Die Strasse als Spielplatz

Bilder aus einer Zeit, als vor der Haustür die grössten Abenteuer lagen.

Manchester, 1963. (Shirley Baker, Estate of Shirley Baker / Mary Evans Picture Library)

Chunsch o no chli usä? Dieser Satz gehörte in meiner Kindheit noch zum Standardrepertoire für Verabredungen vor der Haustür. Doch die Technik nahm bald Einzug ins Familienleben, und so verbrachte auch ich mehr Zeit drinnen, am Computer oder mit meinem Bruder beim «Mario Kart» mit unserem Nintendo 64. Vor 50 oder mehr Jahren waren die Strassen vor der Haustür noch die Spielplätze der Kinder.

Milton Street, Belfast, 1969. (David Lewis-Hodgson / Mary Evans Picture Library)

Balham, London, ca. 1961. (Paul Kaye, The Paul Kaye Collection / Mary Evans Picture Library)

Der Bildband «Paradise Street» zeigt genau diese Spielwiese in verschiedenen englischen Städten. Zehn Fotografen lassen einen an den Abenteuern der Kinder teilnehmen. Seilspringen, Kinderwagen-Ausführen, Klettern, Rennen, alles gehörte dazu. Eine Zeitreise in eine Vergangenheit, als das Spielen im Freien noch die Norm war.

Balham, London, ca. 1961. (Paul Kaye, The Paul Kaye Collection / Mary Evans Picture Library)

Balham, London, ca. 1961. (Paul Kaye, The Paul Kaye Collection / Mary Evans Picture Library)

Manchester, 1966. (Shirley Baker, Estate of Shirley Baker / Mary Evans Picture Library)

Balham, London, ca. 1961. (Paul Kaye, The Paul Kaye Collection / Mary Evans Picture Library)

Chorlton-on-Medlock, Manchester, 1966. (Shirley Baker, Estate of Shirley Baker / Mary Evans Picture Library)

London, 1960–1965. (John Gay / English Heritage / Mary Evans Picture Library)

Manchester, 1968. (Shirley Baker, Estate of Shirley Baker / Mary Evans Picture Library)

PARADISE STREET_HMP_Cover_LR

Paradise Street
The Lost Art of Playing Outside
Hoxton Mini Press
£16.95
ISBN 978-1-910566-46-6

 

5 Kommentare zu «Die Strasse als Spielplatz»

  • Gertrud Müller sagt:

    Schade, dass ich keine Fotos aus dieser Zeit habe, doch solche Szenen hatten wir in Zürich noch lange. Unsere Söhne sind 1950 und 1953 geboren, dazumal konnten sie noch stundenlang Papierschlangen über die Breitensteinstrasse spannen bis mal ein Auto die Sperrung zerriss. Das war noch vor dem Bau der Europabrücke. Auf dem Schulerweg nach Wipkingen Nord oder Waid konnte noch getschutet werden. Bei einem Aufruf würden sich bei uns sicher ähnliche Bilder, wie die aus England zeigen. Aber danke für die fröhlichen Fotos, ist immer wieder eine Abwechslung in unserer hektischen Zeit. Trudi (Gertrud) Müller

  • Slava sagt:

    Tja und diese Kinder haben dann späteren Generationen den Spielplatz weggenommen. Wohl daher loben sie heute die Jugendlichen welche sich Gedanken machen und demonstrieren. Schlechtes Gewissen.

  • Koch G sagt:

    Das waren auch schöne Zeiten, die in guter Erinnerung bleiben.
    Schreibt die Autorin von der Schweiz oder von England!!???
    Zu diesem Bericht gehören doch Bilder von unserem Land und nicht von Irland und England.
    Irgendwie nicht passend!!

    • Schadegger sagt:

      Falls Sie diese Zeit noch erlebt haben, dann wissen Sie, dass diese Szenen bei uns sehr ähnlich waren. Was ist das denn für eine enge Sicht der Dinge….

  • Ronnie König sagt:

    Ja, da entdeckte man noch die Welt. Jeder neue Tag barg noch neue Geheimnisse die man lüften musste. Ohne Helm auf Bäume klettern, durch düstere Keller schleichen bevor Häuser abgerissen wurden. Interessant auch die Tage wo Sperrmüll war, da gab es allerhand zu entdecken, nicht selten gut für den Flohmarkt dann am Wochenende. Und der Fernseher war nur wichtig, wenn jene Filme liefen, wo die ganze Klasse und das halbe Quartier nach darüber sprachen, teils die Szenen dann improvisiert nachgespielt wurden. Das Telefon damals im Rang eines Verräters, weil ohne dies wäre das Nachtessen wohl oft der krönende Abschluss nach einem Nachmittag voller Streiche und Aktion gewesen, so gab es halt eine Standpauke. Und nicht selten Tipps was man beim nächsten Mal besser machen sollte. Und wir waren fit.

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