grab von Eugenies Eltern, die beide an Ebola gestorben sind. Zusammen verloren die Cousinen 24 Familienmitglieder.

Ein Arzt desinfiziert eine Ambulanztrage, nachdem er einen Patienten in ein Ebola-Behandlungszentrum in Katwa gebracht hat.

Dieser Freiwillige dekontaminiert den Sarg einer Frau, die vermutlich an Ebola gestorben ist.

Wenn man einmal an Ebola erkrankt ist und sich davon erholt, dann ist die Chance sehr klein, sich nochmals anzustecken. Die Überlebenden werden aber oft gemieden und von der Gesellschaft verstossen, sie gelten als schmutzig und ansteckend. Einige verschreiben sich deswegen dem Kampf gegen das Virus und werden Pfleger und Pflegerinnen in den Ebola-Behandlungszentren. Immer noch haben viele Erkrankte Angst, in diese Zentren zu gehen, in denen sie von Angehörigen isoliert und von vermummtem Personal behandelt werden. Dabei haben Erkrankte, die in ein Behandlungszentrum eingeliefert werden, grosse Chancen, die Krankheit zu überleben. Von den 1555 Menschen, die bislang in einer Klinik behandelt wurden, konnten 1000 geheilt werden, teilte die WHO Anfang Oktober 2019 mit. Die Medikamente und Impfstoffe werden immer wirksamer, und man hofft nun, dass sich diese Nachrichten verbreiten und die Leute dann freiwillig in die Kliniken kommen.

3 Kommentare zu «Der Kampf gegen Ebola»

  • Unngert Robert sagt:

    Iis der Planet nicht schon hoffnungslos überbevölkert und eine solch Krankheit nicht von Natur aus gewollt? Schlussendlich zwingt die Armut alles zu essen auch Affenfleisch und evtl. Übertäger. Und warum gibt es überhaupt grundsätzlich Armut? Kinder werden in Massen produziert. Wenn es so weiter geht werden nicht Krankheiten die Anzahl Menschen sondern Kriege die Mengen regulieren. Die Menschheit ist ein hoffnungsloser Fall darum ist die Hilfe sicher ehrenwert und gut gemeint aber die Geburtenraten müssen hinunter.

  • Catherine sagt:

    Mein Sohn war für 1 1/2 Jahren in Kongo mit Medair, um den Menschen zu helfen. Wir sollten Werke und Menschen unterstützen, die dort sind, um zu helfen. Die Kontrolle für die Spenden ist in den Händen von Schweizern und so geht nichts verloren.

  • van Zyl sagt:

    Ich bin schockiert dass es Leser gibt die diesen Artikel als nicht lesenswert sehen! Diese Leute leben wohl in einer Scheinwelt, haben keine Ahnung was da draussen eigentlich passiert und sollten mal hier in einem 3. Welt Land wohnen kommen dann würden sie solche Krisen Situationen besser verstehen, das Leben mehr schätzen und Leute die dort helfen und sogar darüber dokumentieren, was auch ein Risiko ist.
    Ich habe letztens eine holländische Helferin kennengelernt die in Angola und Westafrika gearbeitet hatte; solche Leute sind zu bewundern! Was würden wir ohne solche Menschen machen, die Ihr Leben (vielleicht) opfern, damit die restliche Welt diese Viren nicht bekommt?
    Gruss aus Sambia

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